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Kreisgruppe Koblenz

Pressemitteilung, 20.5.2018. Tausend demonstrieren für Klima, Gerechtigkeit und Demokratie. Breites ökosoziales Bündnis setzt in Koblenz ein starkes Zeichen vor der Wahl

„Geht am 26. Mai zur Wahl, wählt Klimaschutz, wählt soziale und globale Gerechtigkeit, wählt Demokratie! Rassisten und Nationalisten sind eine Bedrohung für eine enkeltaugliche Zukunft und den Frieden in Europa!“ Mit diesem Appell eröffnete BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk eine bemerkenswerte Demonstration in Koblenz. 27 Verbände und Gruppierungen, darunter BUND, Nabu, Greenpeace, Germanwatch, Gewerkschaftsbund, Kirchengruppen und das Schülernetzwerk Fridays for Future, hatten aufgerufen. Rund 1000 Menschen kamen, Jung und Alt aus der ganzen Region, teils auch aus Mainz, Bonn oder Landau, und feierten eine Woche vor den Wahlen ein bun(d)tes Fest der Demokratie. Ihre Sorge: Weiteres zögerliches Nichtstun der Politik und Wirtschaftslenker verbaut unser aller Zukunft. „Die Demo war ein starkes Signal, das die Politik ernstnehmen muss, denn unser ökosoziales Bündnis wird auch nach der Wahl nicht lockerlassen“, so das Fazit von Bialk.

Sambatrommeln von Piri Piri und Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ hallten am Samstag durch die Koblenzer Innenstadt. Ein unübersehbarer Menschenstrom schob sich vom Bahnhof zum Zentralplatz und dann am Theater vorbei zum Reichensperger Platz. Sehr unterschiedliche Banner von „Klimaschutz statt Kohleschmutz“ bis „Koblenz bleibt BUNT“ oder kreative, handgemachte Plakate wie „Saubere Luft in Koblenz“, „1. Wahl: Klima und sozial“ oder „Plastikfrei! Wir sind dabei“ bildeten ein farbenfrohes Panorama. Breiter konnte der Protest der Zivilgesellschaft gegen den Reformstau der Politik kaum sein. Moderiert wurden die drei Kundgebungen von Julika Sandrieser, einer engagierten Schülerin, die auch bei Greenpeace mitarbeitet, und Sebastian Hebeisen vom DGB Region Koblenz. Nach der Begrüßung von Versammlungsleiter Egbert Bialk und der Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz beleuchtete der Arzt und BUND-Vizevorsitzende Dr. Thomas Bernhard die Problemfelder. Der Kohleausstieg müsse sofort beginnen und von einer wirksamen, sozial gerechten CO2-Abgabe unterstützt werden, andernfalls sei das überlebensnot­wendige 1,5-Grad-Ziel nicht mehr zu erreichen. Auch das weltweite Artensterben mache ein sofortiges Umlenken notwendig, auch bei der Koblenzer Klima- und Verkehrspolitik. Christoph Bals, der bundespolitische Geschäftsführer der Eine-Welt-Organisation Germanwatch verwies auf die notwendige Klimagerechtigkeit. Bals hatte alle UN-Klimakonferenzen mitbegleitet und betonte die völkerrechtliche Bindung des Paris-Abkommens und die Solidarität mit den Ländern des Südens, die unter unserem Lebensstil litten. Den Zusammenschluss der Umweltverbände mit Gewerkschaften und Kirchen begrüßte er sehr, denn: „Bei dem erforderlichen Struktur­wandel müssen die Menschen mitgenommen werden.“ Stefanie Maier von der IG-Metall engagiert sich für Arbeitnehmer*innen-Rechte. Ein gutes Leben für alle erfordere neben der Sicherung der Lebensgrundlagen Solidarität, Gemeinwohlverpflichtung und gute, d.h. sichere Arbeitsplätze. Sprecher*innen von Greenpeace und Fridays for Future spannten einen weiten Bogen von der Klimaerhitzung bis zum eigenen oft umwelt­belastenden Verhalten. Jede*r Einzelne trage Verantwortung. Aufrufe zu Frieden und Zusammenhalt in Europa schlossen die Liste der Reden ab. Nach Appellen durch Pulse of Europe forderte Helmut Gelhardt von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung eine Abkehr von Freihandelsabkommen wie TTIP oder Ceta, die vor allem den Interessen der Finanzkonzerne dienten. Am Zentralplatz und am Reichensperger Platz war auch der Kampf gegen rassistische Gewalt Thema. Sebastian Hebeisen vom DGB erinnerte an den tödlichen Anschlag eines Nazis auf dem Zentralplatz vor 27 Jahren und die Verfolgung von Andersdenkenden und Minderheiten durch die Nazis unter Hitler. Hiervon waren auch Sinti und Roma betroffen. Den Veranstaltern war es darum eine besondere Freude, mit Mike Reinhardt eine bekannte Sinti-Swing-Band als virtuosen kulturellen Abschluss gewinnen zu können. Rundum ein bewegendes friedliches Fest unserer demokratischen Zivilgesellschaft.

Für die Veranstalter der Demo: Egbert Bialk, BUND Koblenz, tel 0261-94249638 oder über Regionalbüro Koblenz 0261-9734539, E-Mail regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de

Pressemitteilung 6.5.2019. Plastikfrei! Wir sind dabei. BUND-Aktion gegen Vermüllung von Landschaft und Meeren mit Tipps für umweltbewusste Verbraucher*innen und Forderungen an die Kommunen

Kaum ein Lebensbereich kommt heute mehr ohne Plastik aus. Preiswert, pflegeleicht, leider aber nicht ohne Folgen. Schon beim Gebrauch werden gesundheitschädliche Substanzen abgegeben, für Fluss- und Meerestiere ist Plastik oft tödlich. Die Ozeane sind zu Plastikmülldeponien verkommen. Die Verursacher sind nicht nur illegale Entsorger sondern wir alle als Konsumenten. Der BUND Koblenz will das nicht tatenlos hinnehmen. Seit Februar gibt es eine eigene Plastik-AG, die Alternativen erarbeitet und nun an die Öffentlichkeit geht.

"Weniger ist mehr, insbesondere bei Verpackungen", so die AG-Leiterin Ingrid Bialk. "Wir haben unsere Einkäufe selbst unter die Lupe genommen, gehen nun viel bewusster mit Verpackung um. Gemüse im Plastikpack lasse ich konsequent liegen, ein selbstgenähtes Netz aus altem Gardinenstoff habe ich immer dabei, beim Brot einen Baumwollbeutel. Und Getränke gibt es bei uns nur in Glasmehrwegflaschen." Das sind nur einige der Tipps zur Plastikvermeidung, die der BUND anbietet. Näheres siehe bei Facebook, auf der Homepage koblenz.bund-rlp.de oder auch bei einem Infostand, der am 11. Mai am Jesuitenplatz gemeinsam mit Greenpeace geplant ist. Hier kann man auch weitergehende Forderungen an die kommunale Politik unterschreiben. "Die Städte und Gemeinden müssten viel umweltbewusster sein bei ihren Beschaffungen", meint auch Achim Trautmann, Regionalpromotor für ökosoziale Beschaffung des BUND im Büro Koblenz. "Dies gilt für Gebäude, Mobiliar, Bekleidung oder Ernährung in Kantinen. In Kindergärten ist oftmals zu viel PVC verarbeitet, aus übersteigertem Hygienedenken. Bei der Verpflegung in Kliniken oder Kantinen finden wir überall Kleinpackungen, mehrfach plastikverschweißt. Nicht alles wird recycelt und so landet der Plastikmüll auch in Asien oder Afrika, am Rande von Slums oder in den Ozeanen. Schuld sind letztlich wir und unsere Wegwerfwirtschaft."

Wer mithelfen und umsteuern will, kann sich beim BUND-Regionalbüro oder dem Infostand am 11.5. informieren oder bei der Plastik-AG mitarbeiten.

PressemitteilungenKontakt: BUND Koblenz, tel. 0261-9734539, E-Mail regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de

Mitmach-Termine: Plastik-AG Mi, 8.5.2019, 18 Uhr im BUND-Büro, Kornpfortstraße 15, Koblenz; Infostand am Jesuitenplatz Koblenz, Sa, 11.5.2019, 11-17 Uhr, gemeinsam mit Greenpeace

Pressemitteilung, 15. April 2019. Erlebniswelt Mosellum an der Staustufe Koblenz wieder eröffnet

Foto: BfG

Fische und Flussökologie kann man jetzt hautnah erleben – gratis, auch am Wochenende. Gruppen sollten sich anmelden, auch Workshops können gebucht werden.

Nach der Winterpause öffnete das vom Mainzer Umweltministerium 2011 errichtete Mosellum – Erlebniswelt/Fischpass an der Staustufe Koblenz - mit neuen Öffnungszeiten und einem frischen pädagogischen Konzept wieder seine Tore. Der Eintritt ist jetzt frei, Gruppen sollten sich lediglich anmelden. Besucher werden vom Personal auf Wunsch über die Angebote informiert und stehen für Fragen zur Verfügung. Es können auch spezielle Workshops gebucht werden.

Neuer Träger der umweltpädagogischen Begleitung ist der BUND Rheinland-Pfalz, Projektleiterin ist die Biologin Helene Kraniotakes, erreichbar über das BUND-Büro in der Kornpfortstr. 15 (Dreikönigenhaus/Altstadt) Tel. 0261-97353841. Frau Kraniotakes freute sich bei der improvisierten Eröffnung über die gute Besucherresonanz: „Fast 500 Besucher nutzten das erste Wochenende nach dem Winterschlaf, um dem Mosellum ‚Hallo‘ zu sagen. Ich bin begeistert über das große Interesse. Sowohl Kooperationspartner aus Behörden der Wasserwirtschaft als auch Touristen oder Koblenzer Bürgerinnen und Bürger schauten rein, und die meisten wollen wiederkommen.“

Egbert Bialk, Vorsitzender des BUND Koblenz sowie Michael Carl, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender bedankten sich bei allen Mitarbeitern für ihren außerordentlichen Einsatz zur Wiedereröffnung. „Fischtreppen helfen unsere natürlichen Bestände an Wanderfischen ein Passieren der Staustufen zu ermöglichen und so die Artenvielfalt in den Gewässern zu erhalten. Dies bringen wir den Menschen näher. Unser neues Konzept wird noch schrittweise weiterentwickelt, aber es wird ankommen, das sehen wir schon jetzt. Der Fischpass und die Ausstellung sind jederzeit einen Besuch wert. Man kann gerade jetzt im April und Mai die Wanderfische an den Unterwasserfenstern beobachten, kleine Filme oder mehrsprachige Informationen ansehen zur Ökologie der Mosel. Wenn Besucher Fragen haben, hilft ihnen das geschulte Personal gerne weiter – und das alles gratis, niedrigschwellig und barrierefrei“, so auch BUND-Fließgewässerexperte Achim Theisen.

