Kreisgruppe Koblenz

BUND Landesdelegiertenversammlung

Delegierte fordern Moratorium im Straßenbau und mehr Klima- und Artenschutz – Klimaschutz muss kommunale Pflichtaufgabe werden

19.10.20, Mainz. Vergangenen Samstag fand die wegen der Corona-Pandemie

verschobene Landesdelegiertenversammlung des Bund für Umwelt und

Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz statt,

erstmals in digitaler Form.

 

Die etwa 70 Delegierten forderten in ihren Anträgen ein sofortiges

Moratorium beim Bau von Bundesfernstraßen. Insbesondere kritisierten sie

den derzeit gültigen Bundesverkehrswegeplan. Seine völlig überzogenen

Straßenbaupläne seien in hohem Maße klimaschädlich, naturzerstörend und

kontraproduktiv für eine zukunftsfähige ökosoziale und nachhaltige

ökonomische Entwicklung.

 

 

 

Um den Klimaschutz auch vor Ort voranzubringen fordert das höchste Gremium

des Verbands, dass Klimaschutz zu einer kommunalen Pflichtaufgabe gemacht

wird. Regelmäßig werden geplante Klimaschutzmaßnahmen bei Kommunen, die

unter Finanzaufsicht der ADD stehen, mit dem Hinweis untersagt, dass es

sich um freiwillige Maßnahmen handele, für die kein Geld da sei. „Auf

längere Sicht ist es viel teurer mit den Folgen des Klimawandels umzugehen,

als jetzt in Klimaschutz zu investieren“, betont Landesvorsitzende Sabine

Yacoub, die die Forderung der Versammlung begrüßt.

 

 

 

Weitere wichtige Anliegen des Verbands sind der Artenschutz – der aus Sicht

des BUND zu einem wichtigen Wahlkampfthema werden muss – sowie der sorgsame

Umgang mit Wasser. So ist es für die Versammlung unverständlich, dass die

Landwirtschaft für die Entnahme von Grund- oder Oberflächenwasser zur

Beregnung nichts zahlen muss. „Kostenfreiheit führt, wie allenthalben zu

beobachten, zu maßloser Verschwendung und Raubbau. Die Sprenger laufen auch

während der größten Tageshitze; ein großer Teil des versprühten Wassers

verdunstet, bevor es die Pflanze erreicht hat. Oberflächengewässer fallen

monatelang trocken, weil ihr Wasser wegen des zurückweichenden Grundwassers

in den Untergrund versickert“, heißt es in der Begründung der

Antragsstellenden. Sie fordern deshalb in ihrem einstimmig angenommenen

Antrag, dass die Ausnahmen im Wasserentnahmeentgeltgesetz gestrichen

werden, sodass auch die Landwirtschaft den „Wassercent“ zahlen muss.

 

 

 

Für Rückfragen:

 

Sabine Yacoub, 0174-9971892

Erfolgreicher Auftakt des Bürgerbegehrens Radentscheid Koblenz

100 Radler*innen bei der Critical Mass und Kundgebung – Unterschriftensammlung hat begonnen

Charlotte Keul, eine der drei Vertretungsberechtigten des neuen Bürgerbegehrens Radentscheid Koblenz, berichtete auf der Auftaktkundgebung auf dem Zentralplatz von ihren Rad-Träumen: Durchgehende Wege vom Höhenstadtteil Arenberg ins Zentrum, getrennt von Fußwegen und sicher vor den Autos, ausreichend breit und mit guter Oberfläche und Markierung. Leider sei das auf absehbare Zeit in Koblenz noch ein Traum, Realität sei der tägliche Albtraum für die Radfahrenden im Kampf mit der schlechten Infrastruktur. Damit die Situation sich bessert, eröffneten Keul und ihre Mitstreiter*innen am Donnerstag auf dem Zentralplatz die Unterschriftensammlung des Bürgerbegehrens, wo alle Wahlberechtigten der Stadt ihre Unterstützung dokumentieren können.

Kommen 5 %, das sind knapp 4400, zusammen, muss der Stadtrat aktiv werden und die Forderungen übernehmen. Bei Ablehnung würde dann notfalls ein Bürgerentscheid eingeleitet, kündigten die anderen Sprecher*innen Waltraud Daum und Egbert Bialk an, man setze aber auf die Einsicht der Kommunalpolitiker, mit denen man bald auch Gespräche aufnehmen wolle.

Der Landesvorsitzende Andreas Geers des Fahrradclubs adfc zeigte sich in seiner Rede beeindruckt über den großen Zuspruch in Koblenz, warb auch für die Teilnahme am adfc-Fahrradklimatest im Herbst. Koblenz landete dabei immer auf dem letzten Platz in Rheinland-Pfalz. Das Bürgerbegehren hofft aber, das in den nächsten 7 Jahren grundlegend zu ändern.

Neben Infostand und Redebeiträgen wurde auch eine informelle Fahrraddemo, eine so genannte Critical mass, durch die Innenstadt durchgeführt, mit unübersehbaren 100 Teilnehmer*innen. Die Initiative ist auch beim Stadtradeln mit einer großen Mannschaft dabei und wird in den nächsten Tagen noch öfters auf der Straße sein: in temporären Fahrradstraßen Mainzer Straße und Pfuhlgasse, beim Fahrradtag am 19. September und am Sonntag, 20. September mit einer Kinder-Fahrraddemo.

Das nächste Aktiventreffen ist am Mittwoch, 9.September, ab 18 Uhr im BUND-Garten Moselweiß, Unterbreitweg (ist vom Bahnhof Moselweiß ausgeschildert). Weitere Infos: Interessierte und Unterstützer*innen können zu den genannten Veranstaltungen kommen oder die neue Homepage www.radentscheid-koblenz.de herunterladen. Dort findet man auch Unterschriftenlisten und alle Termine. Ökostadt Koblenz eV hat bei der Sparkasse Koblenz ein Spendenkonto für den Radentscheid eingerichtet, IBAN DE29 5705 0120 0000 2980 34, Stichwort „Radentscheid Koblenz“. Weitere Infos auch bei: Egbert Bialk, Tel. 0261-94249638, Mail: e.bialk@tonline.de.

Zur Pressemitteilung

Critical Mass 6.8.2020

Am Donnerstag, 6. August, findet die monatliche Radtour „Critical Mass“ und der Aktiventreff zum „Radentscheid Koblenz“ statt

Am Donnerstag, 6. August, findet wieder unsere monatliche „Critical Mass“ statt. Wie immer laden wir alle Radler*innen herzlich ein, mit der Radfahrt gemeinsam auf die Verkehrsproblematik und die Benachteiligung von Radfahrern und Fußgängern im Koblenzer Straßenverkehr aufmerksam zu machen. Wir treffen uns um 17:30 am Löhrrondell und rechnen mit einer Dauer von einer Stunde.

Die geplante Strecke führt durch die Innenstadt und am Ende über Moselweiß. Aktive und Interessenten am geplanten Bürgerbegehren Radentscheid Koblenz fahren auch am Gartengelände Moselweiß, Unterbreitweg vorbei, wo die Radentscheidgruppe ab 18:30 Uhr im Freien tagt.

Alle Teilnehmer*innen werden gebeten, gut erkennbare Kleidung und Gesichtsmasken zu tragen sowie unbedingt auf die Abstandsregeln zu achten. Infos: BUND-Regionalbüro Koblenz, Tel 0261-9734539.

Demokratie wiederbeleben: Trotz Corona wieder nach und nach auf die Straße!

BUND zu Corona-Lockerungen: Ja bitte – aber angemessen, mit nachvollziehbaren Begründungen und zuerst bei den Bürgerrechten! - Für Do, 7.5.2020, ist wieder eine erste Fahrraddemo in Koblenz geplant.

„Seit Wochen leiden die Menschen unter Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Die Regierungen und Verwaltungen in unserem Land machen alles in allem das Notwendige zur Eindämmung. Mit drastischen Eingriffen auch in Freiheiten und Bürgerrechte konnten sie die schlimmsten Auswirkungen der Krise managen. Auch in einer demokratischen Staatsform sind die gewählten Organe, insbesondere die Exekutive handlungs fähig geblieben. Nun, nach ersten vorsichtig zu bewertenden Erfolgen, wird über Lockerungen nachgedacht. Der BUND nimmt allerdings mit Erstaunen zur Kenntnis, dass hier öfters wirtschaftliche Erwägungen und finanzielle Interessen im Vordergrund stehen. Manche Geschäfte (z.B. Möbel), die nicht unbedingt lebensnotwendig sind und Produktionslinien (z.B. Autoindustrie) werden nach starkem Druck auf die Politik wieder eröffnet, Bürger*innenrechte und Einrichtungen für Kinder bleiben aber weiterhin deutlich eingeschränkt. Auch die Funktion von Parlamenten und anderer demokratischer Vertretungen und Gremien ist derzeit völlig zurückgedrängt. Eine strikte Hygiene bleibt nach wie vor vordringlich, Lockerungen können aber vorsichtig und nach transparenten und nachvollziehbaren Entscheidungsgrundlagen jetzt stattfinden. Nur so wird staatliches Vorgehen von der Bevölkerung mitgetragen. Insbesondere dürfen Wirtschaftsinteressen dabei nicht über die verfassungsmäßigen Grundrechte gestellt werden“, so die Einschätzung des BUND Koblenz.

Dessen Vorsitzender Egbert Bialk, auch Mitglied im Landesvorstand, zitiert hier die ehemalige Justizministerin Hertha Däubler-Gmelin: „Die Eingriffe wiegen schwer, sowohl die in unsere Handlungsfreiheit, als auch in die weiterenGrundrechte, in Kinderrechte, Bildung, Demonstrations-, Versammlungs-, Koalitions-, und Eigentumsfreiheit. Auch unser Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und unsere Reisefreiheit gehören dazu. (zit. n. Kontext, 30-4-2020)

„Bürger*innen-Rechte müssen deshalb jetzt vorrangig wiederhergestellt werden. Zum Beispiel ist die Versammlungsfreiheit unter angemessenen Auflagen wieder zu gewähren, so urteilten auch schon Gerichte. Ein völliges Demo-Verbot ist nicht verhältnismäßig. Kein Internetauftritt ersetzt dieses zentrale Instrument der freien Meinungsäußerung“, so Bialk. Auch die vollumfängliche Ratsarbeit und hier die Öffentlichkeit der Ausschuss- und Ratssitzungen müssten schnellstens wieder garantiert sein. Die Exekutive dürfe eigene Entscheidungen nur für begrenzte Zeit treffen, sonst werde die Gewaltenteilung beschädigt. In der nächsten Ratssitzung müsse die Bevölkerung unter Auflagen wieder Zugang haben, der Raum müsse entsprechend ausgewählt und vorbereitet werden. Ein Videomitschnitt, dazu abhängig von der Zustimmung der Ratsmitglieder, genüge den Vorgaben der Gesetzgebung auf Öffentlichkeit nicht.

Der BUND Koblenz plant zusammen mit anderen Verbänden schon am kommenden Donnerstag, 7.5.2020 eine erste Demonstration nach Ausbruch der Corona-Pandemie. Ab 17:30 Uhr soll es ab Löhrrondell eine etwa einstündige Fahrrad-Demo geben in Anknüpfung an die regelmäßige „Critical Mass“. Der BUND geht davon aus, dass die Demo wegen Corona nicht völlig verboten werden kann. Die Auflagen werden derzeit noch mit dem Ordnungsamt abgestimmt und dann natürlich eingehalten. Unter dem Titel: „Koblenz braucht Radwege – Autoverkehr reduzieren und entschleunigen!“ will man die Corona-bedingten Freiräume auf Koblenzer Straßen für die Menschen und den Umweltverbund neu verteilen. „Klimaschutz macht keine Pause, darum müssen wir diese Krise auch als Zukunftschance nutzen“, so appelliert der BUND an die Koblenzer Stadtpolitiker.

Weitere Informationen: Egbert Bialk, Tel 0261-94249638 oder 01578 6257149 E-Mail: regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de

Achtung Nachwuchs: Wildkätzchen bitte nicht mitnehmen

28.04.20, Mainz. Ab April, in den ersten Frühlingswochen, werden die Jungen der Europäischen Wildkatze geboren. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz appelliert deshalb an Spaziergänger*innen und Wander*innen, kleine Kätzchen im Wald nicht anzufassen oder mitzunehmen. „Junge Wildkatzen sehen Hauskatzen oftmals zum Verwechseln ähnlich", erläutert Ines Leonhardt Wildkatzenexpertin des BUND. „Werden die Wildkätzchen mitgenommen, bedeutet das viel Stress und unnötige Risiken für diese seltenen Tiere.“

„In Menschenhand besteht für die Wildkätzchen ein sehr hohes Risiko, sich mit Hauskatzenkrankheiten anzustecken“, erklärt Leonhardt weiter. „Auswilderungen sind außerdem sehr aufwendig und gelingen nicht immer.“ Zudem sind Wildkatzen geschützte Wildtiere. Sie dürfen nicht ohne Not in menschliche Obhut genommen werden. „Auch, wenn die Katzenjungen allein und mutterlos erscheinen, sollte man Abstand halten. Meistens ist das Muttertier auf Mäusejagd oder versteckt sich in unmittelbarer Nähe.“

Junge Wildkatzen haben noch ein deutlich gestreiftes braun-graues Fell und blaue Augen. Erst wenn sie älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Spitze als Wildkatze besser zu erkennen. „Gerade hier in Rheinland-Pfalz, wo die Wildkatze vergleichsweise häufig vorkommt, kommt es immer wieder zu Verwechslungen und junge Wildkätzchen werden fälschlicherweise eingesammelt. Daher bittet der BUND die Bevölkerung dringend darum, sich mit einer Wildtierauffangstation in Verbindung zu setzen, bevor man sich den Tieren nähert!“

 

Hintergrund

Der BUND setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit seinem Projekt "Rettungsnetz Wildkatze" für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Bundesweit untersuchen Naturschützerinnen und Naturschützer die Entwicklung der Bestände und engagieren sich für die Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze. Seit 2018 führt der BUND Rheinland-Pfalz ein Wildkatzen-Totfundmonitoring durch um noch mehr über die in Rheinland-Pfalz lebende Wildkatzenpopulation in Erfahrung zu bringen und Gefährdungen und Gefahrenschwerpunkte im Straßenverkehr zu identifizieren. Da die Tiere auf Deckung angewiesen sind, brauchen sie "grüne Korridore" aus Büschen und Bäumen, um neue Lebensräume zu erobern. Gleichzeitig fordert der BUND die Politik auf, sich stärker für den Schutz der Biologischen Vielfalt in Deutschland einzusetzen. Dazu gehört auch der Bau von Grünbrücken oder Unterführungen an Unfallschwerpunkten und ein Verzicht auf weiteren Straßenbau.

