Kreisgruppe Koblenz

Erklärvideos "Aladin und die Energiespartipps"

Mit seinen Kurzfilmen richtet sich das Energiesparhelfer-Projekt vor allem an arabisch- und persischsprachige Personen. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus dem arabischen und dem persischen Sprach- und Kulturraum haben wir diese sechs Videos erstellt. Zu den Videos auf Youtube. 

Viel heiße Luft, kein Fortschritt für Umwelt und Gesundheit

BUND kritisiert neuen Luftreinhalteplan Koblenz und befürchtet: Schadstof konzentration wird auf hohem Niveau bleiben. Zahlreiche eigene Verbesserungsvorschläge für eine Stadt mit weniger Autos

Koblenz gehört zu den drei Städten in Rheinland-Pfalz mit der schlechtesten Luft. Dies dürfte auch nach Verabschiedung des neuen Luftreinhalteplanes 2016 – 2020 noch lange so bleiben, befürchtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisgruppe Koblenz. „Was wir da mit über drei Jahren Verspätung vorgelegt bekommen haben, ist viel heiße Luft, bewirkt aber kaum etwas. Permanent werden in der Innenstadt die gesetzlich verbindlichen Grenzwerte bei den Stickoxiden überschritten, mit schlimmen Folgen für die Gesundheit unserer Bevölkerung. Ursache sind die Abgase des dichten Autoverkehrs und der Dieselbusse sowie die mangelnde Bereitschaft der Stadtverwaltung, hier wirksame Gegenmaßnahmen und Restriktionen festzulegen. Die Privilegien des Autos werden auch in dem neuen Maßnahmenkatalog nicht angetastet“, so BUND-Vorsitzender Egbert Bialk: „Saubere Luft bekommt aber man nur mit weniger Autos.“

In einer 20-seitigen Stellungnahme zerpflückt der BUND fast jede der aufgeführten 28 Maßnahmen der Stadt und zeigt wirksame Alternativen auf. Bei einem großen Teil handele es sich um allgemeine Appelle, unterstützende Begleitmaßnahmen oder „Kleinkram“. Weder an eine zukunftsweisende Anschaffung von emissionsfreien Bussen noch an die neuralgischen Knackpunkte, etwa eine Umweltzone mit blauer Plakette, eine flächendeckende Verkehrsberuhigung oder neue autofreie Bereiche in der Innenstadt, traue die Verwaltung sich heran. Auch das Parkkonzept müsse völlig überarbeitet werden, denn es locke mit billigen Tickets und vielen Parkflächen immer mehr Autos in die City. „Hier muss die Stadtplanung völlig umdenken. Es ist nicht einzusehen, dass Steuergelder für teure und knappe öffentliche Flächen verschwendet werden, wo dann nutzlos private Blechkisten herumstehen. Wir brauchen diesen Raum für Bus- und Radspuren sowie für Gehwege und Plätze, wo Bäume und Insektenstauden gepflanzt werden und es den Menschen Freude macht, sich aufzuhalten.“ Einzelne Straßen gehörten für den motorisierten Individualverkehr weitgehend gesperrt, z.B. die Pfuhlgasse, die Clemensstraße oder auch die Balduinbrücke. Nur Busse, Radler- und Fußgänger*innen sollten hier erlaubt sein. Die Zufahrt zum Zentralplatz sollte hauptsächlich über den Friedrich-Ebert-Ring erfolgen. Das würde den Wöllershof und das Löhrrondell entlasten und die Luft dort sauberer und gesünder machen. Mit flächendeckenden Verkehrsberuhigungen und Fahrradstraßen könnte der sog. Umweltverbund gestärkt und der Anteil der Verbrennerautos wirksam reduziert werden. „Natürlich muss man dazu attraktive und preisgünstige Alternativen ausbauen, insbesondere für die über 60 000 Pendler, für die Einkaufenden und die vielen Touristen, die in die City drängen“, so Bialk. „Wir brauchen 1-Euro-. Koblenz-, Sozial- und Jobtickets. Und in Kooperation mit den umliegenden Kreisen und der Bahn mindestens 10 zusätzliche Park- & Ride-Plätze am Stadtrand, verknüpft mit preiswerten Shuttlebussen und –bahnen“. Standorte an allen Hauptzubringern hat der BUND dazu aufgezeigt. Solche Maßnahmen seien von der Stadt in ihrem guten Nahverkehrs- und Verkehrsentwicklungsplan zwar angedacht, doch eine verbindliche Zeitfestlegung, wie das die EU fordert, und ausreichende Haushaltsmittel nennt der Luftreinhalteplan nicht. Bialk: „Wenn der Stadtrat das so durchwinkt, bleibt der Plan wohl wieder nur eine unverbindliche Wünsch-dir-was-Liste ohne jeglichen Effekt auf die Luftreinhaltung in unserer Stadt, wie wir das leider schon zweimal beim Klimaschutzkonzept erlebt haben.“

Stellungnahme des BUND Koblenz zur Fortschreibung des Luftreinhalteplanes

Artikel "Autoabgase machen krank" von Dr. Dieter Helling

Der Klimawandel ist längst da – die Politik muss endlich handeln! (Kopie 1)

Mitglieder des Bündnis Klimaschutz Mittelrhein bei ihrem Treffen in Neuwied (Foto: Thomas Bernhard)

Bündnis Klimaschutz Mittelrhein vertieft ihre Zusammenarbeit bei der Luftreinhaltung in Neuwied und Koblenz – Klimaveranstaltungsreihe im Herbst geplant – Verfassungsklage gegen die BRD

Gemeinsame Aktionen zum Klimaschutz und gegen die Belastung der Luft durch Stickoxide in den Innenstädten standen im Mittelpunkt des kürzlichen Treffens des Klimabündnisses Mittelrhein in Neuwied. Dem Bündnis gehören inzwischen 16 Natur- und Umweltverbände, Initiativen, kirchliche Gruppen und Genossenschaften aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz an.

„Die Extrem-Wetterereignisse der vergangenen Wochen – man denke nur an Isenburg - zeigen: Der Klimawandel ist längst da, auch bei uns. Wir alle – EU, Bundesregierung, Kommunen sowie Wirtschaft und Bevölkerung - müssen endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, dass die Erderwärmung deutlich unter 1,5 - 2 Grad bleibt. So wurde das ja 2015 einstimmig und völkerrechtlich verbindlich in Paris beschlossenen. Mit jedem Jahr des Zögerns würden die Folgen teurer, unkontrollierbarer und existenzbedrohender“, so Dr. Thomas Bernhard vom BUND und Solarenergieförderverein SFV Koblenz. Die Versammlung äußerte darum keinerlei Verständnis für die Verschleppung des Kohleausstieges, die Deckelung der Erneuerbaren Energien oder die mangelhafte Umsetzung einer ökologisch- sozialen Verkehrswende. Mit einer Veranstaltungs- und Aktionsreihe im Herbst will das Bündnis die Klimaproblematik wieder verstärkt in die Öffentlichkeit bringen und Bundes- wie Kommunalpolitiker zum Handeln auffordern. Dazu werden Fahrraddemos, CO2-freie Klimatouren, Infoveranstaltungen und Straßenaktionen in der gesamten Region vorbereitet. Dr. Bernhard: „Wichtig ist auch die anstehende Verfassungsklage des SFV gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen Missachtung des Klimavertrages von Paris. Hierfür suchen wir Unterstützer. Der Bundestag hat Paris einstimmig ratifiziert, die Regierung blockiert aber alle wichtigen Maßnahmen. Das ist rechtswidrig.“

Aktuelles Schwerpunktthema war die Luftverschmutzung im Ballungsraum Neuwied-Koblenz. In beiden Innenstädten liegen aufgrund des dichten Autoverkehrs die Stickoxidkonzentrationen nahe am gesetzlichen Grenzwert von 40 Mikrogramm, teils darüber. „Dies muss genauer erfasst werden, denn die Zahl der Messstellen ist viel zu gering.

Unseres Erachtens sind sie mitunter auch falsch platziert, um belegen zu können, dass eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung ausgeschlossen werden kann“, so Hendrik Hoeber, Vorsitzender des Neuwieder Umweltschutzvereins NUV. Hoeber verwies auch auf prinzipielle Mängel bei der Umsetzung der gesetzlichen EU-Vorgaben und des Bundesimmissionsschutzgesetzes bzgl. der Schadstoffgrenzwerte zum Schutzgut Mensch. Die NUV hat darum bereits begonnen mit eigenen Messungen die Situation in Neuwied näher zu analysieren. Dies soll in den nächsten Monaten

fortgesetzt werden. Auch der BUND wird sich daran beteiligen in Koblenz. „In der Koblenzer City lagen die Werte seit vielen Jahren über 40 Mikrogramm, 2017 genau auf dem Grenzwert, was wohl meteorologische Gründe hatte,“ stellte der BUND-Vorsitzende Egbert Bialk fest. „Gemacht wurde in Koblenz noch nichts. Weder genügend neue E-Busse wurden angeschafft, noch die Radsituation verbessert. Bis Förderanträge greifen, wird es noch Jahre dauern. Darum brauchen wir sofort eine deutliche Entlastung der Innenstadt vom Autoverkehr, geregelt mit einer Umweltzone und Sofortmaßnahmen für einen besseren Rad- und Nahverkehr. OB David Langner und der Stadtrat sind jetzt gefordert“, so der BUND.