Projektleiterin Helene Kraniotakes und ihr Team stehen auch für passgenaue pädagogische Gruppenangebote wie Führungen, Workshops oder Vorträge zur Verfügung. Termine, Inhalte und weitere Bedingungen sollten aber zuvor mit dem Projektbüro abgeklärt werden. „Ansonsten ist das Mosellum von Donnerstag bis Sonntag immer von 10-17 Uhr offen für alle, auch an beiden Ostertagen. Man erreicht uns am besten zu Fuß oder per Rad direkt vom Peter-Altmeier-Ufer/Moselbogen oder über die Staustufenbrücke von Metternich/Lützel“, so die Leiterin.

Weitere Infos/Kontakt/Veranstaltungen: BUND-Büro Koblenz, tel. 0261/97353841, www.mosellum.rlp.de, helene.kraniotakes(at)bund-rlp.de

Presseinformation, 7.3.2019 "Europa muss atomfrei werden! Solidarität mit dem Klimastreik der Schüler*innen!"

Mahnwache zu Fukushima und Montagsspaziergang zur Klimakrise am 11.März

Am kommenden Montag, 11.3.2019, jährt sich die Fukushima-Katastrophe zum 8. Mal. Anlass für die Koblenzer Umweltbewegung, ab 17:30 Uhr mit einer Mahnwache am Löhrrondell an die Opfer zu erinnern und auf die fortbestehenden Gefahren der Atomtechnologie hinzuweisen. Wie der in der Kinderhilfe in Japan tätige Rentner Kazuhiko Kobayashi jetzt mitteilte, sind zum Beispiel die Schilddrüsenkrebs-Erkrankungen bei Kindern in der Region Fukushima massiv angestiegen. BUND Koblenz und das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein unterstützen die Hilfsaktion von Kobayashi regelmäßig. Egbert Bialk wies ferner darauf hin, dass auch bei uns die Atomrisiken fortbestehen: „Sieben Reaktoren werden noch mehrere Jahre weiterbetrieben, obwohl wir Stromkapazitäten genug haben. Sie stellen eine permanente Gefahr dar und erhöhen täglich die Menge an hochradioaktiven Mülls, für den es keine Entsorgung gibt. Das Gleiche gilt für die nicht minder gefährlichen Reaktoren in Frankreich, Belgien oder Tschechien. Auch nach 2022 werden bei uns weiter Nuklearbrennstoffe hergestellt und quer durch Europa, auch durchs Rhein- und Moseltal, transportiert. Damit muss Schluss sein. Europa muss atomfrei werden!“

Zweite große Sorge der Umweltverbände ist die fortschreitende Klimaerwärmung und die Verschleppung des Kohleausstiegs. Nach der Mahnwache wird sich deshalb wieder ein „Montagsspaziergang“ anschließen. Dieser führt über Schloss- und Casinostraße zum Zentral- und Jesuitenplatz. „Wir haben großes Verständnis für den Streik der Schülerinnen und Schüler bei Fridays for future und solidarisieren uns mit ihnen“, so Dr. Thomas Bernhard vom BUND und Solarenergieförderverein SFV. „Schließlich verbauen wir der Jugend die Zukunft, wenn wir tatsächlich erst 2038 die Kohleverbrennung beenden. Das werden wir nicht tatenlos hinnehmen.“ Notwendig seien ein umfassender sozioökologischer Umbau der Wirtschaft und die Zurückdrängung des Lobbyismus der Konzerne. Die Montagsspaziergänge sollen darum monatlich bis zur Europawahl fortgesetzt werden. Zusammen mit einem großen Aktionsbündnis aus Umweltverbänden, dem DGB, Pulse of Europe und Kirchen sowie Fridays for Future wird für den 18. Mai zu einer großen Demo für Klima, Demokratie und soziale Gerechtigkeit aufgerufen.

Weitere Informationen: BUND Regionalbüro Koblenz, tel 0261-9734539 oder Egbert Bialk, tel 0261-94249638 mob 01578 6257149.

BUND Pressemitteilung, 04.03.2019: Critical Mass am Donnerstag, den 7. März. 2019 „Koblenz braucht mehr Radwege“ - Räder sind sauber und leise

Der BUND Koblenz startet wieder mit der Critical Mass

Am 7. März startet der BUND Koblenz auch 2019 wieder mit der Critical Mass (CM). Jeden ersten Donnerstag im Monat treffen sich Fahrradfahrer*innen zur gemeinsamen Fahrt durch Koblenz um 17:30 Uhr am Löhrrondell.

Critical Mass ist der Begriff für eine Radlergruppe, die so groß ist, dass sie auf der Straße und nebeneinander fahren dürfen, und als Konvoi zusammenbleiben dürfen. So können gleichberechtigt neben dem Autoverkehr für Fahrradfahrer kritische Punkte in der Stadt abgefahren und in Augenschein genommen werden.

Gemeinsam Fahrrad fahren macht Spaß und demonstriert gleichzeitig auch, dass in Koblenz mehr und vor allem schneller etwas für die Fahrradfahrer getan werden muss. Auch von Seiten der Stadt muss sich mehr bewegt werden. „Koblenz braucht Radwege“. Mehr Radwege erzeugen mehr Radverkehr, und dieser könnte angenehm viele Probleme lösen: Stickoxide, Feinstaub, Lärm, Staus, Bewegungsmangel, aber vor allem den CO2-Ausstoß in Städten reduzieren.

Es müssen sichere Radwege sein. Radwege sichern uns allen ob Kindern, Studenten oder Älteren eine unfallfreie Mobilität. Der öffentliche Raum soll den Menschen zurückgegeben werden, denn diese brauchen mehr Platz. Rad fahren ist Zukunft: Sauber, leise, ressourcensparend, klimagerecht und dazu auch noch gesund.

Aber in Koblenz fehlen an vielen Stellen sichere Radwege, sodass es für die Radfahrenden oft zu unangenehmen Situationen kommt. Deshalb wird es auch 2019 wieder regelmäßig die Critical Mass in Koblenz geben. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Weitere Informationen erhalten sie im BUND Regionalbüro Koblenz: 0261 9734539 oder über E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de


Weitere Presseinformationen:

BUND Regionalbüro Koblenz
Kornpfortstr. 15
56068 Koblenz
Tel.: 0261 9734539
E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de

Ansprechpartner:
Egbert Bialk, 1. Vorsitzender des BUND Koblenz
0157 86257149 

BUND Koblenz - Pressemitteilung, 31.01.2019 „Herr Langner, Herr Flöck, liebe Stadträte, packen Sie endlich die Luftreinhaltung und die Verkehrsprobleme an!“

Stickoxide sind 2018 in Koblenz im Gegensatz zu den meisten anderen Städten wieder angestiegen. BUND fordert eine fußgänger- und radfreundliche Innenstadt sowie den raschen Ausbau eines attraktiven preiswerten Nahverkehrs

Wie das Umweltbundesamt und zahlreiche Medien aktuell melden, hat die Luftverschmutzung in Koblenz nicht ab- sondern zugenommen. Der in der Hohenfelderstraße gemessene Stickoxidwert lag im Mittel 2018 mit 42 Mikrogramm/cbm wieder deutlich über dem gesetzlich verbindlichen Grenzwert von 40. Im Vorjahr war er – vermutlich wetterbedingt – noch leicht gesunken. „Das ist die Quittung für jahrzehntelanges Nichtstun der Stadt und der Bundesregierung“, stellt der Vorsitzende des Koblenzer Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland eV. (BUND) Egbert Bialk fest „Diese neuerliche Erhöhung ist umso beschämender, weil bei den anderen deutschen Innenstädten die Werte meist leicht runtergingen. Die Stadtspitze, OB Langner, Baudezernent Flöck und Vorgänger sowie der Stadtrat tragen Mitschuld an Gesundheitsbelastungen unserer Bevölkerung. Denn die Stadt hat weder einen wirksamen Luftreinhalteplan noch investiert sie in Verkehrsvermeidung oder autofreie begrünte Zonen. Packen Sie endlich die städtischen Verkehrsprobleme an, das ist ureigene Aufgabe der Kommune! Von Berlin haben wir derzeit sowieso nichts Vernünftiges zu erwarten“, so Bialk.

