Kreisgruppe Koblenz

Öko-soziale Beschaffung

Für knapp 500 Milliarden Euro kaufen Bund, Länder und Kommunen jährlich Waren und Dienstleistungen ein. Öffentliche Einrichtungen können bei ihrem Einkauf auch darüber entscheiden, wie ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt werden.

Online-Seminar: Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Weltläden und Kommunen, 3.12.2020

Wie können wir Kommunen den Fairen Handel und die öko-soziale Beschaffung schmackhaft machen?

Weltläden und zivilgesellschaftliche Akteure stehen immer wieder vor dem gleichen Problem: Wie stoße ich entwicklungspolitische Themen in der Verwaltung einer Kommune an, damit diese auch gehört und umgesetzt werden? In diesem Online-Seminar stellen wir verschiedene Wege dar, bei der Kommunalverwaltung auf offene Ohren zu stoßen und gehen auf die Bedarfe der TeilnehmerInnen ein. Wir erarbeiten gemeinsam Themen, Methoden und Ideen, wie Sie in Kontakt mit ihrer Kommune treten und diesen verstetigen können.

Anmeldung bis zum 30. November unter: https://eveeno.com/WeltladenundKommune

Mehr Infos

Tag der Nachhaltigkeit 2020

Am Samstag, 26. September, von 13 bis 19.30 Uhr, findet der Tag der Nachhaltigkeit in Koblenz statt.

Anders als in den Vorjahren wird es in diesem Jahr keine Infostände auf einem der Plätze in der Altstadt geben. Stattdessen stellen sich einige der beteiligten Organisationen virtuell vor. Trotz der Beschränkungen, die das Corona-Virus fordert, gibt es zwei Vorträge, einen Workshop, eine Stadtführung zum Nachhaltigen Einkauf in Koblenz, zwei Ausstellungen und am Abend eine Diskussionsrunde.

Um 13 Uhr öffnet das Dreikönigenhaus (Kornpfortstraße 15) seine „Tore“. Hier gibt es in diesem Jahr zwei Ausstellungen zu sehen. Eine Fotoausstellung des Umweltcampus Birkenfeld zu den SDG´s (Sustainable Development Goals) ist im Lichthof aufgebaut und lädt dazu ein sich mit den 17 Nachhaltigkeitszielen zu beschäftigen. Im Gebäude gibt es eine zweite Ausstellung zum Thema Fairer Handel. Für beide Ausstellungen gilt, die Zahl der gleichzeitig anwesenden Personen ist begrenzt und auch die Kontaktdaten sind vom Veranstalter zu erfassen.

Das Repair-Café öffnet in der Zeit von 13 bis 17 Uhr im Koblenzer Umweltbüro (Zugang über den Seiteneingang des Dreikönigenhauses - Auf der Danne) seine Pforten. Auch hier kann nur eine begrenzte Zahl von Personen gleichzeitig den technischen Problemen der defekten Geräte auf den Grund gehen.

Ab 13.30 Uhr bis ca. 16.30 Uhr findet im Pfarrhaus Liebfrauen (Florinspfaffengasse 14) ein World-Café zum Thema „Wie wollen wir leben und arbeiten?“ statt. Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung unter www.anmelden-keb.de/53716 erforderlich.

Um 14 Uhr startet eine ca. 1,5 stündige Führung zum Thema „Nachhaltiger Einkauf in Koblenz“ mit Besuchen und Gesprächen mit dem Einzelhandel. Treffpunkt hierfür ist das Dreikönigenhaus. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung per Mail an achim.trautmann(at)bund-rlp.de erforderlich.

Von 15 bis 16 Uhr informiert der Vereinsvorsitzende von Regiogeld RheinMosel in einem halbstündigen Vortrag zu dieser Regionalwährung und beantwortet gerne Fragen. Eine Anmeldung zum Vortrag ist erforderlich an umweltamt@stadt.koblenz.de

Project Wings gibt zwischen 16 und 17 Uhr mit dem Vortrag „Herausforderungen & Lösungsansätze im Bereich Umweltschutz“ einen Einblick in seine Projekte. Eine Anmeldung zum Vortrag ist erforderlich an umweltamt@stadt.koblenz.de.

