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100. Montagsspaziergang: Initiatoren ziehen Bilanz




Energiewende

Atomkraft ist bei Demo nur ein Thema: Aktive fordern weltweites Umdenken


Koblenz. Weg vom Atomstrom, Verzicht auf Kohlekraftwerke und einen stärkeren Aufbau der regionalen Energieversorgung: Obwohl in Deutschland ein Umdenken eingesetzt hat, sehen die Mitglieder des Anti-Atom-Netzes Koblenz/ nördliches Rheinland-Pfalz keinen Anlass, ihre Montagsspaziergänge einzustellen. Ganz im Gegenteil. Denn die Sorge bleibt, dass die Kernkraft in Europa im großen Stil neu belebt werden könnte.

100 „Spaziergänge“ und Kundgebungen in fünf Jahren: Für Mitinitiator Egbert Bialk war die jüngste Veranstaltung auf dem Willi-Hörter-Platz ein Anlass für die Aktiven, „sich einmal selbst zu feiern“. Denn obwohl die Gruppe, die gegen Kernkraft demonstriert, in der Regel eher überschaubar ist, gingen von Koblenz wichtige Impulse für andere Städte aus. Am Ende gab es in 70 Kommunen Protestkundgebungen, an denen sich Tausende beteiligten. Aus Sicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) war dies ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zum Atomausstieg. Und die Koblenzer wurden für ihren Einsatz auch besonders geehrt. Standen am Anfang rund 40 Verbände und Initiativen hinter den Veranstaltungen, stellt die BUND-Kreisgruppe heute den Kern der Aktiven. Aber nach wie vor kann sich jeder am Netzwerk beteiligen. „Wir haben immer geschaut, dass wir überparteilich bleiben, erklärte Egbert Bialk. Der Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe präsentierte am Montagabend insgesamt sechs Stationen, die nicht nur einen Blick auf Erfolge nach dem Zickzackkurs der Bundesregierung und nach Fukushima gewährten, sondern auch auf die Probleme der Zukunft. Ein Beispiel: die verheerenden Zustände in der kolumbianischen Steinkohleförderung, aus der auch ein Viertel des deutschen Imports stammt. Das Thema Bergbau zeigte, dass es dem Netzwerk nicht nur um reine Energiepolitik und um Klimaschutz geht, sondern auch um eine sozial gerechte Wirtschaft, die Menschen und Ressourcen schont.

Gleich mehrere Redner kritisierten, dass Konzernlobbyisten nach wie vor mit falschen Zahlen jonglieren. Besonders deutlich wurde Markus Mann. Der Unternehmer aus dem Westerwald, der selbst „Ökostrom“ produziert, erinnerte daran, dass sich die Kosten für Gas seit 1998 vervierfacht, für Öl sogar versechsfacht haben. Dagegen seien die Kosten für umweltfreundliche Energie im gleichen Zeitraum nur um das 1,6-fache gestiegen.

Die Hauptbotschaft des Abends: Atomstrom hat keine Zukunft, weil weder das Problem der Endlagerung gelöst sei noch genügend Rücklagen der Betreiber vorhanden seien. Mehrkosten würden spätestens nach Ablauf der Betriebszeit auf Kunden und Steuerzahler abgewälzt.

Reinhard Kallenbach

RZ Koblenz und Region vom Mittwoch, 8. Juli 2015, Seite 14


12. März 2015

Beeindruckendes Gedenken an die Fukushima-Katastrophe in Koblenz


"... und das alles für ein bisschen billigen Strom?!" Heinz-Friedrich Steinecke, Vorstandsmitglied des BUND Koblenz, brachte es in seiner sachlichen und zugleich sehr tief gehenden Rede auf den Punkt: Atomenergie ist nicht verantwortbar, die Risiken sind niemals völlig beherrschbar, man darf den gefährdeten Menschen im Gefahrenbereich der Atomanlagen und den kommenden Generationen unsere Kurzsichtigkeit und die Profitinteressen der Betreiber nicht aufbürden, so die Botschaft der Veranstaltung.