Der BUND fordert Sofortmaßnahmen, die nicht nur im Wahlkampf versprochen sondern noch in diesem Jahr angegangen werden müssen: „Die schwächsten und empfindlichsten Verkehrsteilnehmer müssen Vorrang bekommen, das sind Fußgängerinnen und Fußgänger, Kinder und Menschen mit wenig Geld. Fußwege müssen in der Regel frei bleiben für sie und zum Aufenthalt einladen. Für Radler sind nach dem Vorbild von Münster oder Kopenhagen sichere Radnetze zu schaffen, zu Lasten von Parkstreifen und Straßen. Der öffentliche Raum gehört nicht allein dem Auto und schon gar nicht fast umsonst!“ Als ein Negativbeispiel der „Untätigkeit und Herumeierei“ nennt Bialk das Moselufer vom Deutschen Eck bis zur Gülser Brücke und kündigt an: „In den nächsten Monaten, vor allem bis zur Kommunalwahl Ende Mai, werden wir Verbände mit kreativen Straßenaktionen diese Problemstrecke in den öffentlichen Fokus rücken.“

Immer wieder vergessen werde der Bus- und Bahnverkehr. Der müsse viel attraktiver, also enger getaktet und preiswert sein und in die Region hinein vernetzt. E-Antriebe müssen bald Diesel- und Gasantriebe ersetzen. Der BUND-Vorsitzende fordert dazu neue Haushaltsprioritäten: „Dafür muss Koblenz Geld in die Hand nehmen, das ist öffentliche Daseinsvorsorge und sicher wichtiger, als jedem SUV einen billigen Parkplatz vor der Ladentür zu bieten. Und Herr Langner, Herr Flöck und liebe Stadtratskandidaten, Sie werden sehen, bis zum Ende der nächsten Wahlperiode werden dann auch die Luftmesswerte bei uns dauerhaft im gesetzlich erlaubten Bereich liegen.“

Weitere Informationen:

BUND Kreisgruppe Koblenz, Egbert Bialk, Tel. 0261-94249638 mob 01578 6257149, E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de

Luftmesswerte in Koblenz und RLP: luft.rlp.de/de/zentrales-immissionsmessnetz-ziemen (Überschreitung von Informationsalarmschwellen und Grenzwerte)

Beachten Sie auch die Presseinformation des BUND-Landesverbandes RLP morgen auf der Homepage sowie weitere Medienberichte, z.B. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/stickoxid-grenzwerte-in-diesen-35-staedten-sind-sie-ueberschritten-a-1250872.html

 

Pressemitteilung, 27.01.2019 Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland eV. BUND, Landesverband Rheinland-Pfalz, Region Koblenz/nördl. RLP

Foto: Rolf Reinhardt

Energie-, Verkehrs- und Ernährungssektor klimagerecht umbauen: In Erneuerbare Energien investieren, Tempolimit jetzt, CO2-Ausstoß verteuern, weg mit der Subventionierung der Agrarindustrie!

Der BUND RLP/Region Koblenz ist unzufrieden mit der Arbeit der Kohle- und Verkehrskommissionen sowie der Untätigkeit des Landwirtschaftsministeriums und wird Aktionen für wirksame Klimamaßnahmen in den nächsten Monaten weiter verstärken.
Der Regionalbeauftragte Egbert Bialk aus Koblenz, aktiv auch in Bundes- und Landesgremien des BUND, stellt klar: "Das was die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission für Klimaschutz im Verkehrssektor bisher zustande gebracht hat ist ebenso unzureichend wie das aktuelle Ergebnis der Kohlekommission. Deutlich vor 2050 müssen wir alle Klimagase auf Null reduziert haben, sonst wird die rechtsverbindliche 1,5-Grad-Grenze des Paris-Abkommens nicht eingehalten."
Der BUND begrüßt zwar die von der Strukturkommission empfohlene baldige Abschaltung der ersten Kohlekraftwerke und die Aussicht auf Rettung des Hambacher Waldes. "Einen Weiterbetrieb der Kohleenergie teils bis 2038 werden wir aber weder verkraften noch hinnehmen. Die gesamte Umweltbewegung einschließlich der jungen Generation erwartet jetzt ein ambitioniertes deutsches Klimaschutzgesetz und ein zukunftssicherndes Auftreten in der EU.
Jeder weitere Monat des Bremsens wird uns in Deutschland und der Welt teuer zu stehen kommen."
Geradezu peinlich sei das Verhalten des Bundesverkehrsministers auf erste zaghafte Vorschläge aus der noch bis März tagenden Verkehrskommission. Bialk: "Seit den 1980er Jahren fordern die Umweltverbände eine generelle Verkehrsberuhigung über Tempolimits inner- wie außerorts. Die Emissionen würden wenigstens etwas reduziert, die Verkehrsopfer ebenso. Alle übrigen Länder in Europa machen das vor. Und die Besteuerung der Fahrzeuge muss die Kosten, die diese für Umwelt und unser Sozialwesen verursachen, gerechter einpreisen. Nun ist das erstmals Thema in Herrn Scheuers Kommission, und schon reagiert dieser mit massiver öffentlicher Schelte. Man muss den
Eindruck haben, der CSU-Minister begreift sich hauptsächlich als Lobbyist der Autoindustrie."
Auch in einem dritten entscheidenen Bereich, dem Agrarsektor, verantwortlich für mindestens 20% der Klimagase, bewegt sich leider nichts für Umwelt und Klima, so der BUND: "Weder für die Verbraucher*innen noch beim Natur-, Boden- und Insektenschutz oder beim Tierwohl kann Frau Klöckner wirksame Maßnahmen vorweisen. Die EU subventioniert hauptsächlich Agrarfabriken zulasten der ökologisch-bäuerlichen Betriebe und der Lebensgrundlagen in den Ländern des Südens. Hier fordern wir eine natur- und klimaverträgliche Umlenkung unserer Steuermilliarden. Mit Hunderten von Landwirten und 35 000 Demonstranten waren wir jetzt in Berlin auf der Straße. Diesen Protest werden wir auch in die Europawahl tragen. Europa- wie auch kommunale Kandidaten können sich auf zahlreiche Aktionen des BUND und seiner Bündnisse in unserer Region zum Klima- und Naturschutz und zur ökosozialien Gerechtigkeit einstellen", kündigt Bialk an.

Informationen und Kontakt:
Egbert Bialk, BUND-Regionalbeauftragter Koblenz, tel 01578 6257149 oder
über Regionalbüro 0261-9734539, Kornpfortstraße 15, 56068 Koblenz 

Pressemitteilung 29.11.2018 – Sperrfrist: 10 Uhr

++ Bundesregierung setzt den Kohleausstieg aufs Spiel – Klimakrise lässt sich nicht vertagen ++

Unter dem Motto „Kohle stoppen – Klimaschutz jetzt!“ finden am kommenden Samstag, den 01. Dezember 2018, in Berlin und Köln zeitgleich zwei Demonstrationen statt. Aufgerufen dazu hat ein breites Bündnis aus Umwelt- und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die Organisatoren erwarten die für die Doppel-Demo viele Tausend Menschen, die für den konsequenten Kohleausstieg und mehr Klimaschutz auf die Straße gehen. Los geht es in Berlin am Kanzleramt und in Köln an der Deutzer Werft, jeweils um 12 Uhr.

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Pressemitteilung 12.11.2018 des Bündnis Klimaschutz Mittelrhein

Foto: BUND

Klimawandel macht sofortigen Kohleausstieg und Strukturwandel der Wirtschaft unumgänglich

Vortrag von BUND-Bundesvorstand Klaus Brunsmeier aus NRW und Podiumsdiskussion über Alternativen für Kohle-Arbeitsplätze zum Abschluss der regionalen Klimatour – Aufruf zur Klima-Großdemo am 1. Dezember in Köln

„Es ist keine Frage nach dem Ob, sondern nach dem Wann – die Braunkohleverbrennung hat keine Zukunft. Je früher wir aussteigen, umso größer die Chance, dass wir die Klimaerwärmung noch halbwegs in den Griff bekommen. Unser CO2-Budget ist schon fast aufgezehrt, danach wird es äußerst kritisch. Aber nach der massenhaften und tollen Unterstützung in Hambach bin ich voller Hoffnung, dass wir den Kohleausstieg ab etwa 2030 durchsetzen können“, so das Credo von Klaus Brunsmeier. Der Energieexperte des BUND-Bundesvorstandes war mit einem beeindruckenden Abschlussvortrag Gast der Klimatour des Bündnisses Klimaschutz Mittelrhein im Koblenzer Dreikönigenhaus.

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Pressemitteilung 22.10.2018 des Bündnis Klimaschutz Mittelrhein Schritte zur Klimaverantwortung – global und bei uns

Foto: Egbert Bialk / BUND

2. und 3. Station der Klimatour des Bündnisses Klimaschutz Mittelrhein: Besuch des Rohstofftags der Wasserburg Vallendar und Exkursion zum NABU-Beweidungsprojekt Bendorf

Möglichst CO2frei, also weitgehend mit Rad, E-Mobil und Nahverkehr in unserer Region unterwegs sein und Initiativen und Projekten, die beispielhaft Verantwortung für Umwelt- und Klimaschutz übernehmen, kennenlernen und öffentlich machen, ist eines der Ziele der diesjährigen Klimatour der Bündnisses Klimaschutz Mittelrhein.

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Presseinformation, 18.10.2018 - Klimaschutz anpacken!

Breites Bündnis startet am Samstag regionale Klimatour für Klimaschutz, Verkehrswende und Solidarität

Nach der Teilnahme an der überaus gut besuchten Großdemo für den Kohleausstieg und den Erhalt des Hambacher Waldes startet nun das Klimabündnis Mittelrhein seine diesjährigen regionalen Aktionswochen zur Klimaproblematik. Startort ist wieder Neuwied, wo die Themen Klimagerechtigkeit und Verkehrswende im Mittelpunkt stehen werden.

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Pressemitteilung: Mehr Diensträder für Mitarbeiter der Stadtverwaltung – Beitrag zum Klimaschutz und zur Gesundheit

Mehr Dienstfahrräder für Mitarbeiter der Stadtverwaltung Koblenz fordert Achim Trautmann, Regionalpromotor öko-soziale Beschaffung beim BUND Koblenz anlässlich des 3. Koblenzer Fahrradtages.

„Nicht jede Dienstfahrt, die heute mit dem Auto getätigt wird, ist zwingend nur mit dem Auto möglich. Hier sollte die Stadt Koblenz ihren Mitarbeitern verstärkt die Möglichkeit bieten, Dienstfahrräder zu nutzen. Gerade im Innenstadtbereich bietet sich für die Stadtverwaltung Koblenz der vermehrte Einsatz von Dienstfahrrädern an. Dies wäre ein kleiner aber wichtiger Beitrag zur Luftreinhaltung, für den Klimaschutz und nicht zuletzt auch für die Gesundheit der Mitarbeiter der Stadtverwaltung Koblenz. Dabei könnte die Stadt Koblenz auch Kosten sparen“, erklärt Trautmann. 

