Kreisgruppe Koblenz

Artenvielfalt und Naturschutz

Allein in Deutschland gibt es etwa 70.000 verschiedene Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen. Diese biologische Vielfalt bildet die Grundlage allen Lebens – auch die unserer Existenz. Der BUND setzt sich deshalb schon lange auf verschiedenen Ebenen für die Erhaltung der Artenvielfalt ein.

Den Wald erhalten durch klimagerechten Umbau

BUND und 70 Interessierte informierten sich auf der Montabaurer Höhe

Montabaur. Sonntagmittag im Wald unterhalb des Köppel: Über siebzig Interessierte waren der Einladung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),  Kreisgruppe Westerwald, gefolgt und hörten aufmerksam den Ausführungen des Forstamtsleiters Friedbert Ritter zu, der an drei verschiedenen Orten die Probleme des Waldes in der Klimakrise erläuterte.

Unübersehbar ist bereits von weitem, dass der Forst auch hier schweren Schaden genommen hat. Nach verschiedenen Stürmen waren es die drei Trockenjahre 2018-20 in Folge mit einem dramatischen Borkenkäferbefall, die von einst geschlossenen Fichtenflächen nicht viel übrig ließen. Insgesamt wurden im Forstamtbereich über eine Million Festmeter Fichten notgefällt, was mindestens 750000 Bäumen entspricht! Teilweise wurde auf größeren Bereichen noch das Stammholz entnommen und verkauft, so dass hier nur noch Baumstümpfe und eine Krautschicht stehen. Bald soll mit der Wiederaufforstung begonnen werden. „Wir setzen in sogenannten Klumpen, also Kleingruppen, möglichst Buchen, denn das ist die heimische und standortgerechte Baumart im Westerwald“, so Ritter. Natürlich seien auch noch viele Fichtensamen im Boden, so dass es zu einem Mischwald kommen wird. Aber auch Eichen sollen hinzukommen und in kleinem Maße Douglasien. Solche exotischen Baumarten stoßen oft aber auf Kritik, denn sie sind selten Heimat für die Insektenwelt. Anders ist das bei der Weißtanne, die zumindest in Süddeutschland zuhause ist. Unübersehbar sind auf älteren Schadflächen halbhohe Birkenwäldchen, die sich „von selbst“ angesiedelt haben und den Waldboden dicht bedecken. Möglicherweise wird diese Baumart künftig zunehmend eingesetzt, denn sie wächst schnell und gerade, ein guter Rohstoff zum Beispiel für Möbel. Auch Lärchen, Vogelbeeren und Weiden liefert die Natur. Viele der Fragen der Anwesenden drehten sich so auch um die wirtschaftliche Zukunft des Waldes, insbesondere bei immer extremer werdenden klimatischen Bedingungen.

Der BUND fordert darum zusammen mit der Landesregierung eine sog. Wald-Klimaprämie. „Rheinland-Pfalz hat schon 2020 dazu eine Bundesratsinitiative gestartet und wir hoffen, dass die neue Bundesregierung mehr für den Wald tut als bisher“, fordert BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk aus Koblenz. Dem Wald müsse in dieser krisenhaften Situation der wirtschaftliche Druck genommen werden. „Dessen Erhalt und naturnaher Umbau und ein Schutz von FFH-Flächen liegen im öffentlichen Interesse, und solche Zusatzleistungen müssen auch mit öffentlichem Geld bezahlt werden“, so Bialk. Viele Zuhörer verwiesen auch auf die vielen Funktionen eines intakten Waldes für den Wasserhaushalt, die biologische Vielfalt und als Erholungsraum. Insbesondere den Boden gelte es zu schützen. Da junge Bäume Leckerbissen für unser Reh- und Rotwild sind, müssen die Wildbestände durch Bejagung niedrig gehalten werden. Dann hätten die jungen Laubbäume und auch Weißtannen eine Chance.„Waldumbau braucht Zeit und Mut, Neues auszuprobieren. Dann haben wir in vielleicht dreißig Jahren im Westerwald eine Vielfalt von Mischwald, der sich auch den klimatischen Veränderungen besser anpassen kann und Zukunft hat“, hofft Carsten Frenzel, Vorstandsmitglied der BUND-Kreisgruppe und selbst Förster. Um den Wald zu erhalten, sei aber auch eine ambitioniertere Klimaschutzpolitik nötig. Dazu gehöre ein schnellerer Kohleausstieg, der schnelle Zubau von Erneuerbaren Energien und eine Verkehrswende. „Aber jeder sollte ab sofort etwas tun. Leicht umzusetzen sind ein Verzicht auf Flugreisen und Kreuzfahrten“, sagte Försterin Anne Merg aus der VG Nastätten.