Den Abschluss bildet in diesem Jahr eine Diskussionsrunde im Gewölbekeller des Alten Kaufhauses zum Thema „Krise als Chance – Regionaler und nachhaltiger aufgrund von Corona? – Auswirkungen der Coronakrise auf den regionalen Handel“. Neben Oberbürgermeister David Langner, werden Citymanager Frederik Wenz, Winzer Albrecht Gietzen und Walter Grambusch (Vorsitzender Heimat schmeckt!) teilnehmen. Die Diskussion wird als Livestream übertragen. Auch hier ist nur eine begrenzte Zahl von Gästen vor Ort möglich und deshalb eine Anmeldung an umweltamt@stadt.koblenz.de erforderlich.

Anmeldungen bitte bis spätestens 24.09.2020, 18 Uhr an die angegebenen Adressen.

Die Abstands- und Hygieneregeln sind einzuhalten. In den Räumen besteht Tragepflicht für Mund-Nase-Bedeckungen. Die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher sind zu erfassen

Der Link zum Livestream der Diskussionsrunde sowie zu den Selbstinterviews der teilnehmenden Organisationen finden sich rechtzeitig vor der Veranstaltung unter www.nachhaltiges.koblenz.de oder www.isso.de/nachhaltigkeit.

FAIR STATT MEHR – Wir sind dabei!

Die Fairen Wochen stehen in diesem Jahr unter dem Motto „FAIR STATT MEHR“ #FAIRHANDELN FÜR EIN GUTES LEBEN

Auch das Team des Regionalbüros des BUND Koblenz hat sich beteiligt und das heutige Meeting, um ein Faires Frühstück ergänzt. Die MitarbeiterInnen erhielten Informationen zum Fairen Handel und konnten sich austauschen.

Am 26.09.2020 findet um 14:00 Uhr der nächste Stadtrundgang „Nachhaltiger Einkauf in Koblenz“ im Rahmen des Tags der Nachhaltigkeit statt.

Online-Seminar „Agua sí – Oro no“ Wasser ja – Gold nein, 9.9.2020, 19 Uhr

Ein Erfahrungsbericht zu Rohstoffkonflikten in Peru am Fallbeispiel Goldbergbau in Cajamarca

Was bedeutet der Rohstoffabbau für die Menschen in Peru?

Auf diese Frage geht Anna Maria Nunenmann in ihrem Vortrag ein und berichtet über Umweltzerstörung, soziale Konflikte und Menschenrechtsverletzungen anhand von persönlichen Erfahrungen bei ihren zahlreichen Besuchen in Peru. Sie geht auf die sozialen und ökologischen Auswirkungen, auf die Verantwortung von Unternehmen und VerbraucherInnen ein und berichtet über einen Widerstand in Peru am Beispiel des Projekts „Conga“.

Ist der Erfahrungsbericht ein Argument für ein Lieferkettengesetz?

Diese Frage diskutieren wir im Anschluss an den Vortrag.

Eine Anmeldung zum Online-Seminar kann bis zum 7.9. per Email erfolgen: achim.trautmann(at)bund-rlp.de

Erst nach der Anmeldung werden die Zugangsdaten für das Online-Seminar versendet.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Das Netzwerk der Initiative Lieferkettengesetz in der Region Koblenz

Flyer zur Veranstaltung

Leer! Die nächste Erde bitte!

Am 22. August 2020 ist der weltweite Erdüberlastungstag.

Fotograf: Arne Landwehr

Das ist der Tag, an dem die weltweit zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht wurden, die alle Ökosysteme auf der Erde im Jahr erneuern können. Aufgrund der COVID-19 Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns ist der Tag in diesem Jahr um mehr als drei Wochen später als in 2019.