Große Koalition: Klimapolitik auf Kosten zukünftiger Generationen

Foto: BUND 2018, Thomas Bernhard

In ihren Sondierungsgesprächen haben sich CDU/CSU und SPD vom Erreichen der Klimaziele für das Jahr 2020 verabschiedet. Die Politiker der beiden Volksparteien verschließen damit die Augen vor der größten Herausforderung unserer Zeit. Sie bürden den jungen Menschen eine zentnerschwere Last für die Zukunft auf. Denn Kriege um Wasser und die Verwüstung ganzer Regionen sind die Folgen einer unverantwortlichen Klimapolitik.

„Die Klimapolitik Angela Merkels ist ein Armutszeugnis. Die deutschen Emissionen stagnieren seit acht Jahren, statt endlich zu sinken“, sagt Nico Beckert, Fachpromotor für Rohstoffe an Haus Wasserburg. „Man darf sich nicht wundern, die selbst gesteckten Klimaziele nicht zu erreichen, wenn man jahrelang die Hände in den Schoß legt“.

CDU/CSU und SPD werden auch kein konkretes Datum für den Ausstieg aus der Kohleverstromung vereinbaren. Stattdessen soll eine Kommission einen Arbeitsplan zum Kohleausstieg entwickeln. „Diese Kommission ist schon seit November 2016 beschlossen“, so Beckert. „Die große Koalition braucht also über ein Jahr, um einen Arbeitskreis zu gründen. Die Mutlosigkeit der deutschen Klimapolitik könnte kaum besser veranschaulicht werden“.

Symbolbild der mutlosen deutschen Klimapolitik ist der Abriss des „Immerather Doms“. Die denkmalgeschützte Kirche der Stadt Erkelenz musste dem Braunkohle-Tagebau Garzweiler weichen. Die deutsche Klimapolitik vertreibt schon heute Menschen aus ihrer Heimat. „’Kirchen zu Kohleflözen’ scheint das Motto dieser Klimapolitik zu sein“ sagt Nico Beckert. „Das sind Bilder, über die noch zukünftige Generationen reden werden“. Und auch die Folgen des Klimawandels sind verheerend.

Stoppen wir den Klimawandel nicht, drohen ganze Regionen unbewohnbar zu werden.

Weit über 500 Millionen Menschen sind in Küstengebieten von Überschwemmungen bedroht. Im Großraum Indien mit über 1,5 Milliarden Einwohnern drohen so heiße und feuchte Sommer, dass die Region für Menschen unbewohnbar wird, weil sie ihre Körperhitze nicht mehr ableiten können. Schon heute schreitet die Wüstenbildung im südlichen Italien, in Griechenland, Bulgarien und Rumänien stark voran. Dies sind Länder, die direkt vor unserer Haustür liegen. Der ungebremste Klimawandel wird zu Flüchtlingsströmen ungekannten Ausmaßes führen.

„Statt mutlos Klimaziele aufzugeben, muss die deutsche Politik den Kampf gegen die Klimakrise intensivieren“, sagt Nico Beckert. Die deutsche Wirtschaft wächst seit Jahren. „Die hohen deutschen Staatseinnahmen müssen in Nachhaltigkeit investiert werden. Die Erforschung neuer Technologien wie Energiespeichern muss viel stärker subventioniert werden. Es braucht mehr Gelder für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und für eine klimagerechte Verkehrswende“ sagt Beckert. Auch Lokal- und Regionalpolitiker können den öffentlichen Nahverkehr voranbringen und Städte Fahrrad-freundlicher gestalten. Sie müssen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und die Politiker auf Bundesebene zu mehr Klimaschutz drängen.

Nico Beckert
Fachpromotor für Rohstofe und Rohstoffpolitik
Haus Wasserburg
Vallendar 

Zur Diskussion: "Grüner" Kapitalismus oder ökologischer Sozialismus

Unser Planet wird von einer existenziellen Doppelkrise beherrscht, bestehend aus der Krise der Sozialen Gerechtigkeit und der Ökologischen Krise. Diese Krisen dürfen nicht getrennt wahrgenommen werden, sondern müssen zusammen gedacht und gelöst werden, weil sie auf fatale Weise miteinander verschränkt sind. Sogar in den fortgeschrittenen Industrieländern besteht insgesamt eine große und wachsende Spaltung der Gesellschaft u.a. durch immense Arbeitslosigkeit bzw. unsichere und schlecht bezahlte Arbeit. Das kapitalistische System setzt zur Bewältigung von sozialen und ökonomischen Krisen auf wirtschaftliches Wachstum. Wirtschaftliches Wachstum ist aber nicht länger ohne weitere Umweltschäden/-zerstörung zu erzielen. Der Ressourcenverbrauch der Menschheit liegt schon jetzt weit über dem, was das Ökosystem des Planeten verkraften kann. Wir sind in einem Teufelskreis. Wie Können wir diesem Teufelskreis entrinnen? Zur Reduzierung des Ressourcenver-brauchs setzt der Ökokapitalismus auf ökologisch attraktive Produkte / Waren. Ökologisch attraktive Produkte / Waren sind selbstverständlich an sich sinnvoll. Aber sie können nur eine singuläre Öko-Effizienz zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und damit der Umweltschädigung hervorbringen - aber keine systematische Öko-Effizienz.

„Grüner“ Kapitalismus kann verbrauchsarme Autos herstellen, aber keine effizienten Verkehrssysteme. Er kann Öko-Häuser bauen, aber keine ökologisch sinnvollen Siedlungsstrukturen schaffen. Er kann effiziente Heizungen und Elektrogeräte zur Verfügung stellen, aber keine nachhaltigen Energiesysteme; Bio-Lebensmittel, aber keine Bioagrarsysteme (Dr. Hans Thie, Ökonom und Soziologe).

Große ökologische Effekte sind aber nur dann zu erzielen, wenn man nicht nur auf einzelne grüne Produkte/Waren, sondern auch und vor allem auf ökologische Systeme / Strukturen setzt. Ökologische Systeme / Strukturen können jedoch nicht aus der kapitalistischen Wirtschaftsweise 'kreiert' werden, weil sich innerhalb des kapitalistischen Wirtschaftssystems die systemimmanente Konkurrenz der Produktanbieter und der Wachstumszwang betreffend die Produktion nicht aufheben lassen. Das Konkurrenzprinzip befeuert den Wachstumszwang. Unabdingbar hinzu kommt, dass ökologische Systeme/Strukturen nur aus demokratischen, politischen, gesellschaftspolitischen Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen der Menschen hervorgehen dürfen. Diese Prozesse dürfen nicht der „unsichtbaren Hand“ des Marktes anheimfallen bzw. durch eine „marktkonforme Demokratie“ völlig entwertet werden!

Die lediglich singuläre Öko-Effizienz ist auch unter dem Gesichtspunkt der sog. Bumerang- oder Rebound-Effekte nicht als hinreichende Problem-lösung für die Ökologische Krise anzusehen. Rebound bedeutet für den Konsum: Die in der Wohnung eingesparte Kilowattstunde entlastet das Einkommen und landet als Umsatzplus im „Mediamarkt“ oder im „EasyJet“-Billigflieger. Rebound bedeutet für die Produktion: Der ver-minderte Rohstoffverbrauch des Unternehmens senkt die Kosten und stärkt die Fähigkeit, in neue Produktlinien zu investieren (für Produkte, deren „Bedarf“ erst neu durch Werbung „erschaffen“ wurde). So steigert jeder Effizienzgewinn an der einen Stelle den Verbrauch / Ressourcenver-zehr an einer anderen. Ganz allgemein: Wenn der Stromverbrauch jedes einzelnen Elektrogerätes sinkt, aber die Zahl der Geräte rapide ansteigt, ist nichts gewonnen.

Reine Einzeleffizienzstrategien, die den Verbrauch in Relation zur Wertschöpfung senken sollen, reichen nicht, um die Inanspruchnahme der Natur schnell, dauerhaft und absolut zu senken! „Grüner“ Kapitalismus ist systemisch letztlich ungeeignet die Ökologische Krise zu meistern, weil er keinen 'gesellschaftlichen Sinn' erzeugen kann.

Dr. Hans Thie: „Grüner Kapitalismus (...) sorgt für das Flair ökologischer Modernität. Aber er ist keine Antwort, wenn es um fundamentale Zukunftsfragen geht. Wer Ökologie für alle will muss die Wirtschaftsordnung ändern.“

Papst Franziskus argumentiert in Laudato si 111 wie folgt: „Die ökologische Kultur kann nicht reduziert werden auf eine Serie von dringenden Teilantworten auf die Probleme, die bezüglich der Umwelt- schäden, der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen und der Verschmutzung auftreten. Es müsste einen anderen Blick geben, ein Denken, eine Politik, ein Erziehungsprogramm, einen Lebensstil und eine Spiritualität, die einen Widerstand gegen den Vormarsch des techno-kratischen Paradigmas bilden. Andernfalls können auch die besten ökologischen Initiativen schließlich in derselben globalisierten Logik stecken bleiben. Einfach nur eine technische Lösung für jedes auftretende Umweltproblem zu suchen bedeutet, Dinge zu isolieren, die in der Wirklichkeit miteinander verknüpft sind, und die wahren und tiefsten Probleme des weltweiten Systems zu verbergen.“

Franziskus in Laudato si 112: „Es ist jedoch möglich, den Blick wieder zu weiten. Die menschliche Freiheit ist in der Lage, die Technik zu beschränken, sie zu lenken und in den Dienst einer anderen Art des Fortschritts zu stellen, der gesünder, menschlicher, sozialer und ganzheitlicher ist. Die Befreiung vom herrschenden technischen Paradigma geschieht tatsächlich in manchen Situationen, zum Beispiel wenn Gemeinschaften von Kleinproduzenten sich für weniger verschmutzende Produktionssysteme entscheiden und dabei ein Modell des Lebens, des Wohlbefindens und des nicht konsum-orientierten Miteinanders vertreten; oder wenn die Technik sich vorrangig darauf ausrichtet, die konkreten Probleme der anderen zu lösen, in dem Wunsch, ihnen zu helfen, in größerer Würde und in weniger Leid zu leben; (…).“ Franziskus beschreibt meisterhaft das Prinzip des Schutzes der Umwelt und der Solidarität. Bewahrung der Schöpfung für ALLE!

