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Mit frischem Wind auch im Westerwald in Richtung Klimaschutz


Foto: (von links) Egbert Bialk, Marvin Schnell, Peter Pflaum


Nach Paris - Klimaschutz bei uns verwirklichen! (30.01.2016)

BUND diskutierte in Alpenrod über die Ergebnisse des Klimagipfels und zeigte viele Möglichkeiten auf, die Energiewende konkret auch bei uns zu verwirklichen.


„Im Westerwald weht ein frischer Wind, auch beim BUND. Statt einseitig immer nur gegen jegliche Windkraft anzukämpfen, wird unser Verband künftig verstärkt mithelfen, den Klimaschutz konkret zu verwirklichen. Sachpolitik im Umwelt- wie im Naturschutz wird dabei im Vordergrund stehen“, so Egbert Bialk, BUND-Regionalbeauftragter der Region Koblenz/Nord-Rheinland-Pfalz, der zusammen mit örtlich Engagierten nach Alpenrod eingeladen hatte. Hier zeigte der BUND in seiner Reihe von gut besuchten Veranstaltungen in den letzten Monaten erneut seine Aktivitäten für eine naturverträgliche Energiewende. „Das widerlegt damit Pressemeldungen über eine Spaltung des BUND“, stellte auch der stellvertretende Landesvorsitzende Michael Carl (Neuhäusel) fest. Carl: „Eine Spaltung gibt es nicht. Der BUND Rheinland-Pfalz hatte zum Jahresanfang seinen bisher höchsten Mitgliederstand. Nachdem der frühere Vorsitzende den BUND verlassen hat, treten sogar viele Mitglieder wieder neu ein. So auch in Alpenrod, wo eine Aufbruchsstimmung unübersehbar war“. Auffal­lend sei, so Carl, dass von den wenigen ausgetretenen Mitglie­dern die meisten erst in den letzten Jahren eingetreten waren. Warum, läge auf der Hand.


Hauptthema in Alpenrod war zunächst der Weltklimagipfel in Paris und seine Folgen für die Klimapolitik vor Ort. Egbert Bialk bewertete das Ergebnis von Paris insgesamt als unerwarteten Erfolg. Nach den vielen gescheiterten vorherigen Gipfeln sei erstmals ein völkerrechtlich verbindlicher Vertrag abgeschlossen worden, der alle Staaten verpflichtet nach 2050 so gut wie kein Öl, kein Gas und keine Kohle mehr zu verbrennen. Wegweisend sei die Bereitschaft der reichen Industrieländer die vom Klimawandel besonders betroffenen armen Länder mit rd. 100 Milliarden US-Dollar zu unterstützen. Bialk betonte auch den besonders dringenden Ausstieg aus der Kohleverbrennung und die Einschränkung des Energieverbrauches: „Bis zum Jahre 2050 muss ein Umstieg auf 100 % erneuerbare Energie erfolgen. Das ist auch Wille der UN-Staatengemeinschaft.“ Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, ruft der BUND dazu auf, den Druck der Zivilgesellschaft auf die Politik aufrecht zu halten. „Gebremst haben Kohlekonzerne und Politik leider viel zu lange. Die kommenden Generationen und die Länder des Südens, aus denen auch viele Klimaflüchtlinge kommen, werden uns das nicht verzeihen“, so Bialk.


Was jeder in seinem Umfeld zur Energiewende beitragen kann und dabei noch Geld spart, zeigten Marvin Schnell und Peter Pflaum von der neuen Initiative „ENERGIEN der ZUKUNFT“ an vielen Beispielen. Weil die Strom­erzeugung knapp 40 % der deutschen Treibhausgasemissionen ausmacht, gab es praktische Tipps zur Reduzierung des eigenen Stromverbrauchs. Es wurde z.B. gezeigt, dass sich ein neuer effizienterer Kühlschrank schon in fünf Jahren durch geringeren Energieverbrauch bezahlt macht, eine neue Heizungspumpe in zwei Jahren und moderne LED-Leuchten oftmals schon in weniger als einem Jahr. Die beiden Experten zeigten außerdem, dass sich die Stromrechnung oft sogar durch bereits kleininvestive Maßnahmen und ein geändertes Nutzerverhalten halbieren lässt. Auch die Heizkosten lassen sich durch bessere Gebäudedämmung, Heizungsmodernisierung und weitere Sparmaßnahmen enorm reduzieren. Weil damit auch der CO2-Ausstoß sinkt, fordert der BUND eine wesentlich höhere Förderung privater Gebäudesanierung. Dass man fast ganz CO2-neutral heizen kann, zeigte das Beispiel einer Pelletheizung unter dem Slogan: „Pellets statt Putin“ - ein Aufruf mit Holz aus heimischen Wäldern statt mit importiertem Gas und Öl zu heizen. Weil viele Menschen nicht nur vor Krieg und Verfolgung fliehen, sondern auch vor den jetzt schon unübersehbaren Folgen des Klimawandels, müsse schnell gehandelt werden. Der BUND Wester­wald plant dazu weitere Veranstaltungen, zum Beispiel als nächstes am 22. März die Besichtigung der Windkraftanlagen-Fertigung bei der Firma SCHÜTZ in Siershahn. Auch eingeladen wird zur Mitglieder­versammlung der BUND-Kreisgruppe Westerwald am 17. März im „Haus am See“ am Dreifelder Weiher.