Weitere Informationen/Unterstützung:

BUND-Regionalbüro Koblenz, Kornpfortstraße 15, Tel. 0261-9734539, regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de, E. Bialk; Neuwieder Umweltschutz NUV, info(at)neuwieder-umweltschutz.de, Hendrick Hoeber; Naturfreunde Kettig, naturfreunde-kettig(at)gmx.de, Oliver Hartmann.

Energiesparhelfer-schonen das Klima und Ihren Geldbeutel

Energiesparhelfer informieren private Haushalte wie sie Energie einsparen können. Hierfür bildet der BUND interessierte Personen in einer kostenfreien Schulung zu ehrenamtlichen Energiesparhelfern aus, welche anschließend grundlegende Energiespartipps in die Haushalte tragen. Die Energiesparhelfer werden zukünftig gegen eine geringe Prämie auf ehrenamtlicher Basis tätig sein.

Hierdurch wird ein wertvoller Beitrag für den Klimaschutz und die Energiewende geleistet.

Hier geht es zur Homepage des Projekts

Gefördert durch das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten

Projektlaufzeit 05/2016-03/2019

Projekt Energiesparhelfer

Energiesparhelfer informieren private Haushalte wie sie Energie einsparen können. Hierfür bildet der BUND interessierte Personen in einer kostenfreien Schulung zu ehrenamtlichen Energiesparhelfern aus, welche anschließend grundlegende Energiespartipps in die Haushalte tragen. Die Energiesparhelfer werden zukünftig gegen eine geringe Prämie auf ehrenamtlicher Basis tätig sein. 

Zukunfts-AG des Gymnasiums Asterstein informiert sich über Handprint

Foto: Stephan Balk

Die Zukunfts-AG des Gymnasiums auf dem Asterstein hat Nico Beckert (Promotor für Rohstoffe und Rohstoffpolitik an Haus Wasserburg) und Achim Trautmann (Promotor für öko-soziale Beschaffung, BUND Koblenz) zu einem Nachhaltigkeitsworkshop eingeladen.

Die beiden Promotoren stellten den Schülern den Handprint von Germanwatch vor, der den bisher bekannten ökologischen Fußabdruck ergänzt. Während beim ökologischen Fußabdruck jeder einzelne sein Handeln hinterfragt und deshalb z.B. den Bus nutzt statt mit dem Auto zu fahren, setzt der Handprint darauf, durch eine Strukturveränderung viele Menschen zu erreichen. Das Beispiel dafür wäre ein kostenloser und attraktiver öffentlicher Nahverkehr, den dann mehr Menschen viel häufiger nutzen würden. Ziel des Handprint ist es, nachhaltiges Verhalten kostengünstiger und einfacher zu machen als es bisher ist. Die Nachteile des nachhaltigen Verhaltens sollen überwunden werden.

Die Zukunfts-AG setzt sich am Gymnasium Asterstein für mehr Nachhaltigkeit ein. Sie hat eine Solarstromanlage finanziert und veranstaltet Umweltwettbewerbe in den Klassen, um Müll zu reduzieren und Strom zu sparen. Auch sammelt sie Kork und betreut eine Streuobstwiese.

Beim Workshop mit den Promotoren erarbeiteten die Schüler  zahlreiche Ideen für Projekte an der Schule. Für zwei Ideen entwickelten sie Strategien zur Umsetzung. Im Zentrum standen die Fragen: Welche Argumente sprechen für unsere Idee? Welche Mitstreiter können wir gewinnen und welche Entscheidungsträger müssen wir überzeugen, um die Idee umzusetzen?

„Wir freuen uns immer wieder, wenn interessierte jungen Menschen uns einladen und ihren Beitrag zur einer nachhaltigeren Zukunft leisten wollen. Die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN sind bei vielen jungen Menschen präsent. Das ist auch gut so. Wenn wir die Agenda 2030 mit ihren Zielen ernst nehmen, dann müssen wir jetzt handeln“ erklären Beckert und Trautmann. 

Klimanotstand: "Die Stadt kommt nicht vom FLÖCK - nicht LANGNER warten!"

BUND kritisiert den bisher fehlenden Willen zur Umsetzung des Klimastadtratsbeschlusses

"So wird das nichts. Wenn die Stadt nicht deutlich zulegt beim Tempo, bleibt der Ratsbeschluss vom 26.9.2019 reine Symbolpolitik", so Egbert Bialk, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschlands BUND, Kreisgruppe Koblenz. Der BUND kritisiert insbesondere, dass im Gegensatz zu anderen Städten wie Konstanz, Landau oder Mainz in Verwaltung und Rat kein Wille für einen Konsens in der Klimapolitik zu erkennen sei. Das Parteihickhack sei Gift für eine gemeinsame Kraftanstrengung zusammenmit den zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Die überstimmte Minderheit im Rat wollte gar den ungewollten Beschluss aufgehoben sehen. "Ein völlig inakzeptables Demokratieverständnis", so Bialk, der auch den Oberbürgermeister David Langner auffordert, die von ihm letztlich dann mitgetragenen Klimabeschlüsse nun schneller durchzusetzen und seinem Baudezernenten Bert Flöck, CDU, mehr Personal und Finanzmittel zur Verfügung zu stellen im kommenden Haushaltsjahr. Dies werde von Herrn Flöck aber immer wieder abgelehnt, womit der Koblenzer Klimaschutz weiter auf der Stelle treten würde. Unter grün-rot-roter Mehrheit bliebe es so de facto bei konservativer Politik in Koblenz.

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Klimastreik Koblenz 20.09.19

Für viele Menschen war es ein historischer Tag. Gemeinsam zogen sie am 20. September in Deutschland und in vielen anderen Ländern auf die Straße um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Egal ob Jung oder Alt, Großeltern mit ihren Enkeln, Schulkinder, Erwachsene oder ganze Familien. In Deutschland waren es insgesamt 1,4 Millionen Menschen, die an diesem Tag auf der Straße standen.

Auch hier in Koblenz fanden sich die Menschen ab 11:55 Uhr für die ersten Kundgebungen am Hauptbahnhof ein. Mit kreativ gestalteten Bannern und Plakaten, zum Teil verkleidet und mit Musik begleitet, war die Spiegelfläche vor dem Bahnhof zum Bersten voll. Erwartet wurden rund 500 Menschen, doch schlussendlich waren es fast 4500 Menschen, die sich dem Demonstrationszug anschlossen. Dieser Zug folgte einer festgelegten Aufzugsstrecke über die Rizzastraße, Hohenzollernstraße, Viktoriastraße bis hin zum Reichenspergerplatz, wo es bis 16 Uhr eine Abschlusskundgebung mit einigen Vorträgen und Musik gab. Auch der BUND war mit einigen Mitgliedern vertreten und begleitete den Zug, der über eine Stunde ohne Zwischenfälle durch die Stadt zog. Die Erwartungen an die Demo wurden bei weitem übertroffen. Es ist zu hoffen, dass auch immer mehr Menschen sich diese Ansichten zu Herzen nehmen und stetig wachsenden Druck auf die Politik ausüben. Wir sind gespannt auf dem 26. September, an dem in der Stadtratssitzung über die Ausrufung des Klimanotstandes in Koblenz diskutiert wird, und in Erwartung auf die kommenden Demonstrationen von „Fridays for Future“.