Die strikten Anforderungen des Ökosozialismus an UNS ALLE sind damit jedoch noch nicht beendet! Alberto Acosta, ehemaliger Präsident der verfassungsgebenden Versammlung Ecuadors, stellt fest: „Es ist zum Beispiel ein Fehler zu glauben, dass die globalen Umwelt-probleme mit marktwirtschaftlichen Instrumenten gelöst werden können. (…) Es hat sich gezeigt, dass (bisher noch nicht ausreichende) Normen und Regulierungen wirksamer sind als Angebot und Nachfrage, die „selbstregulativen Gesetze“ der kapitalistischen Welt. (…) Die Postmoderne, eine Zeit der Ernüchterung, muss überwunden werden. Es kann nicht weiterhin das zerstörerische Entwicklungsmodell herrschen, dessen Paradigma endloses Wirtschaftswachstum ist. Das Konzept des Fortschritts als ständige Akkumulation materieller Güter muss demzufolge überwunden werden. (…) Außerdem wissen wir inzwischen, dass die „Entwicklung“ als Neuauflage der Lebensstile der zentralen Länder auf globaler Ebene nicht wiederholt werden darf. Ein derart konsumgeprägter und auf Raubbau angelegter Lebensstil gefährdet das globale ökologische Gleichgewicht und schließt immer größere Menschenmengen von den (angeblichen) Vorteilen der ersehnten Entwicklung aus. Dem ganzen technischen Fortschritt zum Trotz ist nicht einmal der Hunger auf der Welt besiegt.“

Die Ressourcen der Erde sind endlich und die Zukunftserwartung des Menschen ist beschränkt, da sie nicht für die gesamte Menschheit verallgemeinert werden kann. Bereits um 1950 sagte Mahatma Gandhi: Wenn Indien so sein wollte wie Großbritannien, müsste es zwei Planeten zur Verfügung haben, die es ausbeuten kann. Dieselbe Wahrheit sprechen heute Soziobiologen wie Edward O. Wilson oder Astrophysiker wie James Lovelock aus. (Befreiungstheologe Leonardo Boff, Zukunft für Mutter Erde)

Die Ökosozialisten John Bellamy Foster und Fred Magdoff führen aus: „Da das kapitalistische System (…) „den Göttern des Profits und der Produktion“ huldigt, statt auf reale Bedürfnisse einzugehen, ist es nicht in der Lage, alle Menschen mit dem Notwendigsten für ein anständiges Leben zu versorgen, in manchen Fällen nicht einmal mit dem Leben selbst. (…) Daraus folgt, dass die verschiedenen Wege zur „Reformierung“ des Kapitalismus, unterstützt von oftmals wohlmeinenden, praktisch denkenden Leuten, die innerhalb der Parameter des im System Zulässigen Dinge verändern möchten, wenig mehr sind als intellektuelle Verrenkungen: Die Leute versuchen, grundlegende Eigenschaften des Systems zu umgehen oder auszubügeln, weil eine wirkliche Alternative aus ihrer Sicht undenkbar ist. „Grüner Kapitalismus“ bietet keinen Ausweg aus einem System, das exponentiell wachsen und in dem der Verbrauch an natürlichen Ressourcen, die chemische Verschmutzung, die Menge an verseuchtem Klärschlamm, Müll und vieler anderer giftiger Substanzen weiter zunehmen muss - sogar wenn die Produkte mit äußerster ökologischer Sorgfalt hergestellt und für eine mühelose Wiederverwendung entwickelt werden. Einige dieser Reparaturen werden wahrscheinlich die Geschwindigkeit der Umweltzerstörung abbremsen, aber das Ausmaß der notwendigen Veränderungen lässt all diese Methoden wie ein Tropfen auf den heißen Stein erscheinen. Das Problem bei all diesen Ansätzen ist, dass sie es der Wirtschaft gestatten, denselben katastrophalen Kurs fortzusetzen, dem sie gegenwärtig folgen. Die Wirtschaft kann weiter wachsen und wir können weiterhin alles konsumieren was wir möchten (jedenfalls so viel uns Einkommen und Besitz erlauben) - wir können in unseren effizienteren Autos größere Entfernungen zurücklegen, in sehr großen, aber gut isolierten Häusern wohnen, alle erdenklichen von grünen Firmen hergestellten neuen Produkte konsumieren und so weiter. Wir brauchen nur die neuen grünen Technologien zu unterstützen (…) und wir können ziemlich genau wie zuvor weiterleben, in einer Wirtschaft des immerwährenden Wachstums und der Profite.“

Aber genau das ist die sehr gefährliche Illusion des Ökokapitalismus - auch bei allem notwendigen und sinnvollen Einsatz „grüner Technik“!

Foster/Magdoff weiter: „Was reduziert werden muss, ist nicht nur der CO 2-Fußabdruck, sondern der ökologische Fußabdruck. Das bedeutet, dass die wirtschaftliche Expansion weltweit und insbesondere in den reichen Ländern reduziert oder sogar gestoppt werden muss. Gleichzeitig muss in vielen armen Ländern die Wirtschaft expandieren, was einen noch größeren Schnitt bei den ökologischen Fußabdrücken reicher Ökonomien erfordert, um der Entwicklung an der Peripherie Raum zu lassen.

Die neuen Prinzipien, die wir unter diesen Umständen unterstützen sollten, sind diejenigen einer nachhaltigen menschlichen Entwicklung.“

Der Ökosozialist Saral Sarkar arbeitet mit dem für ihn zentralen Begriff der 'Zangengriffkrise'. „Jetzt aber befindet sich die Welt in einem Zangengriff, ist gefangen zwischen der Gefahr von Klimakatastrophen und der Gefahr der Erschöpfung der fossilen Energieträger, besonders des Öls.

Die (…) Zangengriffkrise hat aber wenig zu tun mit den inneren Widersprüchen des Systems. Ihre Ursache liegt in den Natur-gesetzen, außerhalb der Kontrolle des Systems. Es sieht nicht so aus, dass der Kapitalismus diese Krise wird überleben können.“ Der Ökosozialist und Ökotheologe Bruno Kern formuliert es so: „Nun aber steht der Kapitalismus weltweit zum ersten Mal vor einer unüberwindlichen Schranke, die ihm „von außen“ gesetzt, geologisch-physikalischer Natur und deshalb endgültig ist: vor den Grenzen des Wachstums durch Erschöpfung der nicht erneuerbaren Ressourcen und durch die Erschöpfung der ökologischen Tragfähigkeit der Erde. Aus dieser „Zangengriffkrise“ kann er nicht entrinnen.“

Saral Sarkar erklärt darüber hinaus unzweifelhaft, dass die Krisen des kapitalistischen Wirtschaftssystems „wegen der inneren Logik des Systems - Konkurrenz, Profitmotiv, Wachstumszwang usw. - nicht im Rahmen des Kapitalismus überwunden werden können. Die bevorstehende, unvermeidliche, weltweite und lang anhaltende Schrumpfung der Wirtschaften kann nur dann friedlich bewältigt werden, wenn die Menschheit bereit ist, sich vom Kapitalismus zu verabschieden und, parallel zu dem Schrumpfungsprozess, eine neu konzipierte sozialistische Gesellschaft aufzubauen.“ Saral Sarkar zeigt sich überzeugt: „Denn jede Entwicklung (…) der Produktivkräfte, Weiterentwicklung der Automation zum Beispiel, würde, wenn sie auch verbreitet angewendet würde, unweigerlich mehr Ressourcenverbrauch und damit mehr Umweltzerstörung nach sich ziehen. Das aber ist etwas, was sich die Menschheit nicht mehr erlauben darf.“ Diese Aussage könnte als zu rigoros - ggf. fortschrittsfeindlich angesehen werden. Aber ist sie das objektiv wirklich?

Hören wir erneut Papst Franziskus in Laudato si 193: „Wenn in einigen Fällen die nachhaltige Entwicklung neue Formen des Wachstums mit sich bringen wird, muss man immerhin in anderen Fällen angesichts des unersättlichen und unverantwortlichen Wachstums, das jahrzehntelang stattgefunden hat, auch daran denken, die Gangart ein wenig zu verlangsamen, in dem man einige vernünftige Grenzen setzt und sogar umkehrt, bevor es zu spät ist. Wir wissen, dass das Verhalten derer, die mehr und mehr konsumieren und zerstören, während andere noch nicht entsprechend ihrer Menschenwürde leben können, unvertretbar ist. Darum ist die Stunde gekommen, in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren und Hilfen zu geben, damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann.“

Und hören wir zum Schluss den großen Franzosen Stéphane Hessel: „Das im Westen herrschende materialistische Maximierungsdenken hat die Welt in eine Krise gestürzt, aus der wir uns befreien müssen. Wir müssen radikal mit den Rausch des „Immer noch mehr“ brechen, in dem die Finanzwelt, aber auch Wissenschaft und Technik die Flucht nach vorne angetreten haben. Es ist höchste Zeit, dass Ethik, Gerechtigkeit, nachhaltiges Gleichgewicht unsere Anliegen werden. Denn es drohen uns schwerste Gefahren, die dem Abenteuer Mensch auf einem für uns unbewohnbar werdenden Planeten ein Ende setzen könnten.“

Helmut Gelhardt
Mitglied BUND / NaturFreunde / Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB)  

Pressemitteilung des BUND Rheinland-Pfalz und des Jobcenters Mayen-Koblenz

Kooperation von BUND-Projekt „Energiesparhelfer“ und Jobcenter Andernach

Arabischsprachige Schulung zum Energiesparhelfer gestartet

Andernach/Koblenz. Eine Schulung zum zertifizierten Energiesparhelfer startete jetzt bei "Leben-Qualifizieren-Arbeiten" (LQA), dem Andernacher Jobcenter-Projekt zur Integration aller anerkannten Flüchtlinge im Landkreis Mayen-Koblenz. Die Schulung steht im Rahmen des vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e. V., Landesverband Rheinland-Pfalz, realisierten Projekts "Energiesparhelfer" und ist im BUND-Regionalbüro Koblenz angesiedelt. Das Projekt wird zu 100 % vom Landesministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten gefördert.