Klimaaktion in Mainz am 12.12.

Der BUND Koblenz war am 12.12. in Mainz.

"Zum Abschluss des Klimagipfels in Paris haben am Samstag in vielen Städten Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert, auch in Landau und in Mainz." SWR, Landesshau Aktuell Rheinland-Pfalz

Retten Sie den Eisbär!



Tun Sie etwas für die Umwelt, unterzeichnen Sie diese Petition!

We are the energie revolution: Klimaschutz jetzt!

"Klimaschutz jetzt! 1,5 Grad sind mehr als genug."








Straßenaktion zum Beginn des Kilmagipfel (28.11.2015)

Koblenzer Umwelaktivisten gingen auf die Straße für eine "Straßenaktion" im Vorfeld zum Klimagipfel in Paris.

Am Löhrrondell, wo viel Leute Richtung Weihnachtsmarkt durchlaufen, standen Freunde der Erde (BUND & ATTAC) mit Flyer für Eltern und Postkarte und Luftballons für Kinder.

Losung?

"Klimaschutz jetzt! 1,5 Grad sind mehr als genug."

Kohle- und Atomausstieg, Autoindustrie, Agrarindustrie, TTIP & CETA, Verkehrswende und Energiewende waren die Themen von dieser Veranstaltung, die auch von Eisbären unterstutzt wurde...

"Energiewende retten - Klimakollaps verhindern"



Die Folgen des Klimawandels deutlich gemacht
Beeindruckender Vortrag von Dr. Thomas Bernhard und Egbert Bialk  in
Hachenburg (27.11.2015)

Als örtliche Veranstaltung zur Weltklimakonferenz in Paris hatte der BUND nach Hachenburg zum Thema: Energiewende retten- Klimakollaps verhindern, eingeladen. Zahlreiche Zuhörer erlebten zunächst einen beeindruckenden Vortrag des Arztes Dr. Thomas Bernhard aus Koblenz. Er zeigte den dramatischen Anstieg der Treibhausgase seit Beginn der Industrialisierung und die damit jetzt schon spürbare Erhöhung des Weltklimas.

Der zu erwartende Anstieg der Meere und die dramatischen Folgen wurden genauso dargestellt, wie die enorme Zunahme großer Naturkatastrophen. Die dadurch entstandenen Schäden haben sich seit 1970 verdreifacht. Täglich sterben etwa 100 Arten aus, davon 1/3 durch den Klimawandel. Am meisten beeindruckten die Aussagen von Dr. Bernhard, der mehrere Jahre in Afrika tätig war, zu den durch Dürren und Wassermangel ausgelösten Konflikten in den armen Ländern und den daraus entstehenden Flüchtlingsströmen. Allein wegen des Klimawandels sind z.Zt. weltweit rd. 42 Millionen Menschen auf der Flucht. Wenn nicht ganz schnell viel Geld in die Energiewende investiert und drastisch Energie eingespart wird, wachsen die Folgekosten des Klimawandels ins Unermessliche, so sein Fazit.

Der Regionalsprecher des BUND, Egbert Bialk aus Koblenz, trug die wichtigsten Ziele des BUND auf dem Gebiet des Klimaschutzes vor. Hierzu fordert der BUND einen möglichst kurzfristigen Ausstieg aus der Kohleverstromung und den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Notwendig ist es aber auch, den Energieverbrauch zur Wärmeerzeugung massiv zu senken, durch Gebäudesanierung und Wärmedämmung. Egbert Bialk wies auch auf die Mängel im öffentlichen Nahverkehr des Westerwaldkreises hin und forderte eine Verkehrswende. Gelobt wurden die Initiativen der VG Hachenburg auf dem Gebiet des Klimaschutzes und der Energie in Bürgerhand.

