Kreisgruppe Koblenz

Artenvielfalt und Naturschutz

Allein in Deutschland gibt es etwa 70.000 verschiedene Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen. Diese biologische Vielfalt bildet die Grundlage allen Lebens – auch die unserer Existenz. Der BUND setzt sich deshalb schon lange auf verschiedenen Ebenen für die Erhaltung der Artenvielfalt ein.

Impressionen

Mitmachaktion zum Tag des Baumes

Passend zum Tag des Baumes am Sonntag, den 25. April, hat der BUND Koblenz zu einer Mitmachaktion eingeladen. Dort, wo ein Baum fehlt, sollten Zettel bzw. Hinweise angebracht werden, die auf das fehlende Grün aufmerksam machen. Der BUND hat jedoch nicht nur negative Beispiele benannt, sondern auch positive. Überall dort, wo in Stadt und Dorf bereits Bäume stehen, wurden Zettel angebracht, auf denen man sich für die gute Baumpflege bedankt hat. An Bäumen, um die sich niemand kümmert oder an Bäumen, die falsch geschnitten wurden, konnte ebenfalls ein Hinweiszettel angebracht werden.

Hier feht ein Baum!

Leider falsch geschnitten...

Hier steht ein schöner Baum :)

Bäume sind lebenswichtig!

Bäume leisten einen wichtigen Beitrag für Mensch, Tier, Umwelt und Klima: Sie binden CO2 und produzieren Sauerstoff, filtern die Luft, speichern Wasser, bieten Unterschlupf für Tiere und Schatten für alle. Besonders in der Stadt ist dies wichtig, da es dort nur wenige Flächen gibt, die nicht versiegelt sind. Auch die Belastung z.B. durch Feinstaub und durch Hitze in den Sommermonaten ist dort besonders hoch. Hier können Bäume ihr volles Potenzial entfalten.

Streuobstwiesen

Lokale Artenvielfalt erhalten

Foto: Stefan Schliebner

Sie interessieren sich für Streuobstbäume oder haben vielleicht selber einen Streuobstbaum auf Ihrem Grundstück stehen? Sie möchten sich aktiv um die Baumpflege kümmern und somit einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz leisten?

Dann haben wir einen super Vorschlag für Sie: Baum-Freund Stefan Schliebner vom BUND Koblenz bietet im Frühjahr/Sommer in Güls für alle Interessierten eine Praxis-Einführung in die Streuobst-Pflege an. Wer daran teilnehmen möchte, sollte robuste Kleidung, festes Schuhwerk und Proviant mitbringen - Schnittwerkzeug wird vor Ort zur Verfügung gestellt. Die Einführung in die Baumschnittarbeiten ist kostenlos und wird ca. zwei bis drei Stunden dauern. Ein genauer Termin kann auf Grund von Corona und den damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen leider noch nicht festgelegt werden. Dennoch: Wer Interesse hat, kann sich jetzt schon ganz unverbindlich per E-Mail bei Stefan Schliebner (stschlieb(at)hotmail.com) anmelden.

Stefan Schliebner und der BUND Koblenz freuen sich über Ihren Einsatz für den Natur- und Umweltschutz!

 

Wenn Sie jetzt schon aktiv werden wollen, können Sie sich hier Tipps von Stefan Schliebner durchlesen, wie man Streuobstbäume in Zeiten des Klimawandels unterstützen kann.

 

Vor ein paar Jahren hat der BUND bereits in Bisholder zusammen mit Jugendlichen alte Apfel- und Kirschsorten gepflanzt. Die Kirschbäume wurden damals bei einer Sonderaktion des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal in Boppard im Rahmen des Mittelrheinkirschen-Projektes verkauft. Neben dem Aspekt der Förderung von Streuobst wegen seiner ökologischen Bedeutung werden so regionale, vom Verschwinden bedrohte alte Kirschsorten wiederbelebt. Im Rahmen einer Baumkartierung im Mittelrheintal konnte von diesen Sorten zum Teil nur noch ein einziger Baum gefunden werden, der dann von Partnerbaumschulen mit Hilfe von Edelreisern vermehrt wurde. Die Baumverkäufe helfen, den Fortbestand der seltenen Sorten zu sichern. Weitere Informationen über das Mittelrheinkirschen-Projekt können im Internet unter http://mittelrheinkirschen.welterbe-mittelrhein.de gefunden werden.