Die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Syrien, Eritrea und Algerien. Sie absolvieren die Schulung, um im Anschluss ihre Landsleute für das Thema Energiesparen zu sensibilisieren. Auf dem Unterrichtsplan der insgesamt 25 Stunden umfassenden Schulung finden sich unter anderem die Themenbereiche "Stand-By-Verbrauch", "Haushaltsgroßgeräte" und "Lüften und Heizen". Der Praxisbezug steht neben der theoretischen Wissensvermittlung im Vordergrund. Die Schulung befähigt die Absolventen, Energiefallen in privaten Haushalten zu enttarnen, dadurch Kosten einzusparen und auch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Markus Eiden, Projektmanager LQA: „Den Menschen werden im Projekt Hilfestellungen für das tägliche Leben gegeben. Stromsparen gehört unbedingt dazu, wenn man bedenkt, mit welchem Geld die Menschen auskommen müssen. Durch die Schulung können sie als Multiplikatoren für ihre Bekannten und Freunde wertvolle Arbeit leisten.“

Im Rahmen des BUND-Projektes wurden bereits deutschsprachige Energiesparhelfer ausgebildet. Wer seinen Haushalt durch einen BUND-Energiesparhelfer kostenlos überprüfen lassen möchte, kann sich per E-Mail an energiesparhelfer(at)bund-rlp.de  oder telefonisch unter 0261 973 548 41 melden.

Weitere Informationen zu dem Projekt sind online verfügbar unter http://energiesparhelfer.bund-rlp.de/

Koblenzer Luftreinhalteplan schützt die Autos, nicht unsere Gesundheit

BUND reicht umfassende Einwendung gegen die Fortschreibung des Planes ein und prüft juristische Schritte, falls nicht deutlich nachgebessert wird

Koblenz gehört zu den Städten mit der schmutzigsten Luft im Land und hat deshalb einen neuen Luftreinhalteplan aufgestellt. Stickoxide, verursacht vor allem durch Autoabgase, insbesondere aus Dieselmotoren, liegen auch bei uns permanent und deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten. Deren Einhaltung ist europaweit seit 2010 gesetzliche Pflicht. „Unsere Bürger*innen sind in der Innenstadt hohen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, bis hin zu vorzeitigen Todesfällen. Dies alles ist der Verwaltung und dem Stadtrat seit langem bekannt, dennoch duckt man sich dort weiterhin weg. Die EU hat wegen der Untätigkeit auch von Koblenz ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Die Stadt ist aufgefordert, sofort seinen unzureichenden Luftreinhalteplan 2008-2015 so fortzuschreiben, dass die Grenzwerte kurzfristig durch örtliche Maßnahmen eingehalten werden. Andernfalls drohen juristische Konsequenzen und Strafzahlungen. Die Stadt hat den Ernst der Lage offensichtlich aber nicht erkannt“, so der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Kreisgruppe Koblenz, Egbert Bialk. „Der neue Plan ist eine einzige Enttäuschung. Daten fehlen oder sind falsch, die Verantwortung wird auf die Bundesebene abgeschoben, Maßnahmen sind durchweg unwirksam, fragwürdig und unverbindlich. All dies haben wir detailliert geprüft und schriftlich bemängelt. Wir haben den Eindruck, Koblenz schützt damit zuallererst die Autos und nicht unsere Gesundheit.“

Bis zum 22.6. konnten Verbände und Bürger*innen den Planentwurf einsehen und Stellung beziehen. Davon wurde offenbar reger Gebrauch gemacht. Bialk: „Wir wissen von kurzen oder ausführlichen Eingaben von über vierzig Personen und Verbänden, darunter auch Ärzte, Anwohner oder Verkehrsteilnehmer, die die missliche Situation nicht länger hinnehmen wollen. Es gibt zahlreiche konstruktive und wirksame Vorschläge, den Plan zu verbessern.“

Der BUND fordert neben einer verbesserten Datenerfassung und Wirkungskontrolle vor allem eine Initiative für einen sauberen und attraktiven Nahverkehr. Dazu gehöre vor allem auch die Nachrüstung der Dieselbusse, die große Emissionsprobleme verursachen. Jetzt müsse man mit der Neuanschaffung von Elektrobussen beginnen, wie z.B. Bonn das vormache. Weiterhin regt der Verband ambitionierte Radfahr- und Fußgängerinitiativen an und fordert wirksame Maßnahmen für eine deutliche Reduzierung des KFZ-Verkehrs in der Innenstadt ein. Hierzu brauche man schnellstens ein innovatives Parksystem, das die schmutzigen Autos aus der Innenstadt heraus hält und Pendler und Besucher in kostenfreien Shuttlebussen oder per Bahn weiterbefördert. Überfällig seien auch eine Umweltzone plus die bundesweite Einführung der blauen Plakette und ein Schluss des Dieselbetrugsskandals. Bialk: „Halbherzige Aufklärungskampagnen für umweltschonendes Fahren und nebulöse Good-will-Aktionen, wie die Stadt das vorschlägt, bringen absolut nichts. Der gültige Klimaschutzplan und der in der Abstimmung befindliche Verkehrsentwicklungsplan müssen verbindlich umgesetzt und ausreichend mit Finanzen hinterlegt werden.“

Der BUND-Vorsitzende weist darauf hin, dass der Luftreinhalteplan keine lästige Pflicht oder unverbindliche „Wünsch-dir-was“-Liste sei, etwa um Zeit zu gewinnen oder Geld zu sparen: „Die Stadt muss sehr kurzfristig nachweisen, dass ihre örtlichen Maßnahmen die Luftschadstoffe tatsächlich reduzieren. Ansonsten kann dies eingeklagt werden, und zwar mit guten Erfolgsaussichten, wie in Mainz, Düsseldorf und anderen Städten auch. Wir prüfen gerade zusammen mit anderen Verbänden diese Möglichkeit, hoffen aber, dass Stadt und Ratsfraktionen hier noch deutlich nachbessern.“

Weitere Informationen: BUND Koblenz, Egbert Bialk, tel. 0261-94249638, mob. 01578 6257149 oder:

BUND-Regionalbüro Koblenz, tel. 0261-9734539. 

Beim Atommüll ist keine Ent-Sorgung möglich

Bild: Klaus Brunsmeier (zweiter von rechts) mit Mitgliedern des Bündnis Klimaschutz Mittelrhein

Gemeinsame Pressemitteilung des BUND Koblenz mit dem Bündnis Klimaschutz Mittelrhein und der Bürgerinitiativen gegen das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich

BUND-Experte Klaus Brunsmeier berichtet von zahlreichen ungelösten Problemen bei der Suche von End- und Zwischenlagern – Nach der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ folgen nun Gesetzes- und Verwaltungsänderungen – Orte, Zeitpunkte, Verfahren und Kosten sind ungewiss.

Der Einstieg des Info-Abends „Atommüll – die tickende Zeitbombe“ war überraschend, so manche der anwesenden Aktiven gegen das AKW Mülheim-Kärlich rieben sich die Augen. Brachte der Referent Klaus Brunsmeier, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND und Mitglied der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, doch ein dickes Dankeschön von Umweltministerin Barbara Hendricks mit. „Die Anti-Atom-Bewegung war keine gegen den Staat gerichtete Bewegung. Im Gegenteil: Es waren Freunde des Staates und der Gesellschaft. Weil sie nicht hinnehmen wollten, dass wir alle den Risiken einer zu gefährlichen Art der Energieerzeugung ausgesetzt sind. … Sie haben sich um unser Land verdient gemacht!“

Inzwischen ist ein Atomausstieg auf Raten absehbar, die Sorgen der Umweltbewegung richten sich vermehrt auf den Rückbau der Atomanlagen und eine möglichst wenig unsichere Lagerung der radioaktiven Abfälle. Dass dies angesichts der Gefährlichkeit des Materials und des unvorstellbar langen Zeitraumes von bis zu einer Million Jahren nur mit großen Problemen verbunden ist, war allen klar. Die Brisanz und Ungewissheit des Verfahrens dorthin erschreckte dann doch.

Egbert Bialk, Koblenzer BUND-Vorsitzender und moderierender Gastgeber dazu: „Wieder einmal sind wir entsetzt, wie leichtfertig viele Politiker und Wirtschaftsleute mit dieser schweren Hypothek umgehen, die nachfolgenden Generationen für nur 50 Jahre scheinbar billigen Stromes aufgelastet wurde. Weder ist man bereit den Atomausstieg im Grundgesetz zu garantieren, noch ungeeignete Standorte wie Gorleben auszuschließen, von einer hinreichenden Kostenübernahme durch die Verursacher ganz zu schweigen.“ Bekanntlich sind nur wenige Milliarden Euro bei den Atombetreibern rückgestellt, die herangezogen werden sollen. Brunsmeier rechnet aber mit weit über 70 bis vielleicht 100 Milliarden an Zusatzkosten: „Das bezahlen wir dann alle, auch unsere Kinder und Enkel. Generationengerechtigkeit sieht anders aus.“

Immerhin konnte der BUND-Experte etwas Klarheit über den derzeitigen Stand der ins Auge gefassten Gesetze, Orte oder Zeitpunkte vermitteln. Brunsmeier war für die Umweltverbände Mitglied in der 32-köpfigen „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, die Ende Juni mit einem Abschlussbericht das weitere Verfahren regeln sollte. Er berichtete aus erster Hand von den schwierigen Verhandlungen mit Politik und Wirtschaft und den aus seiner Sicht unzureichenden Ergebnissen, weshalb der BUND als einziger auch ein ablehnendes Sondervotum abgab:

„Das fängt schon damit an, dass man zunächst einmal offen auf den Tisch legen müsste, um welche Mengen und Arten an Atommüll es sich handelt. Das kam erst sehr spät und blieb bis zuletzt umstritten. Die Prognose für 2022 rechnet mit rd. 10 500 t bestrahlter Brennelemente, die überall in Deutschland an Kraftwerken, in Zwischenlagern oder in Frankreich und England mehr oder weniger gesichert liegen bzw. immer noch durch den laufenden Betrieb täglich neu entstehen. Weitere Altlasten und zu erwartende Müllmengen kommen hinzu: Etwa 147 000 cbm schwach- und mittelaktive Abfälle aus dem maroden Bergwerk Asse und voraussichtlich rd. 300 000 cbm aus stillgelegten und rückzubauenden Kraftwerken, vorgesehen für den genehmigten Schacht Konrad in Niedersachsen.

