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Amphibienschutz: BUND Koblenz fordert dauerhafte Teilsperrung des Mühlentals


Erdkröte im Mühlental

Erdkröte im Mühlental


Blick auf die Straße im Mühlental mit einem Warnschild für Amphibien im Frühjahr 2012

Blick auf das Mühlental mit temporär aufgestelltem Warnschild zum Amphibienschutz im Frühjahr 2012

Am 14.08.2012 fand im Koblenzer Umweltbüro eine Informationsveranstaltung zum Amphibienschutz im Mühlental statt. Eingeladen hatte der BUND Koblenz im Rahmen seines neuen Veranstaltungsprogrammes für das zweite Halbjahr 2012. Anhand eines reich bebilderten Vortrages stellten Jutta Schmitz, Stefan Welte und Michael Sonne, die sich seit rund drei Jahren sehr für die Amphibien im Mühlental und der anschließenden Verbindungsstraße K 19 nach Arenberg einsetzen, ihre Arbeit für den Schutz der bedrohten Tiere vor. Das Mühlental und die anschließende Verbindungsstraße erstrecken sich auf einer Strecke von ca. 4,8 km vom Friedhof in Ehrenbreitstein bis hoch nach Arenberg zur Silberstraße. Dort kommen etliche verschiedene Amphibienarten wie zum Beispiel Feuersalamander, Grasfrösche, Teichmolche und Erdkröten in großer Zahl das ganze Jahr über abgesehen von der Winterruhe vor. So wurden 2010 über 1000 lebende Erdkröten, gegenüber 236 toten gezählt. 2012 waren bislang über 600 lebende Feuersalamander und 107 tote zu finden.

 

 

2010 lebend (l) tot (t) Summe (S)

2011 lebend (l) tot (t) Summe (S)

2012 lebend (l) tot (t) Summe (S)

Erdkröten

1069 (l), 236 (t), 1301 (S)

855 (l), 102 (t), 957 (S)

726 (l), 98 (t), 824 (S)

Feuersalamander

404 (l), 116 (t), 520 (S)

280 (l), 68 (t), 348 (S)

610 (l), 107 (t), 715 (S)

Grasfrösche

25 (l), 5 (t), 30 (S)

151 (l), 57 (t), 208 (S)

88 (l), 17 (t), 104 (S)

Teichfrösche

4 (l), 1 (t), 5 (S)

7 (l), 3 (t), 10 (S)

0 (l), 1 (t), 1 (S)

Bergmolche

4 (l), 0 (t), 4 (S)

17 (l), 1 (t), 18 (S)

0 (l), 0 (t), 0 (S)

Kammolche

1 (l), 0 (t), 1 (S)

0 (l), 0 (t), 0 (S)

0 (l), 0 (t), 0 (S)

Teichmolche

0 (l), 0 (t), 0 (S)

0 (l), 0 (t), 0 (S)

3 (l), 0 (t), 3 (S)

Die Auswertung ist für 2012 noch nicht abgeschlossen.


Überfahrener Feuersalamander im Mühlental

Überfahrener Feuersalamander im Mühlental

Überfahrener Frosch im Mühlental

Überfahrener Frosch im Mühlental

Insbesondere bei Einbruch der Dämmerung und warmer, feuchter Witterung finden sich die Tiere in großer Zahl auf der Straße. Viele davon können dank des unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatzes der Amphibienschützer gerettet werden, doch einige werden auch überfahren. Schmitz, Welte, Sonne und andere Helfer kontrollieren nach Beginn der Dunkelheit fast das komplette Mühlental und auch die anschließende Verbindungsstraße und sammeln die gefundenen Amphibien von der Straße, um sie in ungefährdeten Bereichen wieder frei zu lassen. Dabei begegnen ihnen oft Unverständnis und Ablehnung seitens ungeduldiger, verständnisloser Autofahrer, welche die Streckenkontrollen als lästiges „Verkehrshindernis“ auffassen, teils mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sind und manchmal auch widerrechtlich die Strecke befahren, denn ab Mitte oder Ende Februar bis etwa Mitte Juni ist die Verbindungsstraße oberhalb von Korns Mühle bis nach Arenberg wegen der Amphibienwanderung nur noch für Anlieger frei. Diese Sperrung ist den Bemühungen der Amphibienschützer bei behördlichen Stellen zu verdanken und sie zeigt Wirkung! Ohne sie werden nach statistischen Auswertungen ca. 80% der Amphibien überfahren, mit der Sperrung nur ca. 10 %. Es hat zwei Jahre beharrlichen Einsatzes gedauert, so Welte, ehe dauerhafte Warnschilder von den Behörden an insgesamt 4 Stellen angebracht wurden.


Man sieht ein Warnschild für Amphibien im Mühlental

Warnschild für Amphibien im Mühlental

Nun kommt gegenüber des Weinhauses Wagner noch eine Schautafel hinzu, die zu den Amphibienvorkommen im Mühlental Informationen bietet. Von vielen als „Schleichweg“ genutzt, erhöht sich unnötigerweise das Verkehrsaufkommen auf dieser sensiblen Strecke. Der BUND Kreisgruppe Koblenz hat Verständnis für die notwendige Verkehrsanbindung der dort lebenden Anwohner, lehnt jedoch aus Gründen des Amphibienschutzes die Nutzung der Verbindung nach Arenberg durch Nicht-Anwohner als Abkürzung ab. Darum fordert der BUND eine Teilsperrung des Mühlentals bei der scharfen Kehre in dem kleinen Waldstück, welches zum Gutswald Pönsgen gehört. Die Anbindung des Forsthauses Elisenhof soll gemäß des Konzeptes des BUND über die Silberstraße nach Arenberg gewährleistet bleiben, die Anwohner im Bereich der ehemaligen Grube Mühlenbach sollen über das Mühlental erreichbar bleiben, jedoch wäre die Durchfahrt vom Mühlental bis nach Arenberg nicht mehr möglich, da die Kreisstraße K 19 bei der Kehre abgeriegelt und somit aus Richtung der ehemaligen Grube eine Sackgasse wäre. Damit wäre das Verkehrsaufkommen auf die Anwohner reduziert und die Situation für die Amphibien wäre weniger kritisch. Interessenten zur Mithilfe an Arbeit der Amphibienschützer sind stets hoch willkommen. Sie können sich unter Tel. 0261 / 97339266 melden.


Feuersalamander im Mühlental beim Fressen eines Regenwurmes

Feuersalamander im Mühlental beim Fressen eines Regenwurmes

Überfahrener Frosch im Mühlental

Überfahrener Frosch im Mühlental



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