In einer breiten Diskussion wurde nicht nur über eine weltweite Klimagerechtigkeit gesprochen, es gab auch ganz praktische Anregungen für die Senkung des privaten Energieverbrauches und den Wechsel zu einem Stromversorger der erneuerbare Energien einsetzt. Viele Zuhörer werden sich zukünftig besonders mit Klimaschutz beschäftigen und wollen daher eine neue Ortgruppe des BUND in Hachenburg gründen. Dazu wird im Januar öffentlich eingeladen.

Pressekontakt:
 
Egbert Bialk, Vorsitzender der BUND Kreisgruppe Koblenz und Mitglied im BUND Landesvorstand

"Nous sommes Paris - wir sind Paris, aber auch Beirut, Türkei und Mittelmeer"

"Mit Trauer und Betroffenheit hat auch unser Umwelt- und Naturschutzverband die furchtbaren Anschläge in Paris erleben müssen. Dies ist ein Anschlag auf die Werte einer offenen und demokratischen Zivilgesellschaft in ganz Europa und darüber hinaus", so Dr. Holger Schindler, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Rheinland-Pfalz. „Wir denken gleichzeitig auch an die Opfer von Bomben und Militäraktionen andernorts, zum Beispiel in der Türkei oder im Libanon. Auch diese Menschen und die Flüchtlinge, die vor Terror, Krieg, Dürre und Hunger fliehen und im Mittelmeer um ihr Leben kämpfen, brauchen unsere Solidarität.“

 Der Landesvorstand hatte sich bei einer Klausur in Neustadt/W. gerade mit Paris befasst, als der Terroranschlag durch die Nachrichten ging. Anfang Dezember soll dort bekanntlich der Klimagipfel stattfinden, auch der BUND will hier für wirksamere Schutzmaßnahmen und Klimagerechtigkeit mit vielen Aktiven auf die Straße gehen. Vorstandsmitglied und Klimaaktivist Egbert Bialk aus Koblenz erwartet, dass der Gipfel und die Demonstrationen nicht abgesagt werden, aber unter erschwerten Bedingungen stattfinden: "Frankreich könnte den Ausnahmezustand für mehrere Monate verlängern, Aktionen würden dann schwierig, und natürlich machen wir uns Sorgen. Die Risiken bestehen aber überall in Europa und wir dürfen den Feinden der Demokratie nicht unsere Angst und den öffentlichen Raum herschenken. Wir rufen darum weiter zur Teilnahme am Gipfel auf. Außerdem sollten wir nicht ausblenden, wer hinter dem Terror steht und wer davon einen Nutzen hat. Der IS-Terror finanziert sich auch aus dem Ölverkauf. Unser Hunger nach billiger Energie hat damit ebenso zu tun wie unsere Waffenlieferungen in den Nahen Osten. Wir müssen Fluchtursachen bekämpfen, dazu gehört auch der Klimawandel. Dafür sind wir mitverantwortlich, jeder von uns." Klar wendet sich der BUND gegen einzelne Versuche, die Terroranschläge für rechtspopulistische Zwecke zu missbrauchen.

 In diesem Sinne wünscht sich der BUND-Landesvorstand eine breite Inititiative für Klimagerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit. "Wir brauchen keine weitere verbale Brandstiftung sondern einen offenen gesellschaftlichen Dialog über friedensbewahrende, tragfähige und nachhaltige Zukunftskonzepte und unseren Anteil an der Verantwortung für Fehlentwicklungen. Wenn bei uns weiter Teilinteressen regieren und Hasstiraden in der Öffentlichkeit kultiviert werden, droht uns die Gesellschaft um die Ohren zu fliegen", so Boller. Eine Initiative "Teilen statt spalten" sei dringend notwendig. Diese will der Landesverband Rheinland-Pfalz auch in die BUND-Bundesdelegiertenversammlung einbringen, die am kommenden Freitag in Bad Hersfeld beginnt.

Egbert Bialk, Matthias Boller und Sabine Yacoub.