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Ablauf der Großdemo am 18. Mai

Vorplatz Hauptbahnhof:
Ab 13:30 Uhr: Sammeln, Musik-Vorprogramm
14:00 Uhr: Auftakt-Kundgebung mit Reden zur Klimapolitik (BUND)
14:20 Uhr: Start der Demonstration über Bahnhofstraße, Schlossstraße, Victoriastraße
unterstützt von Piri Piri (Samba)

Zentralplatz:
ca. 14:50 Uhr: Zwischenkundgebung mit Beiträgen zu Klimagerechtigkeit (Germanwatch), ökosoziale Stadtpolitik (IG Metall), Anti-Rassismus (DGB)
ca. 15:20 Uhr: Weitere Demonstration über Clemensstraße und Theatervorplatz zum Reichensperger Platz:
ab ca. 15:30 Uhr: Abschlusskundgebung mit Musikprogramm mit Mike Reinhard und Band (Sinti-Swing) und Mitgliedern der Rheinische Philharmonie u.a., dazwischen Redebeiträge zu: Klima/Zukunft für die Jugend (Greenpeace), Demokratie und Frieden in Europa (Pulse of Europe); soziale und globale Gerechtigkeit (Kath. Arbeitnehmerbewegung); Wahlaufruf für Klimaschutz, Ökologie, Demokratie, Gerechtigkeit
ca. 17 Uhr: Ende der Veranstaltung

Moderation der Kundgebungen: Julika Sandrieser (Greenpeace/Fridays for future) und Sebastian Hebeisen (DGB Region Koblenz), Technik: Johannes Thon
Demokratische Abgeordnete, Ratsmitglieder, Kandidat*innen zur Kommunal- und Europawahl und Parteipolitiker*innen sind herzlich eingeladen, unsere Forderungen anzuhören (Keine Parteireden!)
Der Aufruf zur Demonstration wird inzwischen von über 25 Organisationen unterstützt

Nichtstun verbaut unsere Zukunft! ACT NOW!!!
Kommt alle zur Demo am 18. Mai. Helft mit eurer Spende! (Konto s.u.)
Geht am 26. Mai zur Wahl, und stärkt die ökosoziale Politik und Demokratie!

ViSdP/Kontakt: Egbert Bialk, BUND-Büro Koblenz, Kornpfortstr. 15, 56068 Koblenz,  
Tel. 0261-9734539, regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de;  
Spenden: über BUND Koblenz, IBAN DE73 5705 0120 0000 1827 82, Stichwort: Großdemo

Warmlaufen für die Großdemo am 18.Mai 2019

Vorbereitungen zur Großdemo am 18.05.2019 laufen

Großdemo-Mobilisierung läuft an. Dieser neue Banner wird in den nächsten Wochen die verschiedenen Straßenaktionen des Aktionsbündnisses beleben. Bitte elektronisch weiterverbreiten. Die Großdemo startet am 18.5.2019 um 13:30 Uhr mit einem musikalischen Vorprogramm am Koblenzer Bahnhofsvorplatz. Auftaktkundgebung ab 14 Uhr, Demozug über Zentralplatz zum Reichensperger Platz, Abschlusskundgebung, Musik und Reden dort ab ca. 16 Uhr. 

Zukunft! Für unser Klima, für Demokratie, für soziale Gerechtigkeit!

Aufruf der aktiven demokratischen Zivilgesellschaft für eine Stärkung einer nachhaltigen, sozial gerechten Politik und gegen das Vordringen rassistischer, nationalistischer und autoritärer Kräfte
bei der Kommunal- und Europawahl

Wir fragen Sie, Bürgerinnen und Bürger, Jung und Alt, Wählerinnen und Wähler, insbesondere auch Politikerinnen und Politiker, die jetzt zur Europa- oder zur Kommunalwahl kandidieren, alle hier in unserer Stadt und Region lebenden Menschen:

Ist es unangemessen eine lebenswerte Zukunft zu fordern?

Eine klimaverträgliche Zukunft für kommende Generationen: Eine Zukunft, die Natur und Ressourcen schont, atomanlagenfrei ist und unser Klima nicht Jahr für Jahr weiter aufheizt? Weil ansonsten schlimme Opfer zu beklagen sein werden, wie schon jetzt hier in unserer Stadt und weltweit unübersehbar. Und künftig mit jedem Zehntel Grad jenseits der Pariser Klimaziele mehr und mehr unsere Kinder und Enkel betreffend, denn es sind gerade deren Lebensgrundlagen, die wir dabei sind zu vernichten.

Eine friedliche und tolerante Zukunft in Europa: Eine Zukunft, die nicht Nationalisten und Rassisten überlassen wird, ansonsten riskierend, dass es nach 74 Jahren ohne Weltkriege bei uns wieder gefährliche Konflikte zwischen Staaten gibt, und Diskriminierung von Volksgruppen, Kulturen, Religionen und Geschlechtern? Haben wir schon vergessen, dass wir dies in Europa doch schon einmal erlitten hatten, zwei Generationen zuvor?

Eine demokratische Zukunft: Eine Zukunft, in der die Menschenrechte - so großartig konkretisiert in unserem Grundgesetz und in vielen europäischen und UN-Übereinkünften - nicht weiter angegriffen, ausgehöhlt, ja weggeworfen werden? Obwohl wir doch wissen, dass in einem demokratischen Rechtsstaat alle Macht vom Volke ausgeht und Teilhabe und Mitgestaltung grundsätzlich rechtlich für alle garantiert sind?

Eine sozial und global gerechte Zukunft: Eine Zukunft, in der die Ungleichheiten und schreienden Ungerechtigkeiten zwischen Reich und Arm, hier und überall zur Sprache gebracht und systematisch abgebaut werden? Ist es nicht längst überfällig, dass Ausbeutung, Billigarbeit, Angst vor Verlust der Existenzgrundlage, soziale Entwurzelung, Flucht - sowohl in reichen Industrieregionen als auch in armen Ländern, etwa im globalen Süden - ersetzt werden durch Solidarität, gerechte Strukturen und ein gutes Leben für alle?

Wir kämpfen für eine lokal und global zukunftsfähige Politik: Wir, die aktive demokratische Zivilgesellschaft aus den verschiedensten, vielfältigen Bevölkerungsgruppen, Altersklassen und Verbänden sind uns einig, dass nur eine nachhaltige, klimaschützende, demokratische, friedliebende, sozial gerechte und diskriminierungsfreie Politik für unsere Kinder und Enkel zukunftsfähig ist – und in unserer Kommune, in unserem Land, in Europa und in der Welt Realität werden muss. Wir fragen die Politik und auch die Entscheider in der Wirtschaft: Was ist jetzt und hier euer Beitrag zur Verwirklichung dieser Zukunft?

Wir setzen auf Transparenz und Aufklärung und statt auf Lobbyismus, Hinterzimmerpolitik oder gar dumpfe Vorurteile: Wir wissen, dass es nicht reicht, die negativen Symptome zu bekämpfen, die Privilegierten und ihre Machtstrukturen weiterhin schützend, sondern dass wir unsere Gesellschaft schrittweise und insgesamt im Sinne des Gemeinwohls weiterentwickeln müssen, wo Profitinteressen und Lobbyismus von Konzernen nicht die Politik bestimmen. Wir kämpfen dafür in der ökologisch-sozialen Bewegung gemeinsam und mit der Kraft der Argumente statt der dumpfen Vorurteile.

Wir rufen vor diesem Hintergrund auf, gehen Sie am 26.5.2019 zur Wahl, nutzen Sie Ihre demokratischen Rechte und stärken Sie die Demokratie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit.

Wir kämpfen gegen das Nichtstun der verantwortlichen Politiker und Politikerinnen: Das Haus brennt, sagt die mutige Greta Thunberg aus Schweden, die Veränderung wird darum kommen, aber nicht von allein und nicht aus Wohlwollen, sondern weil auch wir sie in die Hand nehmen müssen. ACT NOW!!!

Koblenz, 18.5.2019

Erstunterzeichner/innen:

Energie und Klima Bund für Umwelt-und Naturschutz Deutschland eV BUND, Kreisgruppe Koblenz; Bendorfer Umweltinitiative; Bürgerinitiative gegen das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich; Naturfreunde Kettig; Greenpeace Koblenz; Solarenergieförderverein Deutschland eV., Infostelle Koblenz; Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB Mülhofen-Engers; Fridays For Future Koblenz; BUNDjugend Koblenz; Deutscher Gewerkschaftsbund DGB, Region Koblenz; Pulse of Europe Koblenz; Ökostadt Koblenz eV; … (und zahlreiche Privatpersonen)

 

Mahnwache zum Fukushima-Jahrestag 2019

Foto: T. Bernhard / BUND

Knapp 50 Personen hatten an unserer Mahnwache und dem anschließenden Montagsspaziergang teilgenommen, u.a. vom BUND Koblenz, Greenpeace, der BUNDjugend und Fridays For Future, auch mehrere Stadträte der Grünen. Egbert Bialk mahnte, die Opfer unserer gefährlichen Energiepolitik nicht zu vergessen und ihnen weiter ein Gesicht zu geben. Von der Politik verlangte er, Europa atomanlagen- und atomwaffenfrei zu machen. "Alle noch laufenden Atomkraftwerke müssen sofort abgeschaltet werden, da Strom in Hülle und Fülle vorhanden ist und nur dem Profit von RWE & Co dient. Atomkraft ist auch im sog. Normalbetrieb hochgefährlich und produziert für eine Million Jahre strahlenden Giftmüll." Dr. Thomas Bernhard verlangte eine deutlich schnellere Energiewende. Bis 2030 müssen die Kohlekraftwerke durch Wind und Sonne ersetzt sein, sonst sind die verbindlichen Klimaziele von Paris nicht mehr zu erreichen. Die Schäden der Klimakrise haben längst auch unsere Stadt erreicht, wie der letzte Hitzesommer gezeigt habe. Koblenz müsse endlich sein Klimaschutzkonzept ernsthaft umsetzen, auch in der Verkehrspolitik. Auch mehrere Jugendliche ergriffen spontan das Wort. Sie drückten in bewegenden Worten ihre Empörung über das Nichtstun der Politik aus und forderten, ihre Zukunft nicht zu verbauen. Zeitgleich fanden auch in Mainz und Trier ähnliche Aktionen statt. Für Freitagmittag steht der nächste Schülerstreik mit Demo vom Hauptbahnhof in die Altstadt an, einer von 200 in ganz Deutschland. Am 8. April wird der nächste Montagsspaziergang zur Klimaproblematik sein. Für den 18. Mai ruft ein breites Bündnis zur Großdemo in Koblenz auf unter dem Motto: "Zukunft! Für unser Klima, für Demokratie, für soziale Gerechtigkeit in unserer Stadt, in unserem Land, in Europa." Koblenzer Straßen stehen bis zur Europawahl ganz sicher noch bewegende Wochen bevor.