Schmetterlingsfreilassungen

Mittelrhein und Untermosel sind ein Eldorado für Schmetterlinge und viele andere Insekten. Jedes Jahr im Mai und Juni führt der BUND-Schmetterlingsexperte Fabian Fritzer rund um Koblenz Schmetterlings-Freilassungs-Exkursionen durch. Dabei werden die gezüchteten Falter am jeweiligen Fundort der Raupe wieder ausgesetzt. Die genauen Termine sind vom Witterungsverlauf abhängig. Wer teilnehmen möchte, kann sich vormerken lassen und wird ca. eine Woche vorab telefonisch oder per E-Mail informiert.
 
Treffpunkt: wird bekannt gegeben  
Teilnahmebeitrag: Spende  
Anmeldung & Infos:  
Fabian Fritzer 0175 5484192 (abends), fabian.fritzer@gmx.de 

Salamander und Kröten

Amphibien im Mühlental

Das Mühlental bei Ehrenbreitstein ist ein Eldorado für Erdkröten, Grasfrosch
und Feuersalamander. Jedes Jahr im März und April führt der BUND Koblenz
eine Nachtexkursion dorthin durch. Bei einer Abendwanderung mit
Taschenlampe werden wir diese Tiere aufspüren und sicher über die Straße
bringen. Der genaue Termin ist vom Witterungsverlauf abhängig. Wer
teilnehmen möchte, kann sich vormerken lassen und wird ca. eine Woche vorab
telefonisch oder per E-Mail informiert.
 
Treffpunkt: wird bekannt gegeben  
Teilnahmebeitrag: Spende  
Anmeldung & Infos:  
Fabian Fritzer 0175 5484192 (abends), fabian.fritzer@gmx.de 

Insekten AG für den Artenschutz

Mit dem neuen Gartenprojekt hat sich unter den Aktiven eine Insekten AG mit Expert*innen und Interessierten gegründet. Hier wird gemeinsam überlegt, was in Koblenz für die Insekten getan werden kann. Ein erstes Insektenhotel wurde bereits gebaut und in Moselweiß vor dem Bienengarten in der nähe des BUNDten Schulgartens aufgestellt.

Hier erhalten Sie mehr Infos zu den Gartenprojekten.

Wer Interesse hat in der Insekten AG mitzuwirken, kann sich im BUND Büro melden. Des Weiteren gibt es eine Menge Möglichkeiten sich für Insekten einzusetzen. Wildblumen im Garten oder auf dem Balkon sind eine Möglichkeit. 

So kann man Insekten helfen

Eine naturnahe Gestaltung eures Gartens hilft die Artenvielfalt zu erhalten. Wildblumenwiesen bzw. Blühwiesen im Garten helfen, dass sich Insekten heimisch fühlen, sich fortpflanzen können und Nahrung finden. Geeignete Blühpflanzen sind zum Beispiel die Schneeheide, Astern oder Kornblumen. Samenmischungen hierfür gibt es zu kaufen. Es sollten heimische und regionale Pflanzenarten sein. Monokulturen sind ungeeignet. Eine Mischkultur im Gemüsegarten, Fruchtwechsel und natürliche Düngung mit Humus helfen die Artenvielfalt zu erhalten. Pure Rasenflächen sehen vielleicht schön aus, aber bringen Insekten wenig. Wildkräuter oder Laubblätter werden bei jedem Mähen beseitigt. Auch Schotter und Steinlandschaften in Gärten mögen zwar pflegeleicht sein, Es können jedoch keine Pflanzen wachsen und diese hindern Insekten und Vögel daran heimisch zu werden. Ohne Insekten keine Vögel.

Auch sollte man keine Pestizide im Garten verwenden, da dies nicht nur den Schädlingen schadet, sondern auch nützlichen Insekten. Herbizide und Fungizide sollten ebenfalls gemieden werden. Bei Schädlingsbefall gibt es Möglichkeiten diese Schädlinge umweltschonend zu entfernen. Unkrautvernichter kann selbst hergestellt werden, zum Beispiel aus Brennnesseln. Auch aus Pflanzenresten kann man Jauche, Brühe, Auszüge oder Tees herstellen. Diese Wasser-Pflanzen Gemische gibt man je nach Bedarf auf den Boden zur Pflanze. Alternativen sind das Unkraut-Jäten per Hand oder der Rindenmulch zur Unterdrückung von Unkrautwachstum. Durch Mischkulturen kann aber auch Schädlingen entgegengewirkt werden, pflanzt man beispielsweise die Tomaten beim Kohl schützen diese ihn vor Raupenbefall.

