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Die Kehrseite der Kohlekraft





Zerstörte Lebensräume durch Ausbaggern ganzer Wälder und Ortschaften, erhöhte Feinstaubbelastung und Grundwasserabsenkung: Braunkohletagebauten bedeuten immer auch einen schwerwiegenden Eingriff in die Umwelt. Zu diesem Thema im Koblenzer Umweltbüro (KUB.A) ein Vortrag statt.

BUND Kohlekraft-Experte Heinz-Friedrich Steinecke, der als Referent durch den Abend führte, zeigte hierfür Fotos einer BUND-Exkursion zu den Tagebauen Garzweiler und Hambach und Bilder und Fakten aus dem Rheinischen Braunkohlerevier. Zunächst ging Steinecke auf die gesundheitlichen Risiken der Braunkohleförderung in Deutschland ein:

Giftige Emissionen, sogar Uran

„Nebenwirkungen der Braunkohleverstromung sind Emissionen giftiger oder schädlicher Stoffe aus den Kraftwerken“, so Steinecke. Allein im Tagebau Hambach werden pro Jahr 50.000.000 Tonnen Braunkohle gefördert, die pro Tonne etwa 0,25 g Uran enthält. As sind neben anderen Schwermetallen alleine 12,5 Tonnen Uran, die in der Luft oder in die Staubabscheider der Kraftwerksöfen gehen und im zweiten Fall dann sicher deponiert werden müssen.

Feinstaub mehr als durch den Straßenverkehr

Neben der Freilegung von Uran wurde besonders die hohe Feinstaubbelastung im Umfeld vonKohletagebauen beleuchtet. Laut Steinecke liege dabei den Feinstaubmessungen das Problemzugrunde, die Messstelle bei den vorherrschenden Windverhältnissen vorwiegend Luft erfasst, die nicht über oder durch sondern nur neben einem Tagebau geströmt ist. „Allein der Braunkohletagebau Hambach produziert so viel Feinstaub wie der gesamte Straßenverkehr im Bundesgebiet.“ Das werfe Fragen auf: „Weshalb gibt es in Deutschland Umweltplaketten für Kraftfahrzeuge, aber nicht für den Kohletagebau?“

Gesundheitsrisiken

Die Ursachenanalyse des Landesumweltamtes belegte: Die Braunkohlentagebaue sind die regional dominierende Quelle für den Austrag der gesundheitsschädlichen Partikel. Die Grenzwerte der EU-Luftqualitätsrahmenrichtlinie konnten im Umfeld der Tagebaue nicht eingehalten werden. Da die kleinen, ultrafeinen Partikel bis in die Bronchien eindringen können, sind die Folgen hoher Feinstaubbelastung dramatisch: Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Auslösen von Herzinfarkten, Erhöhung des Blutdrucks), Atemwegerkrankungen (Infektionen der Atemwege, Zunahme von Allergien, Asthma, chronische Bronchitis) gehören neben erhöhter Lungenkrebssterblichkeit zu den nennenswertesten Auswirkungen am Menschen.

Grundwasserabsenkung

Im Hinblick auf die Natur sei neben der Zerstörung von Lebensräumen vor allem die Absenkung des Grundwasserspiegels durch die bis zu 400m tiefen Tagebauen ein ernst zu nehmendes Problem. Die Folgen davon: instabile Böden, Erosion und – damit zusammenhängend - Häuser, die in Schräglage gerieten.

Proteste gegen Kohleverstromung und Lebensraumzerstörung

Eine drastische Besserung der Situation sei in nächster Zeit nicht in Sicht: „Noch nie wurde im gesamten Bundesgebiet so viel Kohle verstromt wie in 2013“, so Steinecke.

In den umliegenden Gebieten der Tagebaue gründen sich deshalb mittlerweile Bürgerinitiativen, die sich für weitergehende Information und Sensibilisierung von Anwohnern und Entscheidungsträgern einsetzen. Gegen solche Protestbewegungen werde jedoch rabiat vorgegangen und ganze Waldstücke mit Protestcamps kurzerhand „plattgemacht“, Beteiligte juristisch unter Druck gesetzt.. Für die engagierten Bürger gehe es dabei meist sowohl um den Umweltschutz wie um den Erhalt der eigenen Heimat. Ganze Dörfer wurden zugunsten der Tagebaue schon umgesiedelt – so auch Königshoven, Steineckes Geburtsort, der dem Ausbau der Braunkohleförderung weichen musste.