„Eine Heilung des Klimas wird nicht vom Himmel fallen!“




Klimaexperte von Germanwatch informierte beim BUND über Chancen und Notwendigkeiten des Klimagipfels Paris (9.11.15)

„Ob es in Paris ein hinreichendes Ergebnis geben wird oder nicht ist für Millionen von Menschen eine Frage von Leben oder Tod. Aber auch dann wird eine Heilung des Klimas nicht vom Himmel fallen, die notwendige Grenze einer Erwärmung auf maximal 1,5 bis 2 Grad wird dort nicht erreicht, vielleicht 2,7 – 3 Grad. Trotzdem könnte ein positiver Prozess erreicht werden, der unumkehrbar ist.“ Mit diesen Worten fasste Christoph Bals, politischer Geschäftsführer der Klimaschutzorganisation Germanwatch und Referent beim Infoabend des BUND Koblenz und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz Alarmierendes und Hoffnungsvolles zum bevorstehenden Klimagipfel zusammen.

Mit Christoph Bals konnte ein erfahrener und engagierte Experte und Insider gewonnen werden, der bereits 21 Klimagipfel selbst beobachtet hat. Aus erster Hand berichtete er über die Inhalte der Mammut-Verhandlungen und die Möglichkeiten für Umweltorganisationen positiven Einfluss zu nehmen. Die zahlreichen Zuhörer im neuen Bistro des Dreikönigenhauses in der Koblenzer Altstadt hörten umfangreiche Informationen und Hintergründe, Bals machte aber auch Hoffnungen: „Der CO2-Ausstoß ist seit drei Jahren fast nicht mehr gestiegen, über 70 Prozent der Energieinvestitionen in China gehen inzwischen in die Erneuerbaren. Als Folge der deutschen Energiewende sind Solar- und Windkraftanlagen wettbewerbsfähig geworden, die Kohlekraft wurde zurückgedrängt. Die Welt schaut auf unser Land, ob wir als wichtiges Industrieland die Energiewende weiter hinbekommen“, so der Germanwatch-Experte. Im kohlereichen Südafrika investiere man inzwischen in PV-Kraftwerke, weil es sich lohne, auch Norwegen gehe neue pragmatische Wege und ziehe Geld aus Kohlefonds. Befand man sich vor dem Kopenhagen-Gipfel 2009 noch auf einem Pfad von etwa 4,5 Grad, so sei man vor Paris immerhin schrittweise Richtung 3,0 Grad angelangt. „Ein Vertrag, der jetzt drei Grad oder weniger unumkehrbar festschreibe, ist aber für viele Menschen eine Frage der Existenz. Kippt in Indien der lebensnotwendige Monsun oder nicht, schmilzt in Grönland das Landeis unweigerlich ab, und steigt das Meer dann global um mehrere Meter? Kein Abkommen ist für uns das Todesurteil, sagen mir immer wieder Menschen aus Ländern des Südens. Und da haben EU und Deutschland eine besondere Verantwortung“, appelliert Bals. Ziel sei in Paris die Vereinbarung und Finanzierung über Anpassungsmaßnahmen für die einhundert ärmsten Staaten der Erde. Diese bräuchten Solidarität und Sicherheit, um Verluste und Schäden oder Landumsiedlungen schultern zu können. Ab 2020 müssen dafür 100 Milliarden zur Verfügung gestellt werden. Je später man dies tue, umso teurer würde es dann. Die Klimaschutzziele und Maßnahmen seien leider aber noch unverbindlich. Sie waren von der Mehrheit der Länder gemeldet worden, aber nicht sehr ambitioniert und freiwillig, jeder da, wo er wolle, „quasi im Klingelbeutel-Verfahren“. Ein Fortschritt, aber da müsse nachgebessert werden in den nächsten Jahren und bei Folgeverhandlungen. „Was können wir Deutschen tun?“, so die häufige Frage. Bals: „Wir müssen die Energiewende zum Erfolg führen, auch bei der Flüchtlingsfrage in unserem Wohlstandsland eine menschenwürdige Antwort geben. Die Klimakosten steigen, Deutschland gibt jetzt mehr Geld und grundsätzlich müssen die Verursacher bezahlen. Wir brauchen einen Kohleausstiegskonsens, eine umfassende Dekarbonisierung, sozial abgefedert z.B. über eine CO2-Abgabe, eine Gemeinwohlökonomie, wo die Preise die ökologische und soziale Wahrheit sagen, und einen ökologischen Umbau unserer Städte, besonders beim Verkehr. Vor Ort kann und muss man viel mehr tun.“ Für Heiterkeit, aber Erhellung sorgte sein abschließender Vergleich mit dem Fußball. Ronaldo sei mal gefragt worden, warum er so erfolgreich Tore schieße. Der habe geantwortet, man brauche zwei Dinge. Zuerst komme es mal darauf an, den Ball in die Nähe des Strafraums zu bringen. Und zweitens dann erst den Ball ins Tor zu schießen. Christoph Bals: „Der Klimagipfel muss den Ball an den Strafraum bringen. Die Tore schießen müssen wir alle hier bei uns zuhause zum Beispiel in der Koblenzer Politik.“ Die anschließende rege Diskussion beschloss dann der Koblenzer BUND-Vorsitzende Egbert Bialk auch mit dem Wunsch, dass dabei der OB oder der Stadtrat nicht Foul oder auf Ballhalten spielen, „sonst müssten wir die gelbe Karte zeigen.“

