Fast Fashion
Nachhaltiger konsumieren ist möglich!
Vortrag: “Fast Fashion – Nachhaltiger konsumieren ist möglich!” Ruth Preywisch (Expertin für nachhaltigen Konsum bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz)
Fast Fashion, die schnelle und günstige Massenproduktion von Kleidung und ihre Auswirkungen auf Mensch und Umwelt stehen an diesem Abend im Mittelpunkt. Aber was ist Fast Fashion überhaupt und warum ist dieses Geschäftsmodell weltweit so stark verbreitet? Anschließend gehen wir der Frage nach, weshalb wir heute so viel Kleidung konsumieren und welche Menschen unter dieser Massenproduktion leiden. Wie sehen globale Lieferketten, insbesondere im Hinblick auf Arbeitsbedingungen und Umweltbelastungen aus? Außerdem wird thematisiert, welche Schwierigkeiten bei der Entsorgung von Kleidung entstehen und warum Textilmüll ein wachsendes Problem darstellt. Abschließend werden Möglichkeiten aufgezeigt, die wir als Verbraucherinnen und Verbraucher haben – sowohl politisch durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz als auch im Alltag durch bewussteren Konsum, wie weniger Neukäufe, Second-Hand, nachhaltige Materialien und den kritischen Umgang mit Greenwashing.
Datum: Mittwoch, 20. Mai 2026
Uhrzeit: 19:00 – 21:00 Uhr
Ort: Pallottikirche, Saal der Pallottikirche, 56179 Vallendar
Hier findet ihr das Programm
Anmeldung
Bitte meldet Euch bei Achim Trautmann an:
achim.trautmann(at)kvmyk.de
0261 108-420
Unser Kleiderkonsum wächst, unsere Erde nicht:
Aktionen zum deutschen Erdüberlastungstag in Rheinland-Pfalz
Bild: Lea Kessler
Mit einem großen Berg aus Altkleidern hat die BUND Regionalgruppe Koblenz gemeinsam mit weiteren Kooperationspartner*innen am 9. Mai in der Koblenzer Innenstadt auf die Folgen unseres hohen Kleidungskonsums aufmerksam gemacht. Anlass war der deutsche Erdüberlastungstag, der in diesem Jahr auf den 10. Mai fällt. Er markiert den Zeitpunkt, an dem alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht wären, die die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann – wenn alle Menschen weltweit so leben und wirtschaften würden wie wir in Deutschland. Würden alle Menschen so konsumieren wie hierzulande, bräuchten wir rund drei Erden.
Im Mittelpunkt der Aktion stand ein großer Kleiderberg aus gesammelten Altkleidern. Er symbolisierte die enormen Mengen an Textilmüll, die durch die Fast-Fashion-Industrie entstehen. Immer neue Kollektionen, niedrige Preise und schnell wechselnde Trends sorgen dafür, dass Kleidung häufig nur kurze Zeit getragen und anschließend entsorgt wird. Gleichzeitig verursacht die Produktion enorme Umweltbelastungen und basiert vielerorts auf schlechten Arbeitsbedingungen entlang globaler Lieferketten.
Mit einer Kleidertausch-Stange wurden außerdem konkrete Alternativen aufgezeigt: Kleidung tauschen statt neu kaufen, länger tragen, reparieren oder Secondhand kaufen spart Ressourcen und schont Umwelt und Klima.
Die Aktion wurde gemeinsam mit der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung (HfGG), dem Mehrgenerationenhaus Koblenz, den Steuerungsgruppen der Fairtrade-Stadt Koblenz sowie des Fairtrade-Landkreises Mayen-Koblenz und dem Amt für Jugendarbeit der EKiR organisiert.
Die Aktion stieß auf großes Interesse. Über den Tag hinweg kamen wir mit vielen Menschen ins Gespräch – mit Koblenzer*innen ebenso wie mit Tourist*innen aus aller Welt. Dabei erhielten wir viel positives Feedback und konnten zahlreiche Gespräche über Konsum, Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit führen. Die Aktion war für uns deshalb ein voller Erfolg.
„Es ist wichtig, das eigene Verhalten zu hinterfragen – aber es reicht nicht aus, die Verantwortung allein auf Einzelne abzuwälzen“, erklärt Lea Kessler, ELAN-Fachpromotorin der BUND Regionalgruppe Koblenz. „Nachhaltiger Konsum darf nicht davon abhängen, wie viel Zeit, Geld oder Wissen einzelne Menschen haben. Es braucht politische Rahmenbedingungen, die soziale und ökologische Standards verbindlich machen und fairen Konsum überhaupt erst ermöglichen.“
Eine ähnliche Aktion fand zeitgleich auch in Mainz statt.