Sein Fazit: „Braunkohleverstromung ist ein Verbrechen an der Natur und an uns Menschen.“

 

 



SPD- und Grünen-Kandidaten gemeinsam für die Energiewende

Der Koblenzer Montagsspaziergang befragte Detlev Pilger/SPD und Josef Winkler/Grüne zu Ihren Energiepositionen. Beide übten heftige Kritik an der planlosen und schleppendenEnergiepolitik und an der Strompreis-Angstkampagne der Merkel-Regierung und sprachen den Demonstranten ihre Unterstützung und Annerkennung aus. Bei der abschließenden Kanditatenbefragung kristallisierte sich heraus, dass Pilger eher auf kleinere Schritte beim Umstieg auf Ökostrom setzte, Winkler hingegen betonte vor allem eine Reformierung des EEG, damit die niedrigen Börsenstrompreise auch von den Unternehmen an die Verbraucher weitergegeben würden. Soziale Entlastungen für Einkommensschwache wollten beide, insbesondere das Stromabschalten bei nicht bezahlten Rechnungen sei unerträglich. Der Zugang zu Energie sei ein Grundrecht wie ausreichende und gesunde Lebensmittel oder Wohnung.

Egbert Bialk, BUND/AntiAtomNetz Koblenz

 

„Der Klimawandel kommt. Noch können wir etwas tun – und auch die Stadt Koblenz.“

Presseinformation, 28.5.2013

Gemeinsamer Vortrag von BUND und Ökostadt Koblenz machte nachdenklich und zeigte Handlungsmöglichkeiten auf.

Zwanzig Jahre besteht bereits der Umweltschutzverein Ökostadt Koblenz e.V., seit zehn Jahren betreibt er das Umweltbüro KUB.A in der Altstadt. Anlass für eine monatliche Vortragsreihe zusammen mit befreundeten Verbänden, diesmal mit dem BUND zum Thema Klimaerwärmung. Klimaexperte Dr. Thomas Bernhard schilderte eindrucksvoll die immer bedrohlichere Entwicklung, deren Ursachen und die Folgen für Mensch und Natur: „Nachdem vor zwei Wochen erstmals 400 ppm CO2-Konzentration in der Atmosphäre gemessen wurden – vor der Industrialisierung waren es nur 285 ppm – kann man ausrechnen, dass die Welt in 14 Jahren bei 450 ppm sein wird. Jenseits dieser Grenze werden die von den meisten Regierungen angestrebten maximal zwei Grad Erderwärmung nicht zu halten sein. Dann droht ein steiler Rutsch in weitere Erwärmung und Kippeffekte, die die Entwicklung zusätzlich beschleunigt. Auftauende Permafrostböden haben Methanausgasungen zur Folge, weniger Eisflächen der Gletscher und Polkappen bedeuten mehr dunklere Flächen und zusätzliche Wärmeaufnahme.“ In beeindruckenden Animationen aus wissenschaftlichen Fachmedien zeigte er exemplarisch, auf welche klimabedingten Wetterkapriolen, Naturkatastrophen, Stürme, Dürren oder Überschwem­mungen wir und nachfolgende Generationen sich einstellen müssen.

Auch gemäßigte Klimazonen wie Deutschland werden das zu spüren bekommen, man rechne mit 15% weniger Regen im Sommer und deutlichen Ernteausfällen, in West und Südeuropa sogar mit Einbußen von 20-50% und großflächige Versteppung. Bernhard: „Der Klimawandel kommt. Erste Boten sind bereits da. Die einzige Frage ist nur, wie schnell. Und das heißt: Nutzen wir das kleiner werdende Zeitfenster, um ihn abzubremsen und unseren Kindern und Enkeln die schlimmsten Auswüchse zu ersparen.“ In zahlreichen engagierten Wortbeiträgen während des Vortrages forderten die Zuhörer die Politik immer wieder auf, endlich zu handeln. „Obwohl allen klar ist, dass wir uns nicht dauerhaft wegducken können, passiert viel zu wenig, die ehemals sich als Klimaschützerin präsentierende Kanzlerin Merkel ignoriert das Thema völlig. Aber auch der konservativste CDU-Politiker hat doch selbst Enkel, hier müsste der doch bei seinem Verantwortungs­gefühl zu packen sein“, so BUND-Vorsitzender Egbert Bialk.

