Kreisgruppe Koblenz

Radentscheid Koblenz übergibt über 8.400 Unterschriften an OB David Langner

OB Langner mit den Unterschriften von 7.777 Koblenzer*innen

Der Radentscheid hat innerhalb von nur dreieinhalb Monaten nicht nur die notwendige Anzahl an Unterschriften gesammelt, sondern hat not noch viel mehr Menschen davon überzeugen können, ihre Stimme für ein fahrradfreundliches Koblenz abzugeben. 7.777 erwachsene Koblenzer haben die Forderungen für eine sofortige Rad-Verkehrswende unterschrieben. Hinzu kommen noch die Unterschriften von über 600 Auswärtigen, sowie Kindern und Jugendlichen.

11.12. 2020: Nach einer Fahrraddemo durch die Koblenzer Innen- und Vorstadt wurden diese rund 8.400 Unterschriften zusammen mit Präsenten zum Thema Radfahren an den Koblenzer Oberbürgermeister David Langner übergeben. Nach rechtlicher Prüfung muss der Bürgerantrag nun in den Stadtrat. Falls dieser nicht zustimmen sollte, kommt es in einigen Monaten dann zu einer Abstimmung durch die gesamte wahlberechtigte Bevölkerung.

Charlotte Keul aus Arenberg, eine der Sprecherinnen des Radentscheids Koblenz, ist zuversichtlich: „Wir haben nicht nur gute Argumente sondern nun auch ein starkes Mandat von den Bürgerinnen und Bürgern, daran kann auch ein Rat und eine Verwaltung nicht vorbeigehen. Wir brauchen eine lebenswerte, kinderfreundliche und klimagerechte Stadt, in der alle Menschen gleichberechtigt mobil sein können. Dazu sind insbesondere bessere Fußwege und ausreichend Platz für Radverkehr erforderlich. Nicht nur wir Radfahrenden wollen endlich eine Verkehrswende, unser Maßnahmen­katalog nutzt allen und der Umwelt. Als Nutzerinnen und Nutzer bieten wir der Stadt unser Knowhow und eine konstruktive Mitarbeit an.“

Ihr Sprecherkollege Egbert Bialk aus dem Rauental stellte die sieben Kernforderungen kurz vor. „Besonders wichtig ist die Schaffung eines sicheren und durchgängigen Wegenetzes, wo alle Stadtteile mit Schulen, Betrieben, Einkaufs- und Freizeitstätten verbunden sind. Rad- und Fußwege müssen getrennt, der Verkehr muss beruhigt werden. Wenn Fahrbahnen und Wohnstraßen zu Fahrradstraßen werden, braucht es weniger Neubaumaßnahmen. Das alles muss spätestens in 7 Jahren abgeschlossen sein, also sofort begonnen werden. Die Pläne liegen in den Schubladen, Fördermittel gibt es zuhauf. Auch dem Stadtklima täte das gut.“

Der 11-jährige Schüler Konstantin Preuß hatte mit Geschwistern und Freunden eine eigene Unterschriftenaktion organisiert. Darin heißt es: „Wir dürfen noch nicht wählen. Aber wir bitten Sie, dass Sie uns bei Ihren Abstimmungen berücksichtigen. Sie entscheiden ja auch für uns Kinder und Jugendliche.“ Er fügte eine Zeichnung eines Grundschülers aus einer Zukunftswerkstatt, sowie die Unterschriftenlisten von den Kindern und Bürgern aus der Umgebung hinzu.

Waltraud Daum, Radentscheids-Sprecherin aus Horchheim, kämpft seit 14 Jahren schon für eine rad- und fußgängergerechte Sanierung der Horchheimer Brücke. Damit diese nicht noch länger aufgeschoben wird, schenkte sie dem Oberbürgermeister eine Chronologie zu diesem „Brücken-Drama“, ferner ein Fotobuch und eine Film-CD sowie ein T-Shirt mit dem Radentscheid-Logo. Gleichzeitig erinnerte sie ihn an seine Versprechungen im damaligen Wahlkampf. „Damals konnte man lesen: OB Kandidat David Langner will das Rad-Thema anpacken. Und gerade deshalb wurden Sie von vielen von uns gewählt! Der Radentscheid Koblenz hat die gleichen Ziele! Wir helfen Ihnen gerne bei der Umsetzung“, so Daum.

Zu seiner Verteidigung sagte Langner, dass er innerhalb seiner Amtszeit von bisher zweieinhalb Jahren, natürlich noch nicht alle Radthemen anpacken konnte, da nun einmal in Koblenz jahrzehntelang für Autos geplant wurde.  Er sagte aber zu, sich für ein fahrradfreundlicheres Koblenz einsetzen zu wollen.

Der Radentscheid wird nun sicherlich gespannt verfolgen, ob OB Langner sein Versprechen umsetzen wird. Auch bei den Fraktionen des Stadtrats wird der Radentscheid nun für die Umsetzung, der im Bürgerbegehren vorgeschlagenen Maßnahmen, werben. Sollte nichts oder kaum etwas passieren, können sich Stadtrat und OB sicher sein, dass der Radentscheid Koblenz weiter Druck machen und sich auch weiterhin für ein fahrradfreundliches Koblenz einsetzen wird.

Zum Abschluss der Unterschriftenübergabe bedankten sich die Sprecher*innen bei allen Aktiven und Helfer*innen, die diesen Erfolg möglich gemacht haben. Sie wiesen darauf hin, dass noch im Dezember restliche Unterschriftenlisten abgegeben werden können und dass unter www.radentscheid-koblenz.de die weitere Entwicklung aktuell verfolgt werden kann.

Einen Beitrag zur Unterschriftenübergabe vom TV Mittelrhein finden Sie hier:

https://tv-mittelrhein.de/show-format/live-ab-6/buergerinitiative-fuer-mehr-fahrradinfrastruktur-37913.html

 

 

5-Prozent-Hürde geschafft: Über 4.500 Wahlberechtigte unterstützen bereits das Bürgerbegehren

Unterschriftenkampagne findet ungebremsten Zuspruch in der Koblenzer Bevölkerung und wird bis Dezember fortgesetzt – Radentscheid ruft Stadtverwaltung und Rat auf, sofort mehr für die Radinfrastruktur zu tun:

Erst seit Anfang September läuft die Unterschriftenkampagne für eine radfreundlichere Verkehrspolitik in Koblenz. Mit diesem ersten derartigen Bürgerbegehren in Rheinland-Pfalz will der Radentscheid Koblenz die Stadt bewegen, ihre Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit und Klimaschutz deutlich zu verbessern. Für eine offizielle Zulassung sind laut Gemeindeordnung die Unterschriften von mindestens 5 Prozent der Wahlberechtigten, das sind in unserer Stadt genau 4.324, erforderlich. Dann muss der Stadtrat über den Wortlaut des Bürgerbegehrens abstimmen.

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