MFG Egbert Bialk, BUND Koblenz, Vors.

Koblenzer Delegierte aktiv auf dem BUND-Jahreskongress in Bad Hersfeld - Aufruf zum Kohleausstieg und zur Klima-Großdemo am 1. Dezember verabschiedet

Foto: BUND

Thomas Bernhard und Egbert Bialk nahmen letztes Wochenende aktiv an der Bundesdelegiertenversammlung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland eV (BUND) in Bad Hersfeld teil - hier bei einer Aktion vor dem Kurhaus.

Sie wirkten auch mit bei einer Resolution des BUND für Kohleausstieg und gegen Klimaerwärmung, worin Kohlekommission und Bundesregierung zu einer sofortigen Energie-, Verkehrs- und Agrarwende und einer wirksamen CO2-Bepreisung aufgefordert werden. Der Kohleausstieg müsse 2020 ambitioniert beginnen und in einem Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden. "Nur so können wir es noch schaffen, die in Paris verbindlich vereinbarten Klimaziele, insbesondere die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad, einzuhalten. Wir rufen darum alle Menschen, denen der Erhalt einer lebenswerten Zukunft für unsere Kinder und Enkel am Herzen liegt, zur Teilnahme an der Klimagroßdemo am 1. Dezember in Köln auf", so Bialk.
Nähere Informationen dazu auf bund.net oder beim BUND-Büro Koblenz, Tel. 0261 / 9734539, E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de.

Aktiven-Newsletter

Klimademo 29.11.2019 Koblenz - auch zur Initiative Lieferkettengesetz

Klimatour 2018... Ready, steady, go!

Weitere Infos und Etappen auf: Bündnis Klimaschutz Mittelrhein

Rette unser Wasser

Petition an Bundesumweltministerin Svenja Schulze:

Über 90% der Gewässer in Deutschland sind in einem miserablen ökologischen Zustand und stark belastet von zu vielen Nährstoffen und Chemikalien.  Am 20./21. September entscheidet die EU über die Zukunft unseres Wassers. Auch Deutschland hat mit zu entscheiden ob die wichtigen Gesetze zum Schutz des Wassers stark bleiben oder nicht. Die Fristen für die Umsetzung der sogenannten Wasserrahmenrichtlinie sollen noch weiter verschoben werden. Starke Lobby-Verbände setzen alles daran, die Standards beim Wasserschutz sogar zu lockern!

Doch Sie können helfen: Mit ihrer Nachricht an Bundesumweltministerin Frau Schulze zeigen Sie, dass Ihnen ein weiterhin strenger Schutz der Gewässer in Deutschland wichtig ist.

Hier geht's zur 

Protest-Aktion "Rette unser Wasser" 

Kundgebung zum Gedenken an die Fukushima-Katastrophe

Sieben Jahre nach der Katastrophe in Fukushima gedachten der BUND, Greenpeace, das AntiAtomNetz Koblenz und die Bürgerinitiative gegen das Atomkraftwerk in Mülheim-Kärlich an die Opfer und Folgen der Katastrophe in Fukushima vor sieben Jahren. Mit einer Schweigeminute wurde ihre Anteilnahme an die leidende Bevölkerung um Fukushima zum Ausdruck gebracht. Durch Redebeiträge, Banner und Atomsymbol-Laternen mahnten sie gemeinsam vor den Gefahren von Atomkraft.

Durch die Flutkatastrophe starben bei einem Erdbeben mit Tsunami am 11. März 2011 über 18000 Menschen. In der Folge begannen mehrere Katastrophen mit Super-GAU. 170 000 Einwohner mussten ihre verstrahlte Heimat verlassen.

Die Atomkatastrophe dauert bis heute an, mit immensen Folgen für Gesundheit, Umwelt und Wirtschaft. So steht belastete verstrahlte Erde als permanentes Gesundheitsrisiko an vielen Orten offen in Plastiksäcken herum und radioaktiv verseuchtes Wasser gelangt ständig ins Erdreich und in den Pazifischen Ozean. Dennoch werden Landwirte und Familien mit Kindern wieder dorthin umgesiedelt.

Die Koblenzer BUND Gruppe hält Kontakt zu Kazuhiko Kobayashi, einem japanischen Rentner, der Familien aus Fukushima Kinderfreizeiten über Spenden im Süden Japans ermöglicht. Kobayashi beklagt „Wir die freiwilligen unterstützenden Mitbürger werden leider weniger, sind aber noch da und fühlen uns jetzt um so stärker mit den leidenden Opfern solidarisch verbunden.“ Er kritisiert, dass viele Kinder mit offiziellem Druck gedrängt werden in die verstrahlten Gebiete zurück zu gehen und das obwohl beispielsweise die Schildrüsenkrebserkrankungen massiv zunehmen.

Egbert Bialk vom BUND und AntiAtomNetz erinnerte daran, dass Katastrophen, wie in Fukushima in Europa täglich Realität werden können. Bialk: „Cattenon und Tihange liegen in unmittelbarer Nachbarschaft von uns, es besteht dort ein erhöhtes Störfallrisiko, trotzdem werden sie nicht abgeschaltet und dass obwohl wir Atomkraft dank der erneuerbaren Energien nicht mehr für die Energieversorgung brauchen.“ Jeder weitere Betriebstag des AKW bedeute immer mehr Atommüll für den es keine Entsorgung gebe. Für kommende Generationen stelle Atomkraft eine beständige große Gefahr dar. Dementsprechend brauche es einen schnellen Umstieg auf hundert Prozent erneuerbare Energien, auch aus Klimaschutz gründen.

Spontane Demo in Mainz am 13.01.: Die Politiker sollen unser Klima schützen!

Große Koalition: Klimapolitik auf Kosten zukünftiger Generationen

Foto: BUND 2018, Thomas Bernhard

In ihren Sondierungsgesprächen haben sich CDU/CSU und SPD vom Erreichen der Klimaziele für das Jahr 2020 verabschiedet. Die Politiker der beiden Volksparteien verschließen damit die Augen vor der größten Herausforderung unserer Zeit. Sie bürden den jungen Menschen eine zentnerschwere Last für die Zukunft auf. Denn Kriege um Wasser und die Verwüstung ganzer Regionen sind die Folgen einer unverantwortlichen Klimapolitik.

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Der Klimawandel ist längst da – die Politik muss endlich handeln!

Mitglieder des Bündnis Klimaschutz Mittelrhein bei ihrem Treffen in Neuwied (Foto: Thomas Bernhard)

Bündnis Klimaschutz Mittelrhein vertieft ihre Zusammenarbeit bei der Luftreinhaltung in Neuwied und Koblenz – Klimaveranstaltungsreihe im Herbst geplant – Verfassungsklage gegen die BRD

Gemeinsame Aktionen zum Klimaschutz und gegen die Belastung der Luft durch Stickoxide in den Innenstädten standen im Mittelpunkt des kürzlichen Treffens des Klimabündnisses Mittelrhein in Neuwied. Dem Bündnis gehören inzwischen 16 Natur- und Umweltverbände, Initiativen, kirchliche Gruppen und Genossenschaften aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz an.