Dr. Bernhard zeigte die Hauptverursacher auf: „Der seit dem Weltkrieg verzehnfachte Energieverbrauch und die Verbrennung fossiler Kohlenstoffträger, die industrialisierte Ernährung mit Düngung, Waldabholzung und Fleischlastigkeit, der weltweit explodierende Individual- und Flugverkehr und an der Spitze der gigantisch gewachsene Konsum unserer Wohlstands- und Verschwendungswirtschaft. Wenn wir so weiter machen, lassen wir unseren Kindern einen ausgeplünderten, überhitzten und kaum noch lebenswerten Planeten zurück. Wollen wir das wirklich?“ Gleichwohl bleibt Bernhard bei allen düsteren Prognosen dennoch der Auffassung, dass ein Umsteuern möglich, ja alternativlos ist, durchaus mit gewissen Erfolgschancen. An Hand zahlreicher Beispiele und Forderungen zeigte er konkrete Handlungsspielräume auf: „Jeder kann etwas tun, was genau geht, liegt bei jedem selbst: Fleischreduktion, Konsumänderung, in erneuerbare Energien investieren oder zu Ökostrom wechseln, weniger Auto in der Stadt benutzen oder politisch aufbegehren. Die Vision einer halbwegs intakten, nachhaltigeren Welt ist faszinierend, technische Lösungen sind da – packen wir’s doch an!“

In der anschließenden Diskussion kamen viele Vorschläge. So berät der BUND anbieterunabhängig beim Wechseln zu Ökostrom, ebenso beim Energiesparen. Erste Erfahrungen zeigen, dass 20% weniger ohne Komfortverlust möglich sind. Auf heftige Kritik stieß die Information, dass der Stadtrat kürzlich den Bezug von Ökostrom abgelehnt habe. „Das steht in direktem Widerspruch zu seinem eigenen Klimaschutzkonzept. Offenbar ist dies nur für Sonntagsreden gedacht“, so Egbert Bialk. Auch die rekommunalisierte KEVAG bezieht weiter vor allem Kohle- und Atomstrom vom RWE, wie lange lässt Oberbürgermeister Hofmann-Göttig trotz mehrfacher Nachfragen unbeantwortet. „Hoffentlich ist die Koblenzer Energie­wende keine Mogelpackung“, so der BUND-Vorsitzende. Der BUND ruft deshalb weiterhin zu Montagsspaziergängen auf, der nächste ist am 3. Juni um 17.30 Uhr ab Löhrrondell, und bietet allen städtischen Gremien den aktuellen Klimavortrag zur Information an.

Für Rückfragen:  Dr. Thomas Bernhard, Tel. 0261-47551 oder Egbert Bialk, Tel. 0261-94249638, e.bialk@t-online.de

 

Kohle zerstört Heimat, Klima und Natur


Der Ausleger eines Baggers

Erschreckende Berichte aus Tagebaugebieten in NRW und Kolumbien – BUND mahnt Energiewende an

Wie sich die Bilder gleichen: Riesige Braunkohletagebauten der RWE bei Köln und ebensolche Landschafts­zer­störungen im fernen Kolumbien durch Steinkohleabbau. Den Zuhörern der kürzlichen BUND-Infoveranstaltung zum Kohleabbau war die Betroffenheit sichtlich anzumerken. 400 Meter tiefe und bis zu zehn Kilometer lange Krater reißen Wunden in die Natur – und in die Seelen der dort lebenden Menschen – die trotz gewisser Ausgleichsmaßnahmen kaum verheilen können. „Was wir für Kohlestrom aus unserer Steckdose und unsere Verschwendungswirtschaft anrichten, übersteigt jegliches Vorstellungsvermögen. Allen, die die Energiewende behindern oder ignorieren, empfehlen wir mal einen Ausflug ins nahe Braunkohlerevier“, so Egbert Bialk, Sprecher der Koblenzer BUND-Gruppe.

Zunächst berichtete Heinz-Friedrich Steinecke über die Braunkohle-Exkursion des BUND, die er im September ins Rheinische Braunkohlerevier geführt hatte. Steinecke stammt aus der Region und hat selbst seine Heimat durch den Braunkohle-Tagebau verloren. Schiefe, rissige Häuser, riesige Mondlandschaften der Tagebaue und die industriell erzeugte neue "Landschaft" prägen heute das Bild.