„Wenn der Klimawandel weiter voranschreitet, ist Syrien erst der Anfang“






BUND und ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit diskutierten in Cochem über Fluchtursachen und einen humanen Umgang mit Zuflucht suchenden Menschen. (05.11.15)

        „Auf der Flucht vor dem Klima – Flüchtlingen helfen, Fluchtursachen bekämpfen!“ – Unter diesem Titel hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND Rheinland-Pfalz in Cochem zu einem Informations- und Diskussionsabend geladen. Mitveranstalter war die Katholische Erwachsenenbildung des Bistums Trier und da der ökumenische Pilgerweg für Klimagerchtigkeit auf dem Weg von Flensburg zum Klimagipfel Paris gerade in der Moselstadt Station machte, waren auch zahlreiche Pilger anwesend.

        Egbert Bialk, Vorstandsmitglied des BUND Rheinland-Pfalz rief in seiner Begrüßung Anwesende wie politisch Aktive zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf, um die immer deutlicher zu spürenden Folgen des Klimawandels abzumildern und einen ungesteuerten Klimakollaps doch noch abzuwenden: „Hier müssen alle Menschen und Gruppen, die guten Willens sind, zusammenstehen. Der Klimawandel wartet nicht, bis Europa und die Welt seine politischen Spielchen beendet hat. Und die Menschen, die in Not Krieg oder Hunger bei uns Zuflucht suchen, brauchen unsere ganze Humanität, keine Abschottung.“

        Agnes Hennen, langjährige Vorsitzende der BUND-Kreisgruppe Cochem-Zell, damals schon aktiv zum Beispiel bei der Verhinderung der geplanten Wiederaufarbeitungsanlage für Kernbrennstoffe Kaisersesch, zeigte dann die Anstrengungen des Kreises und der Umweltschützer für eine alternative Energieversorgung auf. Bekanntlich werde im Kreis bilanziell bereits 100 Prozent Strom aus Erneuerbaren erzeugt. „Dennoch muss man bei Bioenergie wegen der Vermaisung der Felder und bei Wasserkraft wegen der Fischverluste kritisch hinschauen“, so Hennen.

        Werner Huffer-Kilian vom BUND Koblenz und beruflich aktiv in der Flüchtlingsarbeit in Münstermaifeld, stellte sehr authentisch die Nöte der Flüchtlinge dar, mahnte einen humanen Umgang an, auch in der Sprache und bei öffentlichen Äußerungen, und benannte die zahlreichen Fluchtursachen, die vielfach bei uns liegen. „Diese reichen von florierenden Geschäften mit deutschen Waffen, von einer unterentwickelte Friedenspolitik, die mithelfen sollte Kriege und Bürgerkriege deeskalierend einzudämmen, über unsere Gier nach Energie und Ressourcen, etwa bei den Irakkriegen, bis hin zum Existenzkampf der Bewohner um Wasser und Nahrung infolge bislang nicht gekannter Dürren.“ Bedrückend sein Beispiel aus Südamerika, wo in Kolumbien beim Abbau von Steinkohle auch für unsere Kraftwerke neben immensen Umweltzerstörungen indigene Einwohner vertrieben und verfolgt werden. „Diese klopfen dann natürlich bei uns oder bei der USA an“.