Wer persönlich tiefer einsteigen möchte, überprüfe sich beim CO²-Rechner des Umweltbundesamtes: www.co2-rechner.de. Abschließend bat der BUND um Unterstützung seiner Klimaarbeit und wies auf mehrere Veranstaltungen hin: Klimastreik von Fridays for Future am 22.10. sowie Onlineveranstaltungen zu Klima und Ernährung am 4.11. und eine Diskussion mit dem Klimamanager Hachenburg am 24.11.2021.

Nähere und immer aktuelle Informationen gibt es dazu beim BUND-Regionalbüro Koblenz, tel. 0261-9734539, E-Mail regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de und auf der Homepage koblenz.bund-rlp.de.

Impressionen

Mitmachaktion zum Tag des Baumes

Passend zum Tag des Baumes am Sonntag, den 25. April, hat der BUND Koblenz zu einer Mitmachaktion eingeladen. Dort, wo ein Baum fehlt, sollten Zettel bzw. Hinweise angebracht werden, die auf das fehlende Grün aufmerksam machen. Der BUND hat jedoch nicht nur negative Beispiele benannt, sondern auch positive. Überall dort, wo in Stadt und Dorf bereits Bäume stehen, wurden Zettel angebracht, auf denen man sich für die gute Baumpflege bedankt hat. An Bäumen, um die sich niemand kümmert oder an Bäumen, die falsch geschnitten wurden, konnte ebenfalls ein Hinweiszettel angebracht werden.

Hier feht ein Baum!

Leider falsch geschnitten...

Hier steht ein schöner Baum :)

Bäume sind lebenswichtig!

Bäume leisten einen wichtigen Beitrag für Mensch, Tier, Umwelt und Klima: Sie binden CO2 und produzieren Sauerstoff, filtern die Luft, speichern Wasser, bieten Unterschlupf für Tiere und Schatten für alle. Besonders in der Stadt ist dies wichtig, da es dort nur wenige Flächen gibt, die nicht versiegelt sind. Auch die Belastung z.B. durch Feinstaub und durch Hitze in den Sommermonaten ist dort besonders hoch. Hier können Bäume ihr volles Potenzial entfalten.

Streuobstwiesen

Lokale Artenvielfalt erhalten

Foto: Stefan Schliebner

Sie interessieren sich für Streuobstbäume oder haben vielleicht selber einen Streuobstbaum auf Ihrem Grundstück stehen? Sie möchten sich aktiv um die Baumpflege kümmern und somit einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz leisten?

Dann haben wir einen super Vorschlag für Sie: Baum-Freund Stefan Schliebner vom BUND Koblenz bietet im Frühjahr/Sommer in Güls für alle Interessierten eine Praxis-Einführung in die Streuobst-Pflege an. Wer daran teilnehmen möchte, sollte robuste Kleidung, festes Schuhwerk und Proviant mitbringen - Schnittwerkzeug wird vor Ort zur Verfügung gestellt. Die Einführung in die Baumschnittarbeiten ist kostenlos und wird ca. zwei bis drei Stunden dauern. Ein genauer Termin kann auf Grund von Corona und den damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen leider noch nicht festgelegt werden. Dennoch: Wer Interesse hat, kann sich jetzt schon ganz unverbindlich per E-Mail bei Stefan Schliebner (stschlieb(at)hotmail.com) anmelden.

Stefan Schliebner und der BUND Koblenz freuen sich über Ihren Einsatz für den Natur- und Umweltschutz!

 

Wenn Sie jetzt schon aktiv werden wollen, können Sie sich hier Tipps von Stefan Schliebner durchlesen, wie man Streuobstbäume in Zeiten des Klimawandels unterstützen kann.

 

Vor ein paar Jahren hat der BUND bereits in Bisholder zusammen mit Jugendlichen alte Apfel- und Kirschsorten gepflanzt. Die Kirschbäume wurden damals bei einer Sonderaktion des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal in Boppard im Rahmen des Mittelrheinkirschen-Projektes verkauft. Neben dem Aspekt der Förderung von Streuobst wegen seiner ökologischen Bedeutung werden so regionale, vom Verschwinden bedrohte alte Kirschsorten wiederbelebt. Im Rahmen einer Baumkartierung im Mittelrheintal konnte von diesen Sorten zum Teil nur noch ein einziger Baum gefunden werden, der dann von Partnerbaumschulen mit Hilfe von Edelreisern vermehrt wurde. Die Baumverkäufe helfen, den Fortbestand der seltenen Sorten zu sichern. Weitere Informationen über das Mittelrheinkirschen-Projekt können im Internet unter http://mittelrheinkirschen.welterbe-mittelrhein.de gefunden werden.