„Eine echte Nachhaltigkeit und eine wirkliche Ressourcenschonung erreichen wir aber nur durch strukturelle Veränderungen. Hier sind wir alle gefragt. Politik, Gesellschaft und jeder Einzelne von uns. Daher boten verschiedene Umwelt- und Bildungsorganisationen, kirchliche Gruppen und Gewerkschaften vom 1. bis zum 22. August verschiedene Mitmach-Aktionen auf ihren Social Media Kanälen an, damit jeder etwas zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung beitragen kann. Auf dem Agenda-Sonnenmarkt am 22. August in Mainz kann sich jedeR an unserem Infostand über unsere Mitmach-Aktionen informieren und vielleicht auch die eine oder andere Idee zur Umsetzung für sich selber mitnehmen“, so Achim Trautmann und Edda Treiber, die als Eine Welt-PromotorInnen in Rheinland-Pfalz arbeiten.

„Verpackungsmüll, Rodung des Regenwaldes für Sojaanbau zur Verfütterung an Tiere, Kohleverstromung und Ausbeutung von Menschen entlang von Lieferketten sind nur einige Beispiele dafür, dass wir einen Richtungswechsel benötigen. Denn unsere Erde ist begrenzt, wir dürfen sie nicht weiter ausbeuten. Es bedarf endlich einer neuen Wirtschaftsweise, die die Natur und Umwelt schützt und die sozial gerecht ausgestaltet wird. Nur wenn wir es in einer globalisierten Welt schaffen dies zusammenzudenken, sind wir auf dem Weg unsere Lebensweise zu ändern“, erklärt Andreas Roschlau vom Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland.

„Hier sind wir alle gefordert: die Bundesregierung, die Landesregierung und jeder Einzelne von uns. Ein Vertrösten und Abwarten von notwendigen Maßnahmen, geht auf Kosten der zukünftigen Generationen und der ärmeren Länder im globalen Süden, die beispielsweise in Form von Extremwetterereignissen noch stärker vom Klimawandel betroffen sind als wir in Deutschland. Vorschläge für einen wirksamen Klimaschutz, für eine ökologische Verkehrs- und Ernährungswende und für eine zukunftssichere Arbeitswelt und Wirtschaftsweise gibt es bereits“, erläutert Dr. Sina Kowalewski, Koordinatorin des Eine Welt-PromotorInnen-Programms in Rheinland-Pfalz bei ELAN e.V.

Aktion zum Erdüberlastungstag in Mainz (für Bildaufnahmen und Interviews geeignet)

Wann: Samstag, 22.08.2020, 13:30 Uhr Wo: Bischofsplatz, Mainz

Der weltweite Erdüberlastungstag ist am 22.08.2020 – Mitmach-Aktionen im August

Foto Carsten Costard

Am 22. August 2020 ist der weltweite Erdüberlastungstag. Das ist der Tag, an dem die weltweit zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht wurden, die alle Ökosysteme auf der Erde im Jahr erneuern können. Aufgrund der COVID-19 Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns ist der Tag in diesem Jahr um mehr als drei Wochen später als in 2019.

„Eine echte Nachhaltigkeit und eine wirkliche Ressourcenschonung erreichen wir aber nur durch strukturelle Veränderungen. Hier sind wir alle gefragt. Politik, Gesellschaft und jeder einzelne von uns. Daher bieten verschiedene Umwelt- und Bildungsorganisationen, kirchliche Gruppen und Gewerkschaften bis zum 22.August verschiedene Mitmach-Aktionen an, damit jeder Einzelne etwas zur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung beitragen kann“, so der regionale Fachpromotor für öko-soziale Beschaffung Achim Trautmann vom BUND Koblenz.

„Da ist für jeden etwas dabei. Einfach mal das Auto in der Garage stehen lassen und mit dem Rad zur Arbeit fahren oder sich eine Woche lang vegetarisch ernähren sind nur zwei Beispiele aus den zahlreichen Mitmach-Aktionen, die die verschiedenen Gruppen auf ihren Social Media Kanälen anbieten. Wir wollen zeigen, dass jeder seinen Beitrag leisten kann und viele Menschen dazu bereit sind“, erläutert Achim Trautmann.