        Dr. Thomas Bernhard, Klimaexperte des BUND aus Koblenz, stellte abschließend ausführlich die Ursachen, Prognosen und Folgen der Klimaerwärmung dar, bei Mensch und Natur. Bernhard: „Das Artensterben hat bereits begonnen, sei es bei Korallen oder Nahrungstiere von Vögeln, das Meer steigt zusehends. Besonders betroffen werden dicht besiedelte Küstenländer und Inselstaaten sein, zuerst in den Ländern des Südens, wo sich die Menschen wegen Armut kaum schützen können und millionenfach fliehen werden. Auch die aktuellen arabischen Kriege und Bürgerkriege haben wesentliche Umweltursachen. Dem Morden in Syrien ging eine 5jährige Dürre und eine drastische Brotpreisverteuerung voraus. Dies wird erst der Anfang sein.“ Bereits jetzt gebe es weltweit circa 60 Millionen Flüchtlinge, hunderte von Millionen drohten hinzuzukommen, wenn wir nicht umsteuern. „Wenn wir jetzt die Ursachen nicht bekämpfen und unseren Reichtum nicht teilen, wird es gewalttätige Existenz- und Verteilungskämpfe geben ungekannten Ausmaßes“, so Bernhard. Experten schätzen, dass bis zu 80 Prozent der Flüchtlinge aus Kriegen und Bürgerkriegen einen Hintergrund haben, der mit Umweltkatastrophen, Dürren oder Überschwemmungen infolge der Klimaerwärmung zu tun haben. Leider werden diese Flüchtlinge nicht nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt. Eine rege Diskussion der Pilger und Umweltaktiven schloss den sehr informativen Abend ab.

5500 km Radeln für das Klima: Die „alternative“ Tour de France von ALTERNATIBA






Alternatiba? Was ist das denn?
Das Anliegen: Eine Idee an möglichst viele umweltbewusste Menschen überall in Frankreich und auch jenseits der Grenzen heranzutragen: Das zerstörerische System wandeln, alternative Wege gehen. Politisch, ökonomisch und sozial, vor Ort und in globaler Verantwortung, insbesondere beim Thema Klimawandel.


Die Tour
Der Plan: Am 5. Juni startet in Bayonne/Baskenland der Fahrradtross u.a. mit einigen spektakulären 3er- und 4er-Tandems, am 26. September wird er nach über 190 Etappen und über fünfeinhalb Tausend Kilometer Fahrt, welche durch Frankreich, Grenzstädte in Spanien, der Schweiz, Deutschland, Luxemburg und Belgien führt, in Paris ankommen. Dort bereiten örtliche Ökoverbände einen großen Empfang vor. Der Erfolg dieser Tour liegt vor allem in der Einbeziehung, Aktivierung und Wertschätzung der vielen dezentralen Umwelt- und Klimainitiativen. Durch wechselseitige Information über örtliche und globale Anliegen wird der Anspruch „Global denken, lokal handeln“ konkret und lebendig. Einige Zeit mit dabei: : ein paar BUNDler aus Koblenz, sowie deutsch-französische FÖJler-innen und ihre Freunde.


Was geht uns das an? Changeons le système – comme en France!
Bemerkenswert war für uns die unglaubliche Offenheit, die hoch interessierte Aufmerksamkeit der Teilnehmer, Mitradler und insbesondere der örtlichen Bevölkerung. Diese hörten sehr interessiert fast eine Stunde z.B. dem Vortrag eines Alternatiba-Sprechers zum Klimawandel zu. Sehr überzeugend stellte dieser sowohl Ursachen wie Auswirkungen der Klimaerwärmung dar, dazu den Stand und die Rolle der staatlichen Verhandler von COP 21 Paris, um dann einen Bogen über die Papst-Enzyclika und andere Mutmacher bis hin zu der lokalen Ebene und ihren Handlungsmöglichkeiten zu schlagen. Systemwandel konkret. Alles in allem: Tolle Aktionen, eine tolle Bewegung in unserem Nachbarland, die Lust macht auf eine Vision eines grenzenloses alternatives oder zumindest zivilgesellschaftlich gesteuertes Europa von unten. Ein Europa, das niemanden ausgrenzt und respektvoll mit unserer Welt umgeht. Changeons le système – change the system – Systemwandel statt Klimawandel! Und das noch mit Spaß an der Freud.


Weitere aktuelle Infos: https://alternatiba.eu/de/




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Termine

19.09.2017, 19.00 Uhr, im Dreikönigenhaus: Podiumsdiskussion mit den OB-Kandidaten "Was tun gegen dicke Luft in Koblenz?"

20.09.2017, 19.00 Uhr: Filmabend "La buena Vida", KHG

Öffnungszeiten

Mo-Fr: 9:00-17:00 Uhr

BUND Regionalbüro Koblenz

Kornpfortstraße 15

56068 Koblenz

0261 / 9734539

regionalbuero-koblenz@bund-rlp.de



Projekt Energiesparhelfer

Wir bieten kostenlose Schulungen zum ehrenamtlichen Energiesparhelfer und kostenlose Energiechecks im eigenen Haushalt an.

 

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