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Pressemitteilung, 16.1.2017 BUND: Stadtwald braucht ein gemeinsames „Update“



Naturschützer besichtigen mit Wanderführer und Förster Problembereiche des Koblenzer Erholungsraumes

 

Im Dezember fand auf Initiative des BUND Koblenz unter Leitung von Wanderführer Armin Hofschulte und Förster Marc Brombach eine Stadtwaldführung statt. Ausgehend von der Karthause ging der Weg Richtung Schwedenschanze und Kühkopf. Es wurde die Schönheit des Waldes dargestellt, aber auch die Probleme, wie Vermüllung und Vandalismus, die den Erholungswert bedrohen. Hier ist dringender Handlungsbedarf. Nachhaltige Verbesserungen können aber nur gemeinsam gelingen. Forstwirtschaft, Stadtverwaltung und ehrenamtlicher Natur- und Umweltschutz müssen dabei besser zusammenarbeiten, fordert der BUND. „Der für uns Koblenzer so wichtige Erholungsraum Stadtwald verloddert zusehends. Er braucht ein „update“. Ruhebereiche, Tier- und Naturschutz sind ebenso wichtig wie gute Wanderwege mit Infotafeln und Bänken. Auch Geschichte muss für Spaziergänger erfahrbar bleiben. Hier hat Koblenz viel zu bieten, das muss aber zugänglich bleiben. Auch die Erfordernisse einer möglichst naturnahen Forstwirtschaft müssen mit dem in Einklang stehen, aber es kann nicht so sein, dass die Stadt wichtige Bereiche mit Unterhaltungsstau aus Finanzgründen einfach absperrt“, so der stellvertretende Koblenzer BUND-Vorsitzende Dr. Thomas Bernhard. Er fordert darum eine gemeinsame Anstrengung aller Verantwortlichen und bietet die Mithilfe des BUND an.

 

Während der Wanderung gab es vielfältige Informationen. Der Stadtwald ist ökologisch ein Schatz, er besteht hauptsächlich aus Buchen und anderen Laubbäumen, und bietet mit dichten und lichten Arealen viel Lebensraum für unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten. Diese müssen in Ruhezonen geschützt werden. Schon am Panoramaweg und wenige hundert Meter weiter am Ankerpfad finden sich nah an den Häusern wunderbare Aussichtsplätze, an denen allerdings die Sträucher und Bäume auch beschnitten werden müssen, um die weite Sicht zu ermöglichen. Wege sind vorhanden, teilweise aber nicht gepflegt. Warum? Aus Forstsicht war zu erfahren, dass das qualifizierte Forstpersonal von früher 3 Förstern und 18 Waldarbeitern auf nur noch 3 Förster und 7 Waldarbeiter reduziert worden sei. Revierförster Marc Brombach betonte auch, dass der Erholungswert des Waldes immer wichtiger werde, aber auch die wirtschaftliche Seite des Holzverkaufs sei unabdingbar.

 

Beim Weitergehen wurde bemerkt, dass frühere Hinweistafeln nach Vandalismus entfernt worden waren, eine Schutzhütte nach Brandstiftung nicht mehr aufgebaut, Wege nicht mehr ausgewiesen wurden. Der 7000 Jahre alte Ankerpfad als Verbindung von Mosel und Hunsrück ist wegen Hangrutsch auf längere Zeit gesperrt worden. Dies stieß auf völliges Unverständnis seitens der Exkursionsteilnehmer. Auch ein Wanderparkplatz für Erholungssuchende wurde wegen illegaler Müll- und Grünschnittablagerung mit einer Schranke gesperrt. „Wollen wir eigentlich den ganzen Wald für Erholungssuchende sperren, weil er zusehends vermüllt?“ fragte immer wieder Wanderführer Armin Hofschulte.

 

Es wurde deutlich, dass die kompletten Aufgaben der Pflege, Instandsetzung und Holznutzung mit dem wenigen Forstpersonal nicht zu leisten sind, aber auch wesentlich mehr Achtung vor dem Wald und Fürsorge von den Nutzern kommen muss. Vermüllung und Vandalismus müssen reduziert werden. So entstanden Ideen, wie die Situation verbessert werden könnte. „Das Forstamt muss mit den Ortsverbänden und dem Naturschutz zusammen arbeiten, sodass neue Patenschaften für Aussichtsplätze und Schutzhütten entstehen“, regt Hofschulte an. „Vandalismus und illegales Müllabladen muss direkt gemeldet und konsequent polizeilich verfolgt werden.“ Auch die Einbeziehung in den Dreck-weg-Tag wäre sinnvoll wie Stadtwaldführungen durch Vereine, Forstamt, Berichte über den Wald in den Medien. Ganz wichtig sei auch mehr Geld für Forstpersonal. Dr. Bernhard: „Der Wald wird immer wichtiger, auch als Holzquelle oder CO2-Senke für den Klimaschutz. Für uns Städter dient er vor allem zur Erholung, Entspannung, Naturerlebnisstätte und Ausgleich für zunehmend strapazierte Menschen. Wir Umweltschützer helfen hier gerne mit, aber Stadt und Forstverwaltung müssen ihren Teil der Verantwortung für unseren Stadtwald ebenfalls tragen.“

 

Foto: Dr. Thomas Bernhard:

 

Unter fachkundiger Führung von Armin

Hofschulte – 2. von rechts –

besichtigten BUND und Forst den

Stadtwald wie hier nahe der

Schwedenschanze. Mit dabei Dr. Thomas

Bernhard, stv. BUND-Vorsitzender – links –

Und Revierförster Marc Brombach – 4. Von

links.

 

Weitere Informationen bei und Angebote zur Mithilfe an:

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND, Kreisgruppe Koblenz, Büro Koblenz, Kornpfortstraße 15, 56068 Koblenz, regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de, tel 0261-9734539 – hier Weiterleitung an Dr. Thomas Bernhard bzw. Hillmer Warming, Arbeitskreis Wald.



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