Unter www.facebook.com/KoblenzBUND/ und www.instagram.com/bund_koblenz/ können die verschiedenen Mitmach-Aktionen eingesehen werden.

Am 22.08.2020 dem Erdüberlastungstag werden die Ergebnisse der Mitmach-Aktionen auf dem Agenda Sonnenmarkt in Mainz vorgestellt.

Beteiligte Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Rheinland-Pfalz
Bürgerstiftung Pfalz
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland – Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
BUNDjugend Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.
Bürgerinitiative Energiewende Mainz
Deutscher Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz / Saarland
ebasa e.V.
Eine Welt-PromotorInnenprogramm in Rheinland-Pfalz
Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) e.V.
Haus Wasserburg
Kolpingwerk Diözesanverband Mainz
Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
Lokale Agenda 21 Trier e.V.
Naturschutzbund Mainz und Umgebung e.V.
Naturschutzjugend Rheinland-Pfalz
UrStrom BürgerEnergieGenossenschaft Mainz eG
Verkehrsclub Rheinland-Pfalz
Weltladen-Dachverband

Pressemitteilung: Grabsteine aus ausbeuterischer Herstellung verbieten

DWK und BUND fordern Maßnahmen gegen Kinderarbeit

Fotograf Benjamin Pütter

Trier/Koblenz – Anlässlich des Internationalen Tags gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordern die Diözesanstelle Weltkirche (DWK) des Bistums Trier und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Koblenz Kommunen und Kirchengemeinden auf, auf ihren Friedhöfen Grabsteine aus Kinderarbeit zu verbieten.

Nach Schätzungen gebe es weltweit über 150 Millionen Kinderarbeiter, berichtet Achim Trautmann vom BUND. Kinder graben im Kongo nach Coltan (Roherz, das zur Herstellung von Mobiltelefonen gebraucht wird) für Handys, schuften auf Kakaoplantagen in Westafrika und knüpfen Teppiche in Afghanistan und Pakistan. Vor allem in Indien und China müssen Kinder auch gefährliche und gesundheitsschädliche Arbeit in Steinbrüchen leisten, so Ludwig Kuhn, Leiter der Diözesanstelle Weltkirche. Ursache sei, dass ihre Familien „in eine Art Schuldknechtschaft“ geraten, weil sie für Unterkunft und Lebensmittel an den Steinbruchbesitzer zahlen müssen. Die ganze Familie sei dann zur Arbeit gezwungen. Natursteine aus solchen Steinbrüchen würden auch in Deutschland als Grabsteine angeboten. Für Ludwig Kuhn ist es ein Widerspruch, „dass wir der Verstorbenen gedenken und dabei in Kauf nehmen, dass Grabsteine unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wurden“.

Faire Steine aus der Region sind ideal

Wer beim Steinmetz einen Grabstein in Auftrag gibt, kann nach der Herkunft fragen. „Ideal sind natürlich Steine aus der Region“, sagt Ludwig Kuhn; allerdings sind sie in der Regel auch teurer. Bei außereuropäischen Steinen bestätigen die Siegel „XertifiX“ und „Fair Stone“, dass sie ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Kommunen und Kirchengemeinden, die Träger von Friedhöfen sind, können seit diesem Jahr über die Friedhofsatzung Steine aus ausbeuterischer Kinderarbeit ausschließen; im Saarland wurde das Bestattungssetz 2010 entsprechend geändert, im Dezember vergangenen Jahres auch in Rheinland-Pfalz. Steinmetzbetriebe müssen dann die Herkunft der Steine nachweisen. Bei außereuropäischen Steinen sei ein entsprechendes Siegel Voraussetzung, dass der Stein auf dem Friedhof gesetzt werden dürfe.