„Die Extrem-Wetterereignisse der vergangenen Wochen – man denke nur an Isenburg - zeigen: Der Klimawandel ist längst da, auch bei uns. Wir alle – EU, Bundesregierung, Kommunen sowie Wirtschaft und Bevölkerung - müssen endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, dass die Erderwärmung deutlich unter 1,5 - 2 Grad bleibt. So wurde das ja 2015 einstimmig und völkerrechtlich verbindlich in Paris beschlossenen. Mit jedem Jahr des Zögerns würden die Folgen teurer, unkontrollierbarer und existenzbedrohender“, so Dr. Thomas Bernhard vom BUND und Solarenergieförderverein SFV Koblenz. Die Versammlung äußerte darum keinerlei Verständnis für die Verschleppung des Kohleausstieges, die Deckelung der Erneuerbaren Energien oder die mangelhafte Umsetzung einer ökologisch- sozialen Verkehrswende. Mit einer Veranstaltungs- und Aktionsreihe im Herbst will das Bündnis die Klimaproblematik wieder verstärkt in die Öffentlichkeit bringen und Bundes- wie Kommunalpolitiker zum Handeln auffordern. Dazu werden Fahrraddemos, CO2-freie Klimatouren, Infoveranstaltungen und Straßenaktionen in der gesamten Region vorbereitet. Dr. Bernhard: „Wichtig ist auch die anstehende Verfassungsklage des SFV gegen die Bundesrepublik Deutschland wegen Missachtung des Klimavertrages von Paris. Hierfür suchen wir Unterstützer. Der Bundestag hat Paris einstimmig ratifiziert, die Regierung blockiert aber alle wichtigen Maßnahmen. Das ist rechtswidrig.“

Aktuelles Schwerpunktthema war die Luftverschmutzung im Ballungsraum Neuwied-Koblenz. In beiden Innenstädten liegen aufgrund des dichten Autoverkehrs die Stickoxidkonzentrationen nahe am gesetzlichen Grenzwert von 40 Mikrogramm, teils darüber. „Dies muss genauer erfasst werden, denn die Zahl der Messstellen ist viel zu gering.

Unseres Erachtens sind sie mitunter auch falsch platziert, um belegen zu können, dass eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung ausgeschlossen werden kann“, so Hendrik Hoeber, Vorsitzender des Neuwieder Umweltschutzvereins NUV. Hoeber verwies auch auf prinzipielle Mängel bei der Umsetzung der gesetzlichen EU-Vorgaben und des Bundesimmissionsschutzgesetzes bzgl. der Schadstoffgrenzwerte zum Schutzgut Mensch. Die NUV hat darum bereits begonnen mit eigenen Messungen die Situation in Neuwied näher zu analysieren. Dies soll in den nächsten Monaten

fortgesetzt werden. Auch der BUND wird sich daran beteiligen in Koblenz. „In der Koblenzer City lagen die Werte seit vielen Jahren über 40 Mikrogramm, 2017 genau auf dem Grenzwert, was wohl meteorologische Gründe hatte,“ stellte der BUND-Vorsitzende Egbert Bialk fest. „Gemacht wurde in Koblenz noch nichts. Weder genügend neue E-Busse wurden angeschafft, noch die Radsituation verbessert. Bis Förderanträge greifen, wird es noch Jahre dauern. Darum brauchen wir sofort eine deutliche Entlastung der Innenstadt vom Autoverkehr, geregelt mit einer Umweltzone und Sofortmaßnahmen für einen besseren Rad- und Nahverkehr. OB David Langner und der Stadtrat sind jetzt gefordert“, so der BUND.

Die nächste Versammlung des Bündnisses Klimaschutz Mittelrhein findet am 14. August in Bendorf statt.


Weitere Informationen/Unterstützung:

BUND-Regionalbüro Koblenz, Kornpfortstraße 15, Tel 0261-9734539, regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de , E. Bialk , Neuwieder Umweltschutz NUV, info@neuwieder-umweltschutz.de, Hendrick Hoeber

Naturfreunde Kettig, naturfreunde-kettig@gmx.de Oliver Hartmann.

Kundgebung zum Gedenken an die Fukushima-Katastrophe

Sieben Jahre nach der Katastrophe in Fukushima gedachten der BUND, Greenpeace, das AntiAtomNetz Koblenz und die Bürgerinitiative gegen das Atomkraftwerk in Mülheim-Kärlich an die Opfer und Folgen der Katastrophe in Fukushima vor sieben Jahren. Mit einer Schweigeminute wurde ihre Anteilnahme an die leidende Bevölkerung um Fukushima zum Ausdruck gebracht. Durch Redebeiträge, Banner und Atomsymbol-Laternen mahnten sie gemeinsam vor den Gefahren von Atomkraft.

Durch die Flutkatastrophe starben bei einem Erdbeben mit Tsunami am 11. März 2011 über 18000 Menschen. In der Folge begannen mehrere Katastrophen mit Super-GAU. 170 000 Einwohner mussten ihre verstrahlte Heimat verlassen.

Die Atomkatastrophe dauert bis heute an, mit immensen Folgen für Gesundheit, Umwelt und Wirtschaft. So steht belastete verstrahlte Erde als permanentes Gesundheitsrisiko an vielen Orten offen in Plastiksäcken herum und radioaktiv verseuchtes Wasser gelangt ständig ins Erdreich und in den Pazifischen Ozean. Dennoch werden Landwirte und Familien mit Kindern wieder dorthin umgesiedelt.

Die Koblenzer BUND Gruppe hält Kontakt zu Kazuhiko Kobayashi, einem japanischen Rentner, der Familien aus Fukushima Kinderfreizeiten über Spenden im Süden Japans ermöglicht. Kobayashi beklagt „Wir die freiwilligen unterstützenden Mitbürger werden leider weniger, sind aber noch da und fühlen uns jetzt um so stärker mit den leidenden Opfern solidarisch verbunden.“ Er kritisiert, dass viele Kinder mit offiziellem Druck gedrängt werden in die verstrahlten Gebiete zurück zu gehen und das obwohl beispielsweise die Schildrüsenkrebserkrankungen massiv zunehmen.

Egbert Bialk vom BUND und AntiAtomNetz erinnerte daran, dass Katastrophen, wie in Fukushima in Europa täglich Realität werden können. Bialk: „Cattenon und Tihange liegen in unmittelbarer Nachbarschaft von uns, es besteht dort ein erhöhtes Störfallrisiko, trotzdem werden sie nicht abgeschaltet und dass obwohl wir Atomkraft dank der erneuerbaren Energien nicht mehr für die Energieversorgung brauchen.“ Jeder weitere Betriebstag des AKW bedeute immer mehr Atommüll für den es keine Entsorgung gebe. Für kommende Generationen stelle Atomkraft eine beständige große Gefahr dar. Dementsprechend brauche es einen schnellen Umstieg auf hundert Prozent erneuerbare  

"Die Flüchtlinge aus Fukushima und ihr Leben"

Kazuhiko Kobayashi lebte 29 Jahre im Deutschland. Als er pensioniert wurde, ging er zurück nach Tokio, um dort seinen Ruhestand zu verleben. Die atomare Katastrophe vom Fukushima erschütterte ihn so sehr, dass er heute durch Europa reist, um auf die Gefahren der atomaren Energieerzeugung hinzuweisen.


Am 07.11.2014 war Kazuhiko Kobayashi auf Einladung des BUND Koblenz und der Heinrich Böll Stiftung im Schöffenhaus und berichtete beeindruckend über die Lebenswelt der Kinder im verstrahlten Bezirk bei Fukushima.

Vorab gab er den Umweltreportern der Grundschule Moselweiß ein exklusives Interview. Die Kinder waren beeindruckt, dass es einem Menschen so wichtig ist, seine Lebenszeit dafür einzusetzen, Menschen auf die Gefahren der Atomkraft aufmerksam zu machen. „Hat sich das mit der Radioaktivität gebessert?“, wollte einer der Umweltreporter wissen. Herr Kobayashi schilderte, dass die Radioaktivität sich über die ganze Welt verbreitet. Außerdem haben die Strahlenopfer in Japan genetische Störungen, die vererbt werden können, so dass viele Generationen betroffen sind. „Ich habe großes, großes Mitleid mit den Kindern. Deshalb sammle ich Spenden für diese Kinder. Ich möchte diese Kinder in eine sichere Gegend bringen. Ich mache diese lange Reise – das ist sehr anstrengend für mich – für diese Kinder.


In darauf folgenden öffentlichen Vortrag führte er in die Historie der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ein, und wie die Auswertung der Strahlenschäden ausschließlich in amerikanischer Hoheit blieb und später durch die Atombehörde IAEA kontrolliert wurde und dabei die Schäden klein geredet wurden. Er sagte, dass es damals den japanischen Ärzten verboten war Strahlenopfer zu behandeln, da man unverfälschte Krankheitsverläufe dokumentieren wollte. Wie dann die Atomkraftwerke als harmlose und positive Energiequelle gepriesen wurden, obwohl früh schon klar war, dass die Technik kaum beherrschbar war und eine Entsorgung ungeklärt blieb. Dennoch wurden gerade im ständig Erdbeben ausgesetzten Japan sehr viele AKW gebaut. In den Folgejahren wurden Probleme oder Störfälle konsequent vertuscht, begünstigt durch die japanische Tugend nie Vorgesetzte zu kritisieren.