Karl-Heinz Ochs von der Initiative Bergbau­geschädigter aus Elsdorf half der Delegation, die aktuelle Vorgehensweise von RWE Power (früher Rheinbraun AG) zu verstehen. Allein der Tagebau Hambach, übrigens der größte Tagebau Europas, verursacht laut Ochs in etwa so viel gesundheitsschädlichen Feinstaub wie der gesamte Straßenverkehr in Deutschland. Steinecke: „Die Folgen der Braunkohleverstromung, ein massiver CO2-Ausstoß, etwa hundertfach gegenüber der Windkraft, fördert die drohende Klimakatastrophe, die riesige Feinstaubbelastung der Region droht die Menschen krank zu machen, extreme Eingriffe in den Grundwasserhaushalt der Region verursachen deutlich sichtbare Gebäude­schäden, während RWE diese Wirkung verneint! Das Wegbaggern von mehr als 100km2 Landschaft mit über Jahrhunderte gewachsenen Wäldern und Ortschaften zerstören Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen. Das wird auf Dauer nicht nur die engere Region negativ prägen. Schon über 20 000 Menschen wurden gezwungen, sich eine neue Heimat zu suchen. Und das alles mit einem Bergrecht, nach dem Privatfirmen das Recht haben, andere zu enteignen, ein offensichtlich lieb gewonnenes Relikt aus unserer „tiefbraunen“ Zeit.“

Ähnliche Bilder und Informationen konnte Sebastian Rötters, Bergbauexperte der Menschenrechtsorganisation FIAN, den Zuhörern präsentieren, nur das Land und das Produkt wechselte: Steinkohle-Abbau in dem weltweit größten Tagebau El Cerrejón in Kolumbiens Norden. Auch hier klagt die meist indigene Bevölkerung über die große Staub- und Feinstaubbelastung, weil die Steinkohle aufgrund ihrer Härte gesprengt werden muss. Mondland­schaften breiten sich aus und vertreiben die Menschen aus ihren Dörfern, teils mit brutaler Gewalt. Eisenbahn­linien zerschneiden kleine Orte und bringen Dreck und Lärm, um die Kohle in die Häfen am Atlantik zu transportieren. Schließlich gelangt die Kohle nach Rotterdam, von wo sie umgeladen rhein- und moselaufwärts in die Steinkohle­kraftwerke von z.B. RWE und E.ON zur Energiegewinnung geschickt wird. Aus Kolumbien stammt derzeit die größte Menge an deutscher Importkohle. „Dieser Kohle sieht man nicht an, wie viel Leid an ihr klebt“, so Rötters, der selbst schon des Öfteren vor Ort war. BUND-Vorstandsmitglied Werner Huffer-Kilian, der sich ebenfalls schon seit vielen Jahren für die Menschen in Kolumbien einsetzt und mehrfach auf Aktionärs­versammlungen der Energiekonzerne und Großbanken auftrat, resümiert: “Man muss die Energiegewinnung in ihren globalen Auswirkungen betrachten. Die Konzerne handeln global, sie wissen um das Leid vor Ort, tun aber kaum etwas für die Bevölkerung. Auch deshalb ist die dezentrale Energiewende wichtig, als Beitrag zu mehr weltweiter Gerechtigkeit.“ Der BUND wird deshalb weiter diese von vielen ausgeblendete schmutzige Seite des Kohlestroms an die Öffentlichkeit bringen und die natur- und menschenfreundliche Energiewende vorantreiben.

Quellen: u.a. IG50189, Veröffentlichungen RWE, www.peter-zenker.de. Fotos: E.Bialk
Weitere Informationen, auch über Folgeveranstaltungen des BUND, bei Egbert Bialk, tel. 0261-94249722 oder egbert.bialk@BUND-RLP.de



Von der Grube in den Ofen


"Aussicht ins braune"

"Koblenz schläft" - BUND protestiert mit Großplakat gegen die verschlafene Energiepolitik