Schmetterlingsfreilassungen

Mittelrhein und Untermosel sind ein Eldorado für Schmetterlinge und viele andere Insekten. Jedes Jahr im Mai und Juni führt der BUND-Schmetterlingsexperte Fabian Fritzer rund um Koblenz Schmetterlings-Freilassungs-Exkursionen durch. Dabei werden die gezüchteten Falter am jeweiligen Fundort der Raupe wieder ausgesetzt. Die genauen Termine sind vom Witterungsverlauf abhängig. Wer teilnehmen möchte, kann sich vormerken lassen und wird ca. eine Woche vorab telefonisch oder per E-Mail informiert.
 
Treffpunkt: wird bekannt gegeben  
Teilnahmebeitrag: Spende  
Anmeldung & Infos:  
Fabian Fritzer 0175 5484192 (abends), fabian.fritzer@gmx.de 

Salamander und Kröten

Amphibien im Mühlental

Das Mühlental bei Ehrenbreitstein ist ein Eldorado für Erdkröten, Grasfrosch
und Feuersalamander. Jedes Jahr im März und April führt der BUND Koblenz
eine Nachtexkursion dorthin durch. Bei einer Abendwanderung mit
Taschenlampe werden wir diese Tiere aufspüren und sicher über die Straße
bringen. Der genaue Termin ist vom Witterungsverlauf abhängig. Wer
teilnehmen möchte, kann sich vormerken lassen und wird ca. eine Woche vorab
telefonisch oder per E-Mail informiert.
 
Treffpunkt: wird bekannt gegeben  
Teilnahmebeitrag: Spende  
Anmeldung & Infos:  
Fabian Fritzer 0175 5484192 (abends), fabian.fritzer@gmx.de 

Insekten AG für den Artenschutz

Mit dem neuen Gartenprojekt hat sich unter den Aktiven eine Insekten AG mit Expert*innen und Interessierten gegründet. Hier wird gemeinsam überlegt, was in Koblenz für die Insekten getan werden kann. Ein erstes Insektenhotel wurde bereits gebaut und in Moselweiß vor dem Bienengarten in der nähe des BUNDten Schulgartens aufgestellt.

Hier erhalten Sie mehr Infos zu den Gartenprojekten.

Wer Interesse hat in der Insekten AG mitzuwirken, kann sich im BUND Büro melden. Des Weiteren gibt es eine Menge Möglichkeiten sich für Insekten einzusetzen. Wildblumen im Garten oder auf dem Balkon sind eine Möglichkeit. 

So kann man Insekten helfen

Eine naturnahe Gestaltung eures Gartens hilft die Artenvielfalt zu erhalten. Wildblumenwiesen bzw. Blühwiesen im Garten helfen, dass sich Insekten heimisch fühlen, sich fortpflanzen können und Nahrung finden. Geeignete Blühpflanzen sind zum Beispiel die Schneeheide, Astern oder Kornblumen. Samenmischungen hierfür gibt es zu kaufen. Es sollten heimische und regionale Pflanzenarten sein. Monokulturen sind ungeeignet. Eine Mischkultur im Gemüsegarten, Fruchtwechsel und natürliche Düngung mit Humus helfen die Artenvielfalt zu erhalten. Pure Rasenflächen sehen vielleicht schön aus, aber bringen Insekten wenig. Wildkräuter oder Laubblätter werden bei jedem Mähen beseitigt. Auch Schotter und Steinlandschaften in Gärten mögen zwar pflegeleicht sein, Es können jedoch keine Pflanzen wachsen und diese hindern Insekten und Vögel daran heimisch zu werden. Ohne Insekten keine Vögel.

Auch sollte man keine Pestizide im Garten verwenden, da dies nicht nur den Schädlingen schadet, sondern auch nützlichen Insekten. Herbizide und Fungizide sollten ebenfalls gemieden werden. Bei Schädlingsbefall gibt es Möglichkeiten diese Schädlinge umweltschonend zu entfernen. Unkrautvernichter kann selbst hergestellt werden, zum Beispiel aus Brennnesseln. Auch aus Pflanzenresten kann man Jauche, Brühe, Auszüge oder Tees herstellen. Diese Wasser-Pflanzen Gemische gibt man je nach Bedarf auf den Boden zur Pflanze. Alternativen sind das Unkraut-Jäten per Hand oder der Rindenmulch zur Unterdrückung von Unkrautwachstum. Durch Mischkulturen kann aber auch Schädlingen entgegengewirkt werden, pflanzt man beispielsweise die Tomaten beim Kohl schützen diese ihn vor Raupenbefall.