Auszeichnung für das Faire Seilbahnfrühstück
Gemeinsames Engagement für Fairness und Nachhaltigkeit in Koblenz
Die Fachpromotorin für öko-soziale Beschaffung beim BUND Koblenz freut sich sehr über die Auszeichnung des Fairen Seilbahnfrühstücks. Der Weltladen Koblenz wurde für seine Mitorganisation der Aktion im Rahmen der bundesweiten Kampagne „50 + 50 Faire Frühstücke an außergewöhnlichen Orten“ ausgezeichnet.
Das Frühstück fand Ende September hoch über dem Rhein statt und zeigte eindrucksvoll, wie Fairer Handel, nachhaltige Beschaffung und Umweltschutz miteinander verbunden werden können.
Die Jury würdigte vor allem den außergewöhnlichen Veranstaltungsort in der Seilbahn sowie die Idee, Vertreter*innen aus Verwaltung, Bildung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in dieser besonderen Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu bringen. Die intensiven Gespräche eröffneten neue Perspektiven auf faire Lieferketten, umweltfreundliche Konsumweisen und gemeinsame Handlungsmöglichkeiten in Koblenz.
Aus Sicht der Fachpromotorin für öko-soziale Beschaffung beim BUND Koblenz zeigt die Auszeichnung, wie wichtig die Verbindung von Fairness, globaler Verantwortung und ökologischem Handeln ist. Denn faire Arbeitsbedingungen und umweltverträgliche Produktion gehören untrennbar zusammen – ob im Alltag, in der kommunalen Beschaffung oder in globalen Lieferketten.
Gifty Rosetta Amo Antwi, Geschäftsführerin des Weltladen-Dachverbandes, ergänzt: „Wir freuen uns über das großartige Engagement, mit dem die Weltladen-Mitarbeitenden gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern die Frühstücksaktion auf die Beine gestellt haben. Damit ist es ihnen gelungen, den Fairen Handel bei Vertreter*innen verschiedener gesellschaftlicher Akteure in den Fokus zu rücken.“
Die Aktion fand im Rahmen der bundesweiten Fairen Woche im September statt. Aufgerufen dazu hatten der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg (DEAB) zusammen mit dem Weltladen-Dachverband. Beide Organisationen feiern in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.
Ein außergewöhnliches Seilbahnfrühstück
für mehr Fairness in Koblenz
Am 25. September 2025 war das Projekt der Fachpromotion für öko-soziale Beschaffung Teil des „Fairen Seilbahnfrühstücks“. Das Frühstück wurde gemeinsam mit der Fairtrade-Steuerungsgruppe und dem Weltladen Koblenz organisiert. Ziel war es, über Fairness in Beruf, Alltag und im Miteinander in Koblenz und der Welt ins Gespräch zu kommen – mit Blick auf den Rhein und Koblenz. Es entstand ein besonderes Frühstückserlebnis mit anregenden Gesprächen hoch über der Stadt.
Schon an der Talstation wurden die Gäste – Vertreter*innen aus Politik, Bildung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft – mit nachhaltigen Frühstückshäppchen und frisch vom Barista zubereitetem fairen Kaffee begrüßt. In diesem Rahmen lernten sich die bis dahin unbekannten Gesprächspartner*innen kennen, bevor sie gemeinsam in Gondel Nummer 4 stiegen. Auf der etwa 15-minütigen Fahrt wurden Perspektiven gewechselt, Ideen ausgetauscht und nächste Schritte für mehr Fairness in Koblenz und darüber hinaus entwickelt.
Lea Kessler, Fachpromotorin für öko-soziale Beschaffung, erklärte: „Es war total spannend zu erleben, was ein Perspektivwechsel durch ein gemeinsames Frühstück in einer Gondel, ein Gespräch auf Augenhöhe entstehen lassen kann. Ich freue mich, die gemeinsamen Werte und Ideen weiterzutragen. Fairness beginnt schon mit kleinen Schritten – und der erste ist nun gemacht.“
Die Veranstaltung wurde auch durch Ehrenamtliche des BUND Koblenz unterstützt. Zudem war Wolfgang Kühn vom BUND Rheinland-Pfalz zu gast. Er betonte die Bedeutung des Fairen Handels, denn dieser „[…] garantiert ökologisch verträglichen Anbau und stellt sicher, dass soziale Standards eingehalten werden. Auch dem BUND ist dies ein wichtiges Anliegen. Daher plädiere ich dafür, den Fairen Handel noch weiter zu verbreiten.“
Das Seilbahnfrühstück fand im Rahmen der Fairen Woche 2025 statt, die in diesem Jahr vom 12. bis 26. September unter dem Motto „Fair handeln – Vielfalt erleben“ stand. Die Faire Woche ist die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland und macht die Bedeutung von sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit und fairen Lieferketten sichtbar. Das Jahresthema 2025 legt dabei einen besonderen Fokus auf die Vielfalt, um deutlich zu machen, wie breit aufgestellt der Faire Handel ist. Er vereint soziale Gerechtigkeit und den Schutz der ökologischen Vielfalt – zwei untrennbare Aspekte, die gemeinsam den Weg zu einer lebenswerten und nachhaltigen Zukunft ebnen.