Mehr Informationen und Kontakt, wenn man Wildkatzenjunge gesehen hat:

www.bund.net/wildkatze <http://www.bund.net/wildkatze>

https://www.bund-rlp.de/wildkatze/

<https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/wildkatze/>

 

Wildkatzenfotos und druckfähige Verbreitungskarte der Europäischen Wildkatze in Deutschland:

www.bund.net/wildkatzenfotos <http://www.bund.net/wildkatzenfotos>

 

Kontakt:

·       Ines Leonhardt, Projektleitung Wildkatzen-Totfundmonitoring, BUND

Rheinland-Pfalz, 06131 - 62706 – 32, Ines.Leonhardt(at)bund-rlp.de

<mailto:Ines.Leonhardt(at)bund-rlp.de>

·       Mira Stockmann, Naturschutzreferat, BUND Rheinland-Pfalz, 06131 -

62706 – 23, Mira.Stockmann(at)bund-rlp.de  <mailto:Mira.Stockmann(at)bund-rlp.de>

Lastenrad für alle

BUND weiht neues E-Dienstrad ein - Modell für klimafreundliches City-Logistik-Konzept

Pressemitteilung des BUND Koblenz

Der   BUND   weiht   bei   der   Critical   Mass   sein   neues   E-Dienstrad   ein   und   stellt   dieses   auch   den   Koblenzer Umweltverbänden gratis zur Verfügung. Seine Forderung: Lastenräder sollen als Modell für ein klimafreundliches City-Logistik-Konzept sein. Die Stadt soll Zuschüsse zahlen.

Allmonatlich trifft sich am ersten Donnerstag die Critical Mass zum "Rudelradeln" in der Innenstadt. Begründung: "Wir Radler sind in Koblenz  von der autoorientierten Politik an den Rand gedrängt. Darum nehmen wir immer ab 17:30 Uhr, beginnend am Löhrrondell, wenigstens für eine Stunde wieder Besitz vom öffentlichen Raum, der ja für alle Verkehrsteilnehmer da ist", so BUND-Vorsitzender Egbert Bialk, der die Aktion mitorganisiert.

Für den 5. März hatte sich die Gruppe etwas Besonderes ausgedacht. Der BUND nahm dort sein neues Dienst-Lastenrad in Betrieb. Bialk: "Mit Unterstützung eines regionalen Ökostrom-Anbieters und privater Spenden konnten wir das E-Rad kostenfrei anschaffen. Wir werden so künftig unsere innerstädtischen Transportwege noch weniger mit dem Auto zurückgelegen. Probefahrten und Ausleihen bieten wir übrigens auch allen Umweltverbänden und Aktiven an, gratis und nach Voranmeldung im BUND-Büro, tel. 0261-9734539. Niemand muss mehr zum Einkaufen unbedingt mit dem Auto in und durch die Innenstadt fahren.

Auch die Stadt Koblenz sollte sich solche Lastenräder für die Verwaltung und Eigenbetriebe anschaffen und, wie zum Beispiel Wiesbaden, eine Anschaffung mit 1000 € pro Rad bezuschussen. Koblenz braucht endlich ein klimafreundliches  Logistik-Konzept für die City, um den   emissionsreichen motorisierten Lieferverkehr aus  unserem innerstädtischen Lebensraum   herauszuhalten.“ Der BUND wird deshalb an die Stadtratsfraktionen und die Verwaltungsspitze herantreten und sie zu einer „lasterhaften“ Probefahrt einladen. Er empfiehlt, im nächsten Haushalt 50 000 € für die Bezuschussung von Lastenrädern der Bevölkerung und Betriebe einzustellen.

„Der Lieferverkehr in der überlasteten City muss über solche Impulse neue Wege gehen. Dazu gehören auch die Schaffung von einigen Ausladestellen in jeder Geschäftsstraße, von wo die Waren   radgestützt zu Fuß weitertransportiert werden und die Ahndung von Parken in der zweiten Reihe und auf Rad- und Gehwegen“, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND Koblenz.

Weitere Informationen: BUND Koblenz, Egbert Bialk, Tel. 0261-94249638, mob 01578 6257149 ViSdP

Lastenrad ausleihen oder probefahren? BUND-Regionalbüro, Kornpfortstr. 15, Tel 0261-9734539

Rudelradeln (Critical Mass)? Jeden 1. Donnerstag im Monat, 17:30 Uhr ab Löhrrondell, also 2. April, 7. Mai, 4. Juni ...

Jetzt Stromwechseln für eine echte Energiewende? Unabhängige Beratung im BUND-Regionalbüro und beim SFV.

Die Region Koblenz braucht eine starke Universität

GRÜNE fordern neue Entwicklungsperspektiven für die Uni Koblenz – Lehramt ausweiten, mehr Geld und warum nicht ein Forschungsinstitut für Gewässerkunde am Florinsmarkt?

Nach einer Pressemitteilung von Bündnis 90 /Die Grünen Koblenz, unterstützt vom BUND

Bündnis 90/Die Grünen machen sich Sorgen um die Existenz und Weiterentwicklung der Uni Koblenz: „Welche Zukunft hat die Universität Koblenz nach der Trennung von Landau? Während sich die Landauer Hälfte mit der finanziell stark ausgestatteten TU Kaiserslautern zusammenschließt, bleibt die Koblenzer Hälfte auf sich alleingestellt. Beispielsweise erhält sie nur die halbe Bibliothek und nur ein Rumpflehramt. Das Land hat durch die Verstetigung des sogenannten "Hochschulpaktes" das Existenzminimum abgesichert. Wenn jedoch in Koblenz nicht erheblich investiert wird, bleibt die Universität weiterhin Schlusslicht bei der Finanzierung, und der Abstand zu den anderen Landesuniversitäten wird immer größer. Eine selbstständige Universität für das nördlicheRheinland-Pfalz braucht aber eine echte Entwicklungsperspektive!“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

Alina Welser, Kreissprecherin der GRÜNEN Koblenz dazu: "Was derzeit für Koblenz und die Region geschaffen wird, ist eine Universität, die gerade einmal am Existenzminimum herumkratzt, aber nicht das ist, was sie sein könnte und sein sollte: Ein Attraktionsfaktor in einer Schwarmstadt Koblenz und einer sich vernetzenden Region des Wissens. Attraktiv für die Bürger*innen, die Kultur und die Wirtschaft und natürlich für die Mitarbeiter*innen, die Professor*innen und die Studierenden."

Als neue Impulse für eine zukunftsfähige Entwicklungsperspektive für die Universität Koblenz schlagen die GRÜNEN vor: Wiedereinführung eines breiten Fächerspektrums im Lehramt, vor allem für das nördliche Rheinland-Pfalz, Erhalt der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen-Stellen, Errichtung eines „zusätzlichen, innovativen Fachbereichs, der auch interdisziplinäre Zukunftsthemen wie E-Health, Recht, Medien erforschen kann“, Etablierung eines außeruniversitären Forschungsinstituts wie an allen anderen rheinland-pfälzischen Universitäten auch (Leibniz-, Max- Planck-Institut oder Helmholtz-Zentrum), etwa für die Bereiche Gewässerkunde oder Informatik und schließlich eine Erhöhung der Haushaltsmittel für die Uni Koblenz im neuen Doppelhaushalt des Landes RLP.

Um die Raumnot in Forschung und Lehre zu beheben, gäbe es die Möglichkeit des Baus eines Laborgebäudes auf dem Campus. Nachhaltiger und kostengünstiger wäre aber die Nutzung des Florinsmarkt-Gebäudes in der Koblenzer Altstadt. Hier hat die ISSO-Stiftung von Martin Görlitz bereits das marode Gebäudeensemble entkernen lassen und im Rohbau zur Nutzung für solche Zwecke vorbereitet. Für die Grünen sei das eine „einmalige Chance, die neue Universität auch in der Stadt auf dem Campus Florinsmarkt zu verankern“, so Welser.

Auch der BUND unterstützt diesen Vorschlag. Auf einer ISSO-Infoveranstaltung im Herbst hatten Uni- und Hochschulvertreter*innen und auch das Bundesamt für Gewässerkunde durchaus Interesse an der Etablierung eines solchen interdisziplinären Gewässerkunde-Instituts geäußert. Mehrere Bildungseinrichtungen kooperieren bereits rund um das Thema Wasser. Auch das Mosellum an der Staustufe, nur einen halben Kilometer moselaufwärts gelegen, und sein Projektbüro im Dreikönigenhaus könnten einbezogen werden. „Der BUND hat hier seit einem Jahr die umweltpädagogische Trägerschaft übernommen und zwar mit großem Erfolg. Wir arbeiten gut mit Uni, Ministerium, SGD und der Bundesanstalt für Gewässerkunde zusammen. Ein neues Institut direkt in der Nähe des Flusses bringt weiteres Leben und Knowhow in unsere Rhein-Mosel-Stadt, das würden wir sehr begrüßen. Warum nicht sukzessive ausgebaut zu einem breit aufgestellten Institut für Nachhaltigkeit und ökosoziale Transformation, mit vielen neuen zukunftsfähigen Arbeitsplätzen? “, meint BUND-Sprecher Egbert Bialk.

„Klimamaßnahmen reichen bei weitem nicht!"

Jung und Alt fordern mehr Anstrengungen für das Klima – Unsere Konsumwirtschaft beutet die Ärmsten der Welt aus. Wieder über 1000 Menschen – Jung und Alt vereint – gingen vergangenes Wochenende in Koblenz für das Klima auf die Straße, 620 000 bundesweit. Anlass war der Start der 25. Weltklimakonferenz in Madrid und der Protest gegen die schleppenden Klimaschutz-Maßnahmen der Bundesregierung. Schüler*innen, Studierende, der BUND, Greenpeace und andere Umweltverbände, aber auch Beschäftigte aus der Energiebranche und dem Gesundheitswesen forderten gemeinsam die Politiker in Berlin und in den Kommunen auf, endlich zu handeln.

„Die Koalition verschleppt den Kohleausstieg und macht gerade die Windkraft platt. Offensichtlich haben CDU und SPD den Ernst der Lage nicht begriffen. Auch die 33 Klimamaßnahmen der Stadt Koblenz können nur ein Anfang ein“, so der BUND-Vorsitzende Egbert Bialk auf der Abschlusskundgebung am Reichensperger Platz. Wenn man seitens des Baudezernenten für die Neupflanzung von 300 Stadtbäumen acht Jahre veranschlage und lediglich 2,50 Euro pro Einwohner im Haushalt 2020 für den Radverkehr bereitstellen wolle, könne man wohl kaum zur sog. Klima-Vorbild-Stadt werden. „So viel Zeit zum Abwarten haben wir nicht mehr“, so der BUND. Bialk appellierte an die Demoteilnehmer, weiter Druck von unten zu machen, Flugreisen, Autofahrten und Fleischkonsum deutlich einzuschränken und sich in die Politik einzumischen: „Die Abgeordneten haben eure Interessen zu vertreten, nicht die der Energie-, Agrar- oder Finanzlobby. Das steht im Grundgesetz.“

Auch der BUND-Projektleiter für Ökoziale Beschaffung Achim Trautmann nahm am sog. Black Friday den überschäumenden Konsum kritisch unter die Lupe. Die Bevölkerung aus den Ländern des Südens litten am meisten unter unserem zukunftsschädigenden Lebensstil und unserer Wirtschaftsweise. Obwohl sie selbst am wenigsten zur Ausbeutung unseres Planeten beitrügen. Ein Gesetz, das die gesamte Lieferkette unserer gekauften Produkte auf ökologische und soziale Auswirkungen beleuchtet und verändert, sei darum überfällig. Zahlreiche Umwelt- und Sozialverbände und die Eine-Welt-Bewegung haben darum eine bundesweite Unterschriftenkampagne gestartet.

Unter www.lieferkettengesetz.de <http://www.lieferkettengesetz.de>  kann sich die Bevölkerung ab sofort daran beteiligen. Bei den Infoständen am Rande der Demo wurde bereits reichlich Gebrauch davon gemacht. Weitere Infos auch im BUND-Regionalbüro Koblenz, Tel. 0261-9734539, oder auf der Homepage des BUND Koblenz bzw. direkt bei: Egbert Bialk, BUND Koblenz, Kornpfortstr.15, mob 01578 6257149.

BUND unterstützt die Initiative der rot-gelb-grünen Koalition zur Änderung des Bestattungsgesetzes

Der BUND begrüßt die Initiative der Regierungskoalition im Mainzer Landtag zur Änderung des Bestattungsgesetzes, um Grabsteine aus Kinderarbeit auf unseren Friedhöfen zu verhindern. Auf seiner Delegiertenversammlung 2017 hatte der Landesverband des BUND in einer Resolution auf die Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen hingewiesen. Die Verwendung von Produkten aus Kinderarbeit sollte vermieden und Kindern der Schulbesuch garantiert werden. Zusammen mit dem entwicklungspolitischen Landesnetzwerk ELAN hat der BUND das Projekt ökosoziale Beschaffung mit finanziellen Mitteln des Bundes und des Landes aufgebaut. Auf Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen hat das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Referat Weltkirche des Bistums Trier immer wieder hingewiesen.

„Wir freuen uns sehr über die Initiative der Fraktionen von SPD, FDP und Bündnis 90/ DIE GRÜNEN im rheinland-pfälzischen Landtag welche die Kommunen ermächtigen will Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu verbieten. Die langjährigen Bemühungen von entwicklungspolitischen Vereinen und uns für eine entsprechende Änderung in der rheinland-pfälzischen Gesetzgebung zeigen endlich Wirkung. In Koblenz und der Region haben wir mit vielen öffentlichen Veranstaltungen und in Schulklassen über ausbeuterische Kinderarbeit aufgeklärt und sind immer wieder auf erstaunte Gesichter getroffen“, erläutert Werner Huffer-Kilian vom BUND Koblenz.

„Andere Bundesländer verfügen schon über entsprechende Gesetzgebungen. Es ist nur logisch, dass Rheinland-Pfalz endlich nachzieht und ein klares politisches Signal sendet. Schließlich gibt es in Deutschland für Natursteine zuverlässige Siegel, die ausbeuterische Kinderarbeit ausschließen können. Unternehmen sollten heutzutage die gesamte Verantwortung für eine Lieferkette übernehmen. So kann sichergestellt werden, das Produkte deutscher Unternehmen nicht mithilfe von Kinderarbeit oder unter anderen menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wurden“, so Huffer-Kilian.

Umwelt- und Naturschutz bedeuten für den BUND auch das Engagement im Menschenrechtsschutz, besonders wenn es um Kinder und ihre Zukunft geht.