Koblenz schläft

Mit einer ungewöhnlichen Plakataktion weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND auf die schleppende Energiepolitik der Stadt hin. Wo man sonst Katzenfutter- oder Autoreklame erwartet, nämlich auf einem Großplakat hinter dem Hauptbahnhof, liest man derzeit vor einer nächtlichen Zentralplatz- und Altstadtsilhouette: "Koblenz schläft." In Stichworten wird hier insbesondere kritisiert, dass das "Energiesparen im Schneckentempo" vorankomme. "Das betrifft insbesondere die städtischen Gebäude und Schulen, wo es einen enormen energetischen Sanierungsstau gibt," so Egbert Bialk, BUND-Vorsitzender in unserer Stadt. "Hier wäre am effektivsten die Energiewende umzusetzen und auch der Haushalt dauerhaft zu entlasten." Zentraler Kritikpunkt ist auch die städtische Verkehrspolitik, die immer mehr Autos ins Zentrum locke. "Kein Mut für eine autofreie Innenstadt" zeige sich nicht nur am neuen Zentralplatz sondern auch an den wenigen wirklich fußgängerfreundlichen Straßen in der Altstadt und City. "Eine grüne Stadt am Wasser mit Aufenthaltsqualität und wenig Abgasen sieht anders aus." - "Keine eigene Windkraft" und "keine städtischen Solaranlagen" - diese weiteren Stichworte drücken die Enttäuschung des BUND über das mangelnde Engagement der Stadt bei dem Aufbau von Alternativen aus.


"Die Stadt müsste schnellstens Bürgerwindanlagen zum Beispiel im gut geeigneten Gewerbegebiet Rübenach fördern und auf ihren eigenen Dächern Sonnenstrom produzieren und so die dezentrale Energiewende beispielhaft voranbringen. Statt dessen zögerte sie, bis die Vergütungen in Berlin gekappt wurden und behinderte mitunter sogar Privatinvestoren, wenn sie Dächer für Solaranlagen anmieten wollten", so Dr. Thomas Bernhard,stellvertretender Vorsitzender. Martina Keller, die an der Gestaltung des Plakates maßgeblich beteiligt war, inspiriert von den derzeit ähnlich beklebten Kevag-Bussen (Keller: "Das ist pures Greenwashing, denn Kevag-Strom ist hauptsächlich immer noch Atom- und Braunkohlestrom;") hat das BUND-Plakat dann auch mit einer Aufforderung abgeschlossen: "Klima schützen - handeln - Mitglied werden: BUND". Die Kontaktadresse findet man leicht im Internet. "Auch wenn das Plakat nur zehn Tage hängt, so hoffen wir doch, dass es die Lokalpolitiker etwas provoziert - zum Aufwachen beim Thema Energie und Klima", so der BUND-Vorstand.

 

Egbert Bialk, BUND Kreisgruppe Koblenz, Vorsitzender
Boelckestr.9a, 56068 Koblenz, Tel 0261-94249638

23. Mai Rede BUND-Koblenz Mitglied bei Commerzbank


 

Werner Huffer-Kilian hat als kritischer Aktionär an der Hauptversammlung der Commerzbank in Frankfurt teilgenommen und eine kritische Rede zur Konzernpolitik gehalten. Schwerpunkt waren Menschenrechtsverletzungen im Steinkohletagebau in Kolumbien sowie die Verwicklung der Bank in Geschäfte mit Atomwaffenproduzenten.

Die Rede ist als pdf. zu finden unter 23. Mai 2012: www.kritischeaktionaere.de/439.html

3. Mai 2012 in Essen: BUND-Koblenz Mitglied bei der E.ON Aktionärsversammlung




Der Schatzmeister des BUND-Koblenz, Werner Huffer-Kilian, nahm am 3.Mai an der E.ON Hauptversammlung teil. 100 Aktien von dem Dachverband der kritischen Aktionäre ermöglichten eine Kurzrede von 5 Minuten zum Thema Kohleimporte aus Kolumbien und die Menschenrechtsverletzungen durch Geschäftspartner von E.ON. Das US-Bergbauunternehmen Drummond, von dem E.ON allem Anschein nach Kohle aus der Region César in Kolumbien bezieht, steht in Alabama vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, aktiv mit Paramilitärs zusammen gearbeitet zu haben, um Gewerkschaftstätigkeit zu verhindern. Konkret soll Drummond auch für die Morde an zwei Gewerkschaftsführern mitverantwortlich zu sein.

Kurzrede bei der E.ON Hauptversammlung

E.On-Kultur – Toll! - Ich bin beeindruckt!

Mein Name ist Werner Huffer-Kilian, ich bin Pastoralreferent der katholischen Kirche und arbeite im Bistum Trier.