Hier könnt ihr euch ein Video der Stadtverwaltung Koblenz zum Seilbahnfrühstück anschauen!
Faires Klimafrühstück
zum Auftakt der Fairen Woche 2025 in Koblenz
Am 20. September 2025 hat die Faire Woche 2025 in Koblenz mit einem besonderen Highlight begonnen: dem Fairen Klimafrühstück im Rahmen des Klimatags auf dem Görresplatz. Gemeinsam mit zahlreichen Engagierten wurde ein Vormittag voller Austausch, Begegnungen und nachhaltiger Aktionen gefeiert.
Ein besonderer Moment war die Teilnahme von Oberbürgermeister David Langner, der eine Stunde lang Frühstück FAIRteilte und mit den Besucher*innen ins Gespräch kam. Offenbar erfolgreich: Schon am nächsten Tag wurde er erneut zum Oberbürgermeister gewählt.
Als Mitglied der Fair Trade Steuerungsgruppe Koblenz waren wir für die Organisation des Frühstücks verantwortlich. Gemeinsam mit foodsharing Koblenz und dem Weltladen haben wir gerettete Lebensmittel fair gehandelten Kaffee angeboten. Zusätzlich entstand eine bunte Wortwolke zum Thema „Fairer Handel“, die sich im Laufe des Vormittags bis in das Schaufenster des Weltladens füllte.
Neben dem Frühstück führten wir auch wieder einen Weltbewussten Stadtgang durch, bei dem Teilnehmer*innen Koblenz aus einer nachhaltigen Perspektive kennenlernen konnten.
Das diesjährige Motto der Fairen Woche 2025 – „Fair handeln – Vielfalt erleben!“ spiegelt sich in unserem Ansatz wider: Mit dem niederschwelligen Angebot einer einladenden Frühstücksaktion wollten wir Menschen motivieren, mehr über Nachhaltigkeit und fairen Handel zu erfahren – ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Jede gerettete Scheibe Brot, jede Tasse fairer Kaffee und jedes Gespräch kann so kleine Schritte zu mehr Klimagerechtigkeit und fairen Lebensbedingungen sichtbar machen.
„Koblenz geht fair“ als Ort der Nachhaltigkeit ausgezeichnet
Mitmachen erwünscht!
Foto: © MFFKI
Am 11. August 2025 hat Ministerin Katharina Binz im Dreikönigenhaus Koblenz die weltbewussten Stadtrundgänge „Koblenz geht fair“ als 14. Ort der Nachhaltigkeit in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Auch Oberbürgermeister David Langner und zahlreiche Unterstützer:innen waren vor Ort.
Die Auszeichnung ist Teil der Kampagne „Orte der Nachhaltigkeit“ des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration. Ziel der Initiative ist es, Engagement für ein nachhaltiges Leben in Städten, Gemeinden und Landkreisen in Rheinland-Pfalz sichtbar zu machen und zu würdigen.
Die Veranstaltung begann mit einer Begrüßung durch Ministerin Binz, die die Stadtrundgänge als praxisnahes Bildungsangebot lobte, das Koblenz aus einer neuen Perspektive zeige und nachhaltige Werte vermittele. Sie dankte allen Beteiligten für ihr Engagement und betonte die Bedeutung des Projekts für ressourcenschonenden Konsum.
Anschließend sprach Oberbürgermeister David Langner und würdigte das ehrenamtliche Engagement für die Stadt. Danach stellte Achim Trautmann die Idee der Rundgänge, ihre Ziele und bisherigen Erfolge vor:
Die kostenlosen Rundgänge durch die Koblenzer Altstadt zeigen auf anschauliche Weise, wie unser Konsum mit globalen Lieferketten, Arbeitsbedingungen und Umweltfolgen verknüpft ist – und wo wir lokal etwas verändern können. In verschiedenen Bildungsmodulen erfahren die Teilnehmenden exemplarisch mehr über Themen wie faire Produktion von Lebensmitteln und Textilien, regionales Wirtschaften, nachhaltige Nutzung von Ressourcen sowie Fairen Handel.
Mitmachen erwünscht!
Die Rundgänge leben vom Engagement freiwilliger Stadtführer:innen. Ob bei der Durchführung, mit thematischen Beiträgen oder in der Organisation – neue Ideen sind willkommen.