Ausschluss von Kinderarbeit bei Grabsteinen ein überfälliger Schritt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Koblenz begrüßt den Beschluss des rheinland-pfälzischen Landtags zur Änderung des Bestattungsgesetzes, um Grabsteine aus Kinderarbeit auf unseren Friedhöfen zu verhindern. Auf seiner Delegiertenversammlung 2017 hatte der Landesverband des BUND in einer Resolution auf die Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen hingewiesen. Die Verwendung von Produkten aus Kinderarbeit sollte vermieden und Kindern der Schulbesuch garantiert werden. Zusammen mit dem entwicklungspolitischen Landesnetzwerk ELAN e.V. und der Diözesanstelle der Weltkirche im Bistum Trier hat der BUND Koblenz immer wieder die Forderung nach einer Änderung des Bestattungsgesetzes gestellt.

„Wir sehen uns in unseren Bemühungen Grabsteine aus Kinderarbeit auf unseren Friedhöfen zu verhindern bestärkt und freuen uns über den Beschluss des Landtags. In Koblenz und der Region haben wir mit vielen öffentlichen Veranstaltungen und in Schulklassen über ausbeuterische Kinderarbeit in Steinbrüchen aufgeklärt und sind immer wieder auf erstaunte Gesichter getroffen“, erläutert Werner Huffer-Kilian vom BUND Koblenz.

„Andere Bundesländer verfügen schon länger über entsprechende Gesetzgebungen. Es ist nur logisch, dass Rheinland-Pfalz endlich nachgezogen hat und ein klares politisches Signal sendet. Schließlich gibt es in Deutschland für Natursteine zuverlässige Siegel, die ausbeuterische Kinderarbeit ausschließen“, erläutert Achim Trautmann vom BUND Koblenz.

„Aber dies kann nur ein erster Schritt sein. Das Land muss auch bei der öffentlichen Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen nachbessern und das Landestariftreuegesetz ändern. Deshalb sind wir auch Mitbegründer des Bündnisses Faire Vergabe Rheinland-Pfalz. Dieses Bündnis setzt sich für eine verbindliche gesetzliche Regelung ein, die alle öffentlichen Beschaffungsstellen in Rheinland-Pfalz verpflichtet, ökologische und soziale Kriterien sowie die Menschenrechte entlang der Lieferkette zu berücksichtigen und zu kontrollieren“ erklärt Achim Trautmann abschließend.

Critical Mass am Löhrrondel

Am Donnerstag dem 07. November 2019 findet wieder eine „Critical Mass“statt. Startpunkt ist wie immer am Löhrrondell in Koblenz um 17:30Uhr. Die Fahrradtour verläuft ca. eine Stunde auf den Straßen der Koblenzer Innenstadt und wird am Mosellum enden. Zweck dieser Veranstaltung ist, sich dafür einzusetzen, dass mehr Fahrradwege im Großraum angelegt, verbessert und ausgebaut werden. Nach der Ankunft am Mosellum lädt der BUND Koblenz zu einer  warmen Tasse Kaffee oder Punch ein. Für Interessierte, die an der „Critical Mass“ teilnehmen wollen, wird empfohlen Kleidung anzuziehen, die im Dunkeln gut sichtbar ist und die Fahrradbeleuchtung nicht zu vergessen, die selbstverständlich auch in Takt sein sollte. Wir freuen uns auf Ihr Kommen. Radeln Sie mit!

Unternehmensverantwortung eingefordert – Initiative Lieferkettengesetz

Achim Trautmann (BUND Koblenz) und Günter Schönegg (Haus Wasserburg) bei der Vorstellung der Initiative Lieferkettengesetz.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Koblenz und das Haus Wasserburg stellten am Samstag, 19. Oktober, im Rahmen der dritten Wasserburger Rohstofftage in Vallendar die Initiative Lieferkettengesetz vor. Ein breites Bündnis von 17 kirchlichen, sozialen, gewerkschaftlichen und Umwelt-Organisationen rufen zu mehr Unternehmensverantwortung für Mensch und Natur auf.

„Wir treten ein für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden — auch im Ausland. Erschreckende Berichte über brennende Fabriken, ausbeuterische Kinderarbeit oder zerstörte Regenwälder zeigen immer wieder: Freiwillig kommen Unternehmen ihrer Verantwortung nicht ausreichend nach. Daher fordern wir ein Lieferkettengesetz! Unternehmen, die Schäden an Mensch und Umwelt in ihren Lieferketten verursachen oder in Kauf nehmen, müssen dafür haften“, erläutert Werner Huffer-Kilian vom Dekanat Maifeld-Untermosel.

„Deshalb rufen wir dazu auf die Petition für Lieferkettengesetz unter https://lieferkettengesetz.de/ zu unterzeichnen und sich zu informieren. Zivilgesellschaftliche Gruppen und Vereine, die sich in der Region an der Initiative beteiligen möchten, können sich gerne bei uns im Regionalbüro melden“, so Achim Trautmann vom BUND Koblenz.

Welt der Wanderfische: BUND begeistert Kinder wie Erwachsene

Auftaktveranstaltung „Neues Besucherkonzept MOSELLUM

Koblenz. Zur feierlichen Auftaktveranstaltung in der MOSELLUM-Erlebniswelt Fischpass blicken das Umweltministerium
Rheinland-Pfalz, die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord sowie der BUND stolz auf das erfolgreiche erste Halbjahr ihrer
Zusammenarbeit zurück. Besonders gewürdigt wurden in der Feierstunde die langjährigen Verdienste von Wolfgang Bakesch (SGD Nord), der die Erlebniswelt maßgeblich mit aufbaute sowie BUND-Projektleiterin Helene Kraniotakes, die für die junge, positive Umweltbildungsarbeit
verantwortlich ist. So haben sich die Besucherzahlen seit Einführung des neuen Besucherkonzeptes verdreifacht.

Staatssekretär Dr. Thomas Griese: „Wasserstraßen sind Verkehrsadern, Energielieferant und Lebensadern zugleich. Strom aus Wasserkraft
stabilisiert die Netze und gehört zur dezentralen Energiewende, die im MOSELLUM an der großen Fischaufstiegsanlage Hand in Hand mit
anschaulicher Umweltpolitik geht.“

Im Auftrag des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF), betreut der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.) das Besucher- und Informationszentrum „MOSELLUM – Erlebniswelt – Fischpass Koblenz“. „Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Ökologie der heimischen Flüsse an die regionale Bevölkerung, Touristen und insbesondere Schulklassen zu vermitteln“, erläutert Sabine Yacoub, Landesvorsitzende des BUND.

„Ich freue mich, dass das „MOSELLUM – Erlebniswelt Fischpass Koblenz“ mit dem neuen umweltpädagogischen Konzept des BUND erfolgreich ist und hohe Besucherzahlen vermelden kann“, so SGD Nord Präsident Dr. Ulrich Kleemann. Im MOSELLUM haben Kindergärten, Jugendgruppen und Schulklassen die Möglichkeit die Fischwanderung hautnah zu erleben. Es werden spezielle Unterrichtsmodule zur altersgerechten Auseinandersetzung mit der Thematik angeboten. Während des Aufenthalts im MOSELLUM erforschen
die Schüler*innen entweder eigenständig mittels Erkundungsbögen die Erlebniswelt oder werden von einem*einer geschulten MOSELLUM –
Pädagog*in betreut. Neben den vier Ebenen der Ausstellung, auf denen die Besucher*innen interaktive und abwechslungsreiche Exponate und ein exklusiver Blick in den Fischpass geboten werden, eignet sich das „Blaue Klassenzimmer“ hervorragend für Aktivitäten zur Umweltbildung, wie Workshops oder Vor-/ Nachbereitung von Themenführungen.

FAIR MACHT SCHULE

BUND Koblenz gratuliert zur Auszeichnung Fairtrade School

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Koblenz, BUND-Koblenz, gratuliert der Realschule Plus und Fachoberschule Kobern-Gondorf zur Auszeichnung als Fairtrade School. Achim Trautmann, Promotor für öko-soziale Beschaffung, freut sich bei seinem aktuellen Besuch in Kobern über diese Auszeichnung. Seit Jahren existiert eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und dem BUND Koblenz. Dabei setzte sich die Schule immer wieder mit den Themen des Fairen Handels auseinander.

„Die jetzige Auszeichnung ist ein Erfolg der SchülerInnen, die sich für eine gerechte und lebenswerte Welt engagieren, und ist gleichzeitig der Aufruf, weiter zu machen,“ ist Achim Trautmann optimistisch. Herausragend waren die Veranstaltungen gegen ausbeuterische Kinderarbeit mit dem Kinderrechtsexperten Benjamin Pütter der katholischen Sternsingeraktion und den Konzerten des Maharaj-Trios aus Indien.

„Wir freuen uns über das Engagement der Schule für den Fairen Handel und die Bereitschaft die Bildung für nachhaltige Entwicklung regelmäßig in den Unterricht einzubinden. Daher danken wir den SchülerInnen, den LehrerInnen und dem Schulleiter Herrn Kugler für das große Interesse und Engagement an diesen Themen und sind gespannt, welche Projekte die Schule demnächst startet,“ schaut Trautmann in die Zukunft.

Klimanotstand: "Die Stadt kommt nicht vom FLÖCK - nicht LANGNER warten!"

BUND kritisiert den bisher fehlenden Willen zur Umsetzung des Klimastadtratsbeschlusses

"So wird das nichts. Wenn die Stadt nicht deutlich zulegt beim Tempo, bleibt der Ratsbeschluss vom 26.9.2019 reine Symbolpolitik", so Egbert Bialk, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschlands BUND, Kreisgruppe Koblenz. Der BUND kritisiert insbesondere, dass imGegensatz zu anderen Städten wie Konstanz, Landau oder Mainz in Verwaltung und Rat kein Wille für einen Konsens in der Klimapolitik zu erkennen sei. Das Parteihickhack sei Gift für eine gemeinsame Kraftanstrengung zusammen mit den zivilgesellschaftlichen Gruppen.

Die überstimmte Minderheit im Rat wollte gar den ungewollten Beschluss aufgehoben sehen. "Ein völlig inakzeptables Demokratieverständnis", so Bialk, der auch den Oberbürgermeister David Langner auffordert, die von ihm letztlich dann mitgetragenen Klimabeschlüsse nun schneller durchzusetzen und seinem Baudezernenten Bert Flöck, CDU, mehr Personal und Finanzmittel zur Verfügung zu stellen im kommenden Haushaltsjahr. Dies werde von Herrn Flöck aber immer wieder abgelehnt, womit der Koblenzer Klimaschutz weiter auf der Stelle treten würde. Unter grün-rot-roter Mehrheit bliebe es so de facto bei konservativer Politik in Koblenz.

Ein Beispiel: Die Stadt Münster, inzwischen Vorzeigestadt in Sachen Radinfrastruktur, gibt jährlich 15 € pro Einwohner aus für Radwege. Für Koblenz hieße das, im Haushalt müssten 2020 rd. 1,6 Mio € stehen. Angeboten habe Flöck aber lediglich 300 000 €, ein Almosen angesichts der Investitionen für Autos und der Größe der Zukunftsaufgabe. Auch für die Neupflanzung von 300 Stadtbäumen brauche die Abteilung Flöck 8 Jahre. So viel Zeit haben wir angesichts der Klimakrise aber nicht. "Die Stadt kommt nicht vom Flöck - nicht Langner warten!" Mit diesem Wortspiel wird der BUND darum am kommenden Freitag auch bei der großen Klimademo von Fridays for future eine zukunftsfähige städtische Klimapolitik anmahnen. Die beschlossenen 33 Maßnahmen seien erst der Anfang. "Wir werden das kritisch-konstruktiv begleiten, notfalls nageln wir euch fest auf euren Versprechungen", so der BUND.

Auch unser Konsum wird an diesem sog. "Black Friday" Thema sein. BUND-Projektleiter Achim Trautmann wird zusammen mit der Gewerkschaft für ein ökosozial verantwortliches Lieferkettengesetz werben. Ziel ist: Bei Vergaben müssen nicht nur die Hauptauftragnehmer sondern auch die Sub-sub-unternehmer entlang der gesamten Lieferkette für etwaige Schäden oder Verstöße gegen Umwelt- und Arbeitsnormen verantwortlich gemacht werden können. Ärzte haben außerdem eine Aktion der neuen Gruppe Health for Future vorbereitet und auch Kirchen, Gewerkschaften und das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein rufen auf, die vielen Schüler*innen und Studierenden gut sichtbar zu unterstützen.

Die Demo beginnt um 11:55 Uhr am Hauptbahnhof und führt über Markenbildchenweg, Hohenzollern- und Clemensstraße zur Abschlusskundgebung am Reichensperger Platz. Bereits seit Montag steht der BUND täglich mit einem Infostand am Löhrrondell, um für eine bessere Klimapolitik zu werben.

"Koblenz braucht mehr Radwege" - Räder sind sauber und leise

Diesmal trifft sich der BUND Koblenz mit allen fahrradbegeisterten Menschen bereits am Mittwoch, den 2.Oktober um 17:30 Uhr am Löhrrondell zur monatlichen Critical Mass (CM)

 

Bereits am Freitag, den 20.September, hallten bei der Großdemonstration laute Sambatrommeln von Piri Piri und Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ durch die Koblenzer Innenstadt. Ein unübersehbarer Menschenstrom schob sich vom Bahnhof zum Reichensperger Platz und demonstrierte für mehr Klimaschutz.

Zuvor schallte bereits lautes Klingeln von zahlreichen Fahrrädern durch die Stadt. Die Critical Mass war in vollem Gange. Dazu gab es nicht nur eine Fahrt durch die Stadt, sondern gleich drei Durchläufe, an die am 2. Oktober angeknüpft werden soll.
Diesmal sollen dabei vor allem die Bereiche Oberwerth – Horchheim mit der schwierigen Rheinquerung angefahren werden.

Critical Mass ist der Begriff für eine Radlergruppe, bestehend aus mehr als 15 Teilnehmern, die als Konvoi auf der ganzen Spur der Straße nebeneinander fahren dürfen. So können gleichberechtigt neben dem Autoverkehr für Fahrradfahrer kritische Punkte in der Stadt abgefahren und in Augenschein genommen werden. Grundsätzlich ist die Critical Mass jeden 1. Donnerstag um 17:30 Uhr, also das übernächste Mal am 7.November.

In Koblenz muss mehr und schneller etwas für den Radverkehr getan werden. Es müssen sichere Radwege sein, um unangenehme und gefährliche Situationen im Straßenverkehr zu vermeiden. Viel zu oft stellt man fest: Dies ist in Koblenz noch lange nicht geschafft, den von Seiten der Stadt muss mehr getan werden. Das Rad ist sauber, leise, ressourcensparend, klimagerecht, gesundheitsfördernd und kann eine Vielzahl an Problemen wie Stau, Feinstaub und der Anstieg des CO2- Ausstoßes lösen.


„Gemeinsam Fahrrad ist eine andere Art Rad zu fahren und macht Spaß. Daher holt eure Fahrräder raus und reiht euch in die Critical Mass ein!“ so der 1.Vorsitzende des BUND-Koblenz Egbert Bialk.

