Kreisgruppe Koblenz

Mobilität: Dicke Luft in Koblenz

Lärm, Feinstaub, CO2-Emissionen: Der stetig wachsende Verkehr führt zu vielen Problemen – die uns alle angehen! Die Weichen für mehr Mobilität auf der einen und weniger Verkehr auf der anderen Seite müssen daher endlich gestellt, das Geld in die richtigen Projekte gesteckt werden – z.B. in die Verlagerung vom Auto auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie das Fahrrad. Der BUND setzt sich seit Jahrzehnten für eine intelligente Verkehrspolitik ein.

Koblenz umweltfreundlich mobil

Raddemo zum globalen Klimastreik und Verkehrswendetag auf der Balduinbrücke

Ca. 80 Personen waren am 19. März bei der Demo quer durch die Stadt mit dabei. Die Radler*innen haben darauf aufmerksam gemacht, dass endlich etwas fürs Klima geschehen muss - besonders auch beim Thema Radverkehr! Anschließend hatten Radfahrer*innen und Fußgänger*innen drei Stunden lang die ganze Balduinrücke für sich. Sie konnten testen, wie es sich anfühlt, wenn die Brücke autofrei ist. Dazu gab es noch viele Infostände von Koblenzer Gruppen, die sich für eine Mobilitätswende einsetzen, mit dabei war u.a. auch der Radentscheid und wir natürlich auch ;).    

Eine tolle Aktion - vielen Dank an alle Veranstalter*innen und Aktive!

Wir brauchen eine Mobilitätswende!

Critical Mass für eine klimafreundliche Verkehrspolitik

In Koblenz muss sich in Sachen Verkehr dringend etwas ändern, davon sind wir als BUND überzeugt. Daher veranstalten wir jeden ersten Donnerstag im Monat um 17:30 Uhr eine sogenannte Critical Mass - wegen Corona ist Critical Mass jedoch momentan leider ausgesetzt.

Das ist der Begriff für eine Radlergruppe, bestehend aus mehr als 15 Teilnehmern, die als Konvoi auf der ganzen Spur einer Straße nebeneinander fahren dürfen. So können gleichberechtigt neben dem Autoverkehr für Fahrradfahrer*innen kritische Punkte in der Stadt abgefahren und in Augenschein genommen werden.

In Koblenz muss mehr und schneller etwas für den Radverkehr getan werden. Es müssen sichere Radwege sein, um unangenehme und gefährliche Situationen im Straßenverkehr zu vermeiden. Viel zu oft stellt man fest: Dies ist in Koblenz noch lange nicht geschafft, den von Seiten der Stadt muss mehr getan werden. Das Rad ist sauber, leise, ressourcensparend, klimagerecht, gesundheitsfördernd und kann eine Vielzahl an Problemen wie Stau, Feinstaub und der Anstieg des CO2- Ausstoßes lösen.


„Gemeinsam Fahrrad ist eine andere Art Rad zu fahren und macht Spaß. Daher holt eure Fahrräder raus und reiht euch in die Critical Mass ein!“ so der 1.Vorsitzende des BUND-Koblenz Egbert Bialk.

Kriegt Koblenz die Kurve?

Zwei Hoffnungsschimmer: Klimakomission und Radentscheid

Koblenz gehört zu den Städten im Land mit den meisten angemeldeten Kraftfahrzeugen. Diese verpesten nicht nur unsere städtische Luft, verursachen Krankheiten und stoßen Treibhausgase aus, sie belegen auch unseren Lebensraum mit viel Blech – fahrend und parkend. Fußgänger*innen und Radler*innen werden an den Rand gedrängt. Und für Grün bleiben nur Restflächen. Restriktionen, wie z.B. autofreie Bereiche oder höhere Parkgebühren scheut Koblenz. Dabei brächte gerade eine begrünte, entschleunigte, autoärmere Stadt viel Lebensqualität für Jung und Alt. Überall dasselbe: Ein Herauszögern der Verkehrswende. Das könnte der Stadt aber noch auf die Füße fallen.

