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Allgemeines zur Kastanienminiermotte und deren Auswirkung

Die Kastanienminiermotte befällt im Frühjahr die Blätter des Baumes, um auf der Oberfläche Eier zu legen, aus denen später Larven schlüpfen. Diese verpuppen sich in den Blättern um sich dann Monate später als Motte zu paaren. Da Pflanzenschutzmittel gegen die Kastanienminiermotte nicht erlaubt sind, ist das einzigst effektive Mittel das Aufsammeln der Blätter. Mehr...

BUND-Aktion zum Schutz der Kastanien in den Rheinanlagen

Auch 2012 stand für den BUND Koblenz wieder die Laubsammelaktion in den Koblenzer Rheinanlagen und dem Oberwerth auf dem Programm. Das Laub dient der sogenannten Kastanienminiermotte zur Überwinterung. Daher wurde es von Freiwilligen eingesammelt. Die Stadt holte es dann ab, um es professionell zu kompostieren. Dieses führt zum Absterben des Schädlings. Der Befall der Kastanien durch die Miniermotte lässt sich jedes Jahr bereits im Sommer durch die starke Braunfärbung der Blätter erkennen. Damit können die Kastanien ihre Funktion als Stadtbäume zum Schattenspenden und zum Kühlen durch den Verdunstungseffekt nur unzureichend erfüllen. Diese Aktion wird in Kombination mit dem Bau von Nistkästen für Meisen im nächsten Frühjahr als wirksamer Kampf gegen die Miniermotte gesehen.

Stoppt die Motten - Laubsammlung

Presseinformation

Am Samstag und Sonntag, den 19. und 20. November 2012, haben Mitglieder des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und freiwillige Helferinnen und Helfer in der Mainzer Str., am Bootshaus Oberwerth und den Rheinanlagen eine Baumpflegemaßnahme durchgeführt. Konkret wurde das Kastanienlaub mit den darin verborgenen Larven der Kastanienminiermotten entfernt. Dies soll den Bestand des Schädlings dezimieren und somit den Bäumen helfen. Eine Anwohnerin hatte im Vorfeld die Blätter vor Ihrem Haus entfernt und die Aktion auf diese Weise unterstützt. Interessierte Passanten verwechselten die Laubsammler mit Ein-Euro-Jobbern oder den BUGA-Freunden. Tatsächlich waren es nur engagierte Leute, die das Problem kennen und Handlungsbedarf sahen. Letztendlich wurde der Container mit ca. 16 Kubikmeter, der von der Stadt Koblenz bereit gestellt wurde, mit insgesamt 50 Arbeitsstunden komplett gefüllt. Das Laub wurde von der Stadt fachgerecht entsorgt.


Hier noch einige Bilder von der Aktion:



am Spielplatz


der Container


an der Rheinlache


Mainzer Str.


auf dem Spielplatz


Eine Miniermotte


Der Beweis: der Container ist fast voll !

Keine Chance der Kastanienminiermotte: Aktion "Motten stoppen - Laub sammeln"


Koblenzer Kastanie Ende August - deutlich zu erkennen die verwelkten Blätter, z.B. unten oder an den Astenden links


Obere Blatthälfte: Schäden durch Kastanienminiermotte - Untere Blatthälfte: Blattflecken durch Guignardia aesculi (einer Pilzkrankheit, siehe dritten link)

Herbstliche Stimmung bereits in manchen Straßen von Koblenz im August: Gelblich-braunes Laub fällt schon in so großen Mengen, dass man sich schon im goldenen Oktober wähnt. Aber Grund dafür ist, dass die Kastanien von einem Schädling befallen sind, der sogenannten Kastanienminiermotte. Und die setzt den Kastanien heftig zu.

Die Kastanienminiermotte ist erst seit 1986 überhaupt bekannt und wurde nach Deutschland eingeschleppt. Nach wie vor unbekannt ist ihr eigentliches Herkunftsgebiet. In Deutschland wird ein deutlicher und zunehmender Befall seit Ende der 90er Jahre beobachtet.