 

Kultur und Leckereien im Ökogarten

7. Tomatenfest im BUNDten Schulgarten Moselweiß am 1. September

Moselweiß gehört zu den Koblenzer Stadtteilen, in dem Feiern und Dorfleben besonders gepflegt werden. Das „Tomatenfest“ des BUND im Schulgarten am Unterbreitweg schließt an diese Tradition an. Schon zum siebten Male führt der Umweltverband in Zusammenarbeit mit Aktiven des Schulgartens, Hobbygärtnern und Kulturschaffenden sein (Spät-)Sommerfest durch, immer am ersten Sonntag im September.

Im Mittelpunkt wird natürlich wieder die Tomate stehen, in manchen Kulturen auch Liebesapfel oder Paradeiser genannt. Schulklassen der Grundschule Moselweiß befassen sich seit Jahren mit diesem Gemüse und legen besonderen Wert auf Vielfalt und alte Sorten. Auch diesmal werden Samen an Interessierte weitergegeben. Tomatenpizza und diverse Suppen werden wieder vom Team um Ingrid Bialk angeboten – „alles bio und garantiert lecker“.

„Informationen über biologische und faire Nahrungsmittel und die Schattenseiten des Tomatenanbaus im Dienste der Lebensmittelindustrie wollen wir demgegenüber aber nicht verschweigen“, betont Achim Trautmann, der als Projektleiter auf die Infostände am Rande des Festes hinweist. „Das Fest ist auch auf gewisse Weise auch eine moderne Form des Erntedanks“, so Vorstandsmitglied Werner Huffer-Kilian, der den erweiterten Gemeinschaftsgarten organisiert und auch vorstellt und wieder seine „berühmte Kartoffelpfanne“ zubereitet. Imkerin Melanie Monreal wird die Bienen-AG der Grundschule vorstellen und ihren Honig anbieten. Natürlich gibt es auch wieder Kaffee und reichlich selbst gebackenen Kuchen sowie ökologische Weine und Kaltgetränke.

Neben all den festlichen Schlemmereien haben auch Kreativität und Kultur einen besonderen Schwerpunkt auf dem Tomatenfest. „Dreispurrekorder“ nennt sich eine multikulturelle Band, die syrische und deutsche Instrumentalklänge verbindet. Sie treten nun schon zum dritten Male in Moselweißer Garten auf. Die Musikschule Wagner präsentiert immer wieder Nachwuchsbands, sei es jungen Jazz oder den fetzigen Jugendrock von „September Ends“. Und auch die Blechinstrumente von „Tri3o“ werden wieder Kultur in die grüne Lunge von Moselweiß tragen. Für Kinder gibt es interessante Mitmachangebote, zum Beispiel Filzen mit Schafwolle, Spiele und Rätsel.

Das Tomatenfest findet am Sonntag, dem 1.September 2019, ab 12 Uhr bis ca. 19 Uhr auf dem Vereinsgelände der Hobbygärtner am Unterbreitweg statt (leicht zu finden zwischen Bahnhof Moselweiß und Gülser Brücke). Der Eintritt ist frei.

Mehr Diensträder für Mitarbeiter der Stadtverwaltung – Beitrag zum Klimaschutz und zur Gesundheit

Mehr Dienstfahrräder für Mitarbeiter der Stadtverwaltung Koblenz fordert Achim Trautmann, Regionalpromotor öko-soziale Beschaffung beim BUND Koblenz anlässlich des 3. Koblenzer Fahrradtages.

„Nicht jede Dienstfahrt, die heute mit dem Auto getätigt wird, ist zwingend nur mit dem Auto möglich. Hier sollte die Stadt Koblenz ihren Mitarbeitern verstärkt die Möglichkeit bieten, Dienstfahrräder zu nutzen. Gerade im Innenstadtbereich bietet sich für die Stadtverwaltung Koblenz der vermehrte Einsatz von Dienstfahrrädern an. Dies wäre ein kleiner aber wichtiger Beitrag zur Luftreinhaltung, für den Klimaschutz und nicht zuletzt auch für die Gesundheit der Mitarbeiter der Stadtverwaltung Koblenz. Dabei könnte die Stadt Koblenz auch Kosten sparen“, erklärt Trautmann. 

Koblenz braucht mehr Radwege

"Critical Mass" nimmt wieder Besitz vom öffentlichen Straßenverkehr

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Koblenz ruft am 5. September wieder zu einer Critical Mass auf. Treffpunkt ist, wie jeden ersten Donnerstag im Monat, um 17:30 Uhr am Löhrrondell.


Critical Mass ist der Begriff für eine Radlergruppe mit mehr als 15 Teilnehmern, die auf der ganzen Spur der Straße nebeneinander fahren und als Konvoi zusammen bleiben dürfen. So können gleichberechtigt neben dem Autoverkehr für Fahrradfahrer kritische Punkte in der Stadt abgefahren und in Augenschein genommen werden.


Macht das Radfahren in Koblenz Spaß – oder ist es eher zum Abgewöhnen? Radwege müssen den Autospuren genommen werden, denn die Autos, deren Platzbedarf und Abgase, sind ein innerstädtisches Problem. Der öffentliche Raum soll den Menschen zurückgegeben werden, denn diese brauchen mehr Platz und dazu gehören auch mehr Radwege.


Andere Städte machen es bereits vor. Eine gute Fahrradinfrastruktur führt dazu, dass mehr Leute Rad fahren. In Koblenz fehlen an vielen Stellen sichere Radwege, so dass es für die Radfahrenden oft zu unangenehmen und gefährlichen Situationen kommt.


Deshalb, beteiligen Sie sich an der Critical Mass. Fahrradfahren ist gesund, umweltfreundlich und macht Spaß.

In der Region Koblenz herrscht Klimanotstand

Zahlreiche Umweltverbände fordern Kommunen auf, dem Beispiel Konstanz zu folgen und endlich ernsthafte Maßnahmen für unser Klima anzupacken

Dürresommer, Bäumesterben, Schülerrebellion und Wahlverluste - wie viele Warnsignale braucht die Politik noch, bis sie die Klimakrise ernstnimmt und endlich vorrangig behandelt? Auch und gerade die Städte und Gemeinden sind hier gefordert. Sie müssen in ihrem Verantwortungsbereich ihre Entscheidungen auf den Prüfstand stellen und wirksame Maßnahmen ergreifen hin zur Klimaneutralität. Die Stadt Konstanz hat es vorgemacht und mit der Ausrufung des sog. Klimanotstandes eine hoffnungsvolle Weichenstellung getroffen. Das fordern zahlreiche Umweltverbände jetzt auch für die Region Koblenz.

In einem Schreiben an mehrere Fraktionen der Stadt Koblenz, das auch nach Neuwied, Mayen, Andernach, Bendorf, Lahnstein und Boppard gesendet wird, bittet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit dem Klimabündnis Mittelrhein, Ökostadt Koblenz eV, Solarenergieförderverein Infostelle Koblenz, der BI gegen das AKW Mülheim-Kärlich, dem Verkehrsclub Deutschland VCD Mittelrhein und des Bündnisses für Verkehrswende nördliches Rheinland-Pfalz, das Thema auf die nächsten Ratssitzungen zu setzen. „Wir wollen aber keine weiteren unverbindlichen Absichtserklärungen“, so BUND-Regionalbeauftragter Egbert Bialk aus Koblenz, „die Städte müssen jetzt verbindliche Beschlüsse treffen. Vor allem darf Klimaschutz nicht länger mit Hinweis auf Schulden, Eckwertebeschlüsse und Aufsichtsbehörden auf die lange Bank geschoben werden. Die Verwaltung muss bei jeder Maßnahme die Auswirkungen untersuchen und nachweisen, dass der Klimafußabdruck so klein wie möglich ist und notfalls darauf verzichten, wenn kein Ausgleich aufgezeigt wird. Die schnelle Umsetzung der kommunalen Klimaschutzpläne ist unabdingbar und hier muss jetzt in unsere Zukunft investiert werden, auch finanziell. Alles andere käme uns am Ende teuer zu stehen.“

Aber es gibt auch hoffnungsvolle Zeichen. Nach Konstanz haben bereits über 30 Städte oft einstimmig ähnliche Beschlüsse gefasst. Mainz, Landau und Koblenz werden vielleicht im August nachziehen. Wenn auch Kommunen aus den umliegenden Kreisen von Koblenz mitmachen, wäre eine Kooperation einfacher. Neben der klimaneutralen Bebauungsplanung müsste die Verkehrswende hier im Mittelpunkt stehen. Die Verbände fordern deshalb ein benutzerfreundliches ÖPNV- und Tarifsystem, wie in Wien oder Freiburg, und eine Taktverdichtung. Alle Lücken der Radrouten in der Region müssen auf bestehenden Trassen geschlossen, die Schlaglöcher sofort repariert, Radverleihsysteme gefördert werden. Bialk: „Was die Verwaltungen im Radbereich derzeit machen, ist grob fahrlässig, ja Beihilfe zur Körperverletzung, denn Stürze sind an der Tagesordnung. Und genauso wichtig sind Fußgängerinitiativen, höhere Parkgebühren, Busspuren, Verkehrsberuhigung in Zusammenarbeit mit Anwohnern und Verbänden. Letztendlich erhöht das alles die Lebensqualität der Innenstädte und käme auch der Geschäftswelt zugute.“ Hinzukommen müsse die Wiederbelebung der Schienennebenstrecken durchs Brexbachtal, von Koblenz ins Industriegebiet bei Bassenheim oder durchs Aartal von Diez nach Wiesbaden. Bestehende Schienenstrecken müssen bald - mit Ökostrom - elektrifiziert werden, z.B. in der Eifel, an der Lahn oder an der Ahr. Auch die BUGA 2029 muss viel stärker mit Bahn, Bus und Schiff bedient werden statt, wie bisher geplant, mit dem Auto. Haltepunkte am Verwaltungszentrum Moselweiß und in Horchheim sowie Park&Ride-Systeme rund um das Oberzentrum Koblenz würden viel Autoblech aus der Innenstadt fernhalten. „Die autogerechte Stadt und grenzenloses Wachstum sind Konzepte von vorgestern. Sie führen zum Kollaps. Das weiß inzwischen jede Grundschülerin. Wir hoffen darum auf mutige Ratsentscheidungen“, so die Umweltverbände der Region.

Für den BUND, Region Koblenz, Ökostadt Koblenz eV, Solarenergie-Förderverein Deutschland eV SFV, Infostelle Koblenz, Bügerinitiative gegen das AKW Mülheim-Kärlich, Klimabündnis Mittelrhein, Verkehrsclub Deutschland VCD Mittelrhein, Bündnis für Verkehrswende im nördlichen RLP

Gez. Egbert Bialk, Tel. 0261-94249638, mob 01578 6257149, E-Mail e.bialk@t-online.de

„Koblenz braucht mehr Radwege“ - Räder sind sauber und leise

„Critical Mass“ nimmt wieder Besitz vom öffentlichen Straßenraum

Am Donnerstag, den 4.Juli trifft sich der BUND Koblenz mit allen fahrradbegeisterten Menschen um 17:30 Uhr am Löhrrondell zur Critical Mass (CM).

Critical Mass ist der Begriff für eine Radlergruppe mit mehr als 15 Teilnehmern, die auf der ganzen Spur der Straße nebeneinander fahren und als Konvoi zusammen bleiben dürfen. So können gleichberechtigt neben dem Autoverkehr für Fahrradfahrer kritische Punkte in der Stadt abgefahren und in Augenschein genommen werden.

„Der öffentliche Straßenraum gehört nicht nur den Autos sondern uns allen, auch denen, die zu Fuß oder per Rad sicher und umweltfreundlich unterwegs sind!“ so der 1.Vorsitzende des BUND-Koblenz Egbert Bialk.

„Koblenz braucht Radwege“. Mehr Radwege erzeugen mehr Radverkehr, und dieser könnte angenehm viele Probleme lösen: Stickoxide, Feinstaub, Lärm, Staus, Bewegungsmangel, aber vor allem den CO2-Ausstoß in Städten reduzieren und Spaß macht es auch noch.

Wer noch nicht Fahrrad begeistert ist, kann dieses noch werden. In der Gruppe zu radeln ist eine andere Art Rad zu fahren, man wird nicht mehr so leicht übersehen. Holt eure Räder aus den Kellern und reiht euch in die Critical Mass ein, denn noch muss man in Koblenz zu oft feststellen: „Hier fehlt ein Fahrradweg.“ Zusammen können wir das ändern.

Markt der Nachhaltigkeit

Foto: BUND Koblenz

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Koblenz beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder am Markt der Nachhaltigkeit am 22.06.2019 in Koblenz.

Der Stadtrundgang zum nachhaltigen Einkauf in Koblenz beginnt um 11.30 Uhr (Treffpunkt Jesuitenplatz). Wir führen Gespräche mit dem Koblenzer Einzelhandel zum  nachhaltigen Einkauf. Organisiert wurde dies durch den BUND Koblenz, den Verein Heimat schmeckt, den Regioverein, ISSO und den Weltladen Koblenz.

Um 14.30 Uhr wird im Dreikönigenhaus (Kornpfortstr. 15, Koblenz) der Film „A Plastic Ocean“ gezeigt. Der eindrucksvolle Dokumentarfilm macht klar, wie dramatisch das Plastikmüll-Problem in den Meeren ist und erinnert uns daran, welch zerstörerische Folgen unsere Wegwerf-Kultur für den Planeten hat. Der Film wird gesponsert vom BUND Schleswig-Holstein und dem UDINE II-Projekt, das zum Ziel hat, die Wertschätzung für die Ostsee und ihren Schutz zu fördern.

Das Thema Plastikvermeidung greift der BUND Koblenz auch an seinem Infostand von 11.00 bis 16.00 Uhr am Jesuitenplatz auf. Tipps zur Vermeidung von Plastikmüll und Informationen zu Plastik in unserer Nahrungskette werden geben. Eine Petition an den Oberbürgermeister zur Vermeidung von Plastikprodukten beim Einkauf der Stadtverwaltung, kann unterschrieben werden.

Tausend demonstrieren für Klima, Gerechtigkeit und Demokratie. Breites ökosoziales Bündnis setzt in Koblenz ein starkes Zeichen vor der Wahl

„Geht am 26. Mai zur Wahl, wählt Klimaschutz, wählt soziale und globale Gerechtigkeit, wählt Demokratie! Rassisten und Nationalisten sind eine Bedrohung für eine enkeltaugliche Zukunft und den Frieden in Europa!“ Mit diesem Appell eröffnete BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk eine bemerkenswerte Demonstration in Koblenz. 27 Verbände und Gruppierungen, darunter BUND, Nabu, Greenpeace, Germanwatch, Gewerkschaftsbund, Kirchengruppen und das Schülernetzwerk Fridays for Future, hatten aufgerufen. Rund 1000 Menschen kamen, Jung und Alt aus der ganzen Region, teils auch aus Mainz, Bonn oder Landau, und feierten eine Woche vor den Wahlen ein bun(d)tes Fest der Demokratie. Ihre Sorge: Weiteres zögerliches Nichtstun der Politik und Wirtschaftslenker verbaut unser aller Zukunft. „Die Demo war ein starkes Signal, das die Politik ernstnehmen muss, denn unser ökosoziales Bündnis wird auch nach der Wahl nicht lockerlassen“, so das Fazit von Bialk.