“Noch gar nicht erfasst seien weitere Abfälle, etwa aus der Urananreicherung in Gronau, die noch Jahrzehnte in Betrieb sei und vom Umweltministerium grob auf 100 000 cbm geschätzt wird, „vielleicht auch das Doppelte, das kann und will niemand sagen“ so Brunsmeier.

Das Hauptinteresse, auch bei den zahlreichen Zuhörern und Diskutanten, liegt natürlich beim weiteren Verfahren. Brunsmeier berichtete, dass erreicht wurde, dass eine neue Behördenstruktur eingerichtet wurde, die von den Energieversorgern unabhängig ist. Auch das Standortsuchgesetz soll im Frühjahr 2017 novelliert werden, damit das abgestufte Verfahren zur Lagersuche schrittweise in den nächsten Jahrzehnten angegangen wird. „Gegen den Druck von Bayern und Sachsen werden jetzt bundesweit doch zunächst alle drei geeigneten Wirtsgesteine untersucht und bewertet: Salz, Ton und Granit. Auch der Schutz durch Deckgebirge geht in die Abwägung mit ein. Ein geologisch absolut sicheres Lagergestein gibt es nicht, nirgendwo in Europa. Es geht nur um die am wenigsten schlechte Entsorgung. Zusätzliche Sicherungen sind deshalb wichtig. Bis zur Einlagerung muss der Wärme entwickelnde hoch radioaktive Abfall bis auf 100 Grad abgekühlt, also zwischengelagert werden, auch aus Vorsorge wegen der Explosionsgefahr von Wasserdampf.“

Für die anderen Müllformen in sehr verschiedenen Zuständen müssen spezielle Lagerformen gefunden werden, so dass es mehrere Lager und Zwischenlager geben werde, gleichzeitig aber die Atomtransporte begrenzt werden müsse. Proteste und Klagen seien trotz des aus Sicht des BUND unzureichenden Rechtsschutzes überall zu erwarten, auch bei den Zwischenlagern, das könne sich bis zur Jahrhundertwende hinziehen. „Eine Alternative zum Start der umfangreichen Lagersuche und zum schnellen Atomausstieg gibt es nicht“, so Brunsmeier.

Ein spezieller Fragenkomplex bezog sich auch auf den Umgang mit rückzubauenden Atomkraftwerken, besonders interessant auch in der Region rund um das AKW Mülheim-Kärlich. Der BUND sprach sich hier entschieden gegen die bisher genehmigte Praxis der „Freimessung“ von schwach belasteten Baustoffen aus, die etwa 97% der Menge ausmachen. Dies begrüßte auch Elke Sodemann-Müller von der Bendorfer BI gegen das AKW Mülheim-Kärlich: „Jede zusätzliche Radioaktivität kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Es gibt keinen Schwellenwert, der ungefährlich ist. Die Stoffe dürfen deshalb nicht in den Wirtschaftskreislauf entlassen, sondern müssen gesondert und kontrolliert in einer speziell abgedichteten Deponie gelagert werden.

“Die überaus informative Veranstaltung schloss mit dem Appell für einen sofortigen umfassenden Atomausstieg und die Beschleunigung der Energiewende, auch aus Gründen des Klimaschutzes. 

Gemeinsame Pressemitteilung, 16.07.2016: Neue starke Stimme für den Klima- und Umweltschutz in der Region

Zahlreiche Gruppierungen verstärken ihre Zusammenarbeit und starten Aktionsprogramm

„Stell dir vor, die Welt taumelt in das Klimachaos, und wir hier zuhause tun so, als hätten wir nichts damit zu tun! – Genau diese sich nicht nur in der Politik hartnäckig haltende Einstellung werden wir angehen, aktiver und stärker denn je“, so Oliver Hartmann, Vorsitzender der Naturfreunde Kettig. Hartmann, dem die örtlichen Maßnahmen besonders am Herzen liegen, ist einer der Gründungsmitglieder des neuen „Bündnis Klimaschutz Mittelrhein“, das sich jetzt im Umweltbüro des Dreikönigenhauses Koblenz zusammengeschlossen hat. Das regionale Bündnis besteht bereits aus über zehn Klima, Umwelt- und Naturschutzverbänden und Initiativen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz. Ab Ende August sind zahlreiche Veranstaltungen zu den Themen Atomausstieg, Energiewende und Umweltschutz geplant.

Dr. Thomas Bernhard, umreißt als Sprecher des Solarenergiefördervereins SFV, Infostelle Koblenz, die Zielsetzung des Bündnisses: „Unser Ziel ist es, Politik, Wirtschaft und Bevölkerung mit bislang leider viel zu wenig beachtenden Sachinformationen der Klima- und Energiefachleute zu konfrontieren und den Druck der aktiven Zivilgesellschaft auf die Entscheider zu verstärken. Paris muss endlich ernstgenommen werden, auch in Koblenz, Neuwied und im Westerwald!“

Mit dabei sind neben den Naturfreunden und dem SFV auch der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND Koblenz, Westerwald und Rhein-Lahn, Ökostadt Koblenz eV, die Umweltinitiative Bendorf (Bürgerinitiative AKW Mülheim-Kärlich), Umweltschutz Neuwied eV, die Bildungsstätte Haus Wasserburg Vallendar, der Landesarbeitskreis Energie und Klima des BUND Rheinland-Pfalz und der Welt-Laden Koblenz. Weitere Gruppierungen aus dem kirchlichen und Eine-Welt-Bereich haben ebenfalls ihr Interesse an einem Beitritt bekundet. „Das Bündnis Klimaschutz ist offen für alle, die ihre Ideen und Kooperationsbereitschaft für den Schutz unserer Mutter Erde einbringen wollen“, betont Egbert Bialk, BUND-Vorsitzender aus Koblenz und bietet dazu die gute Logistik des Umweltbüros zur Vernetzung an.

Neben der Zusammenarbeit im medialen Bereich plant das regionale Netzwerk bereits erste größere gemeinsame Veranstaltungen zu aktuellen Problemen:

Am Donnerstag, 25. August 2016, 18 Uhr, beginnt im Dreikönigenhaus ein großer Infoabend zur ungelösten Kehrseite unserer bisherigen Energiepolitik. „Wohin mit dem hochgefährlichen Atommüll? – Tickende Zeitbomben von Asse, Gorleben und Mülheim-Kärlich bis Tihange, Gronau und Cattenom“. Der stellvertretende BUND-Bundesvorsitzende Klaus Brunsmeier war Mitglied der Atommüllstandortsuchkommission und wird berichten, was da an Zwischen- und Endlagern in naher oder eher ferner Zukunft auf uns zukommen wird. Gleichzeitig wird es um Forderungen für einen schnelleren Atomausstieg und eine wirksame Energiewende gehen.

Für den 17. September steht die Mobilisierung zur Großdemo „Ceta und TTIP stoppen!“ in Frankfurt an, und eine gemeinsame Zug- bzw. Busanfahrt ist bereits in Vorbereitung. Weitere Veranstaltungen zu einer gerechteren CO2-Besteuerung und zur Windkraft mit Referenten des Solarenergiefördervereins und anderen sollen im Herbst folgen.

gez. Egbert Bialk, für das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein 

BUND Pressemitteilung: Energiewende retten - 5 vor 12!

Foto: Andreas Klein / BUND: 5 vor 12 vor dem Dreikönigenhaus / Koblenz

Arbeitsniederlegung für die Energiewende - BUND Koblenz unterstützt die
bundesweite Kampagne


Unter dem Motto "Energiewende retten - 5 vor 12" beteiligten sich am Mittwoch, dem 25. Mai auch mehrere Koblenzer Büros an der bundesweiten Kampagne der Verbände der erneuerbaren Energien. Mit einer Arbeitsniederlegung solidarisierten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BUND Regionalbüros Koblenz mit den im Dreikönigenhaus ansässigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Detlev Pilger sowie die Görlitz-Stiftung ISSO gingen auf die Straße.

Mit der Koblenzer "Warnminute" erfolgte um 11:55 Uhr am Dreikönigenhaus (ISSOlab - Kornpfortstraße 15) die symbolische „Schließung“ der ansässigen Unternehmen. Zusammen mit den Beschäftigten protestierten sie gegen die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) angekündigte Drosselung des Windenergieausbaus. Mit dieser Aktion soll darauf hingewiesen werden, dass der vorliegende Entwurf für das EEG 2016 den Ausbau der Windenergie und der Erneuerbaren Energien insgesamt gefährdet.
Laut Bundesverband Windenergie e. V. (BWE), Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland, gefährdet der aktuelle Entwurf zur Überarbeitung des EEG allein im Windbereich 150.000 Arbeitsstellen. Im gesamten Bereich der Erneuerbaren Energien sind rund 370.000 Arbeitsplätze betroffen.

Auch der BUND hält das für eine falsche Weichenstellung. Der Klimagipfel in Paris sollte gerade dazu beitragen, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien gefördert wird. Deutschland müsste gemäß seinen internationalen Verpflichtungen beim Ausbau der Erneuerbaren sogar das Tempo erhöhen, statt wie aktuell geplant auf die Bremse zu treten. Mit der Teilnahme an der Warnminute wurde auch auf die konkrete Bedrohungslage für Unternehmen und Beschäftigte im Bereich der erneuerbaren Energien aufmerksam gemacht. Den Demonstranten geht es darum, unsere Umwelt für die nächsten Generationen zu erhalten und nicht mit Kohle, Gas oder Atom zu zerstören.