Zum Tag gegen Kinderarbeit fordern die Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Trier und der BUND Koblenz Kommunen und Kirchengemeinden auf, ihre Friedhofssatzungen entsprechend zu ändern. "Eine-Welt-Gruppen und Umweltgruppen wollen wir motivieren, auf ihre kommunalen Vertreter zuzugehen und eine Änderung der Friedhofssatzung anzustoßen“, so Ludwig Kuhn. Diözesanstelle Weltkirche und BUND haben die Arbeitsgemeinschaft „Faire Steine - keine Steine aus ausbeuterischer Kinderarbeit“ gegründet, die dabei beraten kann. Für die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen gibt es die Medienkiste „Faire Steine“. Weiterführende Informationen gibt es auf https://www.weltkirche.bistum-trier.de/mitmachen/faire-steine und auf https://koblenz.bund-rlp.de/themen-und-projekte/oeko-soziale-beschaffung/faire-steine-keine-steine-aus-ausbeuterischer-kinderarbeit/

Presseinformation: Nach Rana Plaza

Lieferkettengesetz notwendiger denn je

Am 24. April vor sieben Jahren stürzte das Fabrikgebäude Rana Plaza in Bangladesch ein. Tausende Mitarbeiterinnen in der Textilindustrie kamen ums Leben und über 2000 wurden verletzt. Damals ging ein Aufschrei um die Welt und es wurde versucht Verbesserungen bei den Lieferketten in der Textilbranche zu entwickeln. Mangelnder Arbeitsschutz und Sicherheitsbedingungen sowie unzureichender Lohn treten aber immer wieder bei der Herstellung unserer Kleidung auf.

In der globalen Textilindustrie profitieren die Auftraggeber*innen aus dem Globalen Norden von der Ausbeutung der Arbeiter*innen im Globalen Süden. Doch Verantwortung für die miserablen Arbeits- und Sicherheitsbedingungen im Ausland zu übernehmen, lehnen Firmen oftmals ab.

„Auch jetzt in Zeiten von Corona gibt es gravierende Auswirkungen für Millionen Arbeiterinnen in der Textilbranche im Globalen Süden. Denn Textilunternehmen stornieren gerade Aufträge in Milliardenhöhe. Dies hat für die Menschen in der Produktion unserer Kleidung erhebliche Auswirkungen: der Verlust des Jobs , keine Lohnfortzahlungen und kein Kurzarbeitergeld bedrohen auch ihre Existenz“, berichtet Achim Trautmann, regionaler Fachpromotor für öko-soziale Beschaffung beim BUND Koblenz.

Ein Lieferkettengesetz würde Unternehmen dazu verpflichten, sich für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten in ihren Zulieferbetrieben wirksam einzusetzen. Gerade auch in Krisenzeiten. Dafür setzt sich seit vielen Monaten die Initiative Lieferkettengesetz ein. Die Petition für ein Lieferkettengesetz kann noch bis 30. Juni unterstützt werden unter www.lieferkettengesetz.de !

Aufstand der Osterhasen!

Foto: Lukas Keßler

Damit Menschenrechte nicht länger durch den Kakao gezogen werden, braucht es endlich einen gesetzlichen Rahmen!

Der BUND Koblenz unterstützt den Aufstand der Osterhasen. Die leckeren und fair gehandelten Hasen fordern auf Bundesebene ein Lieferkettengesetz und setzen so ein Zeichen gegen Gewinne ohne Gewissen.

Denn auf den Kakaoplantagen in Westafrika, wo die wichtigste Zutat für Schokolade angebaut wird, arbeiten rund zwei Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen. Sie müssen schwere körperliche Arbeit leisten und sind nicht vor Pestiziden geschützt.

Informiere Dich jetzt und werde selbst aktiv, damit Dein Osterfest noch besser schmeckt!

Schon gehört? Damit Ihr in der aktuellen Situation nicht auf eure fairen Produkte verzichten müsst, hat der Weltladen Koblenz für Alle einen kostenlosen Lieferdienst organisiert. Ein Bestellformular zum Ausfüllen findet Ihr hier: www.weltladen-koblenz.de/lieferservice/

Neues von der Initiative Lieferkettengesetz

Die bundesweite Initiative Lieferkettengesetz, der sich auch der BUND Bundesverband und der Landesverband Rheinland-Pfalz angeschlossen haben, spricht sich für eine gesetzliche Regelung aus, die Unternehmen entlang ihrer Lieferkette in die Pflicht nimmt.