Sambatrommeln von Piri Piri und Parolen wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ hallten am Samstag durch die Koblenzer Innenstadt. Ein unübersehbarer Menschenstrom schob sich vom Bahnhof zum Zentralplatz und dann am Theater vorbei zum Reichensperger Platz. Sehr unterschiedliche Banner von „Klimaschutz statt Kohleschmutz“ bis „Koblenz bleibt BUNT“ oder kreative, handgemachte Plakate wie „Saubere Luft in Koblenz“, „1. Wahl: Klima und sozial“ oder „Plastikfrei! Wir sind dabei“ bildeten ein farbenfrohes Panorama. Breiter konnte der Protest der Zivilgesellschaft gegen den Reformstau der Politik kaum sein. Moderiert wurden die drei Kundgebungen von Julika Sandrieser, einer engagierten Schülerin, die auch bei Greenpeace mitarbeitet, und Sebastian Hebeisen vom DGB Region Koblenz. Nach der Begrüßung von Versammlungsleiter Egbert Bialk und der Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz beleuchtete der Arzt und BUND-Vizevorsitzende Dr. Thomas Bernhard die Problemfelder. Der Kohleausstieg müsse sofort beginnen und von einer wirksamen, sozial gerechten CO2-Abgabe unterstützt werden, andernfalls sei das überlebensnot­wendige 1,5-Grad-Ziel nicht mehr zu erreichen. Auch das weltweite Artensterben mache ein sofortiges Umlenken notwendig, auch bei der Koblenzer Klima- und Verkehrspolitik. Christoph Bals, der bundespolitische Geschäftsführer der Eine-Welt-Organisation Germanwatch verwies auf die notwendige Klimagerechtigkeit. Bals hatte alle UN-Klimakonferenzen mitbegleitet und betonte die völkerrechtliche Bindung des Paris-Abkommens und die Solidarität mit den Ländern des Südens, die unter unserem Lebensstil litten. Den Zusammenschluss der Umweltverbände mit Gewerkschaften und Kirchen begrüßte er sehr, denn: „Bei dem erforderlichen Struktur­wandel müssen die Menschen mitgenommen werden.“ Stefanie Maier von der IG-Metall engagiert sich für Arbeitnehmer*innen-Rechte. Ein gutes Leben für alle erfordere neben der Sicherung der Lebensgrundlagen Solidarität, Gemeinwohlverpflichtung und gute, d.h. sichere Arbeitsplätze. Sprecher*innen von Greenpeace und Fridays for Future spannten einen weiten Bogen von der Klimaerhitzung bis zum eigenen oft umwelt­belastenden Verhalten. Jede*r Einzelne trage Verantwortung. Aufrufe zu Frieden und Zusammenhalt in Europa schlossen die Liste der Reden ab. Nach Appellen durch Pulse of Europe forderte Helmut Gelhardt von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung eine Abkehr von Freihandelsabkommen wie TTIP oder Ceta, die vor allem den Interessen der Finanzkonzerne dienten. Am Zentralplatz und am Reichensperger Platz war auch der Kampf gegen rassistische Gewalt Thema. Sebastian Hebeisen vom DGB erinnerte an den tödlichen Anschlag eines Nazis auf dem Zentralplatz vor 27 Jahren und die Verfolgung von Andersdenkenden und Minderheiten durch die Nazis unter Hitler. Hiervon waren auch Sinti und Roma betroffen. Den Veranstaltern war es darum eine besondere Freude, mit Mike Reinhardt eine bekannte Sinti-Swing-Band als virtuosen kulturellen Abschluss gewinnen zu können. Rundum ein bewegendes friedliches Fest unserer demokratischen Zivilgesellschaft.

Für die Veranstalter der Demo: Egbert Bialk, BUND Koblenz, tel 0261-94249638 oder über Regionalbüro Koblenz 0261-9734539, E-Mail regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de

Plastikfrei! Wir sind dabei.

BUND-Aktion gegen Vermüllung von Landschaft und Meeren mit Tipps für umweltbewusste Verbraucher*innen und Forderungen an die Kommunen

Kaum ein Lebensbereich kommt heute mehr ohne Plastik aus. Preiswert, pflegeleicht, leider aber nicht ohne Folgen. Schon beim Gebrauch werden gesundheitschädliche Substanzen abgegeben, für Fluss- und Meerestiere ist Plastik oft tödlich. Die Ozeane sind zu Plastikmülldeponien verkommen. Die Verursacher sind nicht nur illegale Entsorger sondern wir alle als Konsumenten. Der BUND Koblenz will das nicht tatenlos hinnehmen. Seit Februar gibt es eine eigene Plastik-AG, die Alternativen erarbeitet und nun an die Öffentlichkeit geht.

"Weniger ist mehr, insbesondere bei Verpackungen", so die AG-Leiterin Ingrid Bialk. "Wir haben unsere Einkäufe selbst unter die Lupe genommen, gehen nun viel bewusster mit Verpackung um. Gemüse im Plastikpack lasse ich konsequent liegen, ein selbstgenähtes Netz aus altem Gardinenstoff habe ich immer dabei, beim Brot einen Baumwollbeutel. Und Getränke gibt es bei uns nur in Glasmehrwegflaschen." Das sind nur einige der Tipps zur Plastikvermeidung, die der BUND anbietet. Näheres siehe bei Facebook, auf der Homepage koblenz.bund-rlp.de oder auch bei einem Infostand, der am 11. Mai am Jesuitenplatz gemeinsam mit Greenpeace geplant ist. Hier kann man auch weitergehende Forderungen an die kommunale Politik unterschreiben. "Die Städte und Gemeinden müssten viel umweltbewusster sein bei ihren Beschaffungen", meint auch Achim Trautmann, Regionalpromotor für ökosoziale Beschaffung des BUND im Büro Koblenz. "Dies gilt für Gebäude, Mobiliar, Bekleidung oder Ernährung in Kantinen. In Kindergärten ist oftmals zu viel PVC verarbeitet, aus übersteigertem Hygienedenken. Bei der Verpflegung in Kliniken oder Kantinen finden wir überall Kleinpackungen, mehrfach plastikverschweißt. Nicht alles wird recycelt und so landet der Plastikmüll auch in Asien oder Afrika, am Rande von Slums oder in den Ozeanen. Schuld sind letztlich wir und unsere Wegwerfwirtschaft."

Wer mithelfen und umsteuern will, kann sich beim BUND-Regionalbüro oder dem Infostand am 11.5. informieren oder bei der Plastik-AG mitarbeiten.

Kontakt: BUND Koblenz, tel. 0261-9734539, E-Mail regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de

Mitmach-Termine: Plastik-AG Mi, 8.5.2019, 18 Uhr im BUND-Büro, Kornpfortstraße 15, Koblenz; Infostand am Jesuitenplatz Koblenz, Sa, 11.5.2019, 11-17 Uhr, gemeinsam mit Greenpeace

Erlebniswelt Mosellum an der Staustufe Koblenz wieder eröffnet

Foto: BfG

Fische und Flussökologie kann man jetzt hautnah erleben – gratis, auch am Wochenende. Gruppen sollten sich anmelden, auch Workshops können gebucht werden.

Nach der Winterpause öffnete das vom Mainzer Umweltministerium 2011 errichtete Mosellum – Erlebniswelt/Fischpass an der Staustufe Koblenz - mit neuen Öffnungszeiten und einem frischen pädagogischen Konzept wieder seine Tore. Der Eintritt ist jetzt frei, Gruppen sollten sich lediglich anmelden. Besucher werden vom Personal auf Wunsch über die Angebote informiert und stehen für Fragen zur Verfügung. Es können auch spezielle Workshops gebucht werden.

Neuer Träger der umweltpädagogischen Begleitung ist der BUND Rheinland-Pfalz, Projektleiterin ist die Biologin Helene Kraniotakes, erreichbar über das BUND-Büro in der Kornpfortstr. 15 (Dreikönigenhaus/Altstadt) Tel. 0261-97353841. Frau Kraniotakes freute sich bei der improvisierten Eröffnung über die gute Besucherresonanz: „Fast 500 Besucher nutzten das erste Wochenende nach dem Winterschlaf, um dem Mosellum ‚Hallo‘ zu sagen. Ich bin begeistert über das große Interesse. Sowohl Kooperationspartner aus Behörden der Wasserwirtschaft als auch Touristen oder Koblenzer Bürgerinnen und Bürger schauten rein, und die meisten wollen wiederkommen.“

Egbert Bialk, Vorsitzender des BUND Koblenz sowie Michael Carl, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender bedankten sich bei allen Mitarbeitern für ihren außerordentlichen Einsatz zur Wiedereröffnung. „Fischtreppen helfen unsere natürlichen Bestände an Wanderfischen ein Passieren der Staustufen zu ermöglichen und so die Artenvielfalt in den Gewässern zu erhalten. Dies bringen wir den Menschen näher. Unser neues Konzept wird noch schrittweise weiterentwickelt, aber es wird ankommen, das sehen wir schon jetzt. Der Fischpass und die Ausstellung sind jederzeit einen Besuch wert. Man kann gerade jetzt im April und Mai die Wanderfische an den Unterwasserfenstern beobachten, kleine Filme oder mehrsprachige Informationen ansehen zur Ökologie der Mosel. Wenn Besucher Fragen haben, hilft ihnen das geschulte Personal gerne weiter – und das alles gratis, niedrigschwellig und barrierefrei“, so auch BUND-Fließgewässerexperte Achim Theisen.

Projektleiterin Helene Kraniotakes und ihr Team stehen auch für passgenaue pädagogische Gruppenangebote wie Führungen, Workshops oder Vorträge zur Verfügung. Termine, Inhalte und weitere Bedingungen sollten aber zuvor mit dem Projektbüro abgeklärt werden. „Ansonsten ist das Mosellum von Donnerstag bis Sonntag immer von 10-17 Uhr offen für alle, auch an beiden Ostertagen. Man erreicht uns am besten zu Fuß oder per Rad direkt vom Peter-Altmeier-Ufer/Moselbogen oder über die Staustufenbrücke von Metternich/Lützel“, so die Leiterin.

Weitere Infos/Kontakt/Veranstaltungen: BUND-Büro Koblenz, tel. 0261/97353841, www.mosellum.rlp.de, helene.kraniotakes(at)bund-rlp.de

Am 29.03. ist die Winterpause beendet - das Projekt Mosellum wurde wiedereröffnet.
Das erste Wochenende ist sehr gut gelaufen. "Ich empfand die Eröffnung als sehr harmonisch. Die Gäste hatten eine gute Zeit, und ich hatte das Gefühl, dass alle sehr gerne da waren," so Helene Kraniotakes, die Projektleiterin.
Ungefähr 480 Interessierte haben in den ersten drei Tagen die Austellung besucht.

Foto: Achim Trautmann, Aleksandra Chaukina

"Europa muss atomfrei werden! Solidarität mit dem Klimastreik der Schüler*innen!"

Mahnwache zu Fukushima und Montagsspaziergang zur Klimakrise am 11.März

Am kommenden Montag, 11.3.2019, jährt sich die Fukushima-Katastrophe zum 8. Mal. Anlass für die Koblenzer Umweltbewegung, ab 17:30 Uhr mit einer Mahnwache am Löhrrondell an die Opfer zu erinnern und auf die fortbestehenden Gefahren der Atomtechnologie hinzuweisen. Wie der in der Kinderhilfe in Japan tätige Rentner Kazuhiko Kobayashi jetzt mitteilte, sind zum Beispiel die Schilddrüsenkrebs-Erkrankungen bei Kindern in der Region Fukushima massiv angestiegen. BUND Koblenz und das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein unterstützen die Hilfsaktion von Kobayashi regelmäßig. Egbert Bialk wies ferner darauf hin, dass auch bei uns die Atomrisiken fortbestehen: „Sieben Reaktoren werden noch mehrere Jahre weiterbetrieben, obwohl wir Stromkapazitäten genug haben. Sie stellen eine permanente Gefahr dar und erhöhen täglich die Menge an hochradioaktiven Mülls, für den es keine Entsorgung gibt. Das Gleiche gilt für die nicht minder gefährlichen Reaktoren in Frankreich, Belgien oder Tschechien. Auch nach 2022 werden bei uns weiter Nuklearbrennstoffe hergestellt und quer durch Europa, auch durchs Rhein- und Moseltal, transportiert. Damit muss Schluss sein. Europa muss atomfrei werden!“

Zweite große Sorge der Umweltverbände ist die fortschreitende Klimaerwärmung und die Verschleppung des Kohleausstiegs. Nach der Mahnwache wird sich deshalb wieder ein „Montagsspaziergang“ anschließen. Dieser führt über Schloss- und Casinostraße zum Zentral- und Jesuitenplatz. „Wir haben großes Verständnis für den Streik der Schülerinnen und Schüler bei Fridays for future und solidarisieren uns mit ihnen“, so Dr. Thomas Bernhard vom BUND und Solarenergieförderverein SFV. „Schließlich verbauen wir der Jugend die Zukunft, wenn wir tatsächlich erst 2038 die Kohleverbrennung beenden. Das werden wir nicht tatenlos hinnehmen.“ Notwendig seien ein umfassender sozioökologischer Umbau der Wirtschaft und die Zurückdrängung des Lobbyismus der Konzerne. Die Montagsspaziergänge sollen darum monatlich bis zur Europawahl fortgesetzt werden. Zusammen mit einem großen Aktionsbündnis aus Umweltverbänden, dem DGB, Pulse of Europe und Kirchen sowie Fridays for Future wird für den 18. Mai zu einer großen Demo für Klima, Demokratie und soziale Gerechtigkeit aufgerufen.

Weitere Informationen: BUND Regionalbüro Koblenz, tel 0261-9734539 oder Egbert Bialk, tel 0261-94249638 mob 01578 6257149.

„Koblenz braucht mehr Radwege“ - Räder sind sauber und leise

Der BUND Koblenz startet wieder mit der Critical Mass

Am 7. März startet der BUND Koblenz auch 2019 wieder mit der Critical Mass (CM). Jeden ersten Donnerstag im Monat treffen sich Fahrradfahrer*innen zur gemeinsamen Fahrt durch Koblenz um 17:30 Uhr am Löhrrondell.

