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Stadtexkursion


Handlungsbedarf in der Südallee: Baumlücken, verwahrloste Wege, zugeparktes Wohnumfeld

BUND: Grünzonen in Moselweiß und in der Innenstadt sichern, Energiewende vorantreiben, BUGA-Nachnutzung ökologisch weiterentwickeln!

Stadtexkursion mit Bundesvorstand Dr. Andreas Faensen-Thiebes zeigte viele umweltpolitische Brennpunkte in Koblenz auf  - Lob aus Berlin für die breite Arbeit vor Ort

Eigentlich sollte Bundesvorstandsmitglied Dr. Andreas Faensen-Thiebes vom Bund für Umwelt- und Naturschutz BUND „nur“ ein Referat über die Bedeutung des Grüns in der Stadt halten, was er denn auch im Rahmen der Vortragsreihe „Grüne Stadt am Wasser“ souverän und mit großer Sachkenntnis aus seiner Arbeit in Berliner Umweltbehörden und internationalen Projekten ablieferte. Da er die Koblenzer Verhältnisse im Detail aber noch nicht kannte, arrangierte die örtliche BUND-Kreisgruppe  kurzfristig eine eintägige Stadtexkursion. Diese zeigte nicht nur einen Querschnitt aus der vielfältigen Arbeit der Umweltschützer sondern bot die Gelegenheit, die zahlreichen Brennpunkte unserer Stadt näher zu beleuchten und zu beraten.

Ausgangspunkt war die Energiepolitik. Faensen-Thiebes nahm, kaum dass er dem Zug entstiegen war, am Anti-Atom-Montagsspaziergang teil und übermittelte anerkennende Grußworte des Bundesvorsitzenden Prof. Weiger und bestärkte die Koblenzer in ihrer klaren Haltung für einen schnellen Atomausstieg und eine echte Energiewende. Konkret konnte letztere dann am nächsten Tag auf einem öffentlichen Dach mit einer 75 kWp-Photovoltaik-Anlage besichtigt werden, die gerade ans Netz geht. „Es ist bemerkenswert, wie viel Pioniergeist hier private Investoren unserer Heimatstadt an den Tag legen, und das trotz der zahlreichen Barrieren, die man ihnen oft in den Weg legt“, so Kreisgruppen-Vorsitzender Werner Huffer-Kilian.

Als zweiter Brennpunkt erwies sich – wieder einmal – das Thema bedrohtes Grün in Koblenz. Auf Einladung des Hobbygärtner-Vereins Moselweiß besichtigte die Delegation den wertvollen Grüngürtel im Westen, der sich von den Moselweinbergen unterhalb der Karthause bis zum Hauptfriedhof erstreckt. Er ist zwar wegen seiner ökologischen Vielfalt und Frischluftzufuhr von großer Bedeutung für den Naturhaushalt und das Stadtklima, muss sich aber immer wieder Versuchen einer Teilbebauung erwehren. Der 1. Vereinsvorsitzende Manfred Hahn bemängelte auch den Wildwuchs von Freizeitbehausungen auf vielen Gartengrundstücken, die die Stadt dulde. „Irgendwann werden diese dann beklagt und legalisiert – hier tickt eine Zeitbombe“. Der Moselweißer Hang müsse als naturnahes Grüngebiet vollständig erhalten und durch einen Bebauungsplan endlich gesichert werden. Der BUND wird deshalb dieses Thema in den nächsten Monaten vertieft aufgreifen.

Nach einem Abstecher in den Koblenzer Stadtwald, für den Dr. Faensen-Thiebes wegen des offenkundig hervorragenden Zustandes die Prüfung einer ökologischen Zertifizierung anregte, ging es per Fahrrad durch die Rheinanlagen und die südliche Vorstadt. Immer wieder fielen die Schilder „Radweg Ende“ und die großen Baumlücken der Wohnstraßen auf.  Die Vorsitzende des Naturschutzbeirates Carmen Parrado hat Hoffnungen in das beschlossene Stadtbaumkonzept, stellt jedoch immer wieder fest, dass Tiefbauarbeiten keine Rücksicht auf Stadtbäume nehmen. „Hier fehlt es an Bewusstsein und Koordination der Baubehörden“, so Parrado. Konkreten Handlungsbedarf sieht der BUND vor allem in der Südallee, ein klassisches Beispiel für die Möglichkeit einer bürgernahen grünen Stadtquartierplanung und –gestaltung,“ so BUND-Landesvorstandsmitglied Egbert Bialk. Statt die lückenhafte Allee als billigen Parkplatz für Pendler und als Tummelplatz Gassi gehender Hunde verkommen zu lassen, sollte man hier die Anwohner und auch die zahlreichen Schulen bei der Gestaltung einbeziehen und einen stadtökologisch wertvollen Lebensraum schaffen.“ Dazu könne man sich die Beseitigung der Fahrbahnen und Bordsteine vorstellen und eine Fahrradstraße sowie Bereiche zum Flanieren und Verweilen.

Abgeschlossen wurde die Stadt-Exkursion mit einem Besuch der BUGA mit Schwerpunkt ökologische Angebote, wie den Garten Eden des Alte-Gemüsesorten-Projektes von Christian Havenith (BUND, Wassenach) und die Ausstellung zu den Generationenschulgärten, ein Projekt des BUND Rheinland-Pfalz. Für Diskussion sorgte die Frage nach den Nachnutzungskonzepten für das BUGA-Gelände. „Hier könnte man die in Mitleidenschaft gezogene Natur teilweise wieder ökologisch aufwerten. Aber das, was uns bisher mitgeteilt wurde, befriedigt uns überhaupt nicht“, so Bialk.

Am Ende war der Berliner Gast voller Lob für die Koblenzer Kreisgruppe. Dr. Faensen-Thiebes: „Im Einzelnen kann ich gar nicht sagen, was mich am meisten beeindruckt hat: Es ist wahrscheinlich genau diese inhaltliche Breite von Anti-AKW-Protesten, Baumschutz, Umweltbildung, Stadtplanung und Klimaschutz / Erneuerbare Energien und eure Zusammenarbeit mit und in einem breitem Bündnis, die meinen Besuch so interessant und eure Arbeit so erfolgreich macht.“



Montagsspaziergang


Kowwelenzer Palaver


PV-Anlage


Christian Haveniths Garten Eden



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