Mobilität: Dicke Luft in Koblenz

Lärm, Feinstaub, CO2-Emissionen: Der stetig wachsende Verkehr führt zu vielen Problemen – die uns alle etwas angehen! Wir brauchen eine Mobilitätswende: Dafür muss der Verkehr auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umgestellt und eine fuß- und fahrradfreundliche Infrastruktur gefördert werden. Hierfür setzt sich der BUND in Koblenz mit vielen verschiedenen Aktionen ein.

Mitgliederversammlung

zum Fuß- und Radweg in Moselweiß

Bei der internen BUND-Veranstaltung am 31.08. beschäftigte sich die Kreisgruppe Koblenz mit dem Thema „Fuß- und Radweg in Moselweiß“. Ziel der Veranstaltung war es, dem Vorstand und den Mitgliedern die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema vorzustellen und ein besseres Verständnis für die jeweiligen Positionen zu schaffen.

Zu Beginn wurden in zwei kurzen Impulsvorträgen die beiden wesentlichen Varianten vorgestellt: Zum einen ein Fuß- und Radweg am Moselufer, getrennt von der Straße, und zum anderen eine Führung des Radverkehrs auf der Straße, getrennt vom Uferweg. Anschließend wurden die unterschiedlichen Positionen in einer Diskussionsrunde ausführlich erörtert.

Am Ende der Diskussion wurde deutlich, dass beide Varianten mit Herausforderungen verbunden sind:

  • Begrenzter Platz: Unabhängig davon, ob der Radverkehr am Ufer oder auf der Straße geführt wird, muss ausreichend Platz für alle Verkehrsteilnehmenden vorhanden sein – für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende, Auto- und Busverkehr. Gleichzeitig gilt es, den sensiblen Übergangsbereich zwischen dem Lebensraum der Menschen auf der einen und dem Lebensraum von Tieren und Pflanzen auf der anderen Seite zu schützen.
  • Unterschiedliche Nutzungen des Ufers: Das Moselufer wird auf vielfältige Weise genutzt – als Freizeit- und Arbeitsweg, als Spazier- und Gehweg sowie als Aufenthaltsort. Dabei treffen unterschiedliche Geschwindigkeiten, Gruppengrößen und Aufmerksamkeitsbedürfnisse aufeinander. Bänke und ein Boule-Platz sind bereits vorhanden und werden genutzt. Diese unterschiedlichen Nutzungen müssen bei einer zukünftigen Planung berücksichtigt werden.
  • Sicherheit und gegenseitige Rücksichtnahme: Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Fußgängern, Radfahrenden und dem motorisierten Verkehr können zu Konflikten und im schlimmsten Fall zu Unfällen führen. Unabhängig vom gewählten Konzept sind deshalb eine gute Planung, klare Verkehrsführungen und gegenseitige Rücksichtnahme notwendig. Hinzu kommt die zunehmende Nutzung von E-Scootern, deren Fahrverhalten teilweise sehr dynamisch und unübersichtlich sein kann.
  • Benutzungspflicht und Verkehrsführung: Auch die Frage, wo der Radweg zukünftig genutzt werden darf oder muss, ist zu klären. Aktuell wird stadteinwärts überwiegend auf der rechten Straßenseite gefahren, während stadtauswärts in Richtung Lay häufig der Uferbereich genutzt wird. Eine zukünftige Lösung sollte deshalb eindeutig regeln, wo Radfahrende fahren dürfen und wo eine Benutzungspflicht besteht.
  • Veränderungen in Moselweiß und Schutz von Natur und Klima: Die Veränderungen in Moselweiß müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Bäume und eine gute Fahrradinfrastruktur sind uns gleichermaßen wichtig. Gleichzeitig wollen wir möglichst wenig zusätzliche Bodenversiegelung und eine möglichst hohe CO₂-Einsparung erreichen. Eine perfekte Lösung wird möglicherweise nicht für alle Interessen zu finden sein. Umso wichtiger ist es, die insgesamt beste und verträglichste Alternative zu entwickeln.