Critical Mass ist der Begriff für eine Radlergruppe, die so groß ist, dass sie auf der Straße und nebeneinander fahren dürfen, und als Konvoi zusammenbleiben dürfen. So können gleichberechtigt neben dem Autoverkehr für Fahrradfahrer kritische Punkte in der Stadt abgefahren und in Augenschein genommen werden.

Gemeinsam Fahrrad fahren macht Spaß und demonstriert gleichzeitig auch, dass in Koblenz mehr und vor allem schneller etwas für die Fahrradfahrer getan werden muss. Auch von Seiten der Stadt muss sich mehr bewegt werden. „Koblenz braucht Radwege“. Mehr Radwege erzeugen mehr Radverkehr, und dieser könnte angenehm viele Probleme lösen: Stickoxide, Feinstaub, Lärm, Staus, Bewegungsmangel, aber vor allem den CO2-Ausstoß in Städten reduzieren.

Es müssen sichere Radwege sein. Radwege sichern uns allen ob Kindern, Studenten oder Älteren eine unfallfreie Mobilität. Der öffentliche Raum soll den Menschen zurückgegeben werden, denn diese brauchen mehr Platz. Rad fahren ist Zukunft: Sauber, leise, ressourcensparend, klimagerecht und dazu auch noch gesund.

Aber in Koblenz fehlen an vielen Stellen sichere Radwege, sodass es für die Radfahrenden oft zu unangenehmen Situationen kommt. Deshalb wird es auch 2019 wieder regelmäßig die Critical Mass in Koblenz geben. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Weitere Informationen erhalten sie im BUND Regionalbüro Koblenz: 0261 9734539 oder über E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de


Weitere Presseinformationen:

BUND Regionalbüro Koblenz
Kornpfortstr. 15
56068 Koblenz
Tel.: 0261 9734539
E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de

Ansprechpartner:
Egbert Bialk, 1. Vorsitzender des BUND Koblenz
0157 86257149 

„Herr Langner, Herr Flöck, liebe Stadträte, packen Sie endlich die Luftreinhaltung und die Verkehrsprobleme an!“

Stickoxide sind 2018 in Koblenz im Gegensatz zu den meisten anderen Städten wieder angestiegen. BUND fordert eine fußgänger- und radfreundliche Innenstadt sowie den raschen Ausbau eines attraktiven preiswerten Nahverkehrs

Wie das Umweltbundesamt und zahlreiche Medien aktuell melden, hat die Luftverschmutzung in Koblenz nicht ab- sondern zugenommen. Der in der Hohenfelderstraße gemessene Stickoxidwert lag im Mittel 2018 mit 42 Mikrogramm/cbm wieder deutlich über dem gesetzlich verbindlichen Grenzwert von 40. Im Vorjahr war er – vermutlich wetterbedingt – noch leicht gesunken. „Das ist die Quittung für jahrzehntelanges Nichtstun der Stadt und der Bundesregierung“, stellt der Vorsitzende des Koblenzer Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland eV. (BUND) Egbert Bialk fest „Diese neuerliche Erhöhung ist umso beschämender, weil bei den anderen deutschen Innenstädten die Werte meist leicht runtergingen. Die Stadtspitze, OB Langner, Baudezernent Flöck und Vorgänger sowie der Stadtrat tragen Mitschuld an Gesundheitsbelastungen unserer Bevölkerung. Denn die Stadt hat weder einen wirksamen Luftreinhalteplan noch investiert sie in Verkehrsvermeidung oder autofreie begrünte Zonen. Packen Sie endlich die städtischen Verkehrsprobleme an, das ist ureigene Aufgabe der Kommune! Von Berlin haben wir derzeit sowieso nichts Vernünftiges zu erwarten“, so Bialk.

Der BUND fordert Sofortmaßnahmen, die nicht nur im Wahlkampf versprochen sondern noch in diesem Jahr angegangen werden müssen: „Die schwächsten und empfindlichsten Verkehrsteilnehmer müssen Vorrang bekommen, das sind Fußgängerinnen und Fußgänger, Kinder und Menschen mit wenig Geld. Fußwege müssen in der Regel frei bleiben für sie und zum Aufenthalt einladen. Für Radler sind nach dem Vorbild von Münster oder Kopenhagen sichere Radnetze zu schaffen, zu Lasten von Parkstreifen und Straßen. Der öffentliche Raum gehört nicht allein dem Auto und schon gar nicht fast umsonst!“ Als ein Negativbeispiel der „Untätigkeit und Herumeierei“ nennt Bialk das Moselufer vom Deutschen Eck bis zur Gülser Brücke und kündigt an: „In den nächsten Monaten, vor allem bis zur Kommunalwahl Ende Mai, werden wir Verbände mit kreativen Straßenaktionen diese Problemstrecke in den öffentlichen Fokus rücken.“

Immer wieder vergessen werde der Bus- und Bahnverkehr. Der müsse viel attraktiver, also enger getaktet und preiswert sein und in die Region hinein vernetzt. E-Antriebe müssen bald Diesel- und Gasantriebe ersetzen. Der BUND-Vorsitzende fordert dazu neue Haushaltsprioritäten: „Dafür muss Koblenz Geld in die Hand nehmen, das ist öffentliche Daseinsvorsorge und sicher wichtiger, als jedem SUV einen billigen Parkplatz vor der Ladentür zu bieten. Und Herr Langner, Herr Flöck und liebe Stadtratskandidaten, Sie werden sehen, bis zum Ende der nächsten Wahlperiode werden dann auch die Luftmesswerte bei uns dauerhaft im gesetzlich erlaubten Bereich liegen.“

Weitere Informationen:

BUND Kreisgruppe Koblenz, Egbert Bialk, Tel. 0261-94249638 mob 01578 6257149, E-Mail: regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de

Luftmesswerte in Koblenz und RLP: luft.rlp.de/de/zentrales-immissionsmessnetz-ziemen (Überschreitung von Informationsalarmschwellen und Grenzwerte)

Beachten Sie auch die Presseinformation des BUND-Landesverbandes RLP morgen auf der Homepage sowie weitere Medienberichte, z.B. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/stickoxid-grenzwerte-in-diesen-35-staedten-sind-sie-ueberschritten-a-1250872.html

 

Energie-, Verkehrs- und Ernährungssektor klimagerecht umbauen:

Foto: Rolf Reinhardt

In Erneuerbare Energien investieren, Tempolimit jetzt, CO2-Ausstoß verteuern, weg mit der Subventionierung der Agrarindustrie!

Der BUND RLP/Region Koblenz ist unzufrieden mit der Arbeit der Kohle- und Verkehrskommissionen sowie der Untätigkeit des Landwirtschaftsministeriums und wird Aktionen für wirksame Klimamaßnahmen in den nächsten Monaten weiter verstärken.
Der Regionalbeauftragte Egbert Bialk aus Koblenz, aktiv auch in Bundes- und Landesgremien des BUND, stellt klar: "Das was die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission für Klimaschutz im Verkehrssektor bisher zustande gebracht hat ist ebenso unzureichend wie das aktuelle Ergebnis der Kohlekommission. Deutlich vor 2050 müssen wir alle Klimagase auf Null reduziert haben, sonst wird die rechtsverbindliche 1,5-Grad-Grenze des Paris-Abkommens nicht eingehalten."
Der BUND begrüßt zwar die von der Strukturkommission empfohlene baldige Abschaltung der ersten Kohlekraftwerke und die Aussicht auf Rettung des Hambacher Waldes. "Einen Weiterbetrieb der Kohleenergie teils bis 2038 werden wir aber weder verkraften noch hinnehmen. Die gesamte Umweltbewegung einschließlich der jungen Generation erwartet jetzt ein ambitioniertes deutsches Klimaschutzgesetz und ein zukunftssicherndes Auftreten in der EU.
Jeder weitere Monat des Bremsens wird uns in Deutschland und der Welt teuer zu stehen kommen."
Geradezu peinlich sei das Verhalten des Bundesverkehrsministers auf erste zaghafte Vorschläge aus der noch bis März tagenden Verkehrskommission. Bialk: "Seit den 1980er Jahren fordern die Umweltverbände eine generelle Verkehrsberuhigung über Tempolimits inner- wie außerorts. Die Emissionen würden wenigstens etwas reduziert, die Verkehrsopfer ebenso. Alle übrigen Länder in Europa machen das vor. Und die Besteuerung der Fahrzeuge muss die Kosten, die diese für Umwelt und unser Sozialwesen verursachen, gerechter einpreisen. Nun ist das erstmals Thema in Herrn Scheuers Kommission, und schon reagiert dieser mit massiver öffentlicher Schelte. Man muss den
Eindruck haben, der CSU-Minister begreift sich hauptsächlich als Lobbyist der Autoindustrie."
Auch in einem dritten entscheidenen Bereich, dem Agrarsektor, verantwortlich für mindestens 20% der Klimagase, bewegt sich leider nichts für Umwelt und Klima, so der BUND: "Weder für die Verbraucher*innen noch beim Natur-, Boden- und Insektenschutz oder beim Tierwohl kann Frau Klöckner wirksame Maßnahmen vorweisen. Die EU subventioniert hauptsächlich Agrarfabriken zulasten der ökologisch-bäuerlichen Betriebe und der Lebensgrundlagen in den Ländern des Südens. Hier fordern wir eine natur- und klimaverträgliche Umlenkung unserer Steuermilliarden. Mit Hunderten von Landwirten und 35 000 Demonstranten waren wir jetzt in Berlin auf der Straße. Diesen Protest werden wir auch in die Europawahl tragen. Europa- wie auch kommunale Kandidaten können sich auf zahlreiche Aktionen des BUND und seiner Bündnisse in unserer Region zum Klima- und Naturschutz und zur ökosozialien Gerechtigkeit einstellen", kündigt Bialk an.

Informationen und Kontakt:
Egbert Bialk, BUND-Regionalbeauftragter Koblenz, tel 01578 6257149 oder
über Regionalbüro 0261-9734539, Kornpfortstraße 15, 56068 Koblenz 

Kooperation des BUND Rheinland-Pfalz-Projektes "Energiesparhelfer" und des Jobcenters Mayen-Koblenz

Arabischsprachige Schulung zum Energiesparhelfer gestartet

Andernach/Koblenz. Eine Schulung zum zertifizierten Energiesparhelfer startete jetzt bei "Leben-Qualifizieren-Arbeiten" (LQA), dem Andernacher Jobcenter-Projekt zur Integration aller anerkannten Flüchtlinge im Landkreis Mayen-Koblenz. Die Schulung steht im Rahmen des vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e. V., Landesverband Rheinland-Pfalz, realisierten Projekts "Energiesparhelfer" und ist im BUND-Regionalbüro Koblenz angesiedelt. Das Projekt wird zu 100 % vom Landesministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten gefördert.

Die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus Syrien, Eritrea und Algerien. Sie absolvieren die Schulung, um im Anschluss ihre Landsleute für das Thema Energiesparen zu sensibilisieren. Auf dem Unterrichtsplan der insgesamt 25 Stunden umfassenden Schulung finden sich unter anderem die Themenbereiche "Stand-By-Verbrauch", "Haushaltsgroßgeräte" und "Lüften und Heizen". Der Praxisbezug steht neben der theoretischen Wissensvermittlung im Vordergrund. Die Schulung befähigt die Absolventen, Energiefallen in privaten Haushalten zu enttarnen, dadurch Kosten einzusparen und auch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Markus Eiden, Projektmanager LQA: „Den Menschen werden im Projekt Hilfestellungen für das tägliche Leben gegeben. Stromsparen gehört unbedingt dazu, wenn man bedenkt, mit welchem Geld die Menschen auskommen müssen. Durch die Schulung können sie als Multiplikatoren für ihre Bekannten und Freunde wertvolle Arbeit leisten.“

Im Rahmen des BUND-Projektes wurden bereits deutschsprachige Energiesparhelfer ausgebildet. Wer seinen Haushalt durch einen BUND-Energiesparhelfer kostenlos überprüfen lassen möchte, kann sich per E-Mail an energiesparhelfer(at)bund-rlp.de  oder telefonisch unter 0261 973 548 41 melden.

Weitere Informationen zu dem Projekt sind online verfügbar unter http://energiesparhelfer.bund-rlp.de/

Beim Atommüll ist keine Ent-Sorgung möglich

Bild: Klaus Brunsmeier (zweiter von rechts) mit Mitgliedern des Bündnis Klimaschutz Mittelrhein

Gemeinsame Pressemitteilung des BUND Koblenz mit dem Bündnis Klimaschutz Mittelrhein und der Bürgerinitiativen gegen das Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich

BUND-Experte Klaus Brunsmeier berichtet von zahlreichen ungelösten Problemen bei der Suche von End- und Zwischenlagern – Nach der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ folgen nun Gesetzes- und Verwaltungsänderungen – Orte, Zeitpunkte, Verfahren und Kosten sind ungewiss.

Der Einstieg des Info-Abends „Atommüll – die tickende Zeitbombe“ war überraschend, so manche der anwesenden Aktiven gegen das AKW Mülheim-Kärlich rieben sich die Augen. Brachte der Referent Klaus Brunsmeier, stellvertretender Bundesvorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND und Mitglied der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, doch ein dickes Dankeschön von Umweltministerin Barbara Hendricks mit. „Die Anti-Atom-Bewegung war keine gegen den Staat gerichtete Bewegung. Im Gegenteil: Es waren Freunde des Staates und der Gesellschaft. Weil sie nicht hinnehmen wollten, dass wir alle den Risiken einer zu gefährlichen Art der Energieerzeugung ausgesetzt sind. … Sie haben sich um unser Land verdient gemacht!“

Inzwischen ist ein Atomausstieg auf Raten absehbar, die Sorgen der Umweltbewegung richten sich vermehrt auf den Rückbau der Atomanlagen und eine möglichst wenig unsichere Lagerung der radioaktiven Abfälle. Dass dies angesichts der Gefährlichkeit des Materials und des unvorstellbar langen Zeitraumes von bis zu einer Million Jahren nur mit großen Problemen verbunden ist, war allen klar. Die Brisanz und Ungewissheit des Verfahrens dorthin erschreckte dann doch.