Außerdem kann man Insekten weitere Unterschlupfmöglichkeiten bieten; Trockenmauern; Hecken oder Totholz bieten sich ebenfalls als Behausung an. Also einfach mal den Haufen Schnittgut liegen lassen.

Insektenfreundlicher Balkon?

Sogar für Balkone bieten sich Möglichkeiten insektenfreundlich zu handeln. Durch geschicktes Anbringen der Blumenkästen, nach außen gerichtet und nach innen gerichtet zum Balkon kann man die Fläche für Pflanzen verdoppeln. Hängende Blumenkästen oder Rankhilfen bieten auch Platz. Bevorzugt sollten flach wurzelnde und eher trockenheitsresistente Blumen verwendet werden, sodass die Bienen lange etwas davon haben. Je größer der Topf desto besser geht es der Pflanze.

Man sollte wuchsstarke Arten nicht mit konkurrenzschwachen Pflanzen in einen Topf setzen.

In Kübeln lassen sich generell aber heimische Blühpflanzen gut einsäen und kleine Insektenhotels aufstellen. Des Weiteren können markhaltige Stängel, wie vom Holunder ausgehöhlt und zwischen die Pflanzen im Blumenkasten gesteckt werden, hier finden Insekten Nistplätze. Eine kleine Kiste gefüllt mit Sand und ein wenig Erde befüllt, nur spärlich bepflanzt könnte außerdem ein Nistplatz für erdnistende Wildbienenarten sein. Durch ein paar wenige Handgriffe hat man so bereits einen guten Beitrag für die Insekten geleistet, selbst wenn man in der Stadt wohnt.

Wichtig ist es, auf kleinerer Fläche verschiedenste heimische Blumen zu pflanzen, um den Bienen so eine reichhaltige Auswahl an Nahrungsquellen anzubieten. Reine Monokulturen sind zu eintönig. Viele Wildbienenarten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und fliegen nur diese auf der Pollen- und Nektarsuche an.

Beete und Blumenkästen sollten Blumen, Kräuter und Stauden beherbergen, die vom Frühjahr bis in den späten Herbst blühen, denn gerade außerhalb des Sommers haben Bienen sonst oft Schwierigkeiten, Nahrung zu finden.

Dekorative und Typische Balkonpflanzen, wie zum Beispiel Geranien, gezüchtete Dahlien oder Garten-Chrysanthemen, versprechen durch ihren Duft zwar leckeren Nektar und Pollen, bieten aber leider keine oder nur wenig Nahrung für die Bienen. Eine Vielzahl von Küchenkräutern nicht nur für den Menschen ein Genuss bieten wenn man sie blühen lässt auch der Biene eine tolle Nahrungsquelle. Zu den Kräutern zählen zum Beispiel Thymian, Minze, Basilikum, Koriander, Berretsch, Salbei Schnittlauch und Zitronenmelisse. 

Wespen und Hornissen

Wespen und Hornissen sind genauso wie Bienen sehr nützlich. Sie ernähren sich von Nektar, Pflanzen- und Obstsäften sowie Insekten. So bestäuben sie wie Bienen Blüten. Wespen fliegen auch bei niedrigeren Temperaturen sowie bei Wind und Regen. Bienen hingegen nicht. Zudem frisst ein kleiner Wespenstaat bis zu 3.000 Fliegen, Mücken, Raupen, Motten, Spinnen und andere Kleintiere pro Tag. Sie fressen eine Vielzahl von anderen Insekten, die sonst der Natur und uns Menschen zur Last fallen würden.

Es gibt etwa 630 Wespenarten in Deutschland. Unangenehm für den Menschen können aber nur die „Deutsche Wespe“ und die „Gewöhnliche Wespe“ werden.

Jedoch ist es bei weitem nicht nötig jedes Wespennest zu entfernen und störende Wespen am sommerlichen Kaffeetisch panisch zu vertreiben. Dies stachelt Wespen nur noch mehr an. Eine friedliche Koexistenz ist möglich.

Liegt ein Wespennest dennoch in einer ungünstigen Lage, zum Beispiel auf einem Dachboden im Haus, sind Kinder und Mitbewohner beispielsweise aufgrund der Grüße des Nestes gefährdet oder Allergiker im Haus kann es notwendig sein dieses zu entfernen. Hierfür sollte man Experten und/oder die Feuerwehr kostenpflichtig zu Rate ziehen.

Termine

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Das Mosellum ist ab sofort wieder für Sie geöffnet.

Do - So: 10-17 Uhr

Mehr Infos

Kontakt

BUND Regionalbüro Koblenz
Kornpfortstraße 15
Telefon: 0261 / 9734539
E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de