Immerhin positiv: Der Nahverkehr hat einen deutlichen Entwicklungsschub bekommen, seit die Stadt die Bussparte der EVM und die Nahverkehrsplanung in Eigenregie übernommen hat. Tarife werden gesenkt, Takte verdichtet, Busse modernisiert, wenn auch leider nicht immer mit der klimafreundlichsten Antriebstechnologie. Was hier noch fehlt, um die riesigen Pendlerströme zu reduzieren, ist ein attraktiver Verbund mit dem Umland. Auch die Koblenzer Außenstadtteile sind bislang nur gerade „ausreichend“ angebunden.

Teil des Klimanotstands-Beschlusses im Jahr 2019 war die Bildung einer „Klimaschutzkommission“.  Inzwischen hat sie mit etwas Experten-Beteiligung Arbeit aufgenommen und das läuft besser als erwartet. Prof. Hergert (Hochschule Koblenz und Scientists For Future) ist einer der berufenen Experten der Kommission.  Diese neue Kommission gibt neue Hoffnung. Zwar ist man immer noch parteidominiert und bleibt oft im Ungefähren und bei ferneren Zielen hängen, aber ein gruppen­übergreifender Dialog ist in Gang gekommen. In neuen Arbeitsgruppen spricht man offen und ergebnisorientiert und hat konkrete Aufgaben und Maßnahmen auf der Agenda, insbesondere endlich auch im Verkehrsbereich. Kriegt Koblenz die Kurve?

Zweite große Hoffnung ist der zivilgesellschaftliche Aufbruch rund um das Bürgerbegehren Radentscheid. Die Aussicht auf Annahme der umfangreichen Beschlussvorlage wächst, am 22. April soll im Rat darüber entschieden werden. Mehr dazu erfahren Sie hier

Endlich neue Wege für Koblenz!

BUND fordert Maßnahmen für Fußgänger*innen

In einer Pressemitteilung fordert der BUND die Stadt Koblenz auf, bei der Verkehrsinfrastruktur nicht nur für Autos, sondern vor allem für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zu planen. Durch den Radentscheid sind die Menschen, die zu Fuß unterwegs sind ein wenig aus dem Blick geraten, obwohl gerade dieser mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*innen fordert.

Besonders kritisch sieht der BUND z.B. die Querung stark befahrener Straßen wie beispielsweise am Friedrich-Ebert-Ring oder am Löhr-Center (siehe Foto), den schlechte Zustand des Fußweges am Moselufer, geteilte Fuß- und Radwege oder auch viel zu lange Ampelphasen.

Daher fordert der BUND, dass bei allen zu treffenden Maßnahmen die Sichtweise der Fußgänger*innen miteinbezogen werden muss. Dazu zählen eine Verbesserung der Überquerungsmöglichkeiten, Verkehrsberuhigung, einen Ausbau des ÖNNV, Begrünung von freien Flächen für ein angenehmeres Stadtklima und vieles mehr.

Die gesamte Pressemitteilung finden Sie hier

Lastenrad für den BUND

Seit 2020 mit E-Dienstrad unterwegs

"Mit Unterstützung eines regionalen Ökostrom-Anbieters und privater Spenden konnten wir das E-Rad kostenfrei anschaffen. Wir werden so künftig unsere innerstädtischen Transportwege noch weniger mit dem Auto zurückgelegen", erklärt Egbert Bialk, Vorsitzender des BUND. Probefahrten und Ausleihe bieten wir vom BUND übrigens auch allen Umweltverbänden und Aktiven an, gratis und nach Voranmeldung im BUND-Büro, tel. 0261-9734539, Mail: regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de

Auch die Stadt Koblenz sollte sich solche Lastenräder für die Verwaltung und Eigenbetriebe anschaffen und wie zum Beispiel Wiesbaden, eine Anschaffung mit 1000 € pro Rad bezuschussen. Koblenz braucht endlich ein klimafreundliches Logistik-Konzept für die City, um den emissionsreichen motorisierten Lieferverkehr aus unserem innerstädtischen Lebensraum herauszuhalten. Der BUND empfiehlt, im nächsten Haushalt 50 000 € für die Bezuschussung von Lastenrädern der Bevölkerung und Betriebe einzustellen.

 

Die Critical Mass fällt im April aufgrund von Corona leider aus.

Auch das Mosellum ist wegen der hohen Fallzahlen leider geschlossen.

Kontakt

BUND Regionalbüro Koblenz
Kornpfortstraße 15
Telefon: 0261 / 9734539
E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de