Nach dem GAU häufen sich die vorher unbekannten Schilddrüsenkarzinome bei Kindern, und weiter obliegt die Überwachung der IAEA und Zusammenhänge zur Verstrahlung werden als unbeweisbar bagatellisiert. Die Kinder sollen zwecks Dokumentation der Krankheitsverläufe in der Region bleiben.

Die Bilder zeigten, dass normales Leben innerhalb der verstrahlten Region nicht mehr möglich ist: Nachdem durch Bodenabtragung ein Garten oder Grundstück dekontaminiert wurde, ist nach einigen Monaten durch Staubverwehung und Niederschlag wieder alles verstrahlt. Kinder können nicht draußen spielen. Hier setzt Kazuhiko Kobayashi an: Er sammelt Spenden um Kindern und Familien Kurzurlaube am Meer in unverstrahlter Region zu ermöglichen. Viele Kinder können so erstmals nach der Atomkatastrophe , also erstmals seit 2011 im Matsch spielen oder auf einer Wiese Blumen sammeln.

"Wenn eine Gesellschaft nicht mehr für ihre Kinder sorgt, bringt sie sich um ihre eigene Zukunft. Denn wir einzelne leben nicht ewig." Die beeindruckten Zuhörer spendeten reichlich zur Unterstützung dieser Kinderfreizeiten. Die Veranstaltung wurde möglich durch Einladung und Organisation des BUND Koblenz in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Bonn.


Thomas Bernhard, stellv. Vors. des BUND Koblenz 

Große Koalition: Klimapolitik auf Kosten zukünftiger Generationen (Kopie 1)

Foto: BUND 2018, Thomas Bernhard

In ihren Sondierungsgesprächen haben sich CDU/CSU und SPD vom Erreichen der Klimaziele für das Jahr 2020 verabschiedet. Die Politiker der beiden Volksparteien verschließen damit die Augen vor der größten Herausforderung unserer Zeit. Sie bürden den jungen Menschen eine zentnerschwere Last für die Zukunft auf. Denn Kriege um Wasser und die Verwüstung ganzer Regionen sind die Folgen einer unverantwortlichen Klimapolitik.

„Die Klimapolitik Angela Merkels ist ein Armutszeugnis. Die deutschen Emissionen stagnieren seit acht Jahren, statt endlich zu sinken“, sagt Nico Beckert, Fachpromotor für Rohstoffe an Haus Wasserburg. „Man darf sich nicht wundern, die selbst gesteckten Klimaziele nicht zu erreichen, wenn man jahrelang die Hände in den Schoß legt“.

CDU/CSU und SPD werden auch kein konkretes Datum für den Ausstieg aus der Kohleverstromung vereinbaren. Stattdessen soll eine Kommission einen Arbeitsplan zum Kohleausstieg entwickeln. „Diese Kommission ist schon seit November 2016 beschlossen“, so Beckert. „Die große Koalition braucht also über ein Jahr, um einen Arbeitskreis zu gründen. Die Mutlosigkeit der deutschen Klimapolitik könnte kaum besser veranschaulicht werden“.

Symbolbild der mutlosen deutschen Klimapolitik ist der Abriss des „Immerather Doms“. Die denkmalgeschützte Kirche der Stadt Erkelenz musste dem Braunkohle-Tagebau Garzweiler weichen. Die deutsche Klimapolitik vertreibt schon heute Menschen aus ihrer Heimat. „’Kirchen zu Kohleflözen’ scheint das Motto dieser Klimapolitik zu sein“ sagt Nico Beckert. „Das sind Bilder, über die noch zukünftige Generationen reden werden“. Und auch die Folgen des Klimawandels sind verheerend.

Stoppen wir den Klimawandel nicht, drohen ganze Regionen unbewohnbar zu werden.

Weit über 500 Millionen Menschen sind in Küstengebieten von Überschwemmungen bedroht. Im Großraum Indien mit über 1,5 Milliarden Einwohnern drohen so heiße und feuchte Sommer, dass die Region für Menschen unbewohnbar wird, weil sie ihre Körperhitze nicht mehr ableiten können. Schon heute schreitet die Wüstenbildung im südlichen Italien, in Griechenland, Bulgarien und Rumänien stark voran. Dies sind Länder, die direkt vor unserer Haustür liegen. Der ungebremste Klimawandel wird zu Flüchtlingsströmen ungekannten Ausmaßes führen.

„Statt mutlos Klimaziele aufzugeben, muss die deutsche Politik den Kampf gegen die Klimakrise intensivieren“, sagt Nico Beckert. Die deutsche Wirtschaft wächst seit Jahren. „Die hohen deutschen Staatseinnahmen müssen in Nachhaltigkeit investiert werden. Die Erforschung neuer Technologien wie Energiespeichern muss viel stärker subventioniert werden. Es braucht mehr Gelder für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und für eine klimagerechte Verkehrswende“ sagt Beckert. Auch Lokal- und Regionalpolitiker können den öffentlichen Nahverkehr voranbringen und Städte Fahrrad-freundlicher gestalten. Sie müssen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Politiker auf Bundesebene zu mehr Klimaschutz drängen.

Nico Beckert
Fachpromotor für Rohstofe und Rohstoffpolitik
Haus Wasserburg
Vallendar 

Zur Diskussion: "Grüner" Kapitalismus oder ökologischer Sozialismus

Unser Planet wird von einer existenziellen Doppelkrise beherrscht, bestehend aus der Krise der Sozialen Gerechtigkeit und der Ökologischen Krise. Diese Krisen dürfen nicht getrennt wahrgenommen werden, sondern müssen zusammen gedacht und gelöst werden, weil sie auf fatale Weise miteinander verschränkt sind. Sogar in den fortgeschrittenen Industrieländern besteht insgesamt eine große und wachsende Spaltung der Gesellschaft u.a. durch immense Arbeitslosigkeit bzw. unsichere und schlecht bezahlte Arbeit. Das kapitalistische System setzt zur Bewältigung von sozialen und ökonomischen Krisen auf wirtschaftliches Wachstum. Wirtschaftliches Wachstum ist aber nicht länger ohne weitere Umweltschäden/-zerstörung zu erzielen. Der Ressourcenverbrauch der Menschheit liegt schon jetzt weit über dem, was das Ökosystem des Planeten verkraften kann. Wir sind in einem Teufelskreis. Wie Können wir diesem Teufelskreis entrinnen? Zur Reduzierung des Ressourcenver-brauchs setzt der Ökokapitalismus auf ökologisch attraktive Produkte / Waren. Ökologisch attraktive Produkte / Waren sind selbstverständlich an sich sinnvoll. Aber sie können nur eine singuläre Öko-Effizienz zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und damit der Umweltschädigung hervorbringen - aber keine systematische Öko-Effizienz.

„Grüner“ Kapitalismus kann verbrauchsarme Autos herstellen, aber keine effizienten Verkehrssysteme. Er kann Öko-Häuser bauen, aber keine ökologisch sinnvollen Siedlungsstrukturen schaffen. Er kann effiziente Heizungen und Elektrogeräte zur Verfügung stellen, aber keine nachhaltigen Energiesysteme; Bio-Lebensmittel, aber keine Bioagrarsysteme (Dr. Hans Thie, Ökonom und Soziologe).

Große ökologische Effekte sind aber nur dann zu erzielen, wenn man nicht nur auf einzelne grüne Produkte/Waren, sondern auch und vor allem auf ökologische Systeme / Strukturen setzt. Ökologische Systeme / Strukturen können jedoch nicht aus der kapitalistischen Wirtschaftsweise 'kreiert' werden, weil sich innerhalb des kapitalistischen Wirtschaftssystems die systemimmanente Konkurrenz der Produktanbieter und der Wachstumszwang betreffend die Produktion nicht aufheben lassen. Das Konkurrenzprinzip befeuert den Wachstumszwang. Unabdingbar hinzu kommt, dass ökologische Systeme/Strukturen nur aus demokratischen, politischen, gesellschaftspolitischen Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen der Menschen hervorgehen dürfen. Diese Prozesse dürfen nicht der „unsichtbaren Hand“ des Marktes anheimfallen bzw. durch eine „marktkonforme Demokratie“ völlig entwertet werden!