Egbert Bialk, Koblenzer BUND-Vorsitzender und moderierender Gastgeber dazu: „Wieder einmal sind wir entsetzt, wie leichtfertig viele Politiker und Wirtschaftsleute mit dieser schweren Hypothek umgehen, die nachfolgenden Generationen für nur 50 Jahre scheinbar billigen Stromes aufgelastet wurde. Weder ist man bereit den Atomausstieg im Grundgesetz zu garantieren, noch ungeeignete Standorte wie Gorleben auszuschließen, von einer hinreichenden Kostenübernahme durch die Verursacher ganz zu schweigen.“ Bekanntlich sind nur wenige Milliarden Euro bei den Atombetreibern rückgestellt, die herangezogen werden sollen. Brunsmeier rechnet aber mit weit über 70 bis vielleicht 100 Milliarden an Zusatzkosten: „Das bezahlen wir dann alle, auch unsere Kinder und Enkel. Generationengerechtigkeit sieht anders aus.“

Immerhin konnte der BUND-Experte etwas Klarheit über den derzeitigen Stand der ins Auge gefassten Gesetze, Orte oder Zeitpunkte vermitteln. Brunsmeier war für die Umweltverbände Mitglied in der 32-köpfigen „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“, die Ende Juni mit einem Abschlussbericht das weitere Verfahren regeln sollte. Er berichtete aus erster Hand von den schwierigen Verhandlungen mit Politik und Wirtschaft und den aus seiner Sicht unzureichenden Ergebnissen, weshalb der BUND als einziger auch ein ablehnendes Sondervotum abgab:

„Das fängt schon damit an, dass man zunächst einmal offen auf den Tisch legen müsste, um welche Mengen und Arten an Atommüll es sich handelt. Das kam erst sehr spät und blieb bis zuletzt umstritten. Die Prognose für 2022 rechnet mit rd. 10 500 t bestrahlter Brennelemente, die überall in Deutschland an Kraftwerken, in Zwischenlagern oder in Frankreich und England mehr oder weniger gesichert liegen bzw. immer noch durch den laufenden Betrieb täglich neu entstehen. Weitere Altlasten und zu erwartende Müllmengen kommen hinzu: Etwa 147 000 cbm schwach- und mittelaktive Abfälle aus dem maroden Bergwerk Asse und voraussichtlich rd. 300 000 cbm aus stillgelegten und rückzubauenden Kraftwerken, vorgesehen für den genehmigten Schacht Konrad in Niedersachsen.

“Noch gar nicht erfasst seien weitere Abfälle, etwa aus der Urananreicherung in Gronau, die noch Jahrzehnte in Betrieb sei und vom Umweltministerium grob auf 100 000 cbm geschätzt wird, „vielleicht auch das Doppelte, das kann und will niemand sagen“ so Brunsmeier.

Das Hauptinteresse, auch bei den zahlreichen Zuhörern und Diskutanten, liegt natürlich beim weiteren Verfahren. Brunsmeier berichtete, dass erreicht wurde, dass eine neue Behördenstruktur eingerichtet wurde, die von den Energieversorgern unabhängig ist. Auch das Standortsuchgesetz soll im Frühjahr 2017 novelliert werden, damit das abgestufte Verfahren zur Lagersuche schrittweise in den nächsten Jahrzehnten angegangen wird. „Gegen den Druck von Bayern und Sachsen werden jetzt bundesweit doch zunächst alle drei geeigneten Wirtsgesteine untersucht und bewertet: Salz, Ton und Granit. Auch der Schutz durch Deckgebirge geht in die Abwägung mit ein. Ein geologisch absolut sicheres Lagergestein gibt es nicht, nirgendwo in Europa. Es geht nur um die am wenigsten schlechte Entsorgung. Zusätzliche Sicherungen sind deshalb wichtig. Bis zur Einlagerung muss der Wärme entwickelnde hoch radioaktive Abfall bis auf 100 Grad abgekühlt, also zwischengelagert werden, auch aus Vorsorge wegen der Explosionsgefahr von Wasserdampf.“

Für die anderen Müllformen in sehr verschiedenen Zuständen müssen spezielle Lagerformen gefunden werden, so dass es mehrere Lager und Zwischenlager geben werde, gleichzeitig aber die Atomtransporte begrenzt werden müsse. Proteste und Klagen seien trotz des aus Sicht des BUND unzureichenden Rechtsschutzes überall zu erwarten, auch bei den Zwischenlagern, das könne sich bis zur Jahrhundertwende hinziehen. „Eine Alternative zum Start der umfangreichen Lagersuche und zum schnellen Atomausstieg gibt es nicht“, so Brunsmeier.

Ein spezieller Fragenkomplex bezog sich auch auf den Umgang mit rückzubauenden Atomkraftwerken, besonders interessant auch in der Region rund um das AKW Mülheim-Kärlich. Der BUND sprach sich hier entschieden gegen die bisher genehmigte Praxis der „Freimessung“ von schwach belasteten Baustoffen aus, die etwa 97% der Menge ausmachen. Dies begrüßte auch Elke Sodemann-Müller von der Bendorfer BI gegen das AKW Mülheim-Kärlich: „Jede zusätzliche Radioaktivität kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Es gibt keinen Schwellenwert, der ungefährlich ist. Die Stoffe dürfen deshalb nicht in den Wirtschaftskreislauf entlassen, sondern müssen gesondert und kontrolliert in einer speziell abgedichteten Deponie gelagert werden.

“Die überaus informative Veranstaltung schloss mit dem Appell für einen sofortigen umfassenden Atomausstieg und die Beschleunigung der Energiewende, auch aus Gründen des Klimaschutzes. 

Netzwerktreffen der Initiative „nachhaltig genießen – mach mit!“

Im Oktober hat sich die Initiative „nachhaltig genießen – mach mit!“ des BUND Koblenz erstmals getroffen, um einen regelmäßigen Austausch und Kooperationen von Akteuren zur Nachhaltigkeit in der Region zu erleichtern. Teilgenommen haben Umweltgruppen, Vereine zum regionalen Wirtschaften, Eine-Welt-Akteure, Lehrkräfte, Hochschuldozenten, Kommunalmitarbeiter, Unternehmen und Privatpersonen.

Die Teilnehmer waren sich einig darüber, dass es einer stärkeren Vernetzung und eines regelmäßigen Informationsaustausches sowie einer besseren Kommunikation bedarf, damit Kooperationen vereinfacht und Themen zum „nachhaltigen Konsum“ in der Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden.

Das nächste Treffen der Initiative findet am 17.11.2018, von 10.00 bis 12.00 Uhr, im BUND Regionalbüro im Dreikönigenhaus (Kornpfortstr. 15, Koblenz) statt. Das Treffen soll genutzt werden, um Informationen, Ideen und Termine auszutauschen, die zukünftige Kommunikation und die weiteren Ziele der Initiative zu besprechen. Alle interessierten Akteure sind herzlich eingeladen.

Um eine Anmeldung an: achim.trautmann(at)bund-rlp.de wird gebeten. 

Sozialforum Koblenz: Ruanda als Rohstoffexporteur in einer konfliktreichen Region - Vortrag und Vor-Ort-Bericht aus einer Coltan-Mine

Im Rahmen des Koblenzer Sozialforums findet am 6.11.2018, um 19.00 Uhr, im Dreikönigenhaus in Koblenz die Veranstaltung „Ruanda als Rohstoffexporteur in einer konfliktreichen Region - Vortrag und Vor-Ort-Bericht aus einer Coltan-Mine“ statt.

Rohstoffe sind ein ständiger Begleiter unseres Alltags: Ob im Handy, dem Fernseher, dem Auto und sogar der Getränkedose. Auch in dem Partnerland von Rheinland-Pfalz Ruanda zählen Bodenschätze wie Zinnerz und Coltan zu den wichtigsten Exportgütern. Der Bürgerkrieg in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo hat die Weltöffentlichkeit für das Thema Konfliktmineralien sensibilisiert. Ruanda möchte Mineralien exportieren, die als konfliktfrei und sozialverträglich zertifiziert wurden.

Nico Beckert ist Fachpromotor für Rohstoffe und Rohstoffpolitik an Haus Wasserburg. Er wird in einem einführenden Kurzvortrag die Problematik der Konfliktmineralien beleuchten sowie Ruanda als Rohstoffexporteur vorstellen.

Oliver Heinen ist Vorsitzender des Fördervereins IT-Ruanda und hatte dieses Jahr die seltene Gelegenheit, sich eine Zinn- und Coltan-Mine vor Ort anzuschauen. Er wird Anhand von Bildern und Erzählungen über die Lebenssituation und die Arbeitsbedingungen berichten.

Abschließend wird Achim Trautmann, Fachpromotor für öko-soziale Beschaffung beim BUND Koblenz, Möglichkeiten und Grenzen umwelt- und sozialverträglichen Handelns aus Verbraucherperspektive aufzeigen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. 

Sperrfrist: 10 Uhr

++ Bundesregierung setzt den Kohleausstieg aufs Spiel – Klimakrise lässt sich nicht vertagen ++

Unter dem Motto „Kohle stoppen – Klimaschutz jetzt!“ finden am kommenden Samstag, den 01. Dezember 2018, in Berlin und Köln zeitgleich zwei Demonstrationen statt. Aufgerufen dazu hat ein breites Bündnis aus Umwelt- und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die Organisatoren erwarten die für die Doppel-Demo viele Tausend Menschen, die für den konsequenten Kohleausstieg und mehr Klimaschutz auf die Straße gehen. Los geht es in Berlin am Kanzleramt und in Köln an der Deutzer Werft, jeweils um 12 Uhr.

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Bündnis Klimaschutz Mittelrhein

Foto: BUND

Klimawandel macht sofortigen Kohleausstieg und Strukturwandel der Wirtschaft unumgänglich

Vortrag von BUND-Bundesvorstand Klaus Brunsmeier aus NRW und Podiumsdiskussion über Alternativen für Kohle-Arbeitsplätze zum Abschluss der regionalen Klimatour – Aufruf zur Klima-Großdemo am 1. Dezember in Köln

„Es ist keine Frage nach dem Ob, sondern nach dem Wann – die Braunkohleverbrennung hat keine Zukunft. Je früher wir aussteigen, umso größer die Chance, dass wir die Klimaerwärmung noch halbwegs in den Griff bekommen. Unser CO2-Budget ist schon fast aufgezehrt, danach wird es äußerst kritisch. Aber nach der massenhaften und tollen Unterstützung in Hambach bin ich voller Hoffnung, dass wir den Kohleausstieg ab etwa 2030 durchsetzen können“, so das Credo von Klaus Brunsmeier. Der Energieexperte des BUND-Bundesvorstandes war mit einem beeindruckenden Abschlussvortrag Gast der Klimatour des Bündnisses Klimaschutz Mittelrhein im Koblenzer Dreikönigenhaus.

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Bündnis Klimaschutz Mittelrhein Schritte zur Klimaverantwortung – global und bei uns

Foto: Egbert Bialk / BUND

2. und 3. Station der Klimatour des Bündnisses Klimaschutz Mittelrhein: Besuch des Rohstofftags der Wasserburg Vallendar und Exkursion zum NABU-Beweidungsprojekt Bendorf

Möglichst CO2frei, also weitgehend mit Rad, E-Mobil und Nahverkehr in unserer Region unterwegs sein und Initiativen und Projekten, die beispielhaft Verantwortung für Umwelt- und Klimaschutz übernehmen, kennenlernen und öffentlich machen, ist eines der Ziele der diesjährigen Klimatour der Bündnisses Klimaschutz Mittelrhein.

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Klimaschutz anpacken!

Breites Bündnis startet am Samstag regionale Klimatour für Klimaschutz, Verkehrswende und Solidarität

Nach der Teilnahme an der überaus gut besuchten Großdemo für den Kohleausstieg und den Erhalt des Hambacher Waldes startet nun das Klimabündnis Mittelrhein seine diesjährigen regionalen Aktionswochen zur Klimaproblematik. Startort ist wieder Neuwied, wo die Themen Klimagerechtigkeit und Verkehrswende im Mittelpunkt stehen werden.

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Fahrradprotest in Koblenz geht weiter!

„Critical Mass“ nimmt wieder Besitz vom öffentlichen Straßenraum – über 40
Radler protestierten gegen fahrrad- und fußgängerfeindliche Neuplanung der
Pfaffendorfer Brücke und die verschleppte Entschärfung des Peter-Altmeier-Ufers – Mit dabei waren diesmal auch E-Lasten-Räder aus Österreich – Gedenkfahrt auch für den verstorbenen Radaktivisten Peter Gorius.

Viele der Räder und Teilnehmer trugen Zeichen der Trauer um den vor einigen Wochen verstorbenen Radfahrbeauftragten Peter Gorius. Egbert Bialk vom BUND Koblenz dazu: „Im Gedenken an ihn und seine Anliegen radeln wir heute. Es ist sicher in seinem Sinne, dass die Forderungen der bisher vernachlässigten Verkehrsteilnehmer deutlich auf die Straße getragen werden. Der öffentliche Straßenraum gehört nicht nur den Autos sondern uns allen, auch denen, die zu Fuß oder per Rad sicher und umweltfreundlich unterwegs sind!“ Mit einer großen Gruppe setzte sich die sog. „Critical Mass“ (kritische Masse) dann in Bewegung, um einige neuralgische Punkte als geschlossener Verband anzusteuern: zunächst den Saarplatz und das Moselufer, wo die Radfahrer mangels Radwege oder Schutzstreifen seit Jahren gefährdet sind. „Ans Peter-Altmeier-Ufer gehören rechts und links Schutzstreifen plus Tempo 30, dann trauen sich Radler wieder runter vom Gehweg, und die Gefährdung der Fußgänger hört auch auf“, so Dr. Thomas Bernhard. Viele an die Räder geheftete Plakate untermauerten diese Forderung. Auf dem Jesuitenplatz vereinigte sich der Tross mit einer Gruppe von E-Lasten-Radfahrenden aus Österreich. Diese hatten auf ihrem Weg von Amsterdam zum Bodensee auch in Koblenz Station gemacht, um für das Fairhandel-Projekt „Klima-Bohne“ Kaffee und Schokolade anzubieten. Letzte Station war die Pfaffendorfer Brücke. Patrick Zwiernick, grüner Stadtrat, kritisierte heftig die Planungen des Bauamts und forderte moderne, also voneinander getrennte Rad- und Fußwege. Nach der Brückenbefahrung und über den autoreichen Friedrich-Ebert-Ring ging es zurück zum Löhrrondell, wo sich künftig die Critical Mass auch weiterhin treffen wird. Termin ist immer der erste Donnerstag im Monat um 17:30 Uhr, das nächste Mal also der 5. Juli. 

Das verbindliche Klimaschutzziel 1,5 Grad ernst nehmen!

BUND-Klimaaktion am Peter-Altmeier-Ufer vor der ISSO-Veranstaltung mit Prof. Harald Welzer (Foto: Thomas Bernhard)

BUND-Aktion am Rande einer Veranstaltung mit Prof. Harald Welzer – Klimaveranstaltungsreihe in der Region in Vorbereitung

Mit großen Spruchbändern machten Koblenzer Aktive des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND auf die stockende Klimapolitik aufmerksam. Am Rande eines sehr gut besuchten Vortrages des ISSO-Instituts mit Professor Harald Welzer zur Zukunft des Kapitalismus kritisierte der BUND die gegenwärtig unzureichenden Anstrengungen zur Erreichung der Klimaziele:

„Wetterchaos, weltweite Dürren, Klimaflüchtlinge – der Klimawandel ist längst da, auch bei uns. Darum ist es unerträglich, wie leichtfertig die Regierung in Berlin, aber auch die Kommunalpolitik mit diesen Bedrohungen umgeht“, so Egbert Bialk, BUND-Vorsitzender in Koblenz und Mitglied im Landesvorstand.