Im Februar hat die Initiative ein eigenes Gutachten in die Debatte eingebracht, welches klar aufzeigt, dass ein Lieferkettengesetz für die Bundesregierung machbar und für Unternehmen umsetzbar ist!

Mehr Informationen zum Gutachten gibt es hier.

Auch wir in Rheinland-Pfalz bringen uns gerade aktiv ein und unterstützen die Initiative. Allerdings mussten wir jetzt zahlreiche Veranstaltungen in den nächsten Wochen und Monaten absagen und überlegen gerade, wie wir unsere Ideen, Aktionen und Inhalte in der Zukunft vermitteln können.

Ihr habt Interesse und wollt Euch beteiligen? Dann nehmt Kontakt auf:

Achim Trautmann

regionaler Fachpromotor für öko-soziale Beschaffung

achim.trautmann(at)bund-rlp.de

Pressemitteilung: Ausschluss von Kinderarbeit bei Grabsteinen ein überfälliger Schritt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Koblenz begrüßt den Beschluss des rheinland-pfälzischen Landtags zur Änderung des Bestattungsgesetzes, um Grabsteine aus Kinderarbeit auf unseren Friedhöfen zu verhindern. Auf seiner Delegiertenversammlung 2017 hatte der Landesverband des BUND in einer Resolution auf die Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen hingewiesen. Die Verwendung von Produkten aus Kinderarbeit sollte vermieden und Kindern der Schulbesuch garantiert werden. Zusammen mit dem entwicklungspolitischen Landesnetzwerk ELAN e.V. und der Diözesanstelle der Weltkirche im Bistum Trier hat der BUND Koblenz immer wieder die Forderung nach einer Änderung des Bestattungsgesetzes gestellt.

„Wir sehen uns in unseren Bemühungen Grabsteine aus Kinderarbeit auf unseren Friedhöfen zu verhindern bestärkt und freuen uns über den Beschluss des Landtags. In Koblenz und der Region haben wir mit vielen öffentlichen Veranstaltungen und in Schulklassen über ausbeuterische Kinderarbeit in Steinbrüchen aufgeklärt und sind immer wieder auf erstaunte Gesichter getroffen“, erläutert Werner Huffer-Kilian vom BUND Koblenz.

„Andere Bundesländer verfügen schon länger über entsprechende Gesetzgebungen. Es ist nur logisch, dass Rheinland-Pfalz endlich nachgezogen hat und ein klares politisches Signal sendet. Schließlich gibt es in Deutschland für Natursteine zuverlässige Siegel, die ausbeuterische Kinderarbeit ausschließen“, erläutert Achim Trautmann vom BUND Koblenz.

„Aber dies kann nur ein erster Schritt sein. Das Land muss auch bei der öffentlichen Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen nachbessern und das Landestariftreuegesetz ändern. Deshalb sind wir auch Mitbegründer des Bündnisses Faire Vergabe Rheinland-Pfalz. Dieses Bündnis setzt sich für eine verbindliche gesetzliche Regelung ein, die alle öffentlichen Beschaffungsstellen in Rheinland-Pfalz verpflichtet, ökologische und soziale Kriterien sowie die Menschenrechte entlang der Lieferkette zu berücksichtigen und zu kontrollieren“ erklärt Achim Trautmann abschließend.

Pressemitteilung: Unternehmensverantwortung eingefordert – Initiative Lieferkettengesetz

Achim Trautmann (BUND Koblenz) und Günter Schönegg (Haus Wasserburg) bei der Vorstellung der Initiative Lieferkettengesetz.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Koblenz und das Haus Wasserburg stellten am Samstag, 19. Oktober, im Rahmen der dritten Wasserburger Rohstofftage in Vallendar die Initiative Lieferkettengesetz vor. Ein breites Bündnis von 17 kirchlichen, sozialen, gewerkschaftlichen und Umwelt-Organisationen rufen zu mehr Unternehmensverantwortung für Mensch und Natur auf.