Über 50 Teilnehmer aus vielen Gruppierungen und auch ganz privat waren am Spätnachmittag des 4. Jahrestages der Fukushima-Katastrophe zum Löhrrondell gekommen. Viele Passanten blieben stehen und hörten den bewegenden Reden zu, die diesen zweiten Super-Gau der Atomgeschichte bewusst machte. "Wir wollen uns heute erinnern an das unglaubliche Geschehen, auch an Tschernobyl vor 29 Jahren, an unsere Angst um unsere Kinder in den Monaten danach, wir wollen informieren über die Vorgänge damals in Japan und auch die Situation heute noch, wir wollen an die Menschen denken, die unermessliches Leid ertragen müssen bis heute und in Zukunft, insbesondere die Kinder, und wir wollen zusammenstehen, uns gegenseitig stärken im Kampf für einen vollständigen, sofortigen und weltweiten Atomausstieg", so Egbert Bialk vom BUND und AntiAtomNetzKoblenz.

Ein aktueller Brief eines japanischen Antiatomaktiven wurde verlesen, Kazuhiko Kobayashi, der noch im Herbst in Koblenz zu Gast gewesen und aus Fukushima berichtet hatte. Eine solidarische Antwort an ihn unterzeichneten alle Teilnehmer und rund 200 Euro wurden wieder für sein Hilfsprojekt für geschädigte Kinder aus der Präfektur Fukushima gesammelt.

Florian Lamour von Greenpeace Koblenz wies abschließend auf die nach wie vor gefährliche deutsche Atompraxis hin. Mehrere Atomtransporte fahren nahezu unkontrolliert monatlich durch Koblenz, um strahlende Rohstoffe für die Herstellung von Brennstäben kreuz und quer durch Europa zu transportieren. Diese Atomanlagen in Gronau und Lingen habe der vereinbarte Atomausstieg offenbar "vergessen".

Egbert Bialk mahnte eine schleunigst zu regelnde und so weit wie möglich gefährdungsreduzierte Lagerung von Atommüll an, auch aus dem anstehenden Abriss des AKW Mülheim-Kärlich. "Sicher keine Kleinigkeit für die nächsten 1 Million Jahre", so Bialk. Bis dahin gelte: "Kein weiteres Gramm Atommmüll produzieren. Atomkraftwerke abschalten!".

Montagsspaziergänge


Weiterhin Montags auf die Straße!

Und zwar jeden 1. Montag im Monat um 17:30 Uhr am Löhrrondell, Koblenz.

Kommt alle, bringt viele Leute mit! Wir wollen den sofortigen und dauerhaften Atomausstieg und werden dafür weiter massenhaft auf die Straße gehen! Wenn nicht jetzt, wann dann?

www.montagsspaziergang.de

Happy birthday – der Koblenzer Montagsspaziergang ist 4!


Fotos : BUND Koblenz

Im Juli 2010 ist er gestartet, damals noch vor dem „Atom“-Fuchs-Büro aus Protest gegen die geplante AKW-Laufzeitverlängerung, jetzt ist er schon 4 Jahre alt geworden – der Montagsspaziergang in Koblenz. Das war uns natürlich eine kleine Straßenparty am Löhrrondell wert, mit Kuchen, Sekt und Samba (siehe Fotos)

Bereits 90mal gehen die Aktiven aus verschiedenen Gruppierungen auf die Straße für einen vollständigen Atomausstieg, für einen Energiewechsel von unten und für einen wirksamen Klimaschutz. Das Koblenzer Beispiel machte bald landes- wie bundesweit Schule, noch vor der Fukushima-Katastrophe in bis zu 80 Städten. Unsere beharrlichen Aktionen haben mitgeholfen, die Hälfte der Atomkraftwerke stillzulegen, ein großer Erfolg der aktiven Zivilgesellschaft über die Interessen der Konzerne und deren politischen Helfer. Bei der Umsetzung der energiepolitischen Alternativen ist die Lage komplexer als beim Atomprotest, so dass man natürlich nicht erwarten kann, dass hier dauernd große Menschenmassen auf die Straße gehen. Dennoch ist es dem Montagsspaziergängern und dem BUND gelungen, die Energie- und Klimaschutzthematik weiterhin in die Öffentlichkeit zu bringen, zuletzt auch im Kommunalwahlkampf. Mit aktuellen Infos, Sachverstand, unserer treuen Sambagruppe Piri Piri und kreativen Aktionen spazieren wir weiter und feiern sicher noch viele Jubiläen.


"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren" so Egbert Bialk bei seiner Geburtstagsrede.

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