Offenbar sei es diesen Entscheidern noch nicht klar, dass die im Paris 2015 einstimmig beschlossenen Klimaziele völkerrechtlich verbindlich sind. Die Mehrheit der Klimaforscher fordert deshalb eine vollständige Reduzierung der Treibhausgase schon bis zum Jahr 2040. Daran müssen sich auch die Bundesministerien halten und die nachgeordneten politischen Ebenen bis hinunter in die Kommunen. Bialk: „Deutschland verschleppt aber den Kohleausstieg, deckelt die Erneuerbaren und öffnet den Lobbyisten der Auto- und Energiekonzerne Tür und Tor. Auch in Koblenz kommen die Luftreinhaltung, der Ausbau von Radwegen oder ökosoziale Bus- und Bahnmaßnahmen kaum voran. Was uns insbesondere unangenehm auffällt, ist, dass all diese lebenswichtigen Zukunftsthemen kaum noch in Parlamenten und der Öffentlichkeit zur Sprache kommen. Oder man bagatellisiert schwere Umweltdelikte, z.B. den Dieselbetrug, mit Worten wie Schummeleien.“

Der BUND plant deshalb für die zweite Jahreshälfte zusammen mit dem regionalen Bündnis Klimaschutz Mittelrhein zahlreiche Klimaveranstaltungen, wozu auch regelmäßige Fahrraddemos gehören werden. Noch in den Sommerferien, am 26. Juli, macht ein Vortrag mit dem Stuttgarter Energiewissenschaftler Dr. Joachim Nitsch zur verursachergerechten Bepreisung der Treibhausgase den Anfang. Für den Herbst sind Veranstaltungsreihen mit Kirchengemeinden, z.B. in Neuwied und Vallendar geplant, ein Besuch des Rheinischen Kohlereviers sowie eine Klimatour durch die nördliche Mittelrheinregion mit Besuch von Vorzeigeprojekten zur Energiewende. Landesweit arbeitet der BUND an einer Solaroffensive. „Bis zum Klimagipfel COP24 im Dezember in Kattovice/Polen hoffen wir so, dass die Politik sich wieder intensiver mit der Klimaproblematik befasst. Naturgesetze lassen sich nicht auf Dauer unter den Teppich kehren“, so der BUND.

Weitere Informationen: BUND-Regionalbüro, Kornpfortstraße 15, Tel. 0261-9734539, regionalbuero-koblenz(at)bund-rlp.de, Egbert Bialk

Klimaschutz zuerst! – Rechtspopulismus? Nein danke!

Bündnis Klimaschutz Mittelrhein mischt sich in den Wahlkampf ein und plant zahlreiche Aktionen vor dem Klimagipfel COP23 in Bonn

Das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein, ein überparteiliches Netzwerk von bereits 16 Verbänden aus Klima-, Umwelt-  und  Naturschutz  aus dem  Raum  Koblenz-Neuwied-Westerwald,  wird  sich  ab  sofort  in  den Wahlkampf  einmischen.  „Leider  wird  zurzeit  das  Thema  Klimaschutz  von  den  meisten  Parteien totgeschwiegen. Obwohl in Paris eine Begrenzung der Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad verbindlich vereinbart  wurde,  duckt  die  Politik  sich  weg.  Der  CO2-Ausstoß  verharrt  auf  hohem  Niveau.  Das  ist unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen und das wollen wir ändern“, so Peter Thelen von den Naturfreunden und der BI gegen das AKW Mülheim-Kärlich.

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Regionale Klimatour übertraf alle Erwartungen

An neun Tagen wurden über 300 CO2-freie Kilometer zurückgelegt, an 20 Stationen über 500 Menschen erreicht und für zwei Hilfsprojekte bereits 1550 Euro Spendengelder gesammelt.

„Unser Plan war schon ziemlich anspruchsvoll, neun Tage in Folge weitgehend CO2-frei Klimaprojekte am Mittelrhein und im Westerwald anzufahren, mit Rädern oder E-Fahrzeugen. Das haben wir geschafft. [...]"

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Klimaschützer radeln für Fukushima-Kinder und afrikanisches Solar-Projekt

Mehrtägige Spenden- und Infoaktion im Vorfeld des Klimagipfels Marrakesch

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Neue starke Stimme für den Klima- und Umweltschutz in der Region

Zahlreiche Gruppierungen verstärken ihre Zusammenarbeit und starten Aktionsprogramm

„Stell dir vor, die Welt taumelt in das Klimachaos, und wir hier zuhause tun so, als hätten wir nichts damit zu tun! – Genau diese sich nicht nur in der Politik hartnäckig haltende Einstellung werden wir angehen, aktiver und stärker denn je“, so Oliver Hartmann, Vorsitzender der Naturfreunde Kettig. Hartmann, dem die örtlichen Maßnahmen besonders am Herzen liegen, ist einer der Gründungsmitglieder des neuen „Bündnis Klimaschutz Mittelrhein“, das sich jetzt im Umweltbüro des Dreikönigenhauses Koblenz zusammengeschlossen hat. Das regionale Bündnis besteht bereits aus über zehn Klima, Umwelt- und Naturschutzverbänden und Initiativen aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz. Ab Ende August sind zahlreiche Veranstaltungen zu den Themen Atomausstieg, Energiewende und Umweltschutz geplant.

Dr. Thomas Bernhard, umreißt als Sprecher des Solarenergiefördervereins SFV, Infostelle Koblenz, die Zielsetzung des Bündnisses: „Unser Ziel ist es, Politik, Wirtschaft und Bevölkerung mit bislang leider viel zu wenig beachtenden Sachinformationen der Klima- und Energiefachleute zu konfrontieren und den Druck der aktiven Zivilgesellschaft auf die Entscheider zu verstärken. Paris muss endlich ernstgenommen werden, auch in Koblenz, Neuwied und im Westerwald!“

Mit dabei sind neben den Naturfreunden und dem SFV auch der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND Koblenz, Westerwald und Rhein-Lahn, Ökostadt Koblenz eV, die Umweltinitiative Bendorf (Bürgerinitiative AKW Mülheim-Kärlich), Umweltschutz Neuwied eV, die Bildungsstätte Haus Wasserburg Vallendar, der Landesarbeitskreis Energie und Klima des BUND Rheinland-Pfalz und der Welt-Laden Koblenz. Weitere Gruppierungen aus dem kirchlichen und Eine-Welt-Bereich haben ebenfalls ihr Interesse an einem Beitritt bekundet. „Das Bündnis Klimaschutz ist offen für alle, die ihre Ideen und Kooperationsbereitschaft für den Schutz unserer Mutter Erde einbringen wollen“, betont Egbert Bialk, BUND-Vorsitzender aus Koblenz und bietet dazu die gute Logistik des Umweltbüros zur Vernetzung an.

Neben der Zusammenarbeit im medialen Bereich plant das regionale Netzwerk bereits erste größere gemeinsame Veranstaltungen zu aktuellen Problemen:

Am Donnerstag, 25. August 2016, 18 Uhr, beginnt im Dreikönigenhaus ein großer Infoabend zur ungelösten Kehrseite unserer bisherigen Energiepolitik. „Wohin mit dem hochgefährlichen Atommüll? – Tickende Zeitbomben von Asse, Gorleben und Mülheim-Kärlich bis Tihange, Gronau und Cattenom“. Der stellvertretende BUND-Bundesvorsitzende Klaus Brunsmeier war Mitglied der Atommüllstandortsuchkommission und wird berichten, was da an Zwischen- und Endlagern in naher oder eher ferner Zukunft auf uns zukommen wird. Gleichzeitig wird es um Forderungen für einen schnelleren Atomausstieg und eine wirksame Energiewende gehen.

Für den 17. September steht die Mobilisierung zur Großdemo „Ceta und TTIP stoppen!“ in Frankfurt an, und eine gemeinsame Zug- bzw. Busanfahrt ist bereits in Vorbereitung. Weitere Veranstaltungen zu einer gerechteren CO2-Besteuerung und zur Windkraft mit Referenten des Solarenergiefördervereins und anderen sollen im Herbst folgen.

gez. Egbert Bialk, für das Bündnis Klimaschutz Mittelrhein 

Energiewende retten - 5 vor 12!

Foto: Andreas Klein / BUND: 5 vor 12 vor dem Dreikönigenhaus / Koblenz

Arbeitsniederlegung für die Energiewende - BUND Koblenz unterstützt die
bundesweite Kampagne


Unter dem Motto "Energiewende retten - 5 vor 12" beteiligten sich am Mittwoch, dem 25. Mai auch mehrere Koblenzer Büros an der bundesweiten Kampagne der Verbände der erneuerbaren Energien. Mit einer Arbeitsniederlegung solidarisierten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BUND Regionalbüros Koblenz mit den im Dreikönigenhaus ansässigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Detlev Pilger sowie die Görlitz-Stiftung ISSO gingen auf die Straße.

Mit der Koblenzer "Warnminute" erfolgte um 11:55 Uhr am Dreikönigenhaus (ISSOlab - Kornpfortstraße 15) die symbolische „Schließung“ der ansässigen Unternehmen. Zusammen mit den Beschäftigten protestierten sie gegen die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) angekündigte Drosselung des Windenergieausbaus. Mit dieser Aktion soll darauf hingewiesen werden, dass der vorliegende Entwurf für das EEG 2016 den Ausbau der Windenergie und der Erneuerbaren Energien insgesamt gefährdet.
Laut Bundesverband Windenergie e. V. (BWE), Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland, gefährdet der aktuelle Entwurf zur Überarbeitung des EEG allein im Windbereich 150.000 Arbeitsstellen. Im gesamten Bereich der Erneuerbaren Energien sind rund 370.000 Arbeitsplätze betroffen.

Auch der BUND hält das für eine falsche Weichenstellung. Der Klimagipfel in Paris sollte gerade dazu beitragen, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien gefördert wird. Deutschland müsste gemäß seinen internationalen Verpflichtungen beim Ausbau der Erneuerbaren sogar das Tempo erhöhen, statt wie aktuell geplant auf die Bremse zu treten. Mit der Teilnahme an der Warnminute wurde auch auf die konkrete Bedrohungslage für Unternehmen und Beschäftigte im Bereich der erneuerbaren Energien aufmerksam gemacht. Den Demonstranten geht es darum, unsere Umwelt für die nächsten Generationen zu erhalten und nicht mit Kohle, Gas oder Atom zu zerstören.

Egbert Bialk, BUND-Regionalbeauftragter aus Koblenz und Landesvorstandsmitglied, appelliert darum an die Wirtschaftspolitik: „Zukunftsfähigkeit in Deutschland wie auch global erreichen wir nicht, wenn wir die Alarmsignale des Klimawandels ignorieren und weiter unbeirrt auf ungebremstes Wachstum setzen. Die fossilen Energievorräte und viele weitere Ressourcen sind bald erschöpft, weil eine Minderheit unsere Lebensgrundlagen ausbeutet, insbesondere auf dem Rücken der armen Länder des Südens und zu Lasten der Biodiversität und der Atmosphäre. Paris verpflichtet uns zu einem deutlichen Gegensteuern - bei der Energieversorgung, bei Landwirtschaft und Mobilität, beim maßlosen Konsum, aber auch bei der Verteilungs- und Klimagerechtigkeit. Das heißt hin zu Nachhaltigkeit in allen Wirtschaftsbereichen einschließlich einer ökosozial verträglichen Arbeitswelt. Gabriels Pläne zum EEG sind leider genau das Gegenteil hierzu.“ 

30 Jahre nach dem Super-Gau in Tschernobyl: Alle Atomanlagen abschalten - Energiewende voranbringen!

Tschernobyl (Reaktor Vier mit dem Sarkophag)

Mahnwache und anschließender Film am Mo, 25.4.16, 17 Uhr, in Koblenz am Löhrrondell

Kann ich meinen Salat essen, oder werde ich davon krank? Gieße ich die Frischmilch besser weg und trinke H-Milch, produziert vor dem radioraktiven Regen? Kann ich jemals wieder Pilze sammeln oder Wildschweinfleisch essen? - Menschen, die die Atomkatastrophe vor 30 Jahren miterlebt haben, sind diese Sorgen sehr präsent. Die Strahlung wirkt bis heute nach, nicht nur rund um die Atomruine, sondern weltweit. Nun ist auch noch vor 5 Jahren Fukushima dazugekommen. Wir ahnen, wie die Menschen dort in Japan leiden, zum Beispiel, wenn ihr Kind nicht draußen spielen darf oder gar an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Atomkraft - eine mörderische Technologie!

Der Atomausstieg scheint besiegelt, so hieß es, aber erst wenn das letzte AKW stillgelegt ist, können wir ein wenig aufatmen.Jetzt alle Atomanlagen abschalten, auch und gerade bei uns!

Manchen Politikern ist 2022 wieder zu früh. Sie nehmen billigend in Kauf, dass weiter strahlender Müll produziert wird, für den es keine wirklich sichere Entsorung gibt. Wessen Interessen vertreten diese Politiker?

Die maroden Kraftwerke in Belgien, Frankreich oder Tschechien laufen weiter, trotz Risse und Terrorgefahr. Unverantwortlich! Lasst das der Politik nicht durchgehen, geht weiter auf die Straße für den Atomausstieg - hier bei uns und weltweit. Strahlung kennt keine Grenzen.

Wir brauchen keine Atomenergie, wir haben Energiereserven genug und Alternativen. Mit Erneuerbaren und Energieeffizienz und einem verantwortungsbewussten Lebensstil sparen wir uns die Atom- und die klimaschädliche Kohlekraft weg. Das passt den Energiekonzernen und den mit ihr verbundenen Politikern nicht. Darum bremsen sie die Energiewende, wo sie sie nur können. Das machen wir nicht mit. Wir sind die Energiewende - wir bringen sie voran, von unten!

Das sind die Anliegen, die wir in diesen Tagen des Gedenkens an Fukushima und Tschernobyl öffentlich machen. Kommt darum am kommenden Montag zur Mahnwache ans Löhrrondell. Achtung: diesmal eine halbe Stunde früher als gewohnt - um 17 Uhr. Nach kurzen Redebeiträgen gehen wir gemeinsam als Montagsspaziergang zum Film "Power to change" ins Odeon in der oberen Löhr. Dieser Mut machende Film beginnt ab sofort täglich um 17:30 Uhr. Am Freitag, 22.4., auch um 20 Uhr, sogar in Anwesenheit des Regisseurs. 100% Erneuerbare sind möglich und nötig. Denn wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.

Atomfeindliche Grüße,

Egbert Bialk, für das AntiAtomNetz und den BUND Koblenz. 

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