„Wir treten ein für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden — auch im Ausland. Erschreckende Berichte über brennende Fabriken, ausbeuterische Kinderarbeit oder zerstörte Regenwälder zeigen immer wieder: Freiwillig kommen Unternehmen ihrer Verantwortung nicht ausreichend nach. Daher fordern wir ein Lieferkettengesetz! Unternehmen, die Schäden an Mensch und Umwelt in ihren Lieferketten verursachen oder in Kauf nehmen, müssen dafür haften“, erläutert Werner Huffer-Kilian vom Dekanat Maifeld-Untermosel.

„Deshalb rufen wir dazu auf die Petition für Lieferkettengesetz unter https://lieferkettengesetz.de/ zu unterzeichnen und sich zu informieren. Zivilgesellschaftliche Gruppen und Vereine, die sich in der Region an der Initiative beteiligen möchten, können sich gerne bei uns im Regionalbüro melden“, so Achim Trautmann vom BUND Koblenz.

Gründung des Bündnis Faire Vergabe Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz kauft öko-sozial ein! Für gute und faire Arbeitsbedingungen und konsequenten Umwelt- und Klimaschutz!

Im Rahmen einer Pressekonferenz haben der BUND Landesverband Rheinland-Pfalz, der DGB Rheinland-Pfalz / Saarland und das Entwicklungspolitische Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN) gemeinsam mit dem Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, der Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier und dem Gemeindedienst für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland ihren Zusammenschluss zum Bündnis Faire Vergabe Rheinland-Pfalz bekanntgegeben. Das Bündnis hat sich auf Initiative von BUND, DGB und ELAN gegründet. Das Bündnis Faire Vergabe Rheinland-Pfalz will sich für eine verbindliche gesetzliche Regelung einsetzen, die alle öffentlichen Beschaffungsstellen in Rheinland-Pfalz verpflichtet, ökologische und soziale Kriterien sowie die Menschenrechte entlang der Lieferkette zu berücksichtigen, zu kontrollieren und Verstöße zu sanktionieren. Steuergelder dürfen nicht mehr für Produkte und Leistungen ausgegeben werden, bei denen nicht klar ist, ob Arbeits- und Menschenrechte eingehalten werden oder ob Tariftreue, gute Arbeit und ökologische Standards eine Rolle spielen.

Das gesamte öffentliche Auftragswesen in Deutschland beläuft sich auf etwa 460 Milliarden Euro. Das entspricht knapp 15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Bündnis ist der Überzeugung, dass der Staat sich als öffentlicher Auftraggeber bei der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen nicht allein von Kostenüberlegungen leiten lassen darf. Er hat die demokratisch legitimierte Pflicht, die öffentliche Auftragsvergabe als politisches Lenkungsinstrument für soziale und ökologische Ziele einzusetzen.

Sabine Yacoub, Landesvorsitzende des BUND Rheinland-Pfalz:  
„Während der Erdüberlastungstag im Kalender jedes Jahr ein Stück weiter nach vorne rückt und Millionen Menschen weltweit für den Klimaschutz auf die Straße gehen, liegt die Politik weit hinter den selbst gesteckten Klimazielen zurück. Es ist völlig klar, dass unsere Art zu wirtschaften den Planeten maßlos überfordert. Jeder ist dazu aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten. Für den Staat ergibt sich aus seiner Vorbildfunktion jedoch die Verpflichtung, bewusster zu wirtschaften und zu konsumieren. Der Beitrag des Landes und des Bundes wäre aufgrund des jährlich für Beschaffungen eingesetzten Volumens beachtlich.“

Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland:    
„Der Staat kann mit Tariftreue in der öffentlichen Auftragsvergabe einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, dass Tarifverträge zur Anwendung kommen!“ Tarifverträge sind das zentrale Instrument, um die Einkommen und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verbessern. Von Gewerkschaften und Arbeitgebern verhandelte Tarifverträge sichern in erheblichem Maß den sozialen Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Sie sind der Maßstab für Transparenz und fairen Wettbewerb in Wirtschafts- und Arbeitswelt. Sie ermöglichen eine gerechtere Umverteilung und eine gerechte Teilhabe der Beschäftigten und ihrer Familien in der sozialen Marktwirtschaft. Zudem entlasten Tarifverträge den Staat, indem die Sozialpartner die Arbeitsbeziehungen eigenständig regeln und gemeinsam Konflikte lösen.“

Barbara Mittler, Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN):        
„Eine nach ökologischen und sozialen Kriterien ausgerichtete Beschaffung hat auch das Ziel, durch Dialog, Transparenz und Respekt mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel umzusetzen. Die Zahlung existenzsichernder Löhne bedeutet, die sozialen Rechte benachteiligter Produzent*innen und Arbeiter*innen zu stärken. Gemeinsam mit der Einhaltung von Umweltstandards würde dies – insbesondere in den Ländern des Südens – einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten.“

Zum Hintergrund:      

In der EU-Vergaberichtlinie von 2014 in Artikel 18 werden ökologische und soziale Kriterien als Vergabegrundsätze formuliert. Dies wurde von der Bundesrepublik im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) in § 97 (3) aufgenommen und umgesetzt. Das gilt es nun auch auf Landesebene weiter zu verwirklichen. In der rheinland-pfälzischen Nachhaltigkeitsstrategie ist die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien innerhalb der öffentlichen Beschaffung von Land und Kommunen ebenfalls wichtiges Ziel. Es sollen beispielweise die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen entlang der Produktions- und Lieferketten verbindlich in Gesetzen verankert werden. Gleichzeitig sollen bis 2020 bereits 25 Kommunen Ratsbeschlüsse zur verpflichtenden öko-sozialen Beschaffung erlassen haben.

Die öffentliche Hand muss Innovationstreiber werden. Verwaltungen und ihre nachgelagerten Einrichtungen müssen verpflichtet werden, innovative und nachhaltige Produkte und Dienstleistungen einzukaufen. Auch bei der öffentlichen Beschaffung muss das Prinzip „besser statt billiger“ gelten. Ohne ausreichende soziale Standards bei der öffentlichen Auftragsvergabe besteht die Gefahr, dass diejenigen, die für den Staat Leistungen erbringen oder Waren produzieren, ein Einkommen haben, das ihren Bedarf nicht deckt. In der Konsequenz refinanziert der Staat Einsparungen bei öffentlichen Aufträgen dann durch höhere Sozialausgaben!

Mitglieder des Bündnis Faire Vergabe Rheinland-Pfalz (Stand 09/2019)

  • Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V.
  • Deutscher Gewerkschaftsbund, Bezirk Rheinland-Pfalz / Saarland
  • Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz e. V.
  • Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck
  • Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier
  • Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ) der Evangelischen Kirche im Rheinland

Ansprechpartner:

Erik Dolch (Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz (ELAN e. V.), Telefon 06131 / 972 08 67, E-Mail: beschaffung@elan-rlp.de)

Marc Ferder (Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Rheinland-Pfalz / Saarland, Telefon 06131 / 28 16 32, E-Mail: marc.ferder@dgb.de)

Achim Trautmann (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz e. V., Telefon 0261 / 973 538 42, E-Mail: achim.trautmann@bund-rlp.de)

Hier geht`s zur Erklärung des Bündnis Faire Vergabe Rheinland-Pfalz

Faire Steine - keine Steine aus ausbeuterischer Kinderarbeit

Hinweis Podcast

Christopher Hoffmann ist Rundfunkbeauftragter am SWR im Bistum Trier und Pastoralreferent im Dekanat Rhein-Wied. In dem Podcast "kreuz und quer" aus dem Bistum Trier (Fastenzeit 2019) hat er ein Interview mit Benjamin Pütter geführt.

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