E.ON-Kultur:

Und ich sehe im Vorstand nur eine Frau und im Aufsichtsrat nur 3 Frauen. Das ist wie in meiner Kirche. Deshalb stelle ich hiermit den Antrag auf Fifty-Fifty, also 50% Frauen im Vorstand und 50% Frauen im Aufsichtsrat. Ich bin überzeugt davon, dass das E.ON schneller hinbekommt als meine Kirche


E.ON-Kultur:

Ich habe als Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Koblenz Ihnen, Herr Teyssen vor einem Monat einen Brief geschrieben, mit ähnlichen Fragen, wie sie Herr Uribe gestellt hat. Und ich habe bisher wie auch Herr Uribe in seiner eben gehörten Rede noch keine Antwort erhalten. Ich bestehe darauf.

Das Schweigen darf nicht zur E.ON-Kultur gehören, wenn ein Geschäftspartner in Menschenrechtsverletzungen involviert zu sein scheint!


E.ON-Kultur:

Auch die Fragen von Frau Ortiz sind nicht beantwortet. Man sieht der Kohle nicht an, welches Leid an ihr klebt!

Das Argument Wettbewerb muss hintan stehen, wenn es um Menschenleben und um Natur- und Umweltschutz geht!


Ich komme aus Koblenz und sehe täglich die Schiffe rhein- und moselaufwärts fahren, mit mehr als 2.500 t pro Schiff.

Ich frage: Wer transportiert die Kohle für E.ON aus Kolumbien nach Europa und innerhalb Europas? Ist die Deutsche Bahn involviert?


Mit Blick auf Ihre Strategie für das Unternehmen: Ich vermisse den Klimawandel, und wie E.ON bis z.B. 2050 strategisch den Klimawandel bekämpfen will.

Wir müssen weg von jeder Art von Verbrennung bis 2050! Und das sagen viele Studien, nicht nur nur im kirchlichen Bereich.


Mit welchen Instituten berät sich E.ON in diesen Fragen des Klimawandels?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.





Rede Montagsspaziergang Werner Huffer-Kilian, 11.07.2011

Das fossile/atomare System gegen die Erneuerbaren

Der deutsche Gesetzgeber hat in §42 Energiewirtschaftsgesetz die europäische Richtline umgesetzt, so dass nun auf der Home-Page der Kevag auch der Strommix nachzulesen ist, von dem hier die meisten zehren. Der Energiemix der Kevag besteht aus 17% Atomkraft, 63 % fossile und sonstige Energieträger, also Braunkohle, Steinkohle, Öl und Gas, und 20% Erneuerbare Energien. Das ist kurz gesagt Drecksstrom, denn er erzeugt an CO“-Emissionen 692 g/kwh und natürlich radioaktiven Abfall. Zum Vergleich: Der deutsche Strommix besteht zu 25% aus Atomkraft, 58% aus fossilen Energieträger, 17% aus Erneuerbaren und erzeugt an CO2-Emissionen nur 508g/kwh. Das ist bedeutend weniger.

Hier steht das alte System atomar/fossil gegen das neue System der Erneuerbaren. Die Förderer des Klimawandels gegen den Klimaschutz.

Deutschland ist der weltgrößte Braunkohleverstromer, und das bedeutet, dass rund 20% der weltweit knapp 1 Milliarde t Braunkohle bei uns ausgegraben werden. Die Abbaugebiete finden sich in der Lausitz, in Sachsen und in Garzweiler bei Aachen und hinterlassen Mondlandschaften, weil im Tagebau abgebaut wird. So wurden ganze Dörfer durch RWE Power in NRW zum Umzug gezwungen: Otzenrath und Spenrath (über 800 Jahre alt) und andere mehr. Braunkohle ist die schmutzigste Art der Stromgewinnung, weil man bei 1t verbrannte Braunkohle mit ebenfalls 1t CO2 Emissionen rechnen muss. RWE besitzt also die Rohstoffe, den Transport, die Kraftwerke für die Verstromung und oft auch die Netze bis hin zum Endverbraucher.