Egbert Bialk, BUND-Regionalbeauftragter aus Koblenz und Landesvorstandsmitglied, appelliert darum an die Wirtschaftspolitik: „Zukunftsfähigkeit in Deutschland wie auch global erreichen wir nicht, wenn wir die Alarmsignale des Klimawandels ignorieren und weiter unbeirrt auf ungebremstes Wachstum setzen. Die fossilen Energievorräte und viele weitere Ressourcen sind bald erschöpft, weil eine Minderheit unsere Lebensgrundlagen ausbeutet, insbesondere auf dem Rücken der armen Länder des Südens und zu Lasten der Biodiversität und der Atmosphäre. Paris verpflichtet uns zu einem deutlichen Gegensteuern - bei der Energieversorgung, bei Landwirtschaft und Mobilität, beim maßlosen Konsum, aber auch bei der Verteilungs- und Klimagerechtigkeit. Das heißt hin zu Nachhaltigkeit in allen Wirtschaftsbereichen einschließlich einer ökosozial verträglichen Arbeitswelt. Gabriels Pläne zum EEG sind leider genau das Gegenteil hierzu.“ 

BUND Pressemitteillung: 30 Jahre nach dem Super-Gau in Tschernobyl: Alle Atomanlagen abschalten - Energiewende voranbringen!

Tschernobyl (Reaktor Vier mit dem Sarkophag)

Mahnwache und anschließender Film am Mo, 25.4.16, 17 Uhr, in Koblenz am Löhrrondell

Kann ich meinen Salat essen, oder werde ich davon krank? Gieße ich die Frischmilch besser weg und trinke H-Milch, produziert vor dem radioraktiven Regen? Kann ich jemals wieder Pilze sammeln oder Wildschweinfleisch essen? - Menschen, die die Atomkatastrophe vor 30 Jahren miterlebt haben, sind diese Sorgen sehr präsent. Die Strahlung wirkt bis heute nach, nicht nur rund um die Atomruine, sondern weltweit. Nun ist auch noch vor 5 Jahren Fukushima dazugekommen. Wir ahnen, wie die Menschen dort in Japan leiden, zum Beispiel, wenn ihr Kind nicht draußen spielen darf oder gar an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Atomkraft - eine mörderische Technologie!

Der Atomausstieg scheint besiegelt, so hieß es, aber erst wenn das letzte AKW stillgelegt ist, können wir ein wenig aufatmen.Jetzt alle Atomanlagen abschalten, auch und gerade bei uns!

Manchen Politikern ist 2022 wieder zu früh. Sie nehmen billigend in Kauf, dass weiter strahlender Müll produziert wird, für den es keine wirklich sichere Entsorung gibt. Wessen Interessen vertreten diese Politiker?

Die maroden Kraftwerke in Belgien, Frankreich oder Tschechien laufen weiter, trotz Risse und Terrorgefahr. Unverantwortlich! Lasst das der Politik nicht durchgehen, geht weiter auf die Straße für den Atomausstieg - hier bei uns und weltweit. Strahlung kennt keine Grenzen.

Wir brauchen keine Atomenergie, wir haben Energiereserven genug und Alternativen. Mit Erneuerbaren und Energieeffizienz und einem verantwortungsbewussten Lebensstil sparen wir uns die Atom- und die klimaschädliche Kohlekraft weg. Das passt den Energiekonzernen und den mit ihr verbundenen Politikern nicht. Darum bremsen sie die Energiewende, wo sie sie nur können. Das machen wir nicht mit. Wir sind die Energiewende - wir bringen sie voran, von unten!

Das sind die Anliegen, die wir in diesen Tagen des Gedenkens an Fukushima und Tschernobyl öffentlich machen. Kommt darum am kommenden Montag zur Mahnwache ans Löhrrondell. Achtung: diesmal eine halbe Stunde früher als gewohnt - um 17 Uhr. Nach kurzen Redebeiträgen gehen wir gemeinsam als Montagsspaziergang zum Film "Power to change" ins Odeon in der oberen Löhr. Dieser Mut machende Film beginnt ab sofort täglich um 17:30 Uhr. Am Freitag, 22.4., auch um 20 Uhr, sogar in Anwesenheit des Regisseurs. 100% Erneuerbare sind möglich und nötig. Denn wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.

Atomfeindliche Grüße,

Egbert Bialk, für das AntiAtomNetz und den BUND Koblenz. 

Zwei Jahrhunderte Marx und Engels - Waren Marx und Engels Vordenker der Ökologiebewegung?

Als Analytiker und Kritiker des Kapitalismus haben Karl Marx und Friedrich Engels Weltruhm erlangt. Unverfänglicher Kronzeuge dafür ist jedenfalls der Verfassungsrechtler und ehemalige Bundesverfassungsrichter Ernst Wolfgang Böckenförde, der 2009 vom „inhumanen Charakter“ des Kapitalismus spricht und davon, dass man sich „der Aktualität der Prognose von Marx nicht entziehen“ könne.

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Solarenergie-Förderverein-Infostelle Koblenz eröffnet "Speicher, Wind- und Sonnenstrom ersetzen Kohle und Atom!"

Die feierliche Eröffnung der Infostelle Koblenz des Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) im Dreikönigenhaus am vergangenen Sonntag war ein voller Erfolg. Zahlreiche Gäste, interessiert und motiviert dazu beizutragen die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, lauschten dem Vorträgen: Dr. Rüdiger Haude sprach zu „Energiewende – zentral oder dezentral organisieren“ und Thomas Bernhard zu „was ist zu tun – die neue Greenpeacestudie zu den Folgerungen nach Paris COP21“. Gäste nutzen die Kontaktmöglichkeiten, kamen in intensive Gespräche, fuhren verschiedene e-Fahrzeuge Probe, oder vereinbarten auch Aktionen.

Es wurde einiges geboten – und noch mehr mitgenommen:

Der Ort: Dreikönigenhaus in der Kornpfortstraße 15, das die ISSO Startup-Unternehmen und Koblenzer Umweltbüros von BUND, VCD, Ökostadt Koblenz und jetzt auch den SFV beherbergt. Dieser profitierte durch die enge Zusammenarbeit auch vom BUND-Personal; voller Saal des Soul-Food Cafes mit Sektempfang.

Die Menschen: SFV-Aktive aus Koblenz, Aachen, Bayern, Koblenzer und im Umland ansässige Unternehmer, engagierte Bürger, Umwelt-Aktive, Politiker aus Stadtrat und der Landespolitik, e-Auto-Besitzer, Solateure, der Buchautor eines Reiseführers zu Erneuerbare Energien in Deutschland, und viele mehr...

Das Ambiente: Eine mobile Rollup-Ausstellung des SFV zur Erderwärmung und Möglichkeiten einer besseren Zukunftsgestaltung; Informationen rund um die Solarenergie, zahlreiche Bücher, die tollen neuen Räumlichkeiten aller ansässigen Büros – ein inspirierendes Ambiente und dazu eine Austellung gängiger E-Fahrzeuge von e-Rollern, e-Motorrad, Twizzy, e-Smart, Citroen C-zero, BMWi3, Renault Zoe, Kangoo, Nissan Leaf von Autohaus Schilling, Tesla.

Die Inhalte: Dr. R. Haude kennzeichnete die Möglichkeiten bisheriger und zukünftiger Energieversorgung, und zeigte neue Aspekte auf: die dezentrale Versorgung ist technisch ausgereift, hat den Vorteil besserer Fehlerfreundlichkeit -mit dem Verweis auf Fukushima-, die höheren Wirkungsgrade mit Nutzung der Abwärme vor Ort, die kurzen Netze, und die Schnelligkeit des Aufbaus. Der wirtschaftliche Vorteil ist, dass Bürger geringere Gewinnerwartungen haben, Gewinne in eine regionale Wertschöpfung eingehen. Politisch: Dass Dezentralität die Demokratie stärkt statt eine Macht im Staat zu generieren die globale Fehlentwicklungen hervorruft statt korrigiert. - Dr. T. Bernhard, der auch im BUND Koblenz aktiv ist, berichtete über den Stand nach Paris: Der weltweite Konsens die Erderwärmung möglichst bei 1,5 Gradzu halten.

Was das bedeutet, hat eine neue Studie aufgezeigt: Es muss der CO2-Ausstoß weltweit und vorher noch in den Industrieländern so schnell wie möglich heruntergefahren werden, denn jeder weitere Ausstoß erhöht die Konzentration in der Atmosphäre und damit die Erwärmung. Konkret muss Deutschland bis 2025 die Kohleverstromung beenden, bis 2035 komplett Strom aus Erneuerbaren herstellen. Der PKW-Verkehr muß statt zuzunehmen pro Dekade um 10% reduziert werden, und alle Autos 2035 elektrisch fahren. Das sind Ziele die sich mit dem heutigen Zwiedenken nicht vereinbaren lassen, das eine zu wollen und das andere trotzdem zu tun. Konkret hieße das auch: keine Nordtangente mehr, keine neuen Autobahnen, keine Verbrenner-Autos mehr kaufen; lieber Fahrradwege und e-Bikes. Jede Verzögerung bringt uns mehr Erderwärmung.

Manche Gespräche waren sehr konkret, etliche überlegen welches e-Auto es denn sein soll, und es wurden Aktionen besprochen zu dem Thema, vom „Tag der Elektromobilität“ am 22.4. auf der Festung Ehrenbreitstein über den Film „power to change“ ab 21.4 in den Kinos, zu Vorträgen oder Schulaktionen. Die SFV-Infostelle Koblenz ist dabei. Eine gelungene Matinee.

Ansprechpartner ist Thomas Bernhard, weitere Infos unter www.sfv-infostelle-koblenz.de, und www.sfv.de; Kontakt, Spende, Mitgliedschaft - wir freuen uns auf Sie: Tel. 0261 / 9734539 im Büro des BUND. 
 

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