Ab Ende April schlüpfen aus den Puppen im Kastanienlaub die Schmetterlinge, die ihre Eier im unteren Kronenbereich ablegen. Drei bis vier Generationen sind in einem Jahr möglich, wobei jede Generation ihre Eier weiter oben in der Krone, auf noch unbefallenen Blättern ablegt. Die letzte Generation überwintert als Puppe im abgefallenen Laub am Boden.

Die Kastanienminiermotte befällt fast ausschließlich die weiß blühende Rosskastanie. Andere Kastanienarten (rot oder gelb blühend) werden nur schwach oder gar nicht befallen.

Die winzigen Raupen fressen das nahrhafte Pflanzengewebe auf und zerstören so großflächig das Gewebe. Wenn die Zerstörungen zu groß werden, trennt sich der Baum von den befallenen Blättern, die dann oft noch die Puppen in sich tragen. Dies führt dazu, dass die Kastanien bei starkem Befall oft schon im August ihre Blätter abwerfen. Wenn nach zwei bis vier Generationen der Laubabwurf zu stark geworden ist, hilft sich der Baum durch einen neuen Austrieb, oft verbunden mit einer "Notblüte" im Spätsommer.

Die Zeit bis zum herbstlichen Laubfall ist dann zu kurz, um die Energie- und Nährstoffreserven wieder aufzufüllen, so dass die betroffenen Bäume geschwächt in die Winterruhe gehen. Zum Glück führt die Kastanienminiermotte noch nicht zum Absterben der Bäume. Bei fortdauernder Schwächung ist dies aber nicht auszuschließen.

Wie erkenne ich den Befall?

Der Miniermottenbefall ist dadurch zu erkennen, dass die Blätter zunächst im unteren Kronenbereich gelbliche bis bräunliche Flecken aufweisen. Diese Verfärbungen sind auch aus einer gewissen Entfernung schon im Frühsommer zu erkennen: Im Spätsommer sind die Blätter oft so stark befallen, dass die Flecken zu Flächen zusammenwachsen und sich das ganze Blatt braun verfärbt. Der Befall wandert dann immer weiter in den oberen Kronenbereich hinein.

Die Bekämpfung

Die Bekämpfung der Kastanienminiermotte ist schwierig. Es gibt wirksame Insektizide, deren Einsatz sich im bebauten Gebiet aber verbietet. Natürliche Feinde gibt es kaum, zumindest sind diese nicht in der Lage, die immense Anzahl an Motten zu dezimieren. Andere Versuche scheiterten ebenfalls:  Pheromonfallen oder Leimstreifen am Baumstamm. Auch das Kompostieren des Laubs tötet die Miniermottenlarven nicht zuverlässig ab, da auf den häuslichen Komposthaufen in den Gärten nicht die erforderliche Temperatur erreicht wird, um die Larven abzutöten.

Deshalb gilt derzeit das möglichst vollständige Einsammeln und professionelle Entsorgen des Kastanienlaubs als die einzig wirksame und praktikable Methode, um den Miniermottenbefall einzudämmen.

Die Stadt Koblenz unterstützt unsere Aktion. Sie stellt einen Container zur Verfügung. Von ihnen wird das Laub später fachmännisch entsorgt.

Los geht es am 19.11. (gegen 13.30 Uhr, genauer Treffpunkt wird noch bekanntgegeben) um ca. 30 Kastanien in der Mainzer Str. und in den Rheinanlagen. Bei entsprechender Beteiligung kann das Gebiet ausgeweitet werden.

Gerätschaft steht teilweise zur Verfügung.  Trotzdem bitte eigene Rechen, Gartenkralle, Schubkarren, Arbeitshandschuhe, usw. soweit vorhanden, mitbringen.


 

Interessante Links:

www.schulen.regensburg.de/fa/abi1999/motten/bio.html

 

www.isip.de/coremedia/generator/Inhalt/Nachrichten/Deutschland/Brandenburg/Fachinformationen_20Pflanzenschutzdienst/Baumschulen_20und_20GaLaBau/ABlage/MB_20Kastanienmotte,property=Dokument.pdf







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