Landläufig herrscht noch die Meinung, dass die Steinkohle, die in unseren Kraftwerken zur Verstromung, zu Wärme oder in der Stahlindustrie verbrannt wird, auch aus den deutschen Steinkohlegruben stammt. Dies ist schon lange nicht mehr der Fall. Der deutsche Gesamtverband Steinkohle (www.gvst.de) gibt in seinem Jahresbericht 2008 einen Prozentsatz von 33% des Steinkohlebedarfs im Jahre 2007 an, der durch inländische Kohlegruben gedeckt wird – mit abnehmender Tendenz (heute müsste es schon unter 30% sein).


Der größte Teil der importierten rund 50 Mio t SKE gelangen via Schiff und Schiene aus anderen Ländern nach Deutschland, rund 30% der Einfuhrmenge gelangt per Seeverkehr zu uns. Diese langen Transportwege, die ja nicht CO2-neutral sind, scheinen nicht in die Bilanzen der Treibhausgas-Erzeugung durch Kohle einberechnet zu sein. Hauptlieferländer von Steinkohle und Koks sind Russland, Polen, Südafrika, Australien, Kolumbien, USA/Kanada.


Der „Weltspiegel“ hat vor kurzem aus dem kolumbianischen Steinkohleabbaugebiet berichtet: El Cerrejón. Katastrophal für die Bevölkerung, gut fürs Geschäft!

Das Kohlebergwerk Cerrejón im Norden Kolumbiens ist seit Jahrzehnten ständig erweitert und ausgebaut worden und erstreckt sich über ein Gebiet von 48 mal 8 Kilometern in der Region La Guajira. Menschen, die dort traditionell lebten, mussten dem Bergbau weichen. Die Umgebung ist nach einem Greenpeace Bericht oft voller Flugasche, Schwefel und Methandämpfen, die Gewässer sind durch Restschlämme und schädliche Chemikalien verseucht, so dass Beeinträchtigungen der Gesundheit in den anliegenden Dörfern gegeben sind. Das Unternehmen El Cerrejón gehört zu gleichen Teilen dem australischen BHP Billiton, der Anglo American und dem Schweizer Bergbaukonzern Xstrata.


Kolumbien ist Spitzenreiter der Menschenrechtsverletzungen gegen Gewerkschaften. Sintraminergetica, die Gewerkschaft der Minenarbeiter, hatte große Opfer zu tragen, Präs. und Vizepräs. sind ermordet worden.Die Unternehmen sind für ihre gewerkschafts-feindliche Politik bekannt.

Vertreibungen finden in Gegenden statt, wo man Kohle gefunden hat. Ist kein Zufall!!!

Kolumbien gilt als das Land der Erde, das für Gewerkschafter am gefährlichsten ist.


Diejenigen Länder, in denen Hartkohle größtenteils im Tagebau gefördert wird, weisen die niedrigsten Produktionskosten auf. In Ländern wie Russland und Venezuela, gefolgt von Südafrika, Indonesien und Kolumbien fallen die geringsten Produktionskosten von 15 bis 30 US-Dollar pro Tonne an“, ist im Bericht über Energierohstoffe 2009 zu lesen, den die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe erstellt hat. Leider werden nur diese Produktionskosten aufgelistet!


Neue Pläne für Kohlekraftwerke bedrohen unser Klima, gefährden die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien und zerstören die Lebensräume und das Leben vieler Menschen in den Kohleabbaugebieten. Diese Kosten listet kein Unternehmen und keine Regierung auf.


Bürgerinitiativen und Umweltverbänden wie der BUND haben in den letzten Jahren 14 Kohlekraftwerke in Deutschland verhindert. Zum Schutz für unser Klima und für die Energiewende.




Zukunft statt Kohle

Mehr als 25 neue Kohlekraftwerke sollen in den nächsten Jahren in Deutschland gebaut werden. Es gibt keine klimaschädlichere Art der Stromerzeugung als die Verbrennung von Kohle. Zum Vergleich: Braun- und Steinkohlekraftwerke sind mehr als doppelt so klimaschädlich wie moderne Gaskraftwerke. Die großen Dampfwolken aus den Kühltürmen der Kraftwerke machen ein anderes Problem deutlich: Mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie geht als ungenutzte Wärme verloren. Kohlekraftwerke mit ihren hohen Investitionskosten sind auf eine sehr lange Nutzungsdauer von über vierzig Jahren ausgelegt. Wenn jetzt neue Kohlekraftwerke gebaut werden, legen sie einen hohen Sockel klimaschädlicher Emissionen für Jahrzehnte fest.

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