Außerdem kann man Insekten weitere Unterschlupfmöglichkeiten bieten; Trockenmauern; Hecken oder Totholz bieten sich ebenfalls als Behausung an. Also einfach mal den Haufen Schnittgut liegen lassen.

Insektenfreundlicher Balkon?

Sogar für Balkone bieten sich Möglichkeiten insektenfreundlich zu handeln. Durch geschicktes Anbringen der Blumenkästen, nach außen gerichtet und nach innen gerichtet zum Balkon kann man die Fläche für Pflanzen verdoppeln. Hängende Blumenkästen oder Rankhilfen bieten auch Platz. Bevorzugt sollten flach wurzelnde und eher trockenheitsresistente Blumen verwendet werden, sodass die Bienen lange etwas davon haben. Je größer der Topf desto besser geht es der Pflanze.

Man sollte wuchsstarke Arten nicht mit konkurrenzschwachen Pflanzen in einen Topf setzen.

In Kübeln lassen sich generell aber heimische Blühpflanzen gut einsäen und kleine Insektenhotels aufstellen. Des Weiteren können markhaltige Stängel, wie vom Holunder ausgehöhlt und zwischen die Pflanzen im Blumenkasten gesteckt werden, hier finden Insekten Nistplätze. Eine kleine Kiste gefüllt mit Sand und ein wenig Erde befüllt, nur spärlich bepflanzt könnte außerdem ein Nistplatz für erdnistende Wildbienenarten sein. Durch ein paar wenige Handgriffe hat man so bereits einen guten Beitrag für die Insekten geleistet, selbst wenn man in der Stadt wohnt.

Wichtig ist es, auf kleinerer Fläche verschiedenste heimische Blumen zu pflanzen, um den Bienen so eine reichhaltige Auswahl an Nahrungsquellen anzubieten. Reine Monokulturen sind zu eintönig. Viele Wildbienenarten sind auf bestimmte Pflanzen spezialisiert und fliegen nur diese auf der Pollen- und Nektarsuche an.

Beete und Blumenkästen sollten Blumen, Kräuter und Stauden beherbergen, die vom Frühjahr bis in den späten Herbst blühen, denn gerade außerhalb des Sommers haben Bienen sonst oft Schwierigkeiten, Nahrung zu finden.

Dekorative und Typische Balkonpflanzen, wie zum Beispiel Geranien, gezüchtete Dahlien oder Garten-Chrysanthemen, versprechen durch ihren Duft zwar leckeren Nektar und Pollen, bieten aber leider keine oder nur wenig Nahrung für die Bienen. Eine Vielzahl von Küchenkräutern nicht nur für den Menschen ein Genuss bieten wenn man sie blühen lässt auch der Biene eine tolle Nahrungsquelle. Zu den Kräutern zählen zum Beispiel Thymian, Minze, Basilikum, Koriander, Berretsch, Salbei Schnittlauch und Zitronenmelisse. 

Wespen und Hornissen

Wespen und Hornissen sind genauso wie Bienen sehr nützlich. Sie ernähren sich von Nektar, Pflanzen- und Obstsäften sowie Insekten. So bestäuben sie wie Bienen Blüten. Wespen fliegen auch bei niedrigeren Temperaturen sowie bei Wind und Regen. Bienen hingegen nicht. Zudem frisst ein kleiner Wespenstaat bis zu 3.000 Fliegen, Mücken, Raupen, Motten, Spinnen und andere Kleintiere pro Tag. Sie fressen eine Vielzahl von anderen Insekten, die sonst der Natur und uns Menschen zur Last fallen würden.

Es gibt etwa 630 Wespenarten in Deutschland. Unangenehm für den Menschen können aber nur die „Deutsche Wespe“ und die „Gewöhnliche Wespe“ werden.

Jedoch ist es bei weitem nicht nötig jedes Wespennest zu entfernen und störende Wespen am sommerlichen Kaffeetisch panisch zu vertreiben. Dies stachelt Wespen nur noch mehr an. Eine friedliche Koexistenz ist möglich.

Liegt ein Wespennest dennoch in einer ungünstigen Lage, zum Beispiel auf einem Dachboden im Haus, sind Kinder und Mitbewohner beispielsweise aufgrund der Grüße des Nestes gefährdet oder Allergiker im Haus kann es notwendig sein dieses zu entfernen. Hierfür sollte man Experten und/oder die Feuerwehr kostenpflichtig zu Rate ziehen.

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Do - So: 10-17 Uhr

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Kontakt

BUND Regionalbüro Koblenz
Kornpfortstraße 15
Telefon: 0261 / 9734539
E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de