Kreisgruppe Koblenz

Energie und Klima

Die Folgen einer globalen Erwärmung sind vorhersehbar: Der Meeresspiegel steigt, Gletscher schmelzen, Klimazonen verschieben sich. Wetterextreme wie Überschwemmungen und Dürren werden zunehmen und auch die von Naturkatastrophen bisher verschonten gemäßigten Breiten betreffen. Angesichts dieser Szenarien wird deutlich, dass der Klimaschutz DAS Projekt zur Sicherung unserer Zukunft ist.

Fukushima mahnt: Atomausstieg schnell zu Ende bringen!

BUND und Greenpeace Koblenz ruften anlässlich der Katastrophe vom 11.3.2011 zur Mahnwache auf.

Neun Jahre ist es bereits her, als nach einem verheerenden Erdbeben mit Tsunami mehrere Atomreaktoren im japanischen Fukushima so massiv beschädigt wurden, dass es zu Kernschmelzen kam. Weite Teile des Landes wurden radioaktiv verseucht, Zehntausende Menschen verloren mit dem Tsunami ihr Leben und den Super-GAUs ihre Existenz und Heimat, Tausende, darunter auch viele Kinder sind seither schwer erkrankt. Um den Opfern zu gedenken und solidarische Grüße nach Japan zu senden, ruften Koblenzer Umweltgruppen, u.a. Greenpeace und BUND, für Mittwoch, den 11.März 2020, ab 17:30 Uhr am Löhrrondell zu einer Mahnwache auf. Auch in anderen rheinland-pfälzischen Städten, z.B. in Trier, finden zeitgleich ähnliche Veranstaltungen statt. Greenpeace wird auch an die zahreichen anderen Atomunfälle erinnern, der BUND verliest einen Brief von Kazuhiko Kobayashi, eines japanischen Rentners, der ein Hilfsprojekt für Kinder aus Fukushima organisiert und auch bereits schon in Koblenz war.

Die Veranstalter erinnern daran, dass trotz der hohen Risiken der Atomanlagen in Deutschland immer noch sechs atomare Großkraftwerke in Betrieb sind mit einer Gesamtleistung von rd. 7 800 Megawatt brutto. (Zum Vergleich: Das AKW Mülheim-Kärlich hatte eine Bruttoleistung von 1302 MW). Trotz des beschlossenen Atomausstiegs werden 2020 keine weiteren deutschen AKW vom Netz gehen, das letzte soll erst Ende 2022 stillgelegt werden. "Obwohl wir genug Energie haben und sogar exportieren, werden die atomaren Risiken weiter in Kauf genommen. Jeden Tag häufen wir damit außerdem hochgiftigen Atommüll an, für den es bislang keinerlei sichere Entsorgung gibt. Der Atomausstieg muss europaweit darum rasch zu Ende geführt werden und auch die Produktion von Atombrennstoff einbeziehen", fordert BUND-Vorsitzender Egbert Bialk.

Weitere Information: BUND-Regionalbüro Koblenz, tel 0261-9734539.

Film "The Human Scale" – bringing cities to life ("Menschenmaßstab" - Städte zum Leben erwecken)

Der Film läuft auf Englisch mit deutschen Untertiteln und dauert ca. 77 min. Treffpunkt ist im Mosellum, direkt am Moseufer / Moselstaustufe, Peter-Altmeier-Ufer 1, 56068 Koblenz (Navi: Pastor-Klein-Str. 19, 56073 Koblenz;).

Stattfinden wird das ganze am 13. Februar um 19 Uhr. Vorher wird es bereits um 18:30 Uhr einen Empfang mit leckerem Moselwein geben.

Koblenz soll schön und klimaneutral werden – wie könnte das aussehen?                                                                                                                                                                                                                Der BUND Kobelnz zeigt zusammen mit der SFV-Infostelle Koblenz des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e.V. einen Dokumentarfilm, wie der Architekt und Städteplaner Jan Gehl das Gesicht von Kopenhagen und anderen Städten verändert hat. Wodurch es in sieben Metropolen gelang, wieder Leben in die Innenstädte zu bringen und die Lebensqualität zu erhöhen. Die Optimierung gelang durch das Zurückdrängen der Autos, das Schaffen von Platz für Fußgänger sowie Radfahrer und das Erobern öffentlicher Plätze. Beeindruckend und inspirierend. Der Eintritt ist frei.

BUND-Protest gegen Kohlepolitik in der Rhein-Mosel-Halle

Das Bau- und Energie-Netzwerk BEN Mittelrhein feierte Geburtstag und hatte zu seinen Alt-/Neubautagen in die Rhein-Mosel-Halle geladen. Eine gut besuchte regionale Messe mit vielen hoffnungsvollen Ansätzen zur Energiewende sowie hohen Gästen: Umweltministerin Ulrike Höfken und Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung legten die Fakten zur Klimakrise dar. Mit der Kohlepolitik in Berlin und auch mit der städtischen Klimapolitik, vertreten von einem "eher wachsweichen" Oberbürgermeister David Langner, zeigte sich der BUND Koblenz überhaupt nicht einverstanden. Mit einem großen Plakat mit dem Text: "Dieser sog. Kohle-"Kompromiss" freut vor allem die Konzerne. Wo bleibt der Klimaschutz?" protestieren 2 Vorständler und unterbrachen kurzfristig die Veranstaltung. Dafür ernteten sie breiten Beifall der Zuschauer*innen.

Werner Huffer-Kilian kämpft schon viele Jahre gegen Kohlekonzerne, auch in Südamerika oder auf Aktionärsversammlungen im Ruhrgebiet. Er beklagt: "Immer wieder verletzen Großkonzerne fundamentale Menschenrechte, z.B. die von indigenen Bevölkerungen in Kolumbien. Jetzt wird mit dem Steinkohlekraftwerk Datteln 4 noch ein neues Kraftwerk in Betrieb gehen, gespeist von Importkohle aus Russland oder Kolumbien. Dafür sollte sich Herr Altmeier schämen."

Egbert Bialk vermisst die Beteiligung der Umweltverbände an dem neuen Kohle-Plan: "Vom damals hart aushandelten Kompromiss ist kaum noch etwas übrig. Die deutschen Energiekonzerne erhalten stattdessen milliardenschwere Steuergelder für die Stilllegung ihrer Dino-Technologie. Wir fordern darum die Koblenzer Abgeordneten und die Landesregierung auf, diesem klimafeindlichen und unsozialen Kohlegesetz in Bundestag und Bundesrat nicht zuzustimmen."

Sehr enttäuscht zeigten sich viele Zuhörer von der sehr allgemein gehaltenen Rede des Oberbürgermeisters David Langner: "Unser OB hat offenbar immer noch nicht verstanden, dass die Klimakrise auch schon bei uns große Schäden an Gesundheit und Natur anrichtet. Gehen Sie doch mal im Stadtwald spazieren, da stolpern Sie drüber und die Stadt zögert weiter mit wirksamen Maßnahmen", so ein Zuhörer im Gespräch mit dem BUND. Ein 12-jähriger Schüler auf der Bühne "habe mehr kapiert als die Politiker." In den nächsten Monaten werden Klimaschutzaktionen weiter im Mittelpunkt des BUND stehen. Nähere Infos im BUND-Büro tel 0261-94249638.

 

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