Die lediglich singuläre Öko-Effizienz ist auch unter dem Gesichtspunkt der sog. Bumerang- oder Rebound-Effekte nicht als hinreichende Problem-lösung für die Ökologische Krise anzusehen. Rebound bedeutet für den Konsum: Die in der Wohnung eingesparte Kilowattstunde entlastet das Einkommen und landet als Umsatzplus im „Mediamarkt“ oder im „EasyJet“-Billigflieger. Rebound bedeutet für die Produktion: Der ver-minderte Rohstoffverbrauch des Unternehmens senkt die Kosten und stärkt die Fähigkeit, in neue Produktlinien zu investieren (für Produkte, deren „Bedarf“ erst neu durch Werbung „erschaffen“ wurde). So steigert jeder Effizienzgewinn an der einen Stelle den Verbrauch / Ressourcenver-zehr an einer anderen. Ganz allgemein: Wenn der Stromverbrauch jedes einzelnen Elektrogerätes sinkt, aber die Zahl der Geräte rapide ansteigt, ist nichts gewonnen.

Reine Einzeleffizienzstrategien, die den Verbrauch in Relation zur Wertschöpfung senken sollen, reichen nicht, um die Inanspruchnahme der Natur schnell, dauerhaft und absolut zu senken! „Grüner“ Kapitalismus ist systemisch letztlich ungeeignet die Ökologische Krise zu meistern, weil er keinen 'gesellschaftlichen Sinn' erzeugen kann.

Dr. Hans Thie: „Grüner Kapitalismus (...) sorgt für das Flair ökologischer Modernität. Aber er ist keine Antwort, wenn es um fundamentale Zukunftsfragen geht. Wer Ökologie für alle will muss die Wirtschaftsordnung ändern.“

Papst Franziskus argumentiert in Laudato si 111 wie folgt: „Die ökologische Kultur kann nicht reduziert werden auf eine Serie von dringenden Teilantworten auf die Probleme, die bezüglich der Umwelt- schäden, der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen und der Verschmutzung auftreten. Es müsste einen anderen Blick geben, ein Denken, eine Politik, ein Erziehungsprogramm, einen Lebensstil und eine Spiritualität, die einen Widerstand gegen den Vormarsch des techno-kratischen Paradigmas bilden. Andernfalls können auch die besten ökologischen Initiativen schließlich in derselben globalisierten Logik stecken bleiben. Einfach nur eine technische Lösung für jedes auftretende Umweltproblem zu suchen bedeutet, Dinge zu isolieren, die in der Wirklichkeit miteinander verknüpft sind, und die wahren und tiefsten Probleme des weltweiten Systems zu verbergen.“

Franziskus in Laudato si 112: „Es ist jedoch möglich, den Blick wieder zu weiten. Die menschliche Freiheit ist in der Lage, die Technik zu beschränken, sie zu lenken und in den Dienst einer anderen Art des Fortschritts zu stellen, der gesünder, menschlicher, sozialer und ganzheitlicher ist. Die Befreiung vom herrschenden technischen Paradigma geschieht tatsächlich in manchen Situationen, zum Beispiel wenn Gemeinschaften von Kleinproduzenten sich für weniger verschmutzende Produktionssysteme entscheiden und dabei ein Modell des Lebens, des Wohlbefindens und des nicht konsum-orientierten Miteinanders vertreten; oder wenn die Technik sich vorrangig darauf ausrichtet, die konkreten Probleme der anderen zu lösen, in dem Wunsch, ihnen zu helfen, in größerer Würde und in weniger Leid zu leben; (…).“ Franziskus beschreibt meisterhaft das Prinzip des Schutzes der Umwelt und der Solidarität. Bewahrung der Schöpfung für ALLE!

Die strikten Anforderungen des Ökosozialismus an UNS ALLE sind damit jedoch noch nicht beendet! Alberto Acosta, ehemaliger Präsident der verfassungsgebenden Versammlung Ecuadors, stellt fest: „Es ist zum Beispiel ein Fehler zu glauben, dass die globalen Umwelt-probleme mit marktwirtschaftlichen Instrumenten gelöst werden können. (…) Es hat sich gezeigt, dass (bisher noch nicht ausreichende) Normen und Regulierungen wirksamer sind als Angebot und Nachfrage, die „selbstregulativen Gesetze“ der kapitalistischen Welt. (…) Die Postmoderne, eine Zeit der Ernüchterung, muss überwunden werden. Es kann nicht weiterhin das zerstörerische Entwicklungsmodell herrschen, dessen Paradigma endloses Wirtschaftswachstum ist. Das Konzept des Fortschritts als ständige Akkumulation materieller Güter muss demzufolge überwunden werden. (…) Außerdem wissen wir inzwischen, dass die „Entwicklung“ als Neuauflage der Lebensstile der zentralen Länder auf globaler Ebene nicht wiederholt werden darf. Ein derart konsumgeprägter und auf Raubbau angelegter Lebensstil gefährdet das globale ökologische Gleichgewicht und schließt immer größere Menschenmengen von den (angeblichen) Vorteilen der ersehnten Entwicklung aus. Dem ganzen technischen Fortschritt zum Trotz ist nicht einmal der Hunger auf der Welt besiegt.“

Die Ressourcen der Erde sind endlich und die Zukunftserwartung des Menschen ist beschränkt, da sie nicht für die gesamte Menschheit verallgemeinert werden kann. Bereits um 1950 sagte Mahatma Gandhi: Wenn Indien so sein wollte wie Großbritannien, müsste es zwei Planeten zur Verfügung haben, die es ausbeuten kann. Dieselbe Wahrheit sprechen heute Soziobiologen wie Edward O. Wilson oder Astrophysiker wie James Lovelock aus. (Befreiungstheologe Leonardo Boff, Zukunft für Mutter Erde)

Die Ökosozialisten John Bellamy Foster und Fred Magdoff führen aus: „Da das kapitalistische System (…) „den Göttern des Profits und der Produktion“ huldigt, statt auf reale Bedürfnisse einzugehen, ist es nicht in der Lage, alle Menschen mit dem Notwendigsten für ein anständiges Leben zu versorgen, in manchen Fällen nicht einmal mit dem Leben selbst. (…) Daraus folgt, dass die verschiedenen Wege zur „Reformierung“ des Kapitalismus, unterstützt von oftmals wohlmeinenden, praktisch denkenden Leuten, die innerhalb der Parameter des im System Zulässigen Dinge verändern möchten, wenig mehr sind als intellektuelle Verrenkungen: Die Leute versuchen, grundlegende Eigenschaften des Systems zu umgehen oder auszubügeln, weil eine wirkliche Alternative aus ihrer Sicht undenkbar ist. „Grüner Kapitalismus“ bietet keinen Ausweg aus einem System, das exponentiell wachsen und in dem der Verbrauch an natürlichen Ressourcen, die chemische Verschmutzung, die Menge an verseuchtem Klärschlamm, Müll und vieler anderer giftiger Substanzen weiter zunehmen muss - sogar wenn die Produkte mit äußerster ökologischer Sorgfalt hergestellt und für eine mühelose Wiederverwendung entwickelt werden. Einige dieser Reparaturen werden wahrscheinlich die Geschwindigkeit der Umweltzerstörung abbremsen, aber das Ausmaß der notwendigen Veränderungen lässt all diese Methoden wie ein Tropfen auf den heißen Stein erscheinen. Das Problem bei all diesen Ansätzen ist, dass sie es der Wirtschaft gestatten, denselben katastrophalen Kurs fortzusetzen, dem sie gegenwärtig folgen. Die Wirtschaft kann weiter wachsen und wir können weiterhin alles konsumieren was wir möchten (jedenfalls so viel uns Einkommen und Besitz erlauben) - wir können in unseren effizienteren Autos größere Entfernungen zurücklegen, in sehr großen, aber gut isolierten Häusern wohnen, alle erdenklichen von grünen Firmen hergestellten neuen Produkte konsumieren und so weiter. Wir brauchen nur die neuen grünen Technologien zu unterstützen (…) und wir können ziemlich genau wie zuvor weiterleben, in einer Wirtschaft des immerwährenden Wachstums und der Profite.“

Aber genau das ist die sehr gefährliche Illusion des Ökokapitalismus - auch bei allem notwendigen und sinnvollen Einsatz „grüner Technik“!

Foster/Magdoff weiter: „Was reduziert werden muss, ist nicht nur der CO 2-Fußabdruck, sondern der ökologische Fußabdruck. Das bedeutet, dass die wirtschaftliche Expansion weltweit und insbesondere in den reichen Ländern reduziert oder sogar gestoppt werden muss. Gleichzeitig muss in vielen armen Ländern die Wirtschaft expandieren, was einen noch größeren Schnitt bei den ökologischen Fußabdrücken reicher Ökonomien erfordert, um der Entwicklung an der Peripherie Raum zu lassen.

Die neuen Prinzipien, die wir unter diesen Umständen unterstützen sollten, sind diejenigen einer nachhaltigen menschlichen Entwicklung.“

Der Ökosozialist Saral Sarkar arbeitet mit dem für ihn zentralen Begriff der 'Zangengriffkrise'. „Jetzt aber befindet sich die Welt in einem Zangengriff, ist gefangen zwischen der Gefahr von Klimakatastrophen und der Gefahr der Erschöpfung der fossilen Energieträger, besonders des Öls.