Die Diskussion wird weitergeführt und die Situation vor Ort aufmerksam beobachtet. Einigkeit besteht darin, dass Eingriffe in die Natur – insbesondere in den sensiblen Uferbereichen – so weit wie möglich minimiert werden sollten.

Gleichzeitig brauchen wir weiterhin eine Verkehrswende, bei der alle Verkehrsteilnehmenden ihren sicheren und angemessenen Platz haben. Dazu gehören aus unserer Sicht auch mehr Tempo-30-Zonen, eine Weiterentwicklung und Verbesserung des ÖPNV-Angebots sowie eine Förderung der E-Mobilität.

Unser Ziel sollte eine Lösung sein, die sichere Mobilität ermöglicht, den Umwelt- und Naturschutz berücksichtigt und die unterschiedlichen Nutzungen des Moselufers miteinander in Einklang bringt.

Critical mass

Ein Rückblick vom 2. April

Gemeinsam unterwegs!

Mit 17 Teilnehmer*innen sind wir am Löhrrondell gestartet und über den Saarkreisel durch Rauental/Goldgrube bis zum Bahnhof gefahren. Dort haben wir uns den neuen Fußgängerübergang angeschaut, der aktuell noch im Bau ist.

Weiter ging es durch den Unterbreitweg in Moselweiß, der künftig zu einer verkehrsberuhigten Zone werden soll. Allerdings bleibt spannend, wie sich die Verkehrssituation dort entwickeln wird – vor allem, da der Ausweichweg durch eine entgegenkommende Einbahnstraße verlängert wird. 

Zum Abschluss sind wir entspannt über den Fahrradweg an der Mosel zurück Richtung Löhrrondell geradelt. 

Critical mass radelt sternförmig durch die Koblenzer Innenstadt

Foto: Wikimedia commons

Jeden 1. Donnerstag im Monat radeln Koblenzer Aktive im Verband durch die Innenstadt. Ziel ist es - neben einer Gemeinschaftaktion - die Besichtigung der mehr oder weniger guten Radrouten und ersten Verbesserungen seitens der Stadt.

Um 17:30 Uhr treffen sich alle am Löhrrondell, um dann nach Einweisung in einem größeren Verband  die City zu befahren. Die beteiligten Gruppen bitten die Autofahrer*innen um besondere Rücksicht und erinnern an das Überholverbot gem. StVO. Alle, die über ein verkehrssicheres Rad verfügen, sind herzlich zum Mitradeln eingeladen.

"Critical – was? Critical Mass! Die Critical Mass (engl. für „kritische Masse“) ist eine weltweite Bewegung, bei der sich Radfahrer*innen in einer möglichst großen Gruppe treffen und durch Innenstädte radeln – um so auf den Radverkehr als Form des Individualverkehrs aufmerksam zu machen. Die Aktion versteht sich als ein Gegenentwurf zu den tausenden Autos, die täglich über unsere Straßen rollen. Ein Grundanliegen der Critical Mass ist es, sicheren Verkehrsraum für Radfahrende zurückzugewinnen." sagt der ADFC BaWü 

 

Kontakt

BUND Regionalbüro Koblenz
Kornpfortstraße 15
E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de 

Der Radentscheid Koblenz

Wir machen uns immernoch für die Kobelnzer Radwege stark!

Mehr Infos zum Radentscheid gibt es hier

Der Radentscheid Koblenz ist auch auf Facebook und Instagram vertreten.

7 Ziele

1. Sicheres und durchgängiges Radnetz schaffen

2. Sofortmaßnahmen ergreifen

3. Neue Rad- und Fußwege einheitlich ausbauen

4. Ampelkreuzungen und Einmündungen sicher gestalten

5. geschützte Fahrradabstellplätze einrichten

6. Zeitgemäße Fahrradinfrastruktur schaffen und erhalten

7. Maßnahmen unverzüglich und transparent umsetzen