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Moselweißer Hang bleibt „grüne Lunge“ für Koblenz

Pressemitteilung 01.07.2012

BUND Informierte - Stadt schließt weitere Bebauung aus und erarbeitet neue Planung für das Gartengelände

Bereits bei der Begrüßung durch den BUND-Vorsitzenden Egbert Bialk wurde deutlich, wie brisant das Thema immer noch ist und wie wichtig eine sachliche Information und Aussprache über die Rechtslage und den Planungsstand für das wertvolle Grüngebiet ist: Ein Zuhörer des gut besuchten Infoabends in der Moselweißer Grundschule wollte sich erst gar nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass eine weitere Bebauung des Hangs künftig ausscheidet. „Im September 2011 hat der Stadtrat eindeutig beschlossen, den gesamten Grünzug von der Mosel bis zum Hauptfriedhof aus naturschutzfachlichen und Klimagrün-den von jeder weiteren Bebauung freizuhalten und auch die Problematik der illegalen Nutzungen zu regeln. Dies hatte auch ein Gericht geurteilt. Trotzdem glauben viele Grundstückseigner immer noch, sie könnten hier bauen oder ihren alten bzw. geerbten Garten als Bauland verkaufen“, so Bialk.

Der Umweltverband hatte deshalb zahlreiche Gespräche mit der Verwaltung, Eigentümern und Gärtnern geführt mit dem Ziel einer umfassenden Bürgerinformation über die Zukunft des Hanges. In eindrucks-vollen Bildern verdeutlichte der BUND zunächst den Wert des naturnahen Geländes, der weit über den Naturschutz hinausgeht. Bialk: „Der Grüngürtel liefert Frischluft bis in die Goldgrube und das Rauental, er ist Naherholungsgebiet und lädt zum Spazieren ein, Hobbygärtner ernten gesunde Nahrungsmittel und bieten über ihr jährliches Erdbeerfest ein unvergleichliches soziales Miteinander an. Den Kindern der Grundschule und Kita bietet sich ein Raum für Naturerfahrung und Lernen von Umweltverantwortung. All dies wäre bei einer Bebauung zu Ende, und darum begrüßen wir die klare Haltung der Stadtratsmehrheit und Verwaltung.“ Letztere ist bereits dabei, für den Bereich zwischen Burgweg und „In der Höll“ eine beschlussgerechte Überplanung zu erarbeiten. Wie Bauamtsleiter Frank Hastenteufel ausführlich erläuterte, soll es zu einer gewissen inneren Erschließung der oft kaum begehbaren Parzellen kommen, die vorhandenen Wege blieben aber weitgehend so bestehen. Ohne eine gewisse Umlegung sei dies nicht machbar, da bei den vielen Eigentümern ein freiwilliger Austausch von Flächen viel zu schwierig sei. Auch durch die weiter zunehmenden illegalen Bebauungen mit oft zu großen Hütten oder unzulässigen Materialien sei dringender Handlungsbedarf gegeben, so Hastenteufel. Mit der Aufnahme der schützens-werten Flora und Fauna wurde bereits ein Fachbüro beauftragt und mit der Beratung und Verabschiedung des neuen Bebauungsplanes 105c sei noch in 2013 zu rechnen. Der Plan wird nach Beschluss der Gremien dann öffentlich ausgelegt mit entsprechender Bürgerbeteiligung. In der anschließenden sehr lebhaften Diskussion beantwortete die Verwaltung zahlreiche rechtliche Fragen und erläuterte die Verfahrensschritte. Stadträte fast aller Fraktionen stellten ihre Positionen dar, ebenso wie die IG Hobbygärtner oder der Geschäftsführer einer Wohnungsbaugenossenschaft. BUND-Vorstandsmitglied Werner Huffer-Kilian versuchte in seiner Diskussionsleitung immer wieder die unterschiedlichen Interessenvertreter an einen Tisch zu bekommen und rief zu einem Gesprächsarbeitskreis mit Pächtern und Eigentümern auf. Die Leiterin der Grundschule Moselweiß stellte ihre Natur- und Umweltprojekte vor und die Planung eines eigenen Schulgartens im Moselweißer Hang zusammen mit dem BUND. Dies scheiterte bisher leider an der ungeklärten Planungslage und der Bereitschaft zur Verpachtung eines Geländes. Nach der neueren Entwicklung gibt es jetzt Hoffnung für eine Beendigung dieser Hängepartie. Nähere Infos: BUND Koblenz, Egbert Bialk, Tel 0261-94249722 oder e.bialk@t-online.de.



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