Die (…) Zangengriffkrise hat aber wenig zu tun mit den inneren Widersprüchen des Systems. Ihre Ursache liegt in den Natur-gesetzen, außerhalb der Kontrolle des Systems. Es sieht nicht so aus, dass der Kapitalismus diese Krise wird überleben können.“ Der Ökosozialist und Ökotheologe Bruno Kern formuliert es so: „Nun aber steht der Kapitalismus weltweit zum ersten Mal vor einer unüberwindlichen Schranke, die ihm „von außen“ gesetzt, geologisch-physikalischer Natur und deshalb endgültig ist: vor den Grenzen des Wachstums durch Erschöpfung der nicht erneuerbaren Ressourcen und durch die Erschöpfung der ökologischen Tragfähigkeit der Erde. Aus dieser „Zangengriffkrise“ kann er nicht entrinnen.“

Saral Sarkar erklärt darüber hinaus unzweifelhaft, dass die Krisen des kapitalistischen Wirtschaftssystems „wegen der inneren Logik des Systems - Konkurrenz, Profitmotiv, Wachstumszwang usw. - nicht im Rahmen des Kapitalismus überwunden werden können. Die bevorstehende, unvermeidliche, weltweite und lang anhaltende Schrumpfung der Wirtschaften kann nur dann friedlich bewältigt werden, wenn die Menschheit bereit ist, sich vom Kapitalismus zu verabschieden und, parallel zu dem Schrumpfungsprozess, eine neu konzipierte sozialistische Gesellschaft aufzubauen.“ Saral Sarkar zeigt sich überzeugt: „Denn jede Entwicklung (…) der Produktivkräfte, Weiterentwicklung der Automation zum Beispiel, würde, wenn sie auch verbreitet angewendet würde, unweigerlich mehr Ressourcenverbrauch und damit mehr Umweltzerstörung nach sich ziehen. Das aber ist etwas, was sich die Menschheit nicht mehr erlauben darf.“ Diese Aussage könnte als zu rigoros - ggf. fortschrittsfeindlich angesehen werden. Aber ist sie das objektiv wirklich?

Hören wir erneut Papst Franziskus in Laudato si 193: „Wenn in einigen Fällen die nachhaltige Entwicklung neue Formen des Wachstums mit sich bringen wird, muss man immerhin in anderen Fällen angesichts des unersättlichen und unverantwortlichen Wachstums, das jahrzehntelang stattgefunden hat, auch daran denken, die Gangart ein wenig zu verlangsamen, in dem man einige vernünftige Grenzen setzt und sogar umkehrt, bevor es zu spät ist. Wir wissen, dass das Verhalten derer, die mehr und mehr konsumieren und zerstören, während andere noch nicht entsprechend ihrer Menschenwürde leben können, unvertretbar ist. Darum ist die Stunde gekommen, in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren und Hilfen zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann.“

Und hören wir zum Schluss den großen Franzosen Stéphane Hessel: „Das im Westen herrschende materialistische Maximierungsdenken hat die Welt in eine Krise gestürzt, aus der wir uns befreien müssen. Wir müssen radikal mit den Rausch des „Immer noch mehr“ brechen, in dem die Finanzwelt, aber auch Wissenschaft und Technik die Flucht nach vorne angetreten haben. Es ist höchste Zeit, dass Ethik, Gerechtigkeit, nachhaltiges Gleichgewicht unsere Anliegen werden. Denn es drohen uns schwerste Gefahren, die dem Abenteuer Mensch auf einem für uns unbewohnbar werdenden Planeten ein Ende setzen könnten.“

Helmut Gelhardt
Mitglied BUND / NaturFreunde / Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)  

Solarenergie-Förderverein-Infostelle Koblenz eröffnet "Speicher, Wind- und Sonnenstrom ersetzen Kohle und Atom!"

Die feierliche Eröffnung der Infostelle Koblenz des Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) im Dreikönigenhaus am vergangenen Sonntag war ein voller Erfolg. Zahlreiche Gäste, interessiert und motiviert dazu beizutragen die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, lauschten dem Vorträgen: Dr. Rüdiger Haude sprach zu „Energiewende – zentral oder dezentral organisieren“ und Thomas Bernhard zu „was ist zu tun – die neue Greenpeacestudie zu den Folgerungen nach Paris COP21“. Gäste nutzen die Kontaktmöglichkeiten, kamen in intensive Gespräche, fuhren verschiedene e-Fahrzeuge Probe, oder vereinbarten auch Aktionen.

Es wurde einiges geboten – und noch mehr mitgenommen:

Der Ort: Dreikönigenhaus in der Kornpfortstraße 15, das die ISSO Startup-Unternehmen und Koblenzer Umweltbüros von BUND, VCD, Ökostadt Koblenz und jetzt auch den SFV beherbergt. Dieser profitierte durch die enge Zusammenarbeit auch vom BUND-Personal; voller Saal des Soul-Food Cafes mit Sektempfang.

Die Menschen: SFV-Aktive aus Koblenz, Aachen, Bayern, Koblenzer und im Umland ansässige Unternehmer, engagierte Bürger, Umwelt-Aktive, Politiker aus Stadtrat und der Landespolitik, e-Auto-Besitzer, Solateure, der Buchautor eines Reiseführers zu Erneuerbare Energien in Deutschland, und viele mehr...

Das Ambiente: Eine mobile Rollup-Ausstellung des SFV zur Erderwärmung und Möglichkeiten einer besseren Zukunftsgestaltung; Informationen rund um die Solarenergie, zahlreiche Bücher, die tollen neuen Räumlichkeiten aller ansässigen Büros – ein inspirierendes Ambiente und dazu eine Austellung gängiger E-Fahrzeuge von e-Rollern, e-Motorrad, Twizzy, e-Smart, Citroen C-zero, BMWi3, Renault Zoe, Kangoo, Nissan Leaf von Autohaus Schilling, Tesla.

Die Inhalte: Dr. R. Haude kennzeichnete die Möglichkeiten bisheriger und zukünftiger Energieversorgung, und zeigte neue Aspekte auf: die dezentrale Versorgung ist technisch ausgereift, hat den Vorteil besserer Fehlerfreundlichkeit -mit dem Verweis auf Fukushima-, die höheren Wirkungsgrade mit Nutzung der Abwärme vor Ort, die kurzen Netze, und die Schnelligkeit des Aufbaus. Der wirtschaftliche Vorteil ist, dass Bürger geringere Gewinnerwartungen haben, Gewinne in eine regionale Wertschöpfung eingehen. Politisch: Dass Dezentralität die Demokratie stärkt statt eine Macht im Staat zu generieren die globale Fehlentwicklungen hervorruft statt korrigiert. - Dr. T. Bernhard, der auch im BUND Koblenz aktiv ist, berichtete über den Stand nach Paris: Der weltweite Konsens die Erderwärmung möglichst bei 1,5 Gradzu halten.

Was das bedeutet, hat eine neue Studie aufgezeigt: Es muss der CO2-Ausstoß weltweit und vorher noch in den Industrieländern so schnell wie möglich heruntergefahren werden, denn jeder weitere Ausstoß erhöht die Konzentration in der Atmosphäre und damit die Erwärmung. Konkret muss Deutschland bis 2025 die Kohleverstromung beenden, bis 2035 komplett Strom aus Erneuerbaren herstellen. Der PKW-Verkehr muß statt zuzunehmen pro Dekade um 10% reduziert werden, und alle Autos 2035 elektrisch fahren. Das sind Ziele die sich mit dem heutigen Zwiedenken nicht vereinbaren lassen, das eine zu wollen und das andere trotzdem zu tun. Konkret hieße das auch: keine Nordtangente mehr, keine neuen Autobahnen, keine Verbrenner-Autos mehr kaufen; lieber Fahrradwege und e-Bikes. Jede Verzögerung bringt uns mehr Erderwärmung.

Manche Gespräche waren sehr konkret, etliche überlegen welches e-Auto es denn sein soll, und es wurden Aktionen besprochen zu dem Thema, vom „Tag der Elektromobilität“ am 22.4. auf der Festung Ehrenbreitstein über den Film „power to change“ ab 21.4 in den Kinos, zu Vorträgen oder Schulaktionen. Die SFV-Infostelle Koblenz ist dabei. Eine gelungene Matinee.

Ansprechpartner ist Thomas Bernhard, weitere Infos unter www.sfv-infostelle-koblenz.de, und www.sfv.de; Kontakt, Spende, Mitgliedschaft - wir freuen uns auf Sie: Tel. 0261 / 9734539 